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Stockholm

Schweden, Stockholm
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Reichstagsgebäude

"Stockholm" (Stock: "Stock, Baumstamm"; holm: "kleine Insel") ist die Hauptstadt Schwedens und größte Stadt in Skandinavien.

Stockholm ist Residenz des Königspaares, Sitz des schwedischen Parlamentes und der schwedischen Regierung, Sitz mehrerer Universitäten und zahlreicher weiterer Hochschulen.

Geographie

Geographische Lage

Lage der Stadt in der Provinz Stockholm
Lage der Stadtbezirke von Stockholm
Stockholm 1642, gilt als älteste handgezeichnete Karte
Georg Biurmans "Charta Öfwer Stockholm", 1750
Umgebung Stockholms um 1888
Stockholm um 1888
Das Landschaftsbild Stockholms hat sich in der Geschichte der Stadt aufgrund der skandinavischen Landhebung stark verändert. Teile, die heute zum Festland gehören, waren vor einigen hundert Jahren noch Inseln.

Ein Meerbusen der Ostsee umschließt die Stadt im Osten mit zahlreichen Buchten, Landzungen sowie etwa 24.000 größeren und kleineren Inseln (Schären). Dieses Gebiet wird "Schärenhof" ("Skärgården") genannt.

Stockholm liegt am Ausfluss des Mälarsees, dem "Riddarfjärden", in die Ostsee. Der Mälarsee erstreckt sich 120 Kilometer nach Westen ins Landesinnere. "Slussen", eine Schleuse mitten in Stockholm, trennt das Süßwasser des Mälarsees vom Salzwasser der östlich liegenden Ostsee.

Etwa 30 Prozent der Stadtfläche sind mit Wasser bedeckt. Die Stadt bezieht ihr Trinkwasser aus dem Mälar, und die hohe Wasserqualität erlaubt es, mitten in der Innenstadt Lachse zu angeln. Die Stadt erstreckt sich über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Ein großer Teil der Stadt besteht aus Waldregionen.

In nord-südliche Richtung zieht sich eine eiszeitliche Kiesmoräne, die vom Ausfluss durchbrochen worden war. Die Inseln im Strom sind Reste dieses Rückens.

Stadtgliederung

Stockholm gliedert sich seit dem 1. Januar 2007 in 14 Stadtbezirke.



Klima

Stockholm befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 6,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge bei etwa 539 mm.

Der wärmste Monat ist der Juli mit 17,5 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Februar mit durchschnittlich -3 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juli mit 72 mm im Mittel, der geringste im März mit durchschnittlich 26 mm.

Geschichte

Die Entstehung der Stadt

Es gibt keine historischen Belege für eine Existenz Stockholms vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Eventuell gab es jedoch ältere Verteidigungsanlagen zur Sicherung der Einfahrt in den Mälarsee. Eine Besiedlung kann jedoch nicht nachgewiesen werden.

Der Ort, wo heute Stockholm steht, wird zum ersten Mal vom isländischen Dichter und Sagenschreiber Snorri Sturluson (1179-1241) erwähnt: Er beschreibt eine Pfahlbarriere über die heutige Wasserstraße Norrström, die er "Stocksundet" nannte. Bei Ausgrabungen in den späten 1970er Jahren kamen tatsächlich Überreste von Wasserpfählen zum Vorschein, die aus dem 11. Jahrhundert stammen. Außerdem wird von Snorri auch ein Befestigungsturm aus dem 12. Jahrhundert erwähnt, der an genau der Stelle gestanden haben soll, an der heute das königliche Schloss steht.

In historischen Dokumenten (in der mittelalterlichen Erik-Chronik) ist von Stockholm erstmals 1252 die Rede, dort steht, dass der Gründer Stockholms, der Regent Birger Jarl, um das Jahr 1250 eine Festung bauen wollte, um den Mälarsee vor Piratenplünderungen zu schützen.

Unter der Regierung Birger Magnussons und des Königs Magnus Ladulås entwickelte sich Stockholm in den folgenden Jahrzehnten zu einer wichtigen Handelsstadt, was vor allem durch Verträge mit der Hansestadt Lübeck gefördert wurde. Die Hanse kontrollierte den schwedischen Überseehandel vom 13. bis ins 17. Jahrhundert. Um 1270 wurde Stockholm in Dokumenten als Stadt bezeichnet und, obwohl Stockholm nicht wie viele schwedische Städte schon Anfang des 13. Jahrhunderts entstand, wurde es 1289 in einem Dokument als die bevölkerungsreichste Stadt des Königreiches beschrieben. Die ersten gesicherten Annahmen zur Größe der Stadt beziehen sich auf die Mitte des 15. Jahrhunderts, als Stockholm etwa 1.000 Haushalte, also ungefähr 5.000 bis 6.000 Einwohner hatte. Aus demselben Jahrhundert (1436) stammt auch der erste Privilegienbrief. Trotz seiner Größe und günstigen Lage war Stockholm noch nicht die Hauptstadt, denn der König, wie auch sein Sohn, Magnus Ladulås, hatten noch keinen festen Regierungssitz.

Der hauptsächliche Grund für die rasche Entwicklung der Stadt war ihre strategische Lage. Stockholm beherrschte die Zufahrt zum Mälarsee, der seinerseits eine aufgrund der Landwirtschaft und Eisenherstellung wirtschaftlich wichtige Region erschloss. Die Ausdehnung der Stadt war zu dieser Zeit auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla Stan) beschränkt. Die Insel selbst war um ein Drittel kleiner als heute, und die Ströme wesentlich weiter.

Die Kalmarer Union
Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt machte Stockholm zu einem wichtigen Machtfaktor in den Auseinandersetzungen zwischen den dänischen Königen der Kalmarer Union und der nationalen Unabhängigkeitsbewegung im 15. Jahrhundert. So erfocht am 14. Oktober 1471 Schweden unter Sten Sture in der Nähe der Stadt am Brunkeberg (heute ein Teil des Stadtbezirkes Norrmalm) mit Unterstützung der Stockholmer Bürgerschaft einen Sieg über den dänischen König Christian I., der versuchte, Schweden an sich zu reißen. Dessen Enkel Christian II. belagerte die Stadt 1518 vergebens, nahm sie aber 1520 nach einer neuen Belagerung durch Verrat ein. Am 8. November 1520 kam es in Stockholm im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen am Stortorget (mehr als 80 Adlige wurden hingerichtet), dem Stockholmer Blutbad. Der junge Adlige Gustav Eriksson konnte entkommen, hatte gegen Ende des Jahres eine Armee zusammengestellt und konnte Christian II. aus Schweden vertreiben. Am 6. Juni 1523, dem heutigen schwedischen Nationalfeiertag, wurde er unter dem Namen Gustav Vasa zum König gewählt.

Kungsträdgården um 1895
Stockholmer Ausstellung 1897 (Stockholmsutställningen 1897)

Die Vasa-Zeit
Mit dem Einzug Gustav Vasas 1523 und dem Aufbau einer starken Königsmacht entwickelte sich Stockholm auch zu einer wichtigen Residenzstadt. Neben dem Bürgertum begann nun auch der königliche Hof, das Stadtbild zu prägen. Die Stadtinsel bot nicht mehr genug Platz, und 1529 wurden Södermalm und Norrmalm unter die Herrschaft Stockholms gestellt. Die Stadt wuchs und erreichte um 1600 eine Einwohnerzahl von 10.000 Einwohnern.

Das 17. Jahrhundert
Im 17. Jahrhundert stieg Schweden zur Großmacht auf. Dies spiegelte sich auch in der Entwicklung der Stadt Stockholm wider – von 1610 bis 1680 versechsfachte sich die Einwohnerzahl. "Ladugårdslandet", das heutige Östermalm, und die Insel Kungsholmen wurden eingemeindet. 1634 wurde Stockholm offiziell zur Hauptstadt des schwedischen Reiches. Nach dem politischen Aufstieg folgte diesem Ereignis bald auch der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt. Stockholm erhielt das Stapelrecht und damit das Monopol für den Handel zwischen dem Ausland und Svealand, Norrland und Österbotten (heutiges Finnland).

In dieser Zeit entstanden auch einige der großen Bauten und Paläste, die die Macht des Landes und seines Adels symbolisieren sollten, wie zum Beispiel Riddarhuset, das Oxenstiernasche Palais, das Tessinsche Palais und die alte Reichsbank. Auf den eingemeindeten Inseln und in Östermalm entstanden Stadtviertel in einem rechtwinkligen Straßennetz.

Das 18. Jahrhundert
In den Jahren 1713 bis 1714 wurde Stockholm von der Pest heimgesucht. Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges und der damit verbundenen Gebietsverluste im Jahre 1721 stagnierte die Entwicklung der Stadt. Die Bevölkerung wuchs kaum mehr und die wirtschaftliche Erholung ging nur sehr langsam vor sich. Stockholm behielt aber seine Rolle als politisches Zentrum des Landes und unter Gustav III. entwickelte es sich auch zum kulturellen Zentrum. Das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper sind architektonischer Ausdruck dieser Epoche, in die auch die Gründung der Svenska Akademien zur Förderung der schwedischen Sprache und Literatur fällt.

Das 19. Jahrhundert

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung Stockholms weiterhin ab. Norrköping wurde zur größten Manufakturstadt und Göteborg entwickelte sich aufgrund seiner günstigen Lage am Kattegat zum wichtigsten Exporthafen Schwedens. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts übernahm Stockholm wieder eine führende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Einerseits wurde eine Reihe wichtiger Industriebetriebe gegründet, andererseits entwickelte sich Stockholm zu einem wichtigen Handels- und Dienstleistungszentrum sowie zu einem Verkehrsknotenpunkt.

Auch die Bevölkerung wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Zuwanderung stark an. Gegen Ende des Jahrhunderts waren nicht einmal 40 Prozent der Einwohner in Stockholm geboren. Die Besiedlung griff über die Stadtgrenzen hinaus und es entstand eine Reihe von Elendsvierteln, aber auch Villenviertel im Grünen und an der Küste.

Stockholm baute auch seine Position als Kulturzentrum weiter aus. Man bemühte sich darum, höhere Bildungseinrichtungen nach Stockholm zu bekommen. Im 19. Jahrhundert bekam Stockholm mehrere wissenschaftliche Institute, wie z.B. das Karolinische Institut und das Technologische Institut, das 1877 eine Technische Hochschule wurde. 1878 wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen an der neu gegründeten Stockholmer Hochschule abgehalten, aber es sollte beinahe 100 Jahre dauern, bis sie zur Universität erhoben wurde.

Das 20. Jahrhundert
Nach 1910 kam es zur Eingemeindung großer Gebiete, die verkehrstechnisch durch Straßenbahnlinien an die Stadt angeschlossen wurden. Im Anschluss daran entstanden Vororte, Gartenstädte und Gebiete mit Freizeithäuschen.
"Stockholmsutställningen 1930, Das Hauptrestaurant "Paradiset"
"Norrmalmsregleringen, die fünf Cityhochhäuser im Bau 1964"
In den 1930er Jahren fassten funktionalistische Ideen Fuß in Schweden. Auslöser war die Stockholmer Ausstellung 1930 (schwedisch "Stockholmsutställningen 1930"), eine nationale Ausstellung für Architektur, Design und Kunsthandwerk.

Wirtschaftlich kam es in den 1940er und 1950er Jahren zu einer Umstrukturierung. Arbeitsintensive Unternehmen in Niedriglohnbranchen gingen ein, während kapitalintensive Unternehmen und Unternehmen im Hochtechnologiebereich wuchsen. Ein Beispiel dafür ist der Stadtbezirk Kista, der sich in den 1990er Jahren zum IT-Zentrum Schwedens entwickelte. Schweden orientierte sich früh am amerikanischen Beispiel, so auch in Sachen Motorisierung. Es verfügte, für ein bevölkerungsarmes Land eher ungewöhnlich, um die Mitte des 20. Jahrhunderts über zwei kapitalkräftige Automobilkonzerne, und es kam im Zentrum Stockholms schon 1931-35 zur Schaffung des damals weithin berühmten „Kleeblatts“ von Slussen und in den 1950er Jahren zu weiteren Initiativen im Sinne einer „autogerechten Stadt“.

Bis in die 1970er Jahre wurde der zentrale Stadtteil Nedre Norrmalm, mit Bausubstanz aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, im Rahmen der Sanierung von Norrmalm ("Norrmalmsregleringen"), einem großflächigen Abriss und Umbau unterworfen. Die Folgen dieser technokratischen Modernisierungspolitik teilweise auf Basis der Enteignungsmöglichkeiten der Lex Norrmalm von 1953 wurden allerdings ab etwa 1960 zunehmend kontrovers diskutiert. Dies betraf schon die 1959 fertiggestellte, längs des Riddarholm Kanales und des Riddarhuset geführte zentrale Nord-Süd-Verbindung mit dem Charakter einer Stadtautobahn, vor allem aber den ab 1952 durchgezogenen großflächigen Umbau von Norrmalm, gegen den zuletzt ein - vergeblicher - öffentlicher Appell von 39 Kulturschaffenden ergangen war. Als Resultat verbreiteter Kritik wurde zunächst die Altstadt (Gamla Stan) 1965 als ganzes unter Denkmalschutz gestellt. 1971 kam es im Zusammenhang mit Bürgerinitiativen zum so genannten Ulmenkrieg, der um die Erhaltung einer Baumgruppe im Kungsträdgården geführt wurde. Der Stockholmer Flächenwidmungsplan von 1974 kann mit seiner geänderten Planungsphilosophie als Erfolg der altstadt- und grünfreundlichen Proteste gesehen werden. Bei der „postmodernen“ Umgestaltung des früher stark industriell geprägten Stadtteils Södermalm in den 1980er Jahren wurde im Vergleich zu Norrmalm eine durchgrüntere und weniger monotone urbane Gestaltung angestrebt.

Ab den 1950er Jahren nahm die Beschäftigungsquote der Industrie ab. Sie liegt heute bei ungefähr 10 Prozent. Dagegen wuchs der Dienstleistungsbereich weiter an.

Bereits 1936 gab es eine Art U-Bahnverbindung zwischen "Slussen" und "Medborgarplatsen", die mit gewöhnlichen Straßenbahnwagen betrieben wurde. 1950 wurde dann die erste U-Bahnlinie in Stockholm eröffnet. Längs der U-Bahn-Linien und an deren Endpunkten entstanden in den 1950er Jahren Satellitenstädte, sogenannte ABC-Vororte (A für "Arbete" Arbeit, B für "Bostad" Wohnung und C für "Centrum"), wie Vällingby und Farsta, und seit der Mitte der 1960er bis zur Mitte der 1970er Jahre die im Rahmen des Millionenprogrammes gebauten Großsiedlungen wie Rinkeby, Tensta, Sollentuna und andere. Trotz eines heute relativ hohen Anteils eingewanderter Mitbürger in diesen Stadtteilen (über 40 Prozent der Einwohner in Tensta, Rinkeby oder Sollentuna kommen aus dem außereuropäischen Ausland), kann man nicht von einer Ghettoisierung sprechen, auch wenn die durchaus vorhandenen Segregationstendenzen seit Ende der 1990er Jahren deutlicher merkbar sind.

"Die zwei folgenden Panoramen zeigen den Blick vom Turm des Stadshuset über die Stadt. Das erste Bild zeigt die Altstadt und Södermalm (Richtung Ost bis Süd) und das zweite Bild eine 360° Umschau."




Von 1909 an hatten die Sozialdemokraten zusammen mit den Liberalen die Mehrheit im Stockholmer Gemeinderat. In den ersten Kommunalwahlen nach dem allgemeinen Wahlrecht 1919 erreichte die politische Linke eine Mehrheit im Gemeinderat, die sie bis in die 1950er Jahre behielt. Anfang der 1920er Jahre erhielt Stockholm eine neue politische Organisation, die in ihren Grundzügen auch heute noch gilt. 1923 übersiedelte die Stockholmer „Regierung“ in das neugebaute Rathaus (Stockholms stadshus). 1967 wurde Stockholm in die Verwaltungsprovinz Stockholms län eingegliedert.

Im Jahr 1986 wurde Premierminister Olof Palme auf offener Straße, dem Sveavägen, erschossen, der Mord wurde nie geklärt. Im September 2003 wurde Außenministerin Anna Lindh im Kaufhaus "NK" (Nordiska Kompaniet) von einem Messerattentäter tödlich verletzt.

Die Europäische Union ernannte Stockholm im Jahr 1998 zur Kulturhauptstadt Europas.

Einwohnerentwicklung
Stockholm hatte am 1. Januar 2004 etwas mehr als 761.000 Einwohner. Davon waren 70.584 Ausländer (das entspricht etwa 9 Prozent). Die Gemeinde verzeichnete in den letzten zehn Jahren ein Bevölkerungswachstum von über zehn Prozent.

Am 31. Dezember 2000 zählte die Stadt Stockholm (Tätort) 1.212.196 Einwohner. Davon lebten 750.191 Menschen in der Gemeinde Stockholm und 462.005 in weiteren zehn Gemeinden der Provinz Stockholm. Die Metropolregion hat 1.729.274 Einwohner (Stand 31. März 2006).

2004 waren ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung Mitglieder der Schwedischen Kirche, die bis vor wenigen Jahren Staatskirche war. Schweden ist ein hochgradig säkularisiertes Land.

Das Ausbildungsniveau der Bevölkerung liegt deutlich über dem Reichsschnitt: Nur 13 Prozent der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren haben keinen Gymnasialabschluss (Reichsschnitt 19 Prozent), aber 48 Prozent der Bevölkerung haben eine postgymnasiale Ausbildung (Reichsschnitt: 32 Prozent).

Die offene Arbeitslosigkeit in Stockholm betrug Ende 2003 etwa 3,8 Prozent, was deutlich unter dem Reichsschnitt von über 5 Prozent war.

Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockholm nach dem jeweiligen Gebietsstand aufgeführt.
Entwicklung der Einwohnerzahl Stockholms


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Politik
Stockholm ist bevölkerungsmäßig die größte der 290 schwedischen Gemeinden und liegt in der Provinz Stockholms län. Die kommunale Tätigkeit der Stadt Stockholm ist politisch wie folgt organisiert:

Stadtparlament
Das höchste beschlussfassende politische Organ ist das alle vier Jahre gewählte Stadtparlament (schwedisch "kommunfullmäktige"), das aus 101 Abgeordneten besteht. Bei der Wahl 2006 wurden folgende Parteien in das Stadtparlament gewählt: die konservative Moderate Sammlungspartei (41 Mandate), die Liberale Volkspartei (10 Mandate), die Christdemokraten (3 Mandate), die Zentrumspartei (1 Mandat), die Grünen (10 Mandate), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (27 Mandate) und die Linkspartei (9 Mandate).

Stadtregierung
Straße in der Stockholmer Altstadt
Die Stadtregierung (schwedisch "kommunstyrelse"), die aus 13 Mitgliedern besteht (sechs Moderate, vier Sozialdemokraten, ein Liberaler, ein Grüner, ein Vertreter der Linkspartei), wird nach dem Verhältniswahlprinzip gewählt, das heißt, dass die im Stadtparlament vertretenen Parteien auch in der Stadtregierung repräsentiert sind.

Die Beschlüsse der Stadtregierung werden vorbereitet und durchgeführt von der Stadtratskommission (schwedisch "borgarrådsberedningen"), die aus zwölf Stadträten (schwedisch "borgarråd") besteht, die alle vier Jahre vom Stadtparlament gewählt werden. Dabei unterscheidet man zwischen regierenden Stadträten (schwedisch "styrande borgarråd") und oppositionellen Stadträten (schwedisch "oppositionsborgarråd"). Die jetzige Stadtratskommission besteht aus acht regierenden Stadträten (fünf Moderate, zwei Liberale und ein Christdemokrat), die gleichzeitig Leiter von Abteilungen (schwedisch "rotel") sind, und vier oppositionellen Stadträten ohne Portefeuille (zwei Sozialdemokraten, ein Vertreter der Linkspartei und ein Grüner). Der Finanzstadtrat ist in der Regel gleichzeitig Vorsitzender der Stadtratskommission und der Stadtregierung – also Bürgermeister. Dies ist seit 2008 Sten Nordin von den Moderaten.

Bezirksausschüsse
Ein großer Teil der Verantwortung für die Wahrnehmung der kommunalen Aufgaben liegt bei den Bezirksausschüssen (schwedisch "stadsdelsnämnd"). Diese Aufgaben wurden am 1. Januar 1997 im Zuge der "Stadsdelsnämndsreformen" den damals 24 Bezirksausschüssen übertragen und sollten den Einwohnern die Möglichkeit geben, direkter an der kommunalen Politik teilzuhaben. Die Bezirksausschüsse, die je nach Größe des Stadtbezirkes aus elf oder 13 Mitgliedern bestehen, werden vom Stadtparlament ernannt und sind dem Stadtparlament direkt unterstellt. Nach den Wahlen 1998 wurde die Zahl der Bezirksausschüsse mit Wirkung zum 1. Januar 1999 auf 18 reduziert und nach den Wahlen 2006 eine weitere Reduzierung auf 14 Ausschüsse beschlossen und zum 1. Januar 2007 umgesetzt.

Fachausschüsse
Gewisse übergreifende Tätigkeitsbereiche werden von zentralen Fachausschüssen (schwed. "facknämnd") abgedeckt, wie z.B. dem Bildungsausschuss, dem Sportausschuss oder dem Wahlausschuss.

Städtische Unternehmen
Ein Teil der kommunalen Dienstleistungen wurde in Aktiengesellschaften ausgelagert, in denen die Stadt die Aktienmehrheit besitzt. So werden etwa die Gemeindewohnungen, die Wasserversorgung, das Stockholmer Stadttheater und anderes von Aktiengesellschaften verwaltet, die unter einer Konzernleitung, der "Stockholms Stadshus AB", zusammengefasst sind.

Wappen
Das Wappen Stockholms
Das Stadtwappen von Stockholm zeigt den Kopf des heiligen Erik IX. auf blauem Grund. Die Darstellung basiert auf dem mittelalterlichem Siegel der Stadt Stockholm.

Städtepartnerschaften
* 25px Belgrad, Serbien
* 25px Sarajevo, Bosnien und Herzegowina
* 25px Istanbul, Türkei

Kultur
Sergels torg mit Kulturhuset
Vasamuseum von der Wasserseite aus gesehen
Theater
In Stockholm gibt es eine Reihe von Theatern, darunter die Königliche Oper ("Kungliga Operan"), das Königliche Dramatische Theater ("Dramaten") und das Stockholmer Stadttheater ("Stadsteatern") sowie Privattheater wie die Volksoper ("Folkoperan"), das Moderne Tanztheater ("Moderna dansteatern"), das China-, Göta Lejon-, Mosebacke-, Oscar-Theater und viele andere Bühnen.
Das Orion Theater besteht als größte Avantgardebühne der Stadt bereits seit 1983 und präsentiert mehrere Theaterstücke jährlich, die nicht selten mit Live Musik ergänzt werden.

Museen
Unter den zahlreichen Museen in Stockholm gibt es nationale Museen wie das Architekturmuseum, das dem Modernen Museum angegliedert ist, das Biologische Museum, das Ethnografische Museum Stockholm, das Historische Museum, das Seehistorische Museum, das Museum für Moderne Kunst (Moderna museet), das Nationalmuseum, das Naturhistorische Reichsmuseum, das Technische Museum, das Vasamuseum und andere. Die Geschichte und Gegenwart Stockholms wird im Mittelaltermuseum (Medeltidsmuseet), im Stockholmer Stadtmuseum und im Stockholmer Länsmuseum pädagogisch aufbereitet. Im Stockholmer Schloss befinden sich mehrere Museen zur Geschichte der Könige.

"Siehe auch: Liste der Museen in Stockholm"

Sport
Von den sportlichen Einrichtungen ragen das Stockholmer Olympiastadion und die Globen Arena heraus. Beide werden auch für Konzertveranstaltungen genutzt.

Nationale Meisterschaften im Männerfußball konnten bisher drei der Vereine aus Stockholm gewinnen. Von diesen hat Djurgårdens IF elf Meistertitel, AIK zehn und Hammarby IF einen Titel. International am erfolgreichsten war der Frauenverein Djurgårdens IF/Älvsjö, der 2005 bis ins Finale des UEFA Women’s Cup vordringen konnte.


Die Eishockeyabteilung von Djurgårdens IF, die ihre Heimspiele im Globen austrägt, konnte bisher 16-mal die Schwedische Meisterschaft gewinnen, zuletzt 2001. Die Mannschaften Hammarby IF und AIK Ishockey, die im neben der Globen Arena gelegenen Hovet spielen, wurden bisher acht- bzw. siebenmal Schwedischer Meister.

Erfolgreich im American Football sind die nationalen Rekordmeister Stockholm Mean Machines.

Im Juni findet der Stockholm-Marathon statt, Skandinaviens größter Marathon.

Sehenswürdigkeiten
Die Insel "Riddarholmen", dahinter Stockholms Altstadt "Gamla Stan"
königliche Schloss und die "Storkyrkan" (links)
Das Reichstagsgebäude "Riksdagshuset"
"Hötorget", der Heumarkt
Vasa"
Skansen" um 1895
Das Stockholmer Stadtbild und seine Architektur ist geprägt von der besonderen Lage der Stadt an den Ufern des von Westen nach Osten verlaufenden Ausflusses des Mälaren, dem in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Höhenrücken der Gletschermoräne und der zentralen Stadtinsel mitten im Strom.

Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche kleine Parks.

Nachfolgend werden einige Inseln der Stadt genauer beleuchtet. Hierbei bleibt die politische Gliederung der Stadt in Stadtbezirke unberücksichtigt.

Stadsholmen/Gamla Stan
Die Altstadt auf der Stadtinsel ("Stadsholmen") weist noch immer das mittelalterliche Straßennetz mit den von Nord nach Süd über die Insel verlaufenden Straßen ("Österlånggatan" und "Västerlånggatan") und schmalen, zum Wasser abfallenden Gässchen auf. Mittendrin befindet sich die deutsche Kirche ("Tyska kyrkan"). Einen anderen Eindruck machen im Norden der Insel die Paläste der Großmachtszeit wie das Ritterhaus und das Bondesche Palais im Norden zum Wasser hin gelegen, das Oxenstiernasche Palais und das Tessinsche Palais in der Nähe der "Storkyrkan", dem Stockholmer Dom, und natürlich das Königliche Schloss, dessen mittlere Achse auf die "Norrbro" (Nordbrücke) weist, die die Altstadt über die Insel Helgeandsholmen mit Norrmalm, dem nördlichen Ufer, verbindet. Ein Großteil der Altstadt ist autofrei.

Helgeandsholmen und Riddarholmen
Die Insel Helgeandsholmen (Heiliggeist-Insel) beherbergt nur zwei Institutionen, das "Medeltidsmuseum" (Mittelaltermuseum) und das Reichstagsgebäude, Sitz des schwedischen Reichstag (der auch das ehemalige Gebäude der schwedischen Reichsbank in Anspruch nimmt).

Die Insel Riddarholmen im Westen der Stadtinsel ist eine stille Ecke mitten in der Stadt. Sie ist heute Justizzentrum des Landes, Sitz insbesondere des Regeringsrätt sowie des Svea hovrätt. Im Wrangelschen Palais und den anderen Gebäuden befinden sich verschiedene Gerichte. Daneben befindet sich auch die Riddarholmskirche, Grabkirche vieler schwedischer Könige.

Norrmalm
Vom Königlichen Schloss aus blickt man über Helgeandsholmen hinweg auf Norrmalm und sieht Rosenbad, den Regierungssitz der schwedischen Regierung, das Sagersche Haus, die Dienstwohnung des Premierministers, das Palais des Erbfürsten ("Arvfurstens palats"), heute Außenministerium, und die Oper mit dem berühmten Restaurant "Operakällaren".

Doch dahinter beginnt die Innenstadt, das moderne Stockholm, das in den 1950er bis 1970er Jahren entstand, nachdem man über 400 Gebäude des Viertels "Klara" abgerissen und durch ein nach damaligem Geschmack modernes Zentrum ersetzt hatte. Achtzehnstöckige Gebäude wurden errichtet, in der Mitte wurde der Sergels Torg (Sergelsplatz) als Symbol des modernen Wohlfahrtsstaates auf zwei Ebenen errichtet. Manchen mag er heute als Schandfleck erscheinen, andere sehen in ihm den Versuch gesellschaftlichen Visionen architektonischen Ausdruck zu verleihen. An seiner Seite befindet sich das Stockholmer Kulturhaus mit dem Stadttheater. Die "Drottninggatan" ist eine moderne Einkaufsstraße mit modernen Kaufhäusern.

Nicht selten hört man sogar von Schweden den etwas sarkastischen Spruch: „Schweden hat keine Bombenteppiche benötigt, um seine schöne Hauptstadt zu zerstören. Das hat man auch so geschafft.“ Ähnliche Umbaupläne wie für Norrmalm existierten auch für die Altstadt - Gamla Stan. Allerdings wurden diese nie umgesetzt.

Der "Kungsträdgården" ist Treffpunkt für junge Leute. Hier finden im Sommer häufig Konzerte statt, im Winter kann man mitten in der Innenstadt in Schlossnähe Schlittschuhlaufen.

Östermalm
Östlich von Norrmalm erstreckt sich Östermalm, geprägt vom rechtwinkeligen Straßennetz der schwedischen Großmachtszeit. Vor allem die Wasserfront, der "Strandvägen", war und ist Stockholms repräsentativste Adresse, was die Gründerzeithäuser in historistischem Stil zeigen. Wo der "Strandvägen" beginnt, liegt das Königliche Dramatische Theater ("Dramaten"). Vor dem Theater liegt der Berzelius-Park, in dem sich das Berns, Theater und Restaurant, befindet, dessen rotes Zimmer durch Strindbergs Roman "Das rote Zimmer" berühmt geworden ist. In Östermalm liegen der sternförmige "Karlaplan", der "Östermalms torg" (Östermalmsplatz) mit der Markthalle "Östermalms Saluhall" und die Hedwig-Eleonora-Kirche.

Djurgården
Skansens Haupteingang 2007
Gröna Lunds Haupteingang 1963

Vom "Karlaplan" führt der "Narvavägen" über die Djurgårdsbrücke auf die Halbinsel Djurgården, die auch heute noch vorwiegend ein Naturpark und Ausflugs- und Erholungsgebiet für die Stockholmer ist. Über die Brücke kommt man entlang dem "Djurgårdsvägen" zu einer Reihe von Museen, wie z.B. dem Vasamuseum, dem Nordischen Museum, Thielska galleriet und Liljevalchs Kunsthalle, Vergnügungsstätten, wie z.B. "Gröna Lund" und "Circus", und Gasthäusern aus dem 19. Jahrhundert, wie das in der Literatur verewigte "Hasselbacken". In der Nähe des Hasselbacken befindet sich auch der Haupteingang zu Schwedens erstem und größtem Freilichtmuseum Skansen. Südlich von "Gröna Lund" befindet sich der historische Stadtteil "Djurgårdsstaden" mit Bebauung aus den 17. und 18. Jahrhundert. Auf der Landzunge "Waldemarsudde" liegt die Villa des Prinzen Eugen, die heute Museum ist und Bilder des Prinzen und seiner Zeitgenossen zeigt und damit einen feinen Überblick über die schwedische Malerei der Jahrhundertwende (1900) gibt. Von Djurgården führt eine Fähre zurück auf die Stadtinsel.

Djurgården ist Teil des Ökoparks (schwedisch: "Ekoparken"), es handelt sich hierbei um den ersten Nationalstadtpark (schwedisch: "Nationalstadsparken") der Welt, der 1994 ins Leben gerufen wurde.

Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen
Stockholms Stadshus 2006

Zwischen der Stadtinsel und Djurgården liegen Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen. Auf Blasieholmen befinden sich das pompöse Grand Hotel, dessen Hauptfassade zur Stadtinsel weist, und das schwedische Nationalmuseum, Skeppsholmen und dessen Anhängsel Kastellholmen beherbergten früher Einrichtungen der Kriegsmarine, die im 20. Jahrhundert von Museen (beispielsweise Ostasiatisches Museum, Modernes Museum, Architekturmuseum) übernommen worden sind.

Kungsholmen
Wendet man sich auf der Stadtinsel nach Nordwesten, sieht man den östlichen Spitz der Insel Kungsholmen mit dem Stockholmer Rathaus ("Stockholms stadshus"), in dessen Blauer Halle alljährlich das Nobelfest stattfindet – das Bankett zu Ehren der Nobelpreisträger im Anschluss an die feierliche Verleihung der Nobelpreise im Konzerthaus.

Kungsholmen beherbergt Parks und Badeplätze.

Södermalm
Södermalm

Am südlichen Ende der Stadtinsel befindet sich "Slussen", die Schleuse, über die man mit dem Boot vom Mälaren in die Ostsee kommt. "Slussen" verbindet auch Stadsholmen mit der Insel Södermalm (im Volksmund "Söder"), die sich hier über 50 Meter aus dem Wasser erhebt. Mit dem 38 Meter hohen Katarinahissen kommt man von Slussen zum "Mosebacke torg", an dem sich zwei Theater befinden. In der Nähe liegt die Katarinakirche, ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert. Im Osten der Insel auf den Hügeln "Åsöberget" und "Vita bergen" mit der Sofiakirche gibt es noch kleine Holzhäuser, wie sie für die Besiedlung des 17. und 18. Jahrhunderts typisch waren.

Das Innere der Insel ist mit Wohnblöcken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende bebaut, während der südliche Teil Bebauung aus dem 20. Jahrhundert aufweist. Ein völlig neuer und architektonisch interessanter Stadtteil wurde Ende der 1980er Jahre im Gebiet des Bahnhofs "Stockholm Södra" (westlich des "Medborgarplatzes") errichtet.

Im südlichen Teil Södermalms befindet sich das Szeneviertel SoFo ("So"uth of "Fo"lkungagatan).

Wirtschaft und Infrastruktur
Stockholm C
Västerbron
Essingeleden Richtung Süden
Ringled Stockholm, noch im Bau
Verkehr
Stockholm ist Knotenpunkt des schwedischen Eisenbahnnetzes. Hier befindet sich mit Stockholm C der größte Bahnhof des Landes. Es gibt einen internationalen Flughafen im 40 km nördlich gelegenen Arlanda; daneben gibt es einen zentral gelegenen Regionalflughafen im Stadtteil Bromma. Die beiden Flughäfen bei Stockholm-Skavsta (Nyköping) und Stockholm-Västerås befinden sich etwa 100 km südlich bzw. westlich von Stockholm, benutzen aber trotzdem den Namen Stockholm.

Stockholm ist eine wichtige Fährhafenstadt mit Verbindungen nach Helsinki, Mariehamn, Sankt Petersburg, Turku und Tallinn.

Dem öffentlichen Verkehr dienen die U-Bahn (Tunnelbana), S-Bahn-ähnliche Vorortzüge (Pendeltåg), verschiedene Buslinien, einzelne Stadtbahnlinien in den Außenbezirken sowie die historische Straßenbahn zum Djurgården. Die Tunnelbana, die Stadtbahn, die Straßenbahn und die Buslinien werden durch die AB Storstockholms Lokaltrafik (SL) betrieben.

Wenn man im 16. Jahrhundert von Stockholm aus nach Süden reisen wollte, war der Göta landsväg die älteste und einzig existierende Straße. Diese Wegverbindung hatte Ahnen bis zurück ins Mittelalter (in Skandinavien ca 1100 bis 1500 n. Chr.), vermutlich war hier schon zur Bronzezeit (in Skandinavien ca. 1800 bis 550 v. Chr.), lange bevor Stockholm existierte, ein Weg entstanden.

Die Hauptverkehrsader der modernen Zeit ist der Essingeleden, ein Teil der Autobahn E4, er führt westlich des Stadtzentrums vorbei und wurde 1966 eingeweiht. Ein großer Teil des Autoverkehrs soll in den nächsten Jahrzehnten unter die Erde gelegt werden. So wurde im Oktober 2004 ein 4,6 Kilometer langer Tunnel ("Södra Länken") südlich des Stadtkerns eingeweiht. Ein gleichartiges Projekt im Norden ("Norra Länken") ist z.Z. (2008) im Bau und soll im Jahr 2015 fertig sein. Eine östliche Umgehungsautobahn ("Österleden"), die den Autobahnring um Stockholm ("Ringled Stockholm") komplett machen würde, wird seit den 1950er Jahren diskutiert.

Trängselskatt
Ein politisch kontroverser Versuch zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs wurde Anfang Januar 2006 bis Ende Juli 2006 mittels einer Innenstadtmaut, die sogenannte "Trängselskatt" („Gedrängel-Steuer“), durchgeführt. Trotz der deutlich geringeren Verkehrsbelastung in der City haben die Einwohner im Zentrum in einem Referendum September 2006 nur knapp für eine Fortführung der Maut gestimmt. Die Bevölkerung der umgebenden Region, die den Hauptteil der Kosten für das Experiment tragen musste, durfte nicht abstimmen. In lokalen Abstimmungen in einigen der Kranzgemeinden wurde aber deutlich, dass die Region insgesamt gegen den "Trängselskatt" war; inzwischen findet sich aber auch hier eine deutliche Mehrheit für die Beibehaltung der Mauthttp://www.dn.se/DNet/jsp/polopoly.jsp?d=1298&a=572872&previousRenderType=6. Die neue bürgerliche Regierung lehnte die Maut ab, hat aber im November 2006 den Auftrag gegeben, die Maut unter etwas geänderten Formen 2007 wieder einzuführen. Seit 1. August 2007 müssen nun die Autofahrer eine Gebühr bezahlen, wenn sie an Arbeitstagen in die Stadt fahren. Die Maut wird nicht nachts oder am Wochenende erhoben, Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen sind nicht betroffen.

Sendeeinrichtungen
* Rundfunksender Nacka
* Kaknästurm

Ansässige Unternehmen
Hochtechnologiezentrum Kista

Stockholm ist Schwedens Dienstleistungszentrum. 85 Prozent aller Beschäftigten arbeiten im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich, aber nur 10 Prozent in der Herstellungsindustrie. Dennoch gehört Stockholm zu den größten Industriegebieten Schwedens. Die fehlende Schwerindustrie lässt die Stadt zu einer der saubersten Metropolen der Welt werden.

Die steigende Zahl von Unternehmen im Hochtechnologie-Bereich wog in den letzten Jahrzehnten die Abwanderung traditioneller Industriebetriebe auf. Zu den großen Industrieunternehmen in der Region zählen heute Ericsson, IBM Svenska AB und Electrolux, der Arzneimittelhersteller AstraZeneca, graphische Betriebe des Bonnier-Konzerns und andere. Im Norden der Stadt (Kista) entstand im letzten Jahrzehnt eines der größten IT-Zentren Europas.

Stockholm ist auch das Medienzentrum des Landes mit vier überregionalen Tageszeitungen und einer Reihe kleiner Zeitungen, Verlagen (unter anderem dem Bonnier-Konzern), Sitz des staatlichen Rundfunks (SR) und der öffentlich-rechtlichen Fernsehgesellschaft SVT sowie weiterer Medienunternehmen.

Auch die schwedischen Banken (so zum Beispiel Swedbank, Handelsbanken und Skandinaviska Enskilda Banken, die zu den zehn größten Unternehmen in Stockholm gehören) haben ihren Hauptsitz in Stockholm, wo sich auch die schwedische Börse befindet. Zusammen mit den Hauptsitzen der Versicherungsgesellschaften (Skandia und andere) und von Investmentunternehmen machen sie Stockholm zum wichtigsten Finanzzentrum Schwedens.

Insgesamt befinden sich die Hauptsitze von über 40 Prozent aller schwedischen Unternehmen mit mehr als 200 Angestellten in Stockholm. Aber nicht nur Unternehmenszentralen, sondern auch die Zentralbehörden der staatlichen Verwaltung sowie die nationalen politischen Institutionen (wie Regierung und Reichstag) in Stockholm machen die Stadt zum Machtzentrum des Landes.

In den letzten Jahren ist auch der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Seit 1991 ist die Anzahl der Übernachtungen mit 80 Prozent von vier auf über sieben Millionen gestiegen. Festivals wie das Stockholm Waterfestival und große Sportveranstaltungen wie der Stockholm-Marathon sind wichtige Attraktionen.

Seit 2005 hat das Europäische Zentrum für Seuchenprävention ECDC seinen Sitz in Stockholm.

Damit sich die Wirtschaft präsentieren und weitere Kontakte knüpfen kann, hat Stockholm auch eine Messe ("Stockholmsmässan").

Bildung
Königliche Technische Hochschule
Die "Konstfack" am Telefonplan in Stockholm
Der Fachbereich Mathematik, Universität Stockholm

In Stockholm gibt es 16 Hochschulen und Universitäten. Von herausragender Bedeutung sind hierbei die Universität Stockholm ("Stockholms universitetet") mit ihren etwa 35.000 Studierenden (Stand 2004) und die Königlich Technische Hochschule Stockholm ("Kungliga Tekniska Högskolan"), die wohl größte technische Hochschule Skandinaviens.

Nachfolgend sind daneben alle weiteren Hochschulen genannt.

* Danshögskolan (Hochschule für Tanz, Choreographie und Tanzpädagogik)
* Dramatiska Institutet (Hochschule für Film, Radio, Fernsehen und Theater)
* Ersta & Sköndal högskola
* Handelshögskolan i Stockholm (Handelshochschule Stockholm)
* Idrottshögskolan i Stockholm (Hochschule für Sport)
* Karolinska Institut (Medizinische Universität, liegt in der Nachbarstadt Solna)
* Kungliga Tekniska Högskolan (KTH, Royal Institute of Technology)
* Konstfack (Kunsthochschule)
* Kungliga Konsthögskolan
* Königliche Musikhochschule Stockholm
* Lehrerhochschule Stockholm (Hochschule für Lehrerausbildung)
* Operahögskolan i Stockholm
* Stockholms Musikpedagogiska Institutet (Hochschule für Musikpädagogik)
* Universität Stockholm
* Södertörns högskola
* Teaterhögskolan i Stockholm
* Teologiska Högskolan

Neben den Forschungseinrichtungen der Hochschulen und Universitäten gibt es eine Reihe weiterer staatlicher und privater Forschungsinstitutionen in Stockholm. Insbesondere ist in diesem Zusammenhang die Kungliga Biblioteket (Königliche Bibliothek) mit ca. fünf Millionen Bänden zu nennen. Die Bibliothek hat aufgrund der immensen schwedischen Kriegsbeute im Dreißigjährigen Krieg nicht nur eine hervorragende Sammlung frühneuzeitlicher Bücher, sondern seit 1661 auch den staatlich verbrieften Auftrag alles in Schweden gedruckte Material zu sammeln. Die Bibliothek verwaltet auch das zum Weltkulturerbe zählende Archiv der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.

Stockholm ist ebenfalls Sitz der Schwedischen Akademie, der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Königlichen Akademie für Literatur, Geschichte und Antiquitäten, der Nobel-Stiftung und weiterer kultureller und wissenschaftlicher Institutionen.

Söhne und Töchter der Stadt
Zu den in Stockholm geborenen bekannten Persönlichkeiten gehören unter anderem der Sänger, Musiker und ABBA-Mitglied Benny Andersson, der Dichter Carl Michael Bellman, der Feldmarschall Erik Dahlberg, der Entdeckungsreisende Sven Hedin, die Schauspielerin Greta Garbo, die Kinderbuchautorin Barbro Lindgren, der Chemiker und Erfinder Alfred Nobel, die Dichterin H. C. Nordenflycht, der zweimalige schwedische Premierminister Olof Palme, sowie der Komponist, Pianist und Dirigent Wilhelm Stenhammar.

"Siehe auch": Liste der Söhne und Töchter der Stadt Stockholm

Literatur
* "Der National Geographic Walker Stockholm". Mairdumont, 2004, ISBN 3-936559-09-0 (Reiseführer mit praktischen Karten)
* Gudrun Schulte: "Stockholm selbst entdecken". Regenbogen, 2000, ISBN 3-85862-153-6 (Beschreibt die Stadt im Fließtext)
* Ingrid Bohn: "Kleine Geschichte Stockholms". Pustet-Verlag Regensburg 2008, ISBN 978-3-7917-2121-7 (Beschreibt die historische Entwicklung bis zur Gegenwart)

Siehe auch
*
* Liste der Städte in Schweden
* Schloss Drottningholm
* Schloss Ulriksdal
* Nationalstadtpark
* Stockholm-Syndrom


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