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Verstoßen und verbannt: Spanischer Königsschwager wird im «Exil» 50

Spanien
14.01.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Der 50. Geburtstag von Iñaki Urdangarin läutet in Spanien einen dramatischen Countdown für den Königsschwager ein. Das Oberste Gericht soll bis zum Frühjahr entscheiden, ob der Ex-Sportstar und -Liebling aller Schwiegermütter für viele Jahre hinter Gitter muss.

Madrid/Genf (dpa) - Ein großes Familientreffen und eine ausgelassene Party wird es an diesem Montag zum 50. Geburtstag des spanischen Königsschwagers Iñaki Urdangarin mit Sicherheit nicht geben. Im Zuge einer Korruptionsaffäre wurden der frühere Handballstar und seine Ehefrau Cristina - eine der beiden Schwestern von König Felipe VI - vom Königshaus in Madrid verbannt und verstoßen. Die beiden verloren nicht nur den Ehrentitel «Herzöge von Palma» und wurden von allen offiziellen Terminen der «Casa Real» gestrichen. Auch privat gibt es nach Medienberichten schon seit mehr als vier Jahren kaum noch Kontakt zur Familie.

Wenn er in seiner luxuriösen 12-Zimmer-Duplexwohnung im Zentrum von Genf die Kerzen auspustet, wird Urdangarin am Montag vor seinen vier Kindern - drei Jungs und ein Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 - vielleicht ein Lächeln aufzusetzen versuchen. Wenn er aber an die Zukunft denkt, muss er sich Sorgen machen. Große Sorgen. Nach seiner Verurteilung zu sechs Jahren und drei Monaten Haft wegen Betrugs und Veruntreuung von Steuergeldern vor einem Gericht auf Mallorca im Februar vorigen Jahres beginnt nun ein dramatischer Countdown: Bis zum Frühjahr soll das Oberste Gericht in Madrid  über seinen Einspruch gegen das Urteil entscheiden - und über den Antrag der Staatsanwaltschaft für ein noch höheres Strafmaß.

Der «Abstieg zur Hölle» des Ehepaares (Zeitung «El País») begann 2011 mit dem Ausbruch der Affäre um die vermeintlich gemeinnützige Stiftung «Nóos» von Urdangarin. Der Baske soll als Chef der Organisation mit Komplizen rund sechs Millionen Euro Steuergelder unterschlagen haben. Mit Kreditkarten von Scheinfirmen zahlte das Ehepaar Ermittlungen zufolge Tanzkurse der Infantin, Hauspersonal, Luxusgeschirr, Geburtstagspartys und teure Hausmodernisierungen. Cristina wurde als Co-Präsidentin einer der Firmen ihres Gatten der Beihilfe zum Steuerbetrug bezichtigt, am Ende aber freigesprochen.

Der Skandal war einer der schlimmsten in der Geschichte der spanischen Monarchie. Zusammen mit anderen Affären führte er zu einem raschen Imageverlust des Königshauses. Der damalige Sprecher der Royals sprach 2014 unter anderem von einem «Martyrium». Im Zuge der Probleme dankte Cristinas Vater Juan Carlos I im Juni 2014 zugunsten von Felipe ab. Seit der Thronbesteigung ihres Bruders hätten Cristina (52) und ihre Familie sich im königlichen Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid nicht mehr blicken lassen dürfen, schrieb jüngst die dem Königshaus nahestehende Zeitung «El Mundo».

Auch als Juan Carlos am 5. Januar im La Zarzuela mit 70 Angehörigen und Freunden seinen 80. feierte, glänzten Urdangarin & Co durch Abwesenheit. Die Familie spazierte an dem Tag durch Rom. Cristina, die Mitte 2013 inmitten des Skandals von ihrem Arbeitgeber, einer spanischen Großbank, nach Genf versetzt worden war, leide unter Depressionen, berichten spanische Medien. Ihr Ehemann geht so weit man weiß keiner geregelten Arbeit nach. In der Ehe soll es kriseln.

Dabei hatte alles doch so gut angefangen, fast wie im Märchen. Das smarte Volksidol Iñaki und Cristina, die «lächelnde Prinzessin», wie sie von Medien getauft wurde, lernten sich bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta kennen. «Liebe auf den ersten Blick», hieß es damals. Schon ein gutes Jahr später, am 4. September 1997, läuteten in Barcelona die Hochzeitsglocken. Die Erfolgsstory setzte sich für den 1968 im baskischen Zumárraga als Sohn eines Bankiers und einer Belgierin geborenen Mann zunächst fort. Mit dem 3. Platz der spanischen Handball-Auswahl in Sydney gewann er als erster Angehöriger des spanischen Königshauses eine olympische Medaille.

Der gelernte Betriebswirt widmete sich nach Ende seiner Karriere dem Sportbusiness, gründete Unternehmen und die Stiftung «Nóos» und wurde 2004 trotz Kritik von Medien, die ein Interessenkonflikt sahen, zum Vizechef des Nationalen Olympischen Komitees ernannt. Bald ging es aber Schlag auf Schlag: Gerüchte, Anklage, Prozess, viel Kritik und Häme. Öffentlich äußert sich Urdangarin seit vielen Jahren nicht mehr. Vor Gericht beteuerte er seine Unschuld und sagte: «Ich erinnere mich nicht», «Ich hatte keine Ahnung davon» oder «Darum habe ich mich nicht gekümmert». «El Mundo» ist davon überzeugt, dass die Ausreden beim Obersten Gericht nicht ziehen werden. «Das werden vorerst die letzten Weihnachten sein, die Urdangarin mit der Familie verbringen wird», hieß es im Dezember. 

 

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