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Puigdemont kritisiert Spanien

Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, wirft der spanischen Zentralregierung ein demokratiefeindliches Vorgehen in der nach Unabhängigkeit strebenden Region hervor. «Die spanische Regierung handelt wie ein autoritärer Staat», sagte Puigdemont der «Bild»-Zeitung (Donnerstag).

Berlin (dpa) – «Schauen Sie sich an, was am Sonntag passiert ist: Das war Gewalt gegen friedliche Menschen, die nur abstimmen wollten», sagte er. «Die spanische Regierung lässt politische Gegner verhaften, beeinflusst Medien, lässt Internetseiten blockieren. Wir werden Tag und Nacht beobachtet. Was ist das anderes als ein autoritärer Staat?»

Spanische Polizisten stoßen am 01.10.2017 in Barcelona, Spanien, mit Pro-Referendum Demonstranten zusammen. Nach dem von Polizeigewalt überschatteten Referendum in Katalonien hat Regierungschef Carles Puigdemont die Loslösung der Region von Spanien eingefordert.

Das katalanische Parlament wird voraussichtlich am Montag zusammentreten, um die Unabhängigkeit auszurufen. Darauf hätten sich die Sprecher der katalanischen Koalitionsparteien am Mittwoch in Barcelona geeinigt, berichteten spanische Medien.

Puigdemont sagte der «Bild»: «Ich fühle mich bereits jetzt als Präsident eines freien Landes, in dem Millionen Menschen eine wichtige Entscheidung getroffen haben.» Er hielt Madrid vor, Verhandlungen jahrelang blockiert zu haben. «Sie haben uns keinen anderen Weg gelassen.» Auf der Welt gebe es immer wieder Staatsgründungen. «Das ist etwas ganz Normales, weil der freie Wille der Bürger nicht auf Dauer unterdrückt werden kann.»

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