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«Sind Sie die Stimme von Gandhi?» - Peter Matic wird 80

Österreich
19.03.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Seit fast 60 Jahren steht Peter Matic auf der Bühne - vor allem in Wien und Berlin. Wohl keine der Rollen hat ihn - trotz oft feiner Kritiken - so populär gemacht wie seine Arbeit als Stimme des britischen Filmstars Ben Kingsley.

Wien (dpa) - Der Taxifahrer fragt noch einmal nach der Adresse des Hotels. Doch eigentlich will er nur eine Hörprobe von seinem Fahrgast Peter Matic. «Ich wollte nur sehen, ob sie wirklich der «Gandhi» sind.» Matic ist die deutsche Stimme des Schauspielers Ben Kingsley. Der Film über den indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi gewann mit Kingsley in der Hauptrolle acht Oscars. Jahrzehnte war Matic der deutsche Synchronsprecher des Briten, der mit «Schindlers Liste» und «Elegy» weitere Erfolge feierte. Das Leihen seiner auffälligen Stimme war nur ein kleiner Teil im Leben des Schauspielers Matic, der nach fast 60 Jahren auf den Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz am Freitag (24. März) seinen 80. Geburtstag feiert.

«Mir geht es erstaunlich gut angesichts der Jahre», freut sich Matic. Er ist weiter eine der festen Größen des Wiener Burgtheaters, tritt bei Festspielen auf und fühlt sich immer noch gerade in den Rollen wohl, in denen er als zutiefst freundlicher Mensch einen fiesen Charakter spielen darf. «Das Boshafte schlummert in uns allen», sagt Matic und nennt Molières «Tartuffe», Sternheims «Bürger Schippel» und Snajders «Kroatische Faust» als Beispiele. Dutzende von Rollen hat Matic verkörpert und im Weltkriegs-Drama «Die letzten Tage der Menschheit» bei den Salzburger Festspielen besonders geglänzt.

«Das Lernen der Rolle ist mir nie leicht gefallen. Ich bin immer froh, wenn ich früh das Textbuch habe», erzählt der Mann, der viele Jahre seines Lebens in Deutschland gelebt und gearbeitet hat. In Wien geboren kam er mit seiner Familie als Fünfjähriger nach Neckarsteinach bei Heidelberg. An der dortigen Volksschule hatte er als Sechsjähriger seinen ersten Auftritt als Schauspieler: als Zwergenkönig Atta Troll. Der einzige Dialekt, den er beherrsche, sei «neggaschleimisch», ein bisschen Pfälzisch gemischt mit Hessisch.

Später sei er in der Schule in Salzburg ein gefragter Vorleser im Fach «Literaturpflege» gewesen, erinnert sich Matic. Gegen den Rat seiner Eltern bewarb er sich am Max-Reinhardt- Seminar, fiel durch, aber legte später die Bühnenreife-Prüfung ab. Sofort wurde er am Wiener Theater in der Josefstadt engagiert. Prägende Jahrzehnte hat er in Berlin verbracht. «Es war das Filetstück meines Lebens», sagt Matic mit Blick auf das dortige Schiller-Theater.

Die damals größte deutschsprachige Bühne war - nach kurzen Abstechern in die Schweiz und nach München - 22 Jahre sein künstlerisches Zuhause. Dort spielte er im «Hauptmann von Köpenick» genauso wie in Arthur Millers «Hexenjagd». Nach 50 Rollen war Schluss. Nach vielen Querelen und Misswirtschaft wurde das Haus 1993 abgewickelt. Matic wechselte ans Wiener Burgtheater. Seit den 1960er Jahren war er obendrein in fast 100 TV-Produktionen zu sehen.

Ein weiteres Feld erschloss sich Matic als Sprecher für mehr als drei Dutzend Hörbücher. Für seine Lesung von Marcel Prousts «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» - das Werk hat mehrere tausend Seiten - erhielt er den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. «Ich bin wohl der Einzige, der beweisen kann, dass er alle sieben Bände gelesen hat», schmunzelt Matic.

Zwiespältige Erinnerungen hat er allein an seine Engagements als Regisseur. «Ich habe ein absolutes Harmoniebedürfnis und wäre gern weniger konfliktscheu» - wohl nicht die ideale Voraussetzung, um sich als Regisseur wohl zu fühlen. Seinen Geburtstag will der Mime im engsten Familienkreis feiern.

 

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