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Uns zieht in den Süden

Zypern
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Über die drittgrößte Insel im Mittelmeer
Da, wo Aphrodite, die Schaumgeborene an Land stieg, sich mit Hephaistos, dem Gott der Schmiede, verehelichte und diesen mit Ares betrog. Hephaistos schmiedete daraufhin ein unsichtbares Netz und Aphrodite samt ihrem Liebhaber verfingen sich darin unauflöslich. Solchermaßen in flagranti ertappt führte Hephaistos diese Szene dem Götterhimmel vor, der daraufhin in unstillbares Gelächter, das buchstäblich Homerische Lachen, ausbrach.
Galerie

Der Sage nach entstieg Venus bei ihrer Geburt dem Meeresschaum und betrat unmittelbar danach die Küste Zyperns.

Zypern, bereits vor 10 000 Jahren dauerhaft besiedelt verfügt in der Tat über eine mannigfaltige Geschichte, die geographisch zu Asien, politisch und kulturell jedoch zu Europa gezählt wird. Bereits 3000 v. Chr. begann man die Kupfervorkommen der Insel abzubauen und wurde wichtiger Handelsstützpunkt zwischen Kreta, Griechenland und der ägyptischen Levante. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. war hier eine Silben-Schrift in Gebrauch und hethitische sowie ugaritische Quellen berichten von der Stadt Alašija auf Zypern.

Republik Zypern

Die ehemalige britische Kronkolonie wurde vom Vereinigten Königreich am 16. August 1960 in die Unabhängigkeit entlassen und trat am 20. September 1960 den Vereinten Nationen bei.
Besuchen Sie Zypern und Sie werden diese vielfältige Insel lieben lernen.

Nach einem Putschversuch von Offizieren der Militärjunta in Griechenland und der Zyprischen Nationalgarde, die die Angliederung der Insel an Griechenland anstrebten, besetzten die türkischen Streitkräfte ab dem 20. Juli 1974 - unter Berufung auf ihre Rolle als Garantiemacht für die türkischen Zyprer aus dem Londoner Garantievertrag von 1959 — den Norden der Insel. Am 15. November 1983 erfolgte die Proklamation der - von der internationalen Staatengemeinschaft bis heute nicht anerkannten - Türkischen Republik Nordzypern. Am 18. November 1983 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 541 die Unabhängigkeitserklärung für rechtlich ungültig erklärt und den Abzug der türkischen Streitkräfte gefordert. Dennoch beschränkt sich die Autorität der Republik Zypern seither auf den Südteil der Insel.

Seit dem 1. Mai 2004 ist die Republik Zypern Mitglied der Europäischen Union (EU), wobei faktisch nur der Südteil der Insel Bestandteil der EU ist.

Zypern ist eine gebirgige Insel, deren höchste Erhebung der Olympos (1951 m) im Troodos-Gebirge ist, welches mit Kiefern, Zwergeichen, Zypressen und Zedern bedeckt ist. Insgesamt sind 19 % der Inselfläche mit Wald bedeckt. Größere Flüsse sind der Pedias (Pedheios) mit etwa 100 km Länge, der Serrakhis und der Dhiarizos, die jedoch nur im Winter Wasser führen.

Wirtschaftliches Zentrum der Insel ist der südliche Teil Nikosias, die Hauptstadt der Republik. In etwa gleicher wirtschaftlichen Bedeutung zueinander stehen die drei Hafenstädte Larnaka, Limassol und Paphos, die durch die Südküstenautobahn miteinander verbunden sind. Von größerer touristischer Bedeutung ist ferner der Badeort Agia Napa.

Die Bevölkerungsanzahl im von der Republik Zypern kontrollierten Süden der Insel beträgt 778.700 Einwohner, der Norden der Insel zählt nach Regierungsangaben 88.900 „legitime" Einwohner. Diese Zahl beinhaltet jedoch nicht die seit 1974 angesiedelten türkischen Staatsbürger im Norden, die von der Republik Zypern nicht als legitime Einwohner angesehen werden. Die Volkszählungsergebnisse der türkischen Zyprioten beinhalten auch diese und sind somit wesentlich höher. Die dortigen Behörden sprechen in dem von ihnen kontrollierten Territorium von einer Einwohnerzahl von ungefähr 265.100. Zwischen 2005 und 2006 wuchs die Bevölkerung im Süden der Insel um rund 1,6 %.Im Süden sind rund 1500 Deutsche ansässig, im Norden etwa 180.
Eintreten in eine faszinierende Welt der Kultur und Geschichte.

Die Republik Zypern betrachtet alle Personen, die seit dem Unabhängigkeitsjahr 1960 die zypriotische Staatsbürgerschaft besitzen oder besessen haben, als ihre Staatsbürger und gewährt ihnen konsularischen Beistand, somit also allen griechischen und türkischen Zyprioten (nicht jedoch später niedergelassenen Personen). Von den 90.000 türkischen Zyprioten haben 63.592 (Stand 2003) einen Staatsbürgerschaftsnachweis erworben, davon besitzen 57309 einen Personalausweis der Republik Zypern. 2659 haben sich als Pendlern registrieren lassen, weitere etwa 5000 türkische Zyprioten arbeiten und wohnen wieder dauerhaft im Süden.

Landessprachen und gleichberechtigte Amtssprachen der Republik Zypern sind Griechisch und Türkisch. Englisch ist weiterhin Verkehrssprache und hat eine Vorzugsrolle als Bildungssprache; so wird etwa bereits im Kindergarten Englisch gelehrt.

Laut CIA World Factbook bekennen sich insgesamt 78 % der Bevölkerung Zyperns zum Christentum (Orthodoxe, Maroniten und römisch-katholisch) und 18 % zum Islam (Sunniten).

Die Christen machen etwa 78% der Bevölkerung aus, und leben seit 1974 überwiegend im noch von der Republik Zypern kontrollierten Gebiet, weniger als 500 leben weiterhin im Norden. Die Christen gehören überwiegend der zyprisch-orthodoxen Kirche von Zypern an, sowie 10.000 Angehörige der Römischkatholische Kirche auf Zypern, etwa 3600 Angehörige der Maronitischen Kirche aus dem Libanon und etwa 1300 Armenisch-Orthodoxe.

Die Muslime auf Zypern machen amtlich 11,7 % der Gesamtbevölkerung auf dem völkerrechtlich anerkannten Territorium der Republik Zypern aus und gehören der sunnitischen Richtung an. Eine separate Erfassung nach Wohnort im Süden oder Norden findet nicht statt Allgemein wohnen die türkischsprachigen Muslime im Norden der Insel, doch sind in den letzten Jahre wieder viele Muslime in den Süden gezogen. Im Bezirk Larnaka befindet sich das wichtige Heiligtum Hala Sultan Tekke.
Vor allem die jahrtausendalte Kultur begeistert Einheimische wie Touristen.

Der Umgang mit religiösen Kulturgütern ist nach wie vor sehr kritisch und ein häufiges Argument im Zypernkonflikt.

Aus einer Fotodokumentation, die der zypriotische Präsident Tassos Papadopoulos am 10. November 2006 Papst Benedikt XVI. in Rom vorlegte, geht hervor, dass in den letzten 30 Jahren türkischer Besatzung Nordzyperns 133 Kirchen und Klöster entweiht und zu Moscheen, Hotels oder Night Clubs umgewidmet wurden. 15.000 Ikonen wurden illegal aus christlichen Gotteshäusern entfernt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Im Jahr 2000 wurden Ikonen im Wert von 100 Millionen Mark sichergestellt, die der Kunsthändler Michael van Rijn über Aydin Dikman aus München bezogen hatte. Anders als die Zollämter und die involvierten Gerichte sehen die türkischen Medien den Schmuggel als Inszenierung der zypriotischen Regierung.

Auch umgekehrt kommt es laut türkischen Quellen zu Übergriffen auf Moscheen im Südteil der Insel. So sollen von 102 im Südteil der Insel untersuchten Moscheen nur noch 25 in guter Verfassung sein, 47 sollen in ungepflegten Zustand sein, 14 in schlechter Verfassung und 16 Moscheen sollen total zerstört sein. Die türkischen Friedhöfe im Südteil der Insel sind in noch schlimmerem Zustand. Von 148 untersuchten Friedhöfen waren nur drei in guter Verfassung, neun ungepflegt, 93 in schlechter Verfassung und 43 existieren nicht mehr.

Während in der Phase 1975-1999 die Republik Zypern insgesamt nur 294.620 € für die Restaurierung der 83 seit dem unter Denkmalschutz stehenden Moscheen aufwendete, verfügte das 1989 begonnene Restaurierungsprogramm 2007 über ein Jahresbudget von 347.680 € der insgesamt 737.837 € die in diesem Jahr für die Restaurierung osmanischer Kulturgüter aufgewendet wurden. Die denkmalgerechte Restaurierung der wichtigen Umm Haram Moschee in Larnaca wurde darüber hinaus auch mit UN-Geldern unterstützt.
Zypern hat am 1. Januar 2008 den Euro eingeführt.

Wirtschaft
Die Angaben beziehen sich nur auf den von der international anerkannten Regierung kontrollierten Teil der Insel. Für den türkisch verwalteten Teil liegen keine genauen Zahlen vor, es wird jedoch allgemein von einer wesentlich schwächeren Wirtschaftslage in diesem Teil der Insel ausgegangen. Nach einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums von 4 % 2001 auf 2,2 % 2002 sind die Prognosen für das Jahr 2003 mit etwa 2,3 % verhalten positiv.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich im Jahre 2004 auf 12,4 Milliarden Euro. Das BIP pro Kopf betrug damit etwa 17.400 Euro (in Deutschland lag dieser Wert bei rund 23.100 Euro). Im Vergleich mit dem BIP der EU (ausgedrückt in Kaufkraftstandards) erreichte die Republik Zypern im Jahre 2005 einen Index von 83,1 (EU-25:100). Damit erreichte Zypern den höchsten Wert von allen Beitrittsstaaten der EU-Erweiterung des Jahres 2004.

72% der Zyprer arbeiten im tertiären Sektor, in der Landwirtschaft hingegen nur 5 % aller Beschäftigten. In den touristisch entwickelten Regionen sind viele Saisonkräfte, vor allem aus Polen, tätig.

Auf Zypern sind seit dem Bürgerkrieg viele libanesische Banken ansässig, was zu einem großen Zustrom von Geldern geführt hat. Zypern ist einer der größten Investoren und Exporteure in Russland. Viele Gelder werden über Zypern in Russland reinvestiert, was vor allem durch niedrige Steuern und die unkomplizierte Gründungsmöglichkeiten der Qffshoreholdergesellschaften zu erklären ist. Zypern zählt nämlich steuerrechtlich gesehen zu den Steueroasen.
Der lateinische Name cuprum ist abgeleitet von aes cyprium: Zyprisches Erz.

Bodenschätze
Bekannt wurde Zypern schon im Altertum durch seine reichhaltigen Vorkommen an Kupfer, das der Insel ihren lateinischen Namen „Cuprum" gab; diese Vorkommen sind heute jedoch weitestgehend erschöpft. Von Bedeutung sind die Asbestvorkommen, in den Bergen befinden sich zudem große Marmorbrüche und Pyritminen. Dort gibt es auch Gipsgestein und Salzlagerstätten. An den Stränden wird Tonerde abgebaut.

In jüngerer Zeit wurden an der Südküste Erdölvorkommen entdeckt, die auf 8 bis 10 Milliarden Barrel geschätzt werden und gegenwärtig von einem ägyptisch-libanesischen Konsortium erkundet werden.

Landwirtschaft
Auf Zypern werden häufig Zitrusfrüchte angebaut Hinzu kommt die Erzeugung von Gemüse. Außerdem gehören zyprische Kartoffeln zu den Export- Schlagem (meist nach Großbritannien). Im griechischen Teil wird des Weiteren Gerste angebaut. Bei vielen Anbausorten (Obst, Gemüse und Getreide) sind zwei Ernten im Jahr durch das ausgesprochen freundliche Klima Standard.
Ein Garten auf Zypern, wie Kinder ihn lieben.

Fast jede Familie griechischer Zyprer hat irgendwo auf der Insel noch ein kleines Stück Land, auf dem für den Eigenverbrauch angebaut wird. Jedoch werden die landwirtschaftlich genutzten Flächen seit dem EU-Beitritt immer kleiner (besonders in den Touristenregionen), da Briten verstärkt Land und Hauser für den Altersruhesitz kaufen, zudem in der EU teilweise Brachflächen gefordert werden. Im nördlichen Teil werden bevorzugt Geflügel und Lämmer aufgezogen. Auf der gesamten Insel gibt es außerdem noch einige größere Olivenbaumhaine. Fremde Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft kommen immer häufiger - völlig legal - aus dem Norden, wo hingegen in der Tourismusbranche in erster Linie polnische Saisonkräfte arbeiten.

Seit dem 1. Januar 2008 ist der Euro nationale Währung, der damit das Zypern-Pfund ablöste. Im türkisch besetzten Nordteil der Insel gilt de facto weiterhin die Türkische Lira als gesetzliches Zahlungsmittel; der Euro wird jedoch vielfach trotzdem angenommen.
Amtssitz des Präsidenten in Nikosia.

Die politischen Verhältnisse
Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der ein griechischer Zyprer ist, direkt gewählt wird und über weitreichende Exekutivkompetenzen verfügt. Er ernennt die Minister, die nicht dem Parlament angehören dürfen. Sein Stellvertreter muss gemäß der Verfassung ein türkischer Zypriote sein; diese Position bleibt seit 1974 vakant.

Das Parlament der Republik Zypern ist das Repräsentantenhaus (Einkammersystem), von denen 56 Mandate auf griechische und 24 auf türkische Zyprer entfallen (diese Mandate bleiben seit 1974 vakant).

Es gibt kein Misstrauensvotum. Die zyprischen Abgeordneten kontrollieren die Regierung deshalb auf dem Weg der Haushaltsgesetzgebung sowie durch Anfragen, mit
denen eine öffentliche Stellungnahme erzwungen werden kann.

Verkehrstechnik
Straße
Wichtigster Verkehrsträger ist der Individualverkehr auf der Straße, gefolgt vom Busverkehr. Auf Zyperns Straßen herrscht Linksverkehr.

Häfen
Bei Lamaka und Limassol befinden sich Seehäfen, es bestehen Fährverbindungen unter anderem nach Haifa in Israel, nach Libanon, eine Fährverbindung nach Griechenland wurde mangels Rentabilität eingestellt Im Tourismus ist ferner die Kreuzschifffahrt von Bedeutung.

Vor kurzem wurde der Schiffsverkehr zwischen Famagusta im türkischen Teil und der syrischen Stadt Laskia gestartet. Täglich gibt es zahlreichen Schiffsverkehr zwischen den türkischen Städten Mersin, Tasucu, Alanya und Antalya an der Mittelmeerküste und den Häfen Kyrenia und Famagusta.
Direkt am Flughafen in Larnaca ist auch Autovermietung möglich.

Flugverkehr
Der Flughafen Larnaka und der Flughafen Paphos sind die beiden Flughäfen auf dem De-facto-Staatsgebiet der Republik Zypern. Ersterer bedient auch die Hauptstadt Nikosia. Inlandflüge finden nicht statt. Der Nordteil der Insel wird vom Flughafen Ercan bedient.

Schienenverkehr
Die früher von Osten nach Westen das Land durchquerende Cyprus Government Railway wurde in den 1950er Jahren stillgelegt. Die Wiedereinführung einer Eisenbahnverbindung wird gegenwärtig diskutiert.

Die jüngere Geschichte

Die ehemalige britische Kronkolonie wurde vom Vereinigten Königreich am 16. August 1960 aufgrund des Abkommens von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei vom 19. Februar 1959 in die Unabhängigkeit entlassen und trat am 20. September 1960 den Vereinten Nationen bei.

Nach einem Putschversuch von Offizieren der Militärjunta in Griechenland und der Zyprischen Nationalgarde, die die Angliederung der Insel an Griechenland anstrebten, besetzte die türkischen Streitkräfte ab dem 20. Juli 1974 - unter Berufung auf ihre Rolle als Garantiemacht für die türkischen Zyprer aus dem Londoner Garantievertrag von 1959 - den Norden der Insel. Am 15. November 1983 erfolgte die Proklamation der - von der internationalen Staatengemeinschaft bis heute nicht anerkannten - Türkischen Republik Nordzypern. Am 18. November 1983 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 541 die Unabhängigkeitserklärung für rechtlich ungültig erklärt und den Abzug der türkischen Streitkräfte gefordert. Dennoch beschränkt sich die Autorität der Republik Zypern seither auf den Südteil der Insel.
Nach ersten Ansätzen im Jahr 1999 wurde der Prozess vom damaligen Generalsekretär der UNO Kofi Annan vorangetrieben.

1990 stellte die Republik Zypern einen Antrag auf die Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU). Nach Erreichen der Kriterien und einer weitreichenden Reform, die seine Bedeutung als Steueroase minderte, wurde Zypern zusammen mit neun weiteren Ländern am 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union, wobei faktisch nur der Südteil der Insel Bestandteil der EU ist.

Im Jahre 2003 wurde die Grenze zwischen den beiden Landesteilen erstmals wieder durchlässig, es erfolgte die Öffnung der Grenzübergänge für Besuche im jeweils anderen Teil der Insel zum 23. April 2003. Viele Bürger nutzen die Chance, ihre alte Heimat zu besuchen, es kam zu vielen Verbrüderungsszenen. Die Befürchtung, die Grenze werde sich wieder schließen, bewahrheitete sich nicht: gegenwärtig (2007) wird die Grenze immer durchlässiger, Kontrollen werden vereinfacht oder entfallen ganz.

Am 24. April 2004 wurde der „Annan-Plan" beiden Volksgruppen separat zur Abstimmung vorgelegt. Dieser hätte einen neuen Staat mit zwei getrennten Bundesstaaten vorgesehen. Während die Mehrheit der Zypern-Türken für den Plan stimmen, votierte die Mehrheit der Zypern-Griechen dagegen.

Zypernkonflikt
1963 gab es Unstimmigkeiten zwischen dem „türkischen"" und „griechischen" Teil der ethnisch vermischten Bevölkerung Ober Verfassung und Gesetze, Ausübung der Staatsgewalt, etc. Dieser Streit, von Extremisten auf beiden Seiten systematisch eskaliert, machte ein weiteres gemeinsames Regieren unmöglich. Die türkisch-zyprischen Regierungsmitglieder zogen sich aus der Regierung zurück und strebten seitdem ein selbst verwaltetes Gebiet an, während viele griechischsprachige Zyprer den Anschluss an Griechenland (Enosis) anstrebten.
Zypern: Kleines Land im Mittelmeer hat viel erlebt.

1974 kam es zu einem Putsch von Offizieren der Militärjunta in Griechenland und der Zyprischen Nationalgarde gegen Präsident Makarios. Daraufhin intervenierte die Türkei als Garantiemacht des Londoner Garantievertrages unter Berufung auf einen mutmaßlichen Anschluss Zyperns an Griechenland und besetzte den Norden der Insel. Seitdem hat die Türkei in einem Gebiet, das ca. 37 % der Insel entspricht, Truppen stationiert. Die verfassungsmäßig vorgesehene Mitwirkung der türkischen Zyprer in den staatlichen Institutionen der Republik Zypern findet seither ebenfalls nicht mehr statt.

1977 starb Makarios, und Spyros Kyprianou folgte als Präsident. Dieser wurde von der Türkei und den türkischen Zyprern allerdings nicht anerkannt. Darauf veranlasste der griechische Süden Wirtschaftssanktionen gegen den Norden. Der Norden seinerseits antwortete nach Verfolgungen und Tötungen türkischer Zyprer mit der Vertreibung von mehreren Zehntausend griechischen Zyprern und der Ansiedlung von mehreren Zehntausend Türken aus der Türkei, wodurch das zahlenmäßige Gewicht des türkischen Bevölkerungsanteils gegenüber den griechischen Zyprern erhöht wurde.
Bewegung im türkischzypriotischen Streit.

Unter Verletzung des Londoner Garantievertrages wurde am 15. November 1983 auf dem Nordteil der Insel die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die völkerrechtlich allerdings nur von der Türkei anerkannt wird; zudem hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 541 vom 18. November 1983 die Unabhängigkeitserklärung für rechtlich ungültig erklärt und den Abzug der türkischen Streitkräfte gefordert.

Am 4. Juni 1990 wurde der Beitrittsantrag Zyperns zur Europäischen Union (EU) gestellt, der de jure für die gesamte Insel gilt, da auch die EU die Türkische Republik Nordzypern nicht anerkennt. Seit dem 1. Mai 2004 ist die Republik Zypern Mitglied der Europäischen Union (EU), wobei faktisch jedoch nur der Südteil der Insel Bestandteil der EU ist.

Verhandlungen unter Führung der Vereinten Nationen sollten eine Annäherung beider Seiten bringen; der im Jahre 2004 vom damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan vorgelegte, „Annan-Plan" sah vor, dass Zypern nach dem Vorbild der Schweiz als Staatenbund aus zwei Teilstaaten vereinigt werden sollte, deren Einwohner sowohl die zyprische als auch die Staatsangehörigkeit des Landes, aus dem sie stammen, erhalten. In zeitgleichen Volksabstimmungen mit 87 bzw. 88 % Wahlbeteiligung wurde der „Annan-Plan" von den türkischen Zyprern mit Zweidrittelmehrheit gebilligt, von den griechischen Zyprern jedoch mit Dreiviertelmehrheit abgelehnt, weil diese die auch taktische rechtliche und territoriale Wiederherstellung der Republik Zypern in einem Staate fordern.

Derzeit gibt es fünf Kontrollstellen, von denen vier mit dem Auto überquert werden können; lediglich der Übergang am Ledra Palace kann nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad passiert werden. Die Einreisebestimmungen für den Nordteil wurden gelockert Man muss nur noch ein Visum in Form eines Zettels bei den türkisch-zyprischen Behörden an der Grenze beantragen. Dieses wird dann bei Ein- und Ausreise abgestempelt. Direkte Eintragungen im Pass werden nicht vorgenommen. Zollkontrollen finden nur sporadisch statt. Alles in allem hat sich die Lage etwas entspannt. Seit dem EU-Beitritt gibt es für EU- Bürger grundsätzlich keine Beschränkung der Aufenthaltsdauer im Nordteil, allerdings beträgt die Gültigkeit des Nordzypern-Visums bei Einreise über die „Green Line" nur 3 Tage. Ein längerer Aufenthalt im türkisch verwalteten Teil ist bei einer Einreise über die Türkei problemlos möglich. Früher verweigerten die Republik Zypern und Griechenland die Einreise, wenn der Pass in der Türkischen Republik Nordzyperns abgestempelt wurde. Aufgrund einer EU-Direktive ist EU-Bürgern die Einreise über alle Häfen und Flughäfen (also auch jene im Norden) gestattet Nicht-EU-Bürger sollten sich bei ihrem jeweiligen Außenamt erkundigen.
Erweiterungsgipfels der Europäischen Union in Dublin am 1. Mai 2004: Chirac, Verhofstadt, Barosso und Schröder freuen sich über den Zyperns EU-Beitritt.

Seit dem 21. März 2008 läuft ein neuer Wiedervereinigungsversuch. Die Trennung ist seit der Ablehnung des Annan-Planes von 2004 auch für Südzypern problematisch geworden. Viele Zyperntürken sind zu Verfechtern der Unabhängigkeit geworden. Die zyprisch - griechische Blockadepolitik hat dem türkischen Norden Sympathien auch von Seiten eingebracht, die zuvor keine Freunde der türkischen Zypernpolitik waren. Aus Angst vor einer Unabhängigkeit Nordzyperns blockierte Südzypern jahrelang jede Lockerung des Embargos gegen Nordzypern. Dessen Aufhebung hatte die EU Nordzypern nach dem Referendum von 2004 in Aussicht gestellt.

Zypern in der EU
Im Rahmen der EU-Erweiterung 2004 trat Zypern am l. Mai 2004 der EU bei. Zuvor war ein Versuch der Vereinigung Zyperns bei einer Volksabstimmung am 24. April 2004 an der Ablehnung im griechischen Teil gescheitert Aufgrund des positiven Abstimmungsergebnisses im türkisch verwalteten Teil entschied sich die EU, den Norden wirtschaftlich mit weit über 200 Millionen Euro jährlich zu unterstützen. Die „Green Line" ist zurzeit de facto Außengrenze der EU, die Zollbehörden der Republik Zypern beziehungsweise die der Souveränen Britischen Basen führen an den Kontrollstellen Zollkontrollen durch.
 


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