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Syrakus - glorreiche Vergangenheit und prickelnde Aktualität

Italien, Syrakus
Von Birgit Kohl   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Syrakus und die Felsnekropole von Pantalica
Sicherlich finden Sie hier Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen und unterschiedlichen Stils, eben die Zeugnisse einer glorreichen Vergangenheit. Es lockt Sie aber auch das Meer, glasklar und von Flora und Fauna belebt, die Papyrusstauden, ein immer intensiver werdendes kulturelles Leben, Werkstätten von Handwerksmeistern und Ateliers von Künstlern, die Gastronomie...Es gibt viel Interessantes in Syrakus, dem Ort, der als letzter als Erbe der Menschheit in die UNESCO-Liste aufgenommen wurde.
Galerie
Syrakus mit Ortygia
Syrakus: einst und heute

Die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes: Eine Anerkennung des historischen Prestiges einer Stadt, die lange Zeit hindurch eine der Hauptstädte des Mittelmeerraums war und von deren Vergangenheit unersetzliche Spuren erhalten sind. Die Anerkennung gilt auch der Entschlossenheit, im heutigen Mittelmeergebiet wieder eine Rolle zu spielen, auch und vor allem durch die Sanierung und Aufwertung der Zeichen der Vergangenheit.
 
Vielseitiges Syrakus: Vom griechischem Tempel bis zur Moderne
Vergangenheit, das bedeutet hier nicht nur Großgriechenland, sondern bezieht sich auch auf Bauten aus der Stauferzeit, aus dem Barock, dem Jugendstil und der Moderne.

Ortygia - von jeher Tor zu Europa
Ein Wind der Wiedergeburt weht in Ortygia, im ältesten Teil der Stadt, dort, wo prähistorische Völker bereits lange vor den Griechen siedelten. Auf diesem
Inselchen mitten im Meer, auf das die Stadt Syrakus hinausblickt und das einst die Hochburg des Tyrannen Dionys I., einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der sizilianischen Antike, war, werden Straßen, Plätze, Häuser, Kirchen und Palazzi restauriert, verwandelt, dem Publikum geöffnet, und es gibt immer mehr
Hotels, Pubs und öffentliche Lokale aller Art.

Und das Nachtleben bildet einen würdigen Abschluss für einen mit der Besichtigung von Baudenkmälern verbrachten Tag.

Weitere Highlights von Syrakus
Die Neapolis mit dem eindrucksvollen griechischen Theater, wo jedes Jahr klassische Stücke aufgeführt werden, der Altar des Hieron und die Latomien mit dem berühmten „Ohr des Dionys“.

Das Gebiet der Epipolis und das Kirchlein San Giovanni Evangelista, das über einer weitläufigen Katakombenanlage aus frühchristlicher Zeit aufragt,
und die moderne Wallfahrtsstätte, die der wundertätigen Madonna delle Lacrime geweiht ist. 

Die Museen: Hierzu gehören das archäologische Museum, das größte Museum Siziliens und eines der bedeutendsten Italiens, und die Regionalgalerie, wo Kostbarkeiten wie die Verkündigung von Antonello da Messina und
Caravaggios Grablegung der hl. Lucia zu bewundern
sind.

Und, last but not least, Ortygia mit seinen holprigen mittelalterlichen Gassen um den eleganten Domplatz herum. Er gehört zu den schönsten Italiens und ist von
herrlichen Palazzi umgeben; beherrscht wird der Platz vom Dom, hinter dessen barocker Fassade sich ein antiker griechischer Tempel verbirgt.

Hier löste die Verehrung der jungfräulichen Märtyrerin Lucia, Schutzpatronin der Stadt, den Kult der Göttin Athene ab, und die Spuren der antiken Architektur leben in vollkommener Harmonie mit dem modernern Bau.

Barockschnörkel und Geranien - mit Blick auf"s Meer
Syrakus, Ortigia, Piazza Duomo
Das Inselchen lädt mit hocherhobenem Haupt zum Flanieren ein.
So können Sie die steinernen Voluten und schmiedeeisernen Balkone der Barockpalazzi bewundern, auch wenn der Blick ab und zu auf das Meer schweift, das sich hier und da glitzernd wie ein Spiegel einblendet.

Brauchen Sie andere Anregungen?
Sie können die Burg Maniace besichtigen, den ältesten jüdischen miqwe
(Wasserbecken für die rituellen Reinigungsbäder) Europas, und Sie können bei der Arethusa-Quelle, bei der Nymphe Arethusa, eine Pause einlegen. Letztere wurde der Legende zufolge in eine Quelle verwandelt, um einem allzu feurigen Freier, dem Fluß Alfeo, zu entrinnen.

Ortygia lädt ein zum Einkaufen, zum Eis essen, die sizilianische Küche
zu Mittag oder bei einem kleinen Imbiss zu genießen.

Natürlich können Sie auch baden: Sie steigen einfach die Treppchen hinunter, die von den Bastionen zum glasklaren Meer hinunter führen und gelangen zu
den „Sonnendecks“, die über den Wasserspiegel hinausragen.

Böotchentour gefällig?
Von Ortygia aus können Sie auch mit Holzbooten hinausfahren, um die Höhlen auf der Maddalena-Halbinsel zu besichtigen, deren Spitze seit
kurzem ebenfalls den Beschränkungen des Meeresreservats Plemmirio unterliegt, wo Sie wunderbare Tauchgänge zur Entdeckung der herrlichen
Meeresböden unternehmen können.

Und ganz in der Nähe können Sie weitere Boote besteigen, die den
Flusslauf des Ciane hinauf fahren, ein angenehmer, entspannender Ausflug, der aber auch von großem botanischen Interesse ist, denn an den Ufern des
Flusses steht die europaweit einzige Kolonie wild wachsender Papyrusstauden.
Zur Felsnekropole Pantalica
Von Syrakus aus ist ein weiterer bedeutender Ort leicht zu erreichen, der
ebenfalls seit 2005 Teil des von der UNESCO ausgewiesenen Erbes der Menschheit ist: Die Felsnekropole Pantalica. Ein Ort von ungezähmter Schönheit am Zusammenfluss von Anapo und Calcinara, der neben seiner archäologischen Bedeutung auch naturkundlich und landschaftlich hochinteressant ist, denn an den Ufern der beiden Wasserläufe findet sich ein außergewöhnlicher Reichtum an Pflanzen- und Tierarten.

Hier ragt die Felsbastion Pantalica hoch über der tiefen Talsenke auf, die das Wasser im Schatten von Platanen und Oleanderbüschen in Jahrtausenden ausgewaschen hat.

Unglaubliche Leistung der Sikuler
In diesen Fels meißelten die Sikuler, der prähistorische Volksstamm, der vor der Kolonisierung durch die Griechen auf Sizilien lebte, fast fünftausend
Grabhöhlen. Es ist nicht mit Sicherheit belegt, wie ihnen dies gelang, kannten die Sikuler doch in der Bronzezeit, aus der die Nekropole stammt, kein Eisen
und mussten daher mit Äxten gearbeitet oder uralte Wasser-Feuer-Techniken benutzt haben. Die Arbeiter hingen in der Luft, gehalten von einem Seil um die
Taille, oder sie saßen rittlings auf den Stützbalken schwankender Gerüste. Die Leichen ihrerseits wurden mit Seilen auf- oder abwärts gezogen, „aus der Ferne oder von den gegenüberliegenden Hängen aus gesehen ein makabres Schauspiel“ (Paolo Orsi).

Jahrhunderte später dienten die Grabhöhlen dann als Zuflucht für verfolgte Christen, als Einsiedeleien, und in der Araber- und Normannenzeit auch als Wohnstätten. Erst nach und nach wurde der Ort aufgegeben.

Gräber von Pantalica und Fragmente eines Fürstenpalastes
Geblieben ist ein geheimnisvolles Volk, die Sikuler, geschluckt von der Geschichte anderer, kühnerer und daher berühmterer Völker. Die Gräber von Pantalica sind die stummen Zeugen ihrer Existenz, ebenso wie
die spärlichen Fragmente des mysteriösen Anaktoron, des Fürstenpalastes mit seinen vollkommen geometrisch ausgerichteten Steinmauern, deren Pracht wir
uns heute nur noch in der Phantasie ausmalen können. Die einzigen Überreste einer Stadt, die es hier gegeben haben muss und von der niemand weiß, wie sie aussah.

Syrakus in der Literatur
Du mächtige Stadt Syrakus, du Heiligtum des tief im Kriege verstrickten Ares, göttliche Näherin stählern gewappneter Männer und Rosse..."
Pindar, Erste Pythische Ode

"Und hier erscheint über dem Meer die weiße Burg und das gegenüberliegende Kap der Insel. Das war das griechische, arabische, normannische und spanische Syrakus. Hier öffnet sich die unvergleichliche Bucht, an der die Stadt bequem und ruhmreich ruht, umgeben von harmonischen Hügeln, die sich zu erinnern scheinen, wie für die Kolonisten in den opulenten Theatern die Hymnen und Oden der besten Dichter des Mutterlandes aufgeführt wurden."

Riccardo Bacchelli, Lo sa il tonno 
Syrakus, Neapolis, Römisches Gymnasium

In Zusammenarbeit mit der Autonomen Region Sizilien www.regione.sicilia.it/turismo
Typisch
 

 

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