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Valmiera

Lettland, Valmiera
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ist eine Stadt im Nordosten Lettlands mit etwa 27.500 Einwohnern (Stand 2005), die größte in der Region . Sie liegt beiderseits des Flusses in der Nähe des Nationalparks Gauja, etwa 100 km nordöstlich von und 50 km von der Grenze zu Estland.

Geschichte
Valmiera und seine Umgebung gehören zu den am längsten besiedelten Gegenden Lettlands. Archäologische Zeugnisse legen eine Besiedlung schon vor 9000 Jahren nahe. Valmiera wurde erstmals 1323 in einer Chronik als Ort erwähnt, wobei die tatsächliche Gründung mindestens 40 Jahre früher erfolgte, als der Hochmeister des Livländischen Ordens Wilken von Endorp die Burg „Wolmar“ und eine katholische Kirche für den heiligen Simeon an den Flussufern der Gauja erbauen ließ. Valmiera erhielt das Stadtrecht und war vom 14. bis 16. Jahrhundert Mitglied der Hanse, was der Stadt Handel und Impulse brachte.

Während des großen nordischen Kriegs wurde Wolmar 1702 zerstört und niedergebrannt. Seine weitere Geschichte folgte im Großen und Ganzen der des übrigen nördlichen Livlands. Unter wechselnden Herrschern (Polen-Litauen, Schweden, Russland) und während eines Ausbruchs der Beulenpest wurde die Bevölkerung der Stadt mehrmals dezimiert.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Valmiera zur neu gegründeten Republik Lettland.

Vom historischen Stadtkern ist nach dem 2. Weltkrieg, in dem 1/3 der Stadt niederbrannte, außer der gotischen Simeonskirche kaum etwas übrig geblieben.

Gegenwärtig ist Valmiera "de facto" Kultur- und Verwaltungszentrum von Livland. Sie ist die einzige Stadt der Region mit einem professionellen Theater, dem seit 1919 bestehenden "Valmieras drāmas teātris". 1996 wurde die regionale Hochschule Vidzeme ("Vidzemes augstskola") eingerichtet, in welcher auch Gebärdensprache unterrichtet wird.

Wirtschaft
Valmiera hat sich im Übrigen zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelt. Die wichtigsten Branchen sind die Nahrungsmittelindustrie (Milchprodukte, Fleisch, Getreide), die Holzverarbeitung und Möbelindustrie, Metallverarbeitung sowie die Produktion von Glasfasern.

Sehenswürdigkeiten
* Die gotische Sankt-Simons-Kirche in der Altstadt wurde 1283 errichtet.
* Die Burg des Livländischen Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert wurde im Nordischen Krieg 1702 zerstört und ist nur als Ruine erhalten.
* Die älteste Apotheke Livlands, welche im 18. Jahrhundert als Holzhaus auf dem Wall der Burgruine errichtet wurde und bis heute genutzt wird.

Partnerschaften
Zwischen den Kreisen Valmiera und Gütersloh bestehen seit 1994 partnerschaftliche Beziehungen. Die Stadt ist freundschaftlich mit dem im Kreis Gütersloh liegenden Halle (Westf.) verbunden.

Söhne und Töchter der Stadt
* Jāzeps Vītols (Komponist)
* Andris Piebalgs (EU-Energiekommissar)

Persönlichkeiten
* Valmiera war im Jahre 1523 erste Wirkungsstätte des "lutherischen Sendboten" und späteren Täufers Melchior Hofmann.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 18.10.2017 18:53 von den Wikipedia-Autoren.
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