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Was Gespräche zwischen Menschen so besonders macht Interview: Antje Müller, dpa

Niederlande
21.11.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Gespräche sind mehr als der Austausch von Informationen. Sie dienen auch dazu, Nähe zu zeigen. Computer können jetzt zwar immer öfter reden. Aber eine Unterhaltung mit dem Partner bleibt etwas anderes als die Kommunikation mit dem Roboter.

Nijmegen (dpa) - Antje Meyer kennt sich mit dem Nachahmen von Gesprächssituationen aus. Die Direktorin am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen in den Niederlanden erforscht, welche Aspekte in einem Gespräch neben den Lauten eine Rolle spielen. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sagt sie zum Boom der digitalen Sprachsysteme: «Eine Maschine kann nicht einsehen, was in der Person vorgeht.»

Frage: Frau Meyer, stellen wir uns ein Gespräch zwischen zwei Menschen und ein Gespräch zwischen Mensch und Maschine vor. Wo liegen die Unterschiede?

Antwort: Das hängt von den Menschen, der Maschine und der Situation ab. Wenn ich bei der Bahn eine Auskunft erfrage, ist das etwas ganz anderes als ein Gespräch zwischen zwei Freundinnen über einer Tasse Kaffee. In einem Gespräch zwischen zwei Menschen sind die schnellen Antworten zwischendurch meist sehr kurz, ziemlich inhaltsleer und nicht besonders gut getimt: Etwa 40 Prozent der Äußerungen sind «Mhmh», «Aha» oder «Ja». Die einzige Funktion, die diese Äußerungen haben, sind zu signalisieren: Ich höre zu. Das kann man einer Maschine auch beibringen.

Frage: Wenn ich einem Menschen gegenüber sitze, kann ich in seinem Gesicht ablesen, dass er bei einer Antwort überlegt. Wie ließe sich dieses Signal bei Maschinen umsetzen?

Antwort: Satzteile wie «Warte mal, ich denke», oder «Mh, ja» ließen sich relativ einfach davor schalten, wenn man die Kommunikation natürlich machen möchte. Auch Gestik und Mimik spielen eine wichtige Rolle. Man kommuniziert nämlich non-verbal, dass man zuhört und den anderen ernst nimmt. Man möchte auch den Ausdruck des anderen sehen und darauf reagieren. Es gibt zwar Avatare, künstliche Figuren, deren Mimik angepasst werden kann: die Lippenbewegung, hochgezogene Augenbrauen oder ein Lächeln. Richtig gut sind sie aber noch nicht. Das größere Problem ist allerdings, genau zu verstehen, was der andere meint: eine Bahnauskunft oder ein Kochrezept? Das geht noch. Aber der emotionale Inhalt einer Äußerung muss ankommen.

Frage: Zum Beispiel?

Antwort: Stellen Sie sich vor, ich stehe an einem heißen Tag auf einer Brücke, darunter ist ein See und ich sage: «Ich würde jetzt am liebsten von der Brücke springen.» Das ist prima. Ich könnte aber auch abends beim Roten Kreuz anrufen und sagen: «Ich würde jetzt am liebsten von der Brücke springen.» Sprachassistenten geben in so einem Fall eine Routenbeschreibung zur nächsten Brücke, aber das ist natürlich nicht gemeint. Eine Maschine kann nicht einsehen, was in der Person vorgeht. Das wird zum Teil über die Stimmlage, aber vor allem aus der Situation heraus transportiert. Man müsste die Systeme trainieren, nachzufragen: «Warum willst du das denn?»

Frage: Neben dem Informationsaustausch haben Gespräche auch eine soziale Funktion. Welche ist das genau?

Antwort: Sie dienen dazu, füreinander da zu sein. Bestätigungssätze sind ein Teil davon: «Das findest du auch, oder?» Da kann der andere nur eine Antwort haben: «Ja, natürlich.» Oder Phrasen, mit denen man Wiederholungen anbietet: «Wirklich? Hat sie das wirklich gesagt?» Der Inhalt ist in der Situation klar, aber durch das Nachfragen und Bestätigen wird Nähe erzeugt. Mit meiner Mutter spreche ich anders als mit meinem Mann oder meiner Tochter. Da gibt es gemeinsames Wissen zwischen den Personen, das lässt sich mit einer Maschine nicht nachmachen. Diese Art von Gesprächen sind sehr wichtig für Menschen. Ohne sie fühlt man sich einsam.

Frage: Kann Kommunikation mit Maschinen dementsprechend nicht natürlich sein?

Antwort: Wir müssen uns klarmachen, dass Sprachsysteme nur das Oberflächliche erkennen, was wirklich ausgedrückt wird. Das heißt, wir müssen unsere Erwartungen anpassen.

ZUR PERSON: Antje Meyer ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen in den Niederlanden. Sie leitet die Abteilung Psychologie der Sprache. Dort untersucht sie, welche Prozesse beim Sprechen und Verstehen von Sprache im Gehirn ablaufen.

 

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