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Szombathely

Ungarn, Szombathely
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Luftaufnahme

"Szombathely" (vereinfachter Aussprachehinweis: "ßómbåthäj") (deutsch: "Steinamanger", kroatisch "Sambotel" ) ist eine Stadt in Westungarn in der Nähe der Grenze zu Österreich. Grenzübergänge sind westlich Bucsu in 14 km, nordwestlich Rechnitz in 23 km und nördlich Rattersdorf in 20 km sowie Klingenbach in 80 km Entfernung. Die Stadt ist Sitz des Komitats Vas (Eisenburg).

Auf einer Fläche von 9.753 ha hatte die Stadt 17.055 Einwohner im Jahr 1880 und 79.753 Einwohner im Jahr 2001.

Geschichte

Szombathely wurde 43 n. Chr. als „Colonia Claudia Sabariensium“ vom römischen Kaiser Claudius gegründet und hieß auch "Savaria". Diese römische Kolonie ist die älteste römische Stadtgründung auf dem heutigen ungarischen Staatsgebiet. Die Stadt war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Bernsteinstrasse in der Provinz Pannonien, wurde von verschiedenen Kaisern mehrfach besucht, im 4. Jahrhundert wurde sie zum Sitz der Provinz "Pannonia Prima".
Im Jahr 303 wurde in der Stadt im Rahmen der Christenverfolgung Quirinus, der Bischof von Siscia, hingerichtet. 316/317 kam der heilige Martin von Tours in Sabaria zur Welt.

Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt nach und nach von ihren Bewohnern (vor allem Ostgoten) verlassen, die in sicherere Regionen des römischen Reichs zogen. Zudem wurde die Stadt am 7. September 456 durch ein Erdbeben stark zerstört.
791 tauchte der Name "Sabaria" wieder in den Chroniken auf. Karl der Große suchte die Stadt auf seinem Feldzug gegen die Awaren auf.

„Stein am Anger“, wie die Stadt auf Deutsch geschrieben wurde, bevor sich die Schreibung in einem Wort (Steinamanger) durchsetzte, gehörte ab dem 11. Jahrhundert den Bischöfen von Győr. 1407 erhielt es einen Privilegbrief und damit das Stadtrecht. 1578 stieg die Stadt zum Komitatssitz auf. 1605 wurde Szombathely vom Heiduckenkapitän Gergely Némethy geplündert. Am 3. Mai 1716 wurde die Stadt durch eine Feuersbrunst teilweise zerstört.

Königin Maria Theresia gründete im Jahre 1777 das Bistum Szombathely, die Siedlung wurde in den darauf folgenden Jahren zu einer eleganten Kleinstadt ausgebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich die Stadt in der Mitte der k. u. k. Monarchie und wurde ein wichtiges Verkehrs- und Leichtindustriezentrum. Hier kreuzten sich die beiden Eisenbahnlinien Budapest–Graz (Ungarische Westbahn) und Wien–Agram.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die neue Westgrenze Ungarns auf Grund des Vertrages von Trianon 1921 nur 12 km westlich der Stadt gezogen, worunter die zentralen Funktionen der Stadt litten. Trotzdem wurde 1928 hier eines der modernsten Krankenhäuser Ungarns gebaut, und Szombathely blieb weiterhin Komitatssitz.

Am 4. März 1945 bombardierten britische Kampfflugzeuge die Stadt. Etwa 300 Menschen kamen dabei ums Leben, vier Fünftel aller Gebäude wurden zerstört. Die folgenden Jahre des "Kalten Krieges" galten wegen der Nähe des „Eisernen Vorhangs“ als Zeit der Rezession.

Nach 1989 begann eine positive Entwicklung der Stadt, verstärkt durch den EU-Beitritt Ungarns 2004 und die Auflassung der Kontrollen an der Grenze zu Österreich im Jahr 2007 auf Grund des Schengenabkommens.

Im Jahre 2000 wurde in Szombathely eine Tradition aus den 1960er Jahren wiederbelebt – der Historische Karneval, der in der Regel am vorletzten Wochenende im August stattfindet. Diese Veranstaltung hat sich mittlerweile als eine touristische Attraktion weit über die Grenzen Ungarns hinaus etabliert.

Kultur und Literatur

Der irische Schriftsteller James Joyce lässt Leopold Bloom, die Hauptfigur seines weltberühmten Romanes "Ulysses", aus Szombathely stammen:
::"Welches war, nach Aufhebung aller Schweigepflicht, ihre Abstammung?
::"Bloom, einziger, männlicher, transsubstantieller Erbe des Rudolf Virag (später Rudolph Bloom) aus Szombathely, Wien, Budapest, Mailand, London und Dublin "James Joyce: "Ulysses", (c) Rhein-Verlag, Zürich 1956 (Übersetzung: Georg Goyert); zitiert nach der Ausgabe: Deutscher Taschenbuch-Verlag (dtv sr 50), München 1967, Band II, S. 696.

Die Stadt ehrte den Autor deswegen mit einer Statue auf dem Hauptplatz. Der Bloomsday wird im kulturellen Programm von Szombathely jährlich gefeiert.

Verkehr

Szombathely ist nach wie vor ein Verkehrsknotenpunkt, an dem neun verschiedene Eisenbahnlinien zusammentreffen. Die direkte Eisenbahnverbindung über die Pinkatalbahn in den österreichischen Bezirksort Oberwart wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Der Wiederaufbau ist auf österreichischer Seite bis Großpetersdorf nahe der Staatsgrenze bereits im Gange und wird seitens Österreich bis Szombathely angestrebt. Konkrete Vereinbarungen oder Planungen für den grenzüberschreitenden Abschnitt gibt es aber noch nicht.
Die steirische Ostbahn oder ungarische Westbahn - je nach Sichtweise - verbindet Szombathely mit der steirischen Landeshauptstadt Graz.

Die Bahnlinien Szombathely–Sopron (Steinamanger–Ödenburg) und Szombathely–Szentgotthárd (Steinamanger–St. Gotthard) werden nicht mehr von der ungarischen Staatsbahn MÁV, sondern von der österreichisch-ungarischen Bahngesellschaft Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn (= ROeEE oder Györ-Sopron-Ebenfurti Vasut = GySEV) betrieben.

Szombathely heute
Klimadiagramm von Szombathely

Heute ist Szombathely eine Stadt nach mitteleuropäischem Standard, es erinnert nur noch wenig an die Zeit des Sozialismus. Die Stadt ist eine Industrie- und Gewerbestadt mit schönen Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten. Einige europäische Supermärkte und weitere Geschäfte haben sich angesiedelt. Industrie gibt es in den Bereichen Elektronik, Fahrzeugbau, Holz- und Textilverarbeitung. Das Land um Szombathely wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Bekannt ist die Stadt auch für den sogenannten „Zahnarzttourismus“. Viele Österreicher, Deutsche oder sogar Schweizer und Franzosen kommen seit Jahren nach Szombathely, um von den gut ausgebildeten Zahnärzten zu profitieren und die wesentlich billigeren Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Das Lohnniveau in Szombathely liegt 2005 etwa bei 20 % eines durchschnittlichen EU-Bürgers, Preise für Lebensmittel, Kleidung usw. haben allerdings bereits EU-Niveau.

Sport
Die Fußball-Mannschaft von Szombathelyi Haladás spielt zurzeit in der Nemzeti Bajnokság, der 1. Liga Ungarns.

Söhne und Töchter der Stadt

* Martin von Tours (um 316–397), Heiliger der katholischen Kirche
* László Magyar (1818–1864), ungarischer Entdecker und Reisender
* László Bárdossy (1890–1946), ungarischer Politiker
* Stefan Szende (1901–1985), Politologe, Journalist und Politiker
* Sándor Weöres (1913–1989), Schriftsteller
* József Asbóth (1917–1986), Tennisspieler, Gewinner "Roland Garros" (French Open) 1947
* Róbert Fazekas (* 1975), Leichtathlet
* Gábor Király (* 1976), Fußballtorwart
* Péter Halmosi (*1979), Fußballspieler
* György Garics (*1984), Fußballspieler

Partnerstädte
Städtepartnerschaften bestehen zu


uelle


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