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TV-Ikone und «Dagegen-Tante» Sobtschak mischt Russlands Wahl auf

Russland
14.03.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Sie ist jung, eloquent und in ganz Russland als Fernsehstar bekannt: Xenia Sobtschak wirbelt mit ihrem Image und radikalen Standpunkten die Präsidentenwahl auf. Auch danach hat sie Pläne.

Moskau (dpa) - Die russische Präsidentschaftskandidatin und TV-Ikone Xenia Sobtschak bricht im Wahlkampf viele Tabus. Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verurteilt sie als Völkerrechtsbruch, Sowjetdiktator Josef Stalin bezeichnet sie als Verbrecher, und Revolutionsführer Lenin müsse endlich aus dem Mausoleum unter die Erde gebracht werden, fordert sie. Sogar gegen die Kandidatur von Amtsinhaber Wladimir Putin hat sie bei Gericht Zweifel angemeldet.

Sie sehe sich als Protestkandidatin gegen das System, sagte Sobtschak der Deutschen Presse-Agentur. Um fehlenden Pluralismus anzuprangern, geht die 36-Jährige als «Kandidatin gegen alle» ins Rennen. Damit hoffe sie, frustrierte Wähler anzusprechen, die gar nicht abstimmen wollen oder früher ihr Kreuzchen bei der - inzwischen abgeschafften - Option «Gegen alle» gesetzt hätten.

Sobtschak tritt an diesem Sonntag bei der Wahl an, bei der eine Bestätigung Putins für eine vierte Amtszeit als ausgemacht gilt. Ihr Ziel ist daher, Missstände anzuprangern. «Meine wichtigste Forderung ist, dass jene, die dieses Mal wieder an der Wahl teilnehmen, sich nie wieder zur Wahl stellen werden. Ein friedlicher Machtwechsel ist mein Hauptziel», sagt sie. Damit eckt Sobtschak an.

Viele Russen halten wenig von ihr. In Umfragen kommt sie auf zwei Prozent. Manche verschreien sie als die «Dagegen-Tante», andere sehen in ihr eine Marionette des Kremls, wieder andere können sie schlicht nicht ernst nehmen. Die Gründe dafür haben mit ihrer Vergangenheit als schriller TV-Star zu tun und mit ihrem Namen.

Nach dem Studium an der Moskauer Kaderschmiede MGIMO begann Sobtschak 2004 eine TV-Karriere. Mit den Reality-Shows «Dom-2» (dem russischen «Big Brother») und «Blondinka w schokolade» (etwa: Blondine zum Anbeißen) stilisierte sie sich zum Aushängeschild der Moskauer Schickeria und bekam Spitznamen wie «Russlands Paris Hilton». Heute macht sie auch Geld mit Werbung für Kosmetik. Das Magazin «Forbes» schätzt ihr Einkommen auf 2,1 Millionen US-Dollar im Jahr.

Dieser Ruf hängt hier nach. Im einer TV-Debatte blitzte ihr aus dem Showgeschäft bekanntes Temperament auf, als sie den Rechtspopulisten Wladimir Schirinowski mit Wasser überschüttete, weil der sie beschimpft hatte. Doch Sobtschak beteuert, die Zeit als TV-Sternchen sei vorbei. «Das war eine Möglichkeit, Geld zu verdienen und Bestätigung zu bekommen, als ich 18 war», erklärt sie.

Geprägt hat sie nach eigener Darstellung die Kindheit in einer Politikerfamilie. Eine Familie, in der auch Putin Gast war. Denn sie ist die Tochter des früheren Bürgermeisters von St. Petersburg, Anatoli Sobtschak, der als Putins Mentor in den 1990er Jahren gilt. Gerade deswegen - und weil sie ungestraft westlich-liberale Positionen vertritt - meinen Experten, dass Sobtschaks Kandidatur ein Manöver des Kremls sein könnte, um die Wahl interessanter zu machen.

Sobtschak dementiert Verbindungen zum Kreml, hält sich mit Kritik an Putin aber zurück. Ihr sei bewusst, dass sie nicht ernstgenommen werde, sagt sie. «Für Seriosität muss man hart arbeiten, was ich jetzt tue.» 2011 schloss sie sich Protesten gegen die Regierung an. Dann wurde sie Journalistin und ging zum kritischen TV-Sender Doschd.

Politisch ordnet sich die Mutter eines Sohnes wirtschaftsliberal ein. Sie sei für Marktwirtschaft, Privatisierung und niedrige Steuern, sagt sie. Zu ihren Chancen bei der Wahl macht sie sich aber keine Illusion. «Putin gewinnt immer bei Wahlen», sagt sie. Aber sie wolle kämpfen, in der Politik bleiben und eine Bewegung gründen, «mit der ich in sechs Jahren in die nächste Präsidentenwahl gehe.»

 

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