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Rumänien

Rumänien
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
10 Gründe für eine Reise nach Rumänien
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Hauptstadt Rumäniens Bukarest.

1) Bukarest: Die Hauptstadt (2,1 Millionen EW) ist beileibe nicht alles, aber ohne den Epochenmix der lärmenden rumänischen Metropole kann man die restlichen Eindrücke nicht so gut einordnen. Es gibt nichts Dümmeres, als der Tick, eine Handvoll Städte als Vorbild aller anderen zu missbrauchen. In diesem Sinne begehen wir hier eine wohlüberlegte Dummheit: Natürlich hat Bukarest das hirnlose Etikett als „Paris des Ostens“ aus einem Grund doch verdient – der Rest Rumäniens empfindet zur Zentrale eine ebenso ausgeprägte Hassliebe wie wir sie sonst nur von den Franzosen kennen. Großzügige Boulevards mit Villen vieler Epochen tragen ihren Teil dazu bei, dass der ein oder andere Besucher leise „Oh, Champs-Élysées“ vor sich hinsummt. Gediegene Parks sind lebensnotwendige Rückzugsgebiete in einer schon unverschämt lärmenden Stadt, in der sich der Kapitalismus in den letzten 20 Jahren angeschickt hat, größere Schneisen der baulichen Verwüstung zu schlagen, als es der symbolsüchtige Realsozialismus mangels Geld in 40 Jahren geschafft hat. Das Nachtleben kann sich im Übrigen mit dem großen Vorbild an der Seine messen.

Kloster von Snagov.
2) Snagov – Draculaes Grab: Hier in der Kirche aus dem 16. Jahrhundert im Kloster auf einer Insel des Snagov Sees soll der kopflose Torso von Vlad III., dem Pfähler begraben liegen. Historiker halten dies für eher unwahrscheinlich, denoch kann man sich an diesem wundervollen Ort herrlich und organisiert gruseln – wer dies mit einem Wellness-Aufenthalt verbinden möchte, ist beim Astoria Komplex, Telefon +40 268 50 60 20, an der richtigen Adresse: sie können sich hier auch ein Boot ausleihen, um die Vampirinsel nächstens mit Knoblauch und einem Pfahl bewaffnet, selbst zu erkunden.

3) Făgarăş Gebirge:
Nichts für schwache Nerven, aber ein unvergessliches Panorama bietet die Transfăgarăşan Passstraße durch das Herz der historischen Region Wallachei – eine der höchstgelegenen Strecken Europas kann von kühnen Fahrern zwischen Juni und September bewältigt werden. Sofern nicht Familiendramen im Inneren des Pkw die Reise vorzeitig beenden – spitze Schreie an jeder der Herzstillstand-verdächtigen Haarnadelkurven sind vorprogrammiert –, belohnen faszinierende Aussichten und versteckte Klöster. Wie etwa bereits beim Ausgangspunkt der Tour in Curtea de Argeş, einem ehemaligen Prinzensitz des 14. Jahrhunderts, mit einer der ältesten Kirchen der Wallachei und der Bischofskathedrale mit Königsgräbern im Kloster.

4) Transsylvanien:
Jetzt aber Schluss mit Dracula – eine der faszinierendsten Naturlandschaften Europas hat keinen gummibezahnten Vampir nötig, um als Top-Reiseziel echte Conaisseure anzulocken. Gotische Burgen vor einer dramatischen Bergkulisse, befestigte Wehrkirchen, Bergbauerndörfer aus dem letzten Jahrhundert, dort, wo zwei Pferdekarren einen Verkehrsstau verursachen, über allem ein spukhaftes, von Wolkenfetzen durchzogenes Mondlicht. Hier kann man sich, muss man sich aber nicht gruseln, denn tagsüber kühlt man sein Mütchen mit tollkühnen Mountainbike- oder Ski-Abfahrten.

5) Sibiu: Europas Kulturhauptstadt 2007 war das kulturelle Zentrum der Siebenbürger Sachsen, die heute wieder den – sehr erfolgreichen – Bürgermeister Klaus Johannis stellen. Der kulturelle Frühjahrsputz hat der 155 000-Einwohner-Stadt frisch sanierte, denkmalgeschützte Stadthäuser und lebendige Fußgängerzonen eingebracht.

6) Oradea: Die 210 000-Einwohner-Stadt in der Region Crişana & Banat hat sein Habsburger Erbe erfolgreich verteidigt. Auf der Piaţa Unirii ist der Besucher umgeben vom leicht verblassten Kaisergelb-Stil des 19. Jahrhunderts.

7) Timişoara: Die viertgrößte rumänische Stadt (322 000 EW) hat die Welt und Ceauşescu mit ihrem gewaltigen Freiheitsdrang überrascht, so dass sie als „erste freie Stadt“ in die Geschichte einging. Heute weht ein mildes mediterranes Lüftchen durch großzügige Boulevards und über Plätze mit nostalgischem k-und-k-Flair.

8) Maramureş-Region: Eines der letzten Reservate, in denen ländliches mittelalterliches Leben nicht in den Spaßcamps der Ritterfans, sondern in der Realität stattfindet. Hölzerne Kirchen, über Jahrhunderte überlieferte Volksmusik, farbenfrohe Trachten und nie enden wollende Volksfeste in Städten wie Sighetu Marmaţiei (44 200 EW), berühmt für sein Winterfestival, und Dörfern wie Săpănţa mit seinem bunt bemalten „Fröhlichen Friedhof“, Valea Izei (3000 EW) mit seinen großen Holzkirchen oder Bărsana mit seinem Kloster.

9) Iaşi: Die alte Hauptstadt des Fürstentums Moldawien ist mit 403 000 Einwohnern Rumäniens Nummer Zwei. Mitte Oktober pilgern Tausende Gläubige in die Neorenaissance-Kathedrale mit Malereien Gheorghe Tattarescus, um den Tag des moldawischen Patrons, des Hl. Paraschiva zu feiern. Die Stadt der 100 Kirchen – besonders sehenswert die „Kirche der drei Hierarchen“ mit den Marmorgräbern dreier Prinzen – leidet nur unter dem Betonisierungswahn ihrer Stadtplaner.

10) Constanţa: Die Schwarzmeer-Metropole (304 300 EW) hat von allem und für alle etwas parat – eine pittoreske Altstadt, archäologische Schätze mit einem herrlichen römischen Mosaik aus dem 3. Jahrhundert, exzellente Museen und lange Strände, alles zu gehobenen westlichen Preisen.

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