Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Hotelsuche in 
 

Triumph des Catenaccio

Frankreich, Lyon
13.06.2016
Von Jürgen Herda und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Italiens Oldies schocken umständliche Belgier mit 2:0-Konter-Sieg
Der belgische Talentschuppen durfte jeweils eine halbe Stunde in jeder Hälfte mit gefühlt 70 Prozent Ballbesitz um den italienischen Strafraum turnen. Die mehr Bianchi denn Azzurri sahen interessiert zu, warteten die Fehler der belgischen Egozentriker ab, schlugen einen Pass von 16er zu 16er und Emanuele Giaccherini bringt die selbsternannten Außenseiter in Führung.
Galerie
Graziano Pelle macht den Deckel drauf: 2:0 in der Nachspielzeit.
Belgiens Trainer Marc Wilmots schaut belämmert aus der Wäsche. Dabei hatte er sich über den Motivationsschub durch die Provokation seines Kollegen Conte noch gefreut, der gesagt hatte, die Belgier seien in der Abwehr anfällig: "Das hänge ich in der Kabine auf."

Lyon (dpa) - „Die Jungs waren optimal eingestellt, wenn man kompakt steht, kann man alles erreichen“, fasst Trainer Coach Antonio Conte zusammen, „wir bleiben mit den Füßen am Boden, es ist ein harter Weg, aber wir haben ein Team.“ Und Emanuele Giaccherini, der Torschütze zum 1:0, ergänzt: „Es war ein hartes Spiel, wir haben alles daran gesetzt, das Spiel zu gewinnen.“

Belgien und Italien verzichten bei ihrem Auftaktmatch in die Fußball-EM auf große Überraschungen in der Startformation. Italiens Trainer Antonio Conte entschied sich für die Partie in Lyon am Montagabend für eine nicht allzu offensive Variante mit einer Dreier-Abwehrkette aus Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini von Juventus Turin vor Torhüter und Kapitän Gianluigi Buffon. Im Fünfer-Mittelfeld spielt links der defensivere Matteo Darmian, rechts der offensivere Antonio Candreva.

Daniele De Rossi, Weltmeister von 2006, soll im zentralen Mittelfeld das Spiel lenken, im Angriff schickt Conte sein Stamm-Sturmduo aus der Qualifikation, Graziano Pellè und Eder aufs Feld.

Belgiens Trainer Marc Wilmots setzt in der Innenverteidigung nach dem Ausfall von Kapitän Vincent Kompany auf Toby Alderweireld von Tottenham Hotspur und Thomas Vermaelen vom FC Barcelona. Im offensiven Mittelfeld laufen Kapitän Eden Hazard vom FC Chelsea, der Ex-Wolfsburger Kevin De Bruyne und Marouane Fellaini von Manchester United auf. Einzige Sturmspitze ist Romelu Lukaku vom FC Everton.

Älteste Startelf der EM-Geschichte
Italiens Fußball-Oldies haben Mitfavorit Belgien gleich zum EM-Auftakt einen herben Dämpfer versetzt. Die mit 31,17 Jahren durchschnittlich älteste Startelf der EM-Geschichte besiegte die Mannschaft von Trainer Marc Wilmots am Montagabend in Lyon mit 2:0 (1:0). Vor 55 408 Zuschauern in Lyon blieb die hochtalentierte Offensive Belgiens weitgehend harmlos, während der viermalige Weltmeister Italien defensiv sicher stand und vorne eiskalt zuschlug.
Italiens Torwart Gianluigi Buffon feiert das 1:0 von Emanuele Giaccherini.

Nach einem Traum-Pass von Leonardo Bonucci traf Emanuele Giaccherini zum 1:0 in der 32. Minute. Graziano Pellè (90.+2) sorgte mit einem Volley für den verdienten Endstand. Im überschwänglichen Jubel über den ersten Treffer verletzte sich Italiens Coach Antonio Conte sogar leicht im Gesicht und hatte kurzzeitig Nasenbluten. Es war Italiens erster EM-Auftaktsieg seit 2000. Belgien steht in der schweren Gruppe E im zweiten Spiel gegen Irland am Samstag bereits mächtig unter Druck.

Belgier kombinieren sich einen Wolf
Gegen die in der Defensivarbeit extrem gut organisierten Italiener fanden die belgischen Offensivstars kein Durchkommen. Bei eigenem Ballbesitz spielte die Mannschaft von Trainer Conte mit einer Dreierkette, die sich bei gegnerischen Angriffen zu einer Fünferkette ausweitete. Weder der Ex-Wolfsburger Kevin De Bruyne noch seine hochkarätigen Sturmkollegen Eden Hazard und Romelu Lukaku überzeugten im belgischen Angriff.

Umso effektiver spielten die Italiener, die zunächst geduldig auf ihre Chance lauerten - und gleich ihre erste große eiskalt nutzten. Nach einem genialen hohen Pass von Innenverteidiger Bonucci tauchte Giaccherini frei vor Belgiens Torhüter Thibaut Courtois auf und versenkte den Ball im rechten Eck. Für den 31-Jährigen war es der erste Treffer im Nationaltrikot seit 2013.

Angstgegner Italien
Der Treffer war die Initialzündung für eine kurze italienische Drangphase, in der zunächst Antonio Candreva (35.) am Tor vorbeischoss. Deutlich knapper war es nur eine Minute später, als ein Kopfball von Pellè haarscharf am belgischen Pfosten vorbei sprang.
Italiens Torschütze Emanuele Giaccherini feiert das 1:0 im EM-Vorrundenspiel gegen Belgien am 13. Juni 2016.

Das belgische Spiel veränderte sich auch nach der italienischen Chancenfolge kaum. Die hochveranlagte Mannschaft von Trainer Wilmots spielte überraschend ideen- und konzeptlos. Seit 1982 hat sein Land nun kein Pflichtspiel mehr gegen die Italiener gewonnen, die auch im zweiten Durchgang weiter extrem kompakt agierten.

Lukaku verschenkt das Remis
Mit Torwartlegende Gianluigi Buffon sowie Bonucci, Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli in der Dreierkette sicherte die komplette Defensivreihe von Meister Juventus Turin das italienische Spiel ab. Eine erste größere Unsicherheit erlaubte sich der Juve-Block erst nach 54 Minuten, als Lukaku nach einem blitzschnellen Konter plötzlich frei vor Buffon auftauchte. Allerdings schoss der Angreifer des FC Everton knapp am Tor vorbei.

Anstatt die knappe Führung zu verwalten, spielte Contes Team nach der ersten großen Chance der Belgier immer mutiger. Im Gegenzug hatte erneut Pellè (55.) per Kopfball eine Riesenchance, die Courtois aber mit toller Parade abwehrte. Erst in der Schlussphase drängten die Belgier nochmals auf den Ausgleich. Nach einer Flanke von De Bruyne köpfte der eingewechselte Divock Origi (82.) aber übers Tor. Auf der Gegenseite verhinderte der starke Courtois die endgültige Entscheidung durch den Ex-Dortmunder Ciro Immobile (85.).

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
Weitere Artikel zu diesem Thema
 
Frankreich, Toulouse
13.06.2016
93 Minuten nur passiver Widerstand ist halt auch mit Weltklassetorhüter Petr Čech zu wenig: Zwar brauchte der EM-Titelverteidiger satte 87 Minuten, ehe Gerard Piqué den tschechischen Riegel knackte. Aber bis dahin hatten die Meister des Tikitaka
weiter
Frankreich, Toulouse
13.06.2016
93 Minuten nur passiver Widerstand ist halt auch mit Weltklassetorhüter Petr Čech zu wenig: Zwar brauchte der EM-Titelverteidiger satte 87 Minuten, ehe Gerard Piqué den tschechischen Riegel knackte. Aber bis dahin hatten die Meister des Tikitaka
weiter
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Tagelang schon lähmt die Furcht vor Terrorangriffen wie in Paris das Leben in Brüssel. Belgische Fahnder fassen einen weiteren Verdächtigen, sehen die Gefahr aber nicht gebannt. Frankreich geht mit diplomatischen und militärischen Mitteln gegen den IS vor. Brüssel/Paris
Nun ist klar, wer sich in Brüssel in Luft gesprengt hat. Die drei Belgier sollen alle Verbindungen zu den Pariser Terroristen gehabt haben. Unter höchster Warnstufe laufen die Ermittlungen aber weiter. Gibt es eine Verbindung nach Deutschland? Brüssel/Berlin
Die Künstlerin Delphine Boël hat im Rechtsstreit um Anerkennung als uneheliche Tochter von Belgiens Ex-König Albert II. einen Etappensieg errungen. Brüssel (dpa) - Das Verfassungsgericht des Landes entschied am Mittwoch, dass die
Haben belgische Anti-Terror-Ermittler und die belgische Politik versagt? Die Anschläge von Brüssel werfen drängende Fragen auf. Erst am Freitag hatte es eine Warnung aus Ankara gegeben - die heute wie eine düstere Prophezeiung klingt.
Der belgische Talentschuppen durfte jeweils eine halbe Stunde in jeder Hälfte mit gefühlt 70 Prozent Ballbesitz um den italienischen Strafraum turnen. Die mehr Bianchi denn Azzurri sahen interessiert zu, warteten die Fehler der belgischen
Mit einem Offensiv-Spektakel hat Belgien die überraschend erfolgreiche EM-Reise von Ungarn-Trainer Bernd Storck beendet und sich eindrucksvoll im Kreis der Turnierfavoriten zurückgemeldet. Toulouse - (dpa) Die Roten Teufel feierten in Toulouse
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
"Antwerpen" (veraltet deutsch: "Antorf", franz.: "Anvers") ist eine Hafenstadt in Belgien und Hauptstadt der Provinz Antwerpen. Die Stadt liegt in der Region Flandern und ist die größte Stadtgemeinde des Landes mit 472.071 Einwohnern (1. Januar
"Gent" (nl. , franz. "Gand" ) ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Ostflandern und des Arrondissements Gent. Die Gemeinde besteht aus den Teilgemeinden Afsnee, Desteldonk, Drongen, Gent, Gentbrugge, Ledeberg, Mariakerke, Mendonk, Oostakker,
Nach ihrer Wahl verhandelten der liberale Bürgermeister Mathias De Clercq und der grüne Verkehrsstadtrat Filip Watteeuw mit der NMBS-Chefin Sophie Dutordoir, was zu dem am Freitag vorgestellten Plan führte. Die Renovierung des Bahnhofs
"Charleroi" (deutsch veraltet: "Karolingen", wallonisch: "Tchålerwè") ist eine Stadt in der Provinz Hennegau in der Wallonischen Region Belgiens und Hauptstadt des gleichnamigen Arrondissements. Mit 201.593 Einwohnern ist Charleroi die
"Schaerbeek" (frz.) oder "Schaarbeek" (niederl.) ist eine der 19 zweisprachigen Gemeinden der belgischen Region Brüssel-Hauptstadt.Schaerbeek/Schaarbeek hat 116.039 Einwohner (Stand 1. Januar 2008) auf nur 8 Quadratkilometern Fläche und ist nach
"Namur" (französisch; niederländisch "Namen", wallonisch "Nameûr", deutsch "Namür") ist eine Stadt in Belgien mit 107.939 fast ausschließlich französischsprachigen Einwohnern. Sie liegt etwa 65 Kilometer südöstlich der belgischen
Wetter

Brüssel


(31.10.2020 23:23)

-3 / 1 °C


01.11.2020
-2 / 0 °C
02.11.2020
-2 / 0 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Bestätigung: Deutsche ...
EDEKA-Verbund setzt ei ...

Luxusuhren im Urlaub ...
Kretschmann: Urlaub im ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum