Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt


ITS | Jahn | Tjaereborg


     
Hotelsuche in 
 

Sivas

Türkei, Sivas
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  



"Sivas" ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz in Zentralanatolien. Die Stadt mit 288.693 Einwohnern liegt etwa 450 km östlich von Ankara.

Namensherkunft
Über den Ursprung des Namen gibt es verschiedene Aussagen:
* Der Name "Subasa" wird für die Stadt im Osten, wo der Fluss "Maraschantia" (Halys) seinen Ursprung hat, erstmals in den hethitischen Quellen erwähnt und bedeutet in "Nesili" (Sprache der Hethiter und Luwier) "gesegneter Fluss".
* Nach der römischen Eroberung Anatoliens wurde die Stadt in "Sebasteia" umbenannt. Das griechische "Sebaste" (Σεβαστή) , entspricht dem lateinischen "Augustus". So wurde die Verehrung für den Kaiser bekundigt. Byzantinische und fränkische Quellen nennen Sebaste.

Nach Volkssagen könnte der Name so entstanden sein:
* Bevor die Stadt gegründet wurde, gab es hier drei Quellen, die man "Sipas suyu" nannte. Nach dem eine kleine Siedlung rund um diese Quellen entstanden ist, wurde ihr der Name "Sipas" gegeben.
* Der Name soll von einem alten Volk namens "Sibasip" abstammen.
* Der Name soll von dem persischen Ausdruck "Se-bast" abstammen, was Drei Mühlen bedeutet.

Der Ort war auch unter den Namen "Talavra", "Megalapolis", "Karana" und "Diyapolis" bekannt.

Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Türken und zu einem geringen Teil aus Kurden. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Sivas Armenier und Griechen mit christlichem Glauben.

1914 hatte Sivas rund 45.000 Einwohner, mehr als ein Drittel waren Armenier, der Rest Griechen und Türken.

Religion
In Sivas ist heute der Islam die Hauptreligion. Die Mehrheit bilden sunnitische Muslime. Daneben gibt es noch als nächstgrößte Gruppe die Aleviten. Vereinzelt findet man auch Juden oder Christen, die jedoch nur einen sehr geringen Teil bilden. Etwa 81% der Bevölkerung in Sivas sind sunnitische Moslems, 18% sind Aleviten und der Rest setzt sich aus Juden, Christen etc. zusammen. Die armenisch-apostolische Gemeinde hatte in Sivas bis zum Ersten Weltkrieg sechs Kirchen (Meryemana, Surp Sarkis, Surp Minas, Surp Prgitsch, Surp Hagop, Surp Kevork)Pars Tuğlacı: "Tarih boyunca Batı Ermenileri tarihi. Cilt 3. (1891 - 1922)", Pars Yayın ve Tic., Istanbul und Ankara 2004 ISBN: 9757423068, vier Klöster (Surp Nschan, Srup Hreschdagabed, Surp Anabad, Surp Hntragadar), ein Waisenhaus, ein Krankenhaus und mehrere Schulen. Die Katholiken hatten eine Kirche, die Protestanten verfügten über zwei Kirchen und acht Schulen.

Geschichte

Sivas Erstbesiedlung reicht bis 7000 bis 5000 v. Chr. zurück. Die Hethiter, deren Siedlungsreste bei Topraktepe nahe Sivas zu finden sind, herrschten hier von 1600 - 884 v. Chr., danach für etwa 100 Jahre die Phryger (800-695 v. Chr.). Die Phryger wurden durch die Lyder abgelöst. Die Lyder verloren das Gebiet im Jahre 546 an die Perser. Das persische Reich wurde von Alexander dem Großen unterworfen, so dass Sivas bis etwa 17 n. Chr. von den Diadochen beherrscht wurde. Bis 395 war Sivas Teil des Römischen Imperiums, danach bis 1075 byzantinisch. Unter Kaiser Diokletian war Sivas Hauptstadt der Provinz "Armenia minor".

Nach mehrjährigen Verhandlungen entschädigte Kaiser Basileios II. 1021 Seneqerim Johannes, König von Vaspurakan in Südarmenien, mit dem Territorium von Sebaste in Kappadokien. Seneqerim Johannes zog mit seinem Hof, dem hohen Klerus und 14.000 Familien nach Sivas und verwaltete es als byzantinischer Vasall.Robert H. Hewsen: "Armenia. A Historical Atlas", The University of Chicago Press, Chicago und London 2001, S. 116

Im 11. Jahrhundert tauchten die ersten türkischen Stämme in Anatolien auf. Von 1142 bis 1171 herrschte die Danischmenden-Dynastie über Sivas. 1174 eroberten die Seldschuken unter Kılıç Arslan II. die Stadt und ließen unter anderem 1197 die Ulu Cami (dt: "Große Moschee") errichten. Sivas diente neben Konya zeitweise als Hauptstadt der Seldschuken. 1232 wurde Sivas, wie weite Teile Eurasiens, von den Mongolen überfallen. Den Mongolen folgte das Beylik von Eretna, dem seinerseits von Kadi Burhan al-Din ein Ende gesetzt wurde. 1398 eroberten die Osmanen unter Sultan Bayezid I. die Stadt, nur um sie 1400 an Tamerlan zu verlieren, der die Stadt zerstörte. 1403 gelang es den Osmanen sie zurückerobern.Robert H. Hewsen: "Armenia. A Historical Atlas", The University of Chicago Press, Chicago und London 2001, S. 190 Sivas war bis zum späten 19. Jahrhundert Hauptstadt der osmanischen Eyalets Rum.

Die Osmanen regierten die Stadt bis zum Ersten Weltkrieg. 1913 kam es zum Boykott christlicher Unternehmer und Händler in der Stadt. Raymond Kévorkian: Le Génocide des Arméniens, Odile Jacob, Paris 2006, S. 533 Im April/Mai 1914 wurde der Markt von Sivas Opfer eines Brandes. Am 5. Juli 1915 begann die Deportation der armenischen Bevölkerung von Sivas.Raymond Kévorkian: Le Génocide des Arméniens, Odile Jacob, Paris 2006, S. 543 Nach der Niederlage des osmanischen Reiches im ersten Weltkrieg formierte sich unter Mustafa Kemal eine Widerstandsbewegung. Diese Gruppe hielt vom 4. bis 11. September 1919 in Sivas den Kongress "Heyet-i Temiliye" ab.Halil Gülbeyaz: "Mustafa Kemal Atatürk. Vom Staatsgründer zum Mythos", Parthas, Berlin 2003, S. 87 ff. Seit 1923 ist Sivas Teil der türkischen Republik. 1993 ereignete sich der Anschlag auf das Madimak-Hotel.


Anschlag auf das Madımak-Hotel
"siehe Hauptartikel: Brandanschlag von Sivas"
Gedenk-Demonstration 2007 in Sivas
Am 2. Juli 1993 versammelten sich islamische Fundamentalisten nach dem Freitagsgebet vor dem Madımak-Hotel, das direkt gegenüber einer Moschee lag, in dem im Rahmen eines alevitischen Kultur-Festivals zum größten Teil alevitische Musiker, Schriftsteller, Dichter und Verleger logierten, darunter Kinder und Jugendliche. Das Hotel wurde schließlich in Brand gesetzt, während auf den Straßen die Massen mit Pflastersteinen bereit standen. Wegen der aufgebrachten, wütenden Menschenmenge vor dem Hotel konnten die Menschen im Gebäude nicht ins Freie. Über 30 Menschen verbrannten im Hotel; wenige überlebten, so auch der Autor Aziz Nesin, dem laut einigen Angaben der Anschlag in erster Linie gegolten hatte.
Obwohl Polizei und Feuerwehr frühzeitig alarmiert waren, griffen sie erst nach acht Stunden ein. Das Staatsicherheitsgericht in Ankara kam zu dem Urteil, dass die große Menschenmenge die Einsatzkräfte bei den Rettungsarbeiten behindert hatte.

Die Aleviten nennen diesen Anschlag das „Sivas-Massaker“. Auch wenn bei diesem Vorfall ebenso Sunniten und Angehörige anderer Religionen ums Leben kamen, sehen die Aleviten dieses Ereignis als einen Schlag gegen die alevitische Bevölkerung. Das Ereignis spielte eine wichtige Rolle bei ihrer Bewusstseins- sowie auch Organisationsbildung. Seit 2003 wird dieses Vorfalls im Rahmen von Demonstrationen gedacht - zugleich wird gefordert, im Hotel eine Gedenkstätte errichten zu dürfen. 2003 marschierten ca. 500 Leute mit, im Jahr 2007 waren es schon schätzungsweise 20.000 mit hoher Medien-Präsenz und einem Einsatz von rund 3.000 Polizisten.

Sehenswürdigkeiten
Das Knabengymnasium, in dem 1919 der Nationalkongress abgehalten wurde
Sivas bietet viele Bauwerke der Seldschuken aus dem 13. Jahrhundert. Darunter fallen die seldschukische "Mavi Medrese" (dt: "Blaue Madrasa") von 1271 erbaut durch den armenischen Architekten KaloyanMaxim Yevadian: "Les Seldjouks et les architectes arméniens", Les Nouvelles d"Arménie Magazine, Nr. 156, Oktober 2009, Seite 73 f., die "Sifaiye Medresesi" von 1218 und die "Çifte Minare Medresesi" (dt: "Madrasa mit doppeltem Minarett") von 1271. Die älteste Moschee der Stadt ist die "Ulu Cami" (dt: "Große Moschee") von 1196. In der Nähe von Sivas liegt die Ruine der alten armenischen Kirche des "Heiligen Kreuzes" (). Sie enthielt wichtige Relikte wie den ThronRobert H. Hewsen: "Armenia. A Historical Atlas", The University of Chicago Press, Chicago und London 2001, p. 193 der Artsruni-Könige von Vaspurakan.

Osmanische Bauwerke sind das Bad "Kurşunlu Hamamı" von 1576 und die Kervansaray "Behrampaşa Hanı" von 1573.

Das Kongressgebäude von 1919 ist heute das Sivas-Museum, das über diesen Kongress, Atatürk und die ethno-geographischen Besonderheiten der Region informiert.

Sivas ist auch für seine Thermalbäder berühmt. Bekannte Thermalbäder sind "Sıcak Çermik", "Soğuk Çermik" und "Kangal Balıklı Kaplıca".

Siehe auch
*Blasius von Sebaste
*Vierzig Märtyrer von Sebaste
*Eustathius von Sebaste


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 22.05.2018 06:22 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Im Kulturreich Istanbul geht die Sonne niemals unter. Alle Jahre wieder eröffnet am 21. März das Nevruz-Fest den Festival-Reigen. Seit 1982 zeigen Ende April zahlreiche Kinos Beiträge zum International Istanbul Film Festival in Beyoğlu.
Am 1. Januar 2010 trat Istanbul neben Essen und Pécs die Regentschaft als Europäische Kulturhauptstadt 2010 an. In das multikulturelle Zentrum könnte man die beiden Nebenstädte mühelos als Stadtviertel integrieren, ohne dass es in der
"Zile" ist eine Kreisstadt in der türkischen Provinz Tokat mit ca. 35.000 Einwohnern.Ihr antiker Name war "Zela". Hier besiegte der römische Feldherr Gaius Iulius Caesar den bosporanischen König Pharnakes II. am 20. Mai 47 v. Chr. (nach dem
"Kilis" ist eine türkische Stadt in der Region Südostanatolien und hat 78.698 Einwohner (Volkszählung 2008). Sie ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Kilis.Die KFZ-Kennzeichen der Stadt und der Provinz beginnen mit der Ziffer 79.
"Malazgirt" (antiker Name "Man(t)zikert", kurdisch "Milazgir" oder "Kelê") ist eine Stadt in der osttürkischen Provinz Muş mit etwa 20.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Murat, 50 km nördlich des Vansees. Von dessen Hochplateau ist sie durch das
"Orhangazi" ist eine Stadt und ein Landkreis im Nordwesten der Türkei in der Provinz Bursa. Sie liegt am Izniksee ("İznik Gölü"), an der Hauptstraße von Yalova nach Gemlik. Der Platz ist seit rund 6000 Jahren besiedelt. Am Ufer des Izniksees
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erwägt ein weiteres Referendum über den Beitritt zur Europäischen Union (EU). Istanbul (dpa) - Dies könne nach der für den 16. April geplanten Volksabstimmung über das von ihm
Seit Monaten ist der inhaftierte PKK-Chef Öcalan von der Außenwelt abgeschnitten. Vor dem Opferfest lenken die Behörden ein. Der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP versetzt die Regierung dagegen einen schweren Schlag. Istanbul (dpa) - Nach
War der Putschversuch in der Türkei von Präsident Recep Tayyip Erdogan inszeniert? Seit der Niederschlagung des Putsches kursiert diese Verschwörungstheorie bei Erdogan-Kritikern in der Türkei, aber auch im Westen. Fragen und Antworten dazu. Istanbul
Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei ist die Lage für die Touristen in den Urlaubsgebieten des Landes nach Darstellung von Reiseveranstaltern ruhig geblieben. Hannover/Oberursel (dpa) -  Das berichteten Sprecher von Tui und
Das türkische Militär hat nach eigenen Angaben die Macht in der Türkei übernommen. Erdogan ist nach Angaben aus Kreisen seines Amtes dennoch nicht abgesetzt - und an einem sicheren Ort. Er rief die Menschen zu Versammlungen auf - viele folgten dem Appell. Istanbul
Spanien hat auf dem Weg zum dritten EM-Titel in Serie Fahrt aufgenommen und dank eines Doppelpacks von Àlvaro Morata souverän das Achtelfinale erreicht. Gegen eine ganz schwache türkische Mannschaft setzten sich die Iberer am Freitagabend in Nizza
Wetter

Istanbul


(22.05.2018 06:22)

17 / 23 °C


23.05.2018
18 / 23 °C
24.05.2018
17 / 21 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN
banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum