Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt


Bundesliga-Tickets mit Garantie!


     
Hotelsuche in 
 

Wir lagern vor Bastia, basta!

Deutschland
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Insel des vorigen Tages: Bastia bei Ankunft und Abschied betrachtet
Wir lagern vor Bastia – passt ja. Mindestens zweimal. Bei der Ankunft war der Himmel noch etwas verschleiert und man konnte sich noch keinen rechten Reim machen auf diesen grau-weiß-ocker-altrosanen Häuserhaufen mit barockem Kirchturm im goldenen Schnitt und auf die beiden kleinen Leuchtturme, der rote links, der grüne rechts flankiert von einer Schutzmauer.
Galerie
Bastias Alter Hafen mit Blick auf die Kirche.
Bastia, Hauptstadt des Nordens und der Fähren.

Zur Linken die befestigte Altstadt, zur Rechten die unförmig ausgegossene Neustadt angefangen bei stattlichen Bürger-Palazzi des 19. Jahrhundert vorbei an den großen SNCM-Fähren in strahlendem Weiß-Blau, allez les Bleus, bis zu den Betonbalkon-Agglomerationen, die sich einige Kilometer nach Norden hochschieben, wie erstarrte Lava – hier hat die FNLC geschlafen. Immerhin, je höher wir Richtung Cap Corse blicken, desto lichter die verbauten Hügel. Es war Nacht, und wir waren froh, Richtung Süden zu entkommen – raus aus dem Feierabendverkehr, rein in den Stau vorm Fußballstadion Stade Armand Cesari des SC 1905 Bastia.

Die korsische Flagge
Jetzt gibt Korsikas Sonne zum Abschied ihr Letztes und auf der Fähre fanfart die heimliche korsische Hymne scheppernd aus den Lautsprechern der gelb-weißen Corse-Ferry mit dem Mohrenkopf als Emblem. Das allgegenwärtige Symbol der widerspenstigen Insel, das selbstbewusste Profil eines Afrikaners mit trotzigem weißen Stirnband, das so wildromantisch an eine Rebellen-Ikone à la Che Guevara erinnert, ist in trauriger Wirklichkeit die Verfremdung des Originals – ein abgeschlagener Sklavenkopf mit verbundenen Augen, die drakonische Strafe eines genuesischen Herrschers für den angeblichen Verrat des Dieners. Mitnichten also ein brauchbares Rollenmodell für Liberté, Égalité, Fraternité. Das mutmaßliche Original kann man in einer Gasse, die zum Alten Hafen Bastias führt, als Ladenschild entdecken.

Anders, als bei der Ankunft sehen wir jetzt hinter der Kulisse dieser Hafenstadt die großzügigen, Platanen und Palmen beschatteten Plätze vor dem geistigen Auge, die Fußgängerzone mit dem skurrilen Mix alter Trödelläden und neuer Filialisten, den beiden düsteren Barockkirchen Oratoire de l"immaculée Conception, innen ganz in purpurrote Stofftapete gekleidet. Der nostalgische, modrig duftende Bogen des Alten Hafens, die kuriosen Steinruinen und Gerippe alter Häuser auf dem Weg zur Zitadelle, wo auch die Regionalvertretung untergebracht ist.

Der Ausblick zwischen Burgmauern und Burgviertel auf den Campo hinab auf das Meer und den Hafen – die Umkehrung des Blickes von gestern Abend, als nach drei Pression und zwei Piña Colada ein rosa Schleier der Schwermut den Abendblick kolorierte. Da konnten wir uns bereits abfahren sehen, die große Kehrtwende der gelben Fähre vorbei an den beiden Leuchttürmen und dann Kurs hoch zu Kap Corse ehe sie nach Osten Richtung Livorno am Horizont abtauchte. Die Insel des vorigen Tages. Heute genau spiegelverkehrt, werden die Ausläufer dieses dünnen Streifens Nordkap ganz sacht im Dunst schmelzen. Übrig bleibt nur die federweiße Wolkenkrone im strahlend blauen Himmel, die vor den hohen korsischen Gipfeln kapituliert.

Das Wirtschaftszentrum der Insel
Bastia, die zweitgrößte Stadt (48.000 Einwohner) der Insel, aber das wirtschaftliche Zentrum und Hauptstadt des Départements Haute-Corse, konkurriert um Bedeutung mit der Süd-Metropole und Hauptstadt der ganzen Region Korsika, Ajaccio. Ob Vorteil oder Belastung, Bastia ist im Sommer Anlaufstation von täglich rund 20.000 Passagieren der Fähren vom überwiegend italienischen Festland.
Kein Spaß für den nassen Hund: Dusche am Alten Hafen von Bastia.

Rund um den alten Hafen, im Volksmund auch Terra Vecchia, dort wo die genuesischen Präfekten ihre Galeeren mit korsischem Diebesgut füllen ließen, und an der ausgedehnten Place St-Nicolas mit Napolèon als Herkules, hat sich die „Bastion“ aus dem 14. Jahrhundert ihren herb-herzlichen Matrosencharme erhalten. Die Cafés des Boulevard Paoli quellen über von Franzosen, Italienern, Deutschen, Niederländern und korsischen Müßiggängern.

Drinks mit träumerischem Meerblick
Oben auf der Zitadelle, wo die Citadelle Bar (Rue Saint Michel), zu allen Tageszeiten zu Pizza und Drinks mit träumerischem Meerblick einlädt, ballen sich die architektonischen Denkmäler. Das Haus der noblen 12 provoziert zum Fantasieren. Daneben der Genueser Gouverneurspalast von 1380, in dessen Kerkern lange Jahrhunderte die korsische Rèsistance vermoderte.

Am Ende einer Quergasse die Oratoire de la Confrerie de Sainte Croix, das der Verkündigung geweihte Gebetshaus der Brüderschaft des Hl. Kreuzes, 1543 erbaut auf einem Platz, der zu der Kathedrale gehörte. 1600 wurde sie zur jetzigen Größe ausgebaut. Die Kirche beherbergt der Legende zufolge die Kapelle des Hl. Kreuzes der Wunder, die angeblich 1428 entdeckt wurde, als sie auf dem Meer trieb. Die reiche Dekoration an Wänden und Decke wurde im 18. Jahrhundert komplett restauriert, nachdem die Gewölbebögen 1745 durch den Beschuss der Englischen Flotte ernsthaft beschädigt worden waren. Der vergoldete Stuck aus den Jahren 1758 bis 1775 stammt von ligurischen und korsischen Künstlern.

Bastia wird Bistumssitz
1570 wurde das Bistum von Mariana nach Bastia verlegt. anschließend die Kathedrale der Hl. Maria von Assumption zwischen 1604 und 1619 an der Stelle einer kleinen Vorgängerkirche von 1489 errichtet. Der 38 Meter hohe Turm stammt von 1620. Die Kathedrale beherbergt einige außergewöhnliche Kunstwerke wie das hölzerne Retabel mit der Mariä Himmelfahrt von Leonardo dell"Aquilla von 1512, den großen Altar in polychromem Marmor aus dem 18. Jahrhundert sowie die Orgel der berühmten Serassi-Brüder, die 1844 eingebaut wurde. Sieben alte Bischofshüte hängen kurioserweise hoch oben auf eisernen Haken überm Chorgestühl – ein Symbol dafür, dass hier sieben Bischöfe in Ausübung ihres Amtes starben und in der Krypta begraben liegen.
Die weiße Kathedrale von Bastia.

Der Konvent der Klarissinnen gleich daneben, gegründet 1600, beherbergte ungefähr 60 Nonnen. Sie gehörten den besten Familien der Insel an und waren zur Erziehung der Mädchen der High Society auserkoren. Auf der ersten Stufe der Eingangstreppe ließen die frommen Schwestern Dantes berühmten Satz „Lasset alle Hoffnung fahren, die, die ihr hier eintretet“ gravieren. Wer einmal eintrat, verließ den Konvent nie wieder. Säkularisiert während der Revolution wurde der Konvent anschließend militärisch genutzt. 1818 wurde er zu einem Gefängnis umgebaut. Die Gefangenen, die bisher in den Kellergewölben des Gouverneurspalastes untergebracht waren, wurden hierher verlegt. Es wurde noch bis 1993 als Gefängnis genutzt.

Die Lichter des Alten Hafens
Ein schöner Nachtspazierganz zurück zum Alten Hafen, dessen Lichter jetzt im schwarzen Brackwasser funkeln, strahlende Kirchtürme im Sichelmond bestandenen Nachthimmel, alles glänzt jetzt etwas mondäner und einladender, so dass wir uns auf einen Absacker gleich hinter Napoléon auf der Place St Nicolas überreden lassen, eine letzte Piña Colada im Fässchen, dann zurück zum nüchternen Hotel Rivera mit der freundlichen Rezeptionistin – der ersten Korsin, die bisher Deutsch sprach.
Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour de Corse"
Touren
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Berlin (dpa) - Wer andere beim Kennenlernen nachahmt, macht sich beliebt - zumindest innerhalb des eigenen Geschlechts. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin und der Uni Leipzig. Demnach gibt
Göteborg (dpa) - Ein Mann ist in der Domkirche im schwedischen Göteborg in Brand geraten. Er sei dabei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob er sich absichtlich anzündete oder es sich um einen Unfall handelte, war
Birmingham (dpa) - Ein 46-Jähriger hat am Sonntag auf einen Mann in einer britischen Kirche eingestochen und ist festgenommen worden. Täter und Opfer kennen sich, wie die Polizei in Birmingham mitteilte. Es habe sich um eine gezielte Tat
Repression, Exil oder eine Festnahme schüchtern die russische Aktivistin Ljudmila Alexejewa nicht ein. Als Grande Dame der Menschenrechte scheut sie auch nicht die Kritik an der Staatsführung. Und sie ist sicher: Die Jugend-Proteste werden ihre
Berlin (dpa) - Baustellen bei der Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger durcheinander bringen. Dazu hat im Konzern ein neues «Lagezentrum Bau» die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte. «Es hat die
Gütersloh (dpa) - Patienten mit Rückenschmerzen kommen immer häufiger auf den OP-Tisch. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und eigenen Berechnungen beruht. 2015
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Der FC Bayern München bleibt in der Basketball-Bundesliga unangefochten an der Tabellenspitze. Titelverteidiger Bamberg kassiert bereits die vierte Niederlage.München (dpa) - Der FC Bayern München hat seine Favoritenstellung in der
Bremen (dpa) - Werder Bremen ist beim Heimspiel-Debüt des neuen Cheftrainers Florian Kohfeldt der erste Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gelungen. Die Hanseaten setzten sich am Sonntag zum Abschluss des zwölften Spieltages gegen Hannover
Berlin (dpa) - Bei den Jamaika-Sondierungen gibt es nach Angaben von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer weiterhin in zentralen Fragen keine Einigung. Strittig sei vor allem nach wie vor das Thema Migration, sagte Scheuer am Sonntagabend in der
Unterföhring (dpa) - Der langjährige ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling verlässt im Februar 2018 vorzeitig den Medienkonzern. Dies teilte das Unternehmen am Sonntag mit.dpa toz yyzz n1 wn
München (dpa) - Der FC Bayern hat das Spitzenspiel der Basketball- Bundesliga gegen Titelverteidiger Brose Bamberg klar gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Aleksandar Djordjevic siegte am Sonntagabend gegen den Serienmeister mit 77:68 (43:33)
Bad Oeynhausen (dpa) - Eine 35 Jahre alte Frau ist in Nordrhein-Westfalen getötet worden. Ihr zehn Jahre altes Kind habe am Samstagvormittag den Notruf 110 gewählt. Nach Angaben der Polizei von Samstag fanden die Beamten die Frau mit Stich- und
Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Iranian IRGC Commander ...
Zimbabwe Ruling Party ...

Trauer um Modemacher A ...
Scheuer: Migration bei ...

Wer nachahmt, macht si ...
Schweiz des Balkans ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum