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Serbien

Europa
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Serbien liegt in Südosteuropa auf der Balkanhalbinsel. Das Land grenzt im Norden an Ungarn, im Nordosten an Rumänien, im Südosten an Bulgarien, im Süden an den Kosovo, Albanien und Mazedonien, im Südwesten an Montenegro, im Westen an Bosnien und Herzegowina und im Nordwesten an Kroatien. Die Hauptstadt Belgrad liegt an der Donau. Das Landschaftsbild Serbiens wird im Norden vom fruchtbaren Flachland des Donautals und im Süden von mehreren Mittelgebirgen, die das Dinarische Gebirge im Westen und das Balkangebirge im Osten miteinander verbinden, geprägt. In Serbien gibt es zahlreiche Klöster und Festungen, die von den Einflüssen der Jahrhunderte langen byzantinischen, römischen und türkischen Besetzungen des Landes zeugen. Faszinierende Landschaften können in den Nationalparks besichtigt werden. Der Djerdap Nationalpark, an der Donau bei Golubac gelegen, ist einer der meist besuchten Touristenregionen. Hauptattraktion ist die Djerdap-Schlucht, eine über 100 Kilometer lange Schucht, die das Eingangstor zu den südlichen Ausläufern der Karpaten bildet.
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Serbien liegt auf der zentralen Balkanhalbinsel und ist in seinem zentralen Teil, dem eigentlichen engeren Serbien, ein überwiegend gebirgiges Land, im nördlichen Teil, der Vojvodina, mit Ausnahme des sanften Inselgebirges Fruška Gora und der hügeligen Karpatenausläufer der Vrsačke gore aber ein gänzlich ebenes Tiefland.

Landschaftlich gliedert sich Serbien in drei Großräume. Der nördliche Teil Serbiens nimmt einen Teil der Pannonischen Tiefebene ein, südlich anschließend beginnen die Mittelgebirgszüge der Dinariden, die zwischen Dinarischem Gebirge und den Karpaten im Osten sowie dem Balkangebirge im Südosten durch die Morava-Furche getrennt werden. Das Relief im Süden Serbiens im Kosovo und Grenzgebiet zu Mazedonien ist landschaftlich durch Beckenlandschaften gekammert, die mit den flankierenden Hochgebirgszügen eine sehr ausgeprägte Reliefenergie und abwechslungsreiche Topographie besitzen.

Das engere Serbien wird durch die von Süd nach Nord verlaufenden Flüsse Drina und Velika Morava und deren Zuflüsse gegliedert. Dabei ist die Drina seit der römischen Reichsteilung auch die klassische Grenze der Kulturkreise des römisch-katholischen Westens und des byzantinischen Ostens und historischer Grenzfluss zu Bosnien. Die ehemaligen Waldsteppen der Donauniederung sind durch die hydrologische Verknotung der wichtigsten Ströme Ostmitteleuropas gekennzeichnet und durch ehemals weite Auenlandschaften sowie die äolischen Flugsande (bekannt als europäische Sahara ist die Deliblatska pesčara) und fruchtbare Schwarzerdeböden sowie Lösse gekennzeichnet.

Insgesamt erstreckt sich Serbien über vier Breitengrade am Rande der Subtropen zwischen 46° 11" N (bei Subotica in der nordserbischen Provinz Vojvodina) und 41°52" N (bei Gemeinde Gora) in der südserbischen Provinz Kosovo). Von Ost nach West sind die Stara Planina bei Dimitrovgrad (23°01"). sowie die Donau bei Bezdan (18°51"E) die Grenzpunkte.
Höchster Punkt ist die Đeravica im Prokletije im Kosovo mit 2.656 m Höhe, niedrigster Punkt ist der Austritt der Donau bei Prahovo in Ostserbien mit 17 m über dem Meeresspiegel.

Die historischen Regionen in Serbien haben heute keinen offiziellen Status. Häufig sind jedoch die Bezirke nach ihnen benannt. So ist beispielsweise die Šumadija sowohl ein Bezirk als auch eine Region, da die Grenze der Region Šumadija nicht klar definiert ist und sich oftmals weiträumige Gebiete außerhalb des heutigen Bezirkes zur Šumadija rechnen. Die Regionen in der Vojvodina werden nach Flüssen, andere nach Bergen bzw. Gebirgen benannt. Viele der Regionen verfügen über einen serbischen Namen, der sich aus der folgenden Struktur ableitet: Po + (Name eines Flusses) + je. So ist die im Norden von Zentralserbien gelegene Region Podunavlje aus diesem Konzept entstanden. Sie verdankt ihren Namen der Donau (Serbisch: Дунав/Dunav). Die Region Podrinje erstreckt sich entlang der Drina oder die Pomoravlje entlang der Morava. Andere hingegen tragen den Namen eines Gebirges, wie die Regionen Zlatibor oder Kopaonik.

Hydrographisch gehört der größte Teil Serbiens zum Einzugsbereich der Donau, die in ihrem Mittellauf auf einer Strecke von 588 km das Land durchquert. Die wichtigsten Donaunebenflüsse in Serbien sind die Save (in die wiederum die Drina mündet), die Morava, die Theiß und der Timok. Lediglich der äußerste Südwesten des Landes wird durch den Weißen Drin zur Adria hin entwässert, der äußerste Südosten wird über den Fluss Pčinja, welcher in den Vardar mündet, zur Ägäis hin entwässert.
Die größte Insel Serbiens ist die 60 km² große Flussinsel Ostrvo in der Donau östlich von Belgrad bei Kostolac.
Der größte natürliche See in Serbien ist der Belo jezero in der Vojvodina mit ca. 25 km². Daneben gibt es in Serbien einige größere Stauseen. Der größte ist der Đerdapsee (Đerdapsko jezero) oberhalb des Eisernen Tores mit 163 km² auf serbischer Seite (gesamt: 253 km²). Weitere Stauseen sind der Vlasinasee und der Perućacsee.
Der höchste Wasserfall in Serbien ist der 71 m hohe Jelovarnik im Kopaonik. Die größte und längste, aber nicht tiefste Schlucht Serbiens und in Europa ist das Eiserne Tor an der Donau.

Klima:
Serbien liegt auf der Balkanhalbinsel, deren große Landmasse im Westen, Süden und Osten von relativ warmen Meeren (Adria, Ägäis und Schwarzes Meer) und im Norden vom restlichen europäischen Festland umgeben wird. Ein weiterer wichtiger Faktor, welcher das Klima Serbiens bestimmt, ist das Relief. Grob gesagt, herrscht in Serbien Kontinentalklima im Norden, gemäßigt-kontinentales Klima im Süden, Gebirgsklima in den höheren Gebirgen im Süden des Landes. Die Winter in Serbien sind kurz, kalt und schneereich, die Sommer sind warm. Der kälteste Monat ist der Januar, der wärmste ist der Juli. Die tiefste bisher gemessene Temperatur in Serbien lag bei −38,0 °C (26. Januar 1954 in Sjenica), die höchste bei 45,8 °C (16. August 2006 in Paraćin). Die Jahresdurchschnittstemperatur in Serbien liegt bei 10 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 896 mm.

Die bedeutendsten Winde in Serbien sind:

Košava (kalter und trockener Wind in Nordostserbien)
Severac (kalt und trocken; Nordwind)
Moravac (kalt und trocken; kommt von Norden das Moravatal entlang)
Južni vetar (warm und trocken; kommt von Süden die Morava entlang)
Jugozapadni vetar (warm und feucht; kommt von der Adria und weht in Westserbien)

Naturschutzgebiete und landschaftliche Sehenswürdigkeiten

Serbien verfügt über fünf Nationalparks und 20 Naturparks und rund 590 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 7.315,08 km², womit mehr als 8 % Serbiens unter Naturschutz stehen. Die fünf Nationalparks entsprechen der Kategorie II der IUCN.

Acht Orte Serbiens wurden in der Ramsar-Konvention aufgelistet für die Erhaltung von Feuchtgebieten.

Unter den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten befinden sich zahlreiche geomorphologische Phänomene. Darunter:

Đavolja varoš (dt.: „Teufelsstadt“) Erdpyramiden in Südserbien (nahe Leskovac).
Mäander und Schlucht des Flusses Uvac (Meandri i klisura reke Uvac) in Südwestserbien (Sandschak).
Mäander und Schlucht des Flusses Temska in Südostserbien (bei Niš).
Felsen des Babin zub Gipfels in der Stara Planina in Südostserbien.
Felsen Stol in Ostserbien (bei Bor).
Ušaćka pećina (Höhle von Ušać) in Südwestserbien.

Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlich. In Zentralserbien leben zum allergrößten Teil Serben, daneben auch Rumänen (Walachen) im Osten und Nordosten; Bulgaren im Südosten und Nordosten; sowie verstreut Roma. Im Sandschak von Novi Pazar lebt auch eine größere Minderheit von Bosniaken, im Preševo-Tal im südlichsten Zipfel des Engeren Serbien eine albanische Minderheit.
Die Vojvodina (Banat, Batschka und Syrmien) ist schon seit Jahrhunderten durch ein buntes Völkergemisch geprägt - vor allem aus Serben (65,05 %), Ungarn (14,28 %), Slowaken (2,79 %), Kroaten (2,78 %), Rumänen (1,50 %), Roma (1,43 %) und früher auch etwa 510.000 Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Begründung des Landesverrates vertrieben wurden.
In die Vojvodina und das nördliche Engere Serbien kamen in den letzten Jahren etwa 490.000 (Binnen)-Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und dem Kosovo (etwa 180.000 aus Kroatien, 90.000 aus Bosnien und Herzegowina, 220.000 aus dem Kosovo).

Die Hauptamtssprache in Serbien ist Serbisch. Serbisch beziehungsweise Serbokroatisch wird fast überall im Land verstanden und gesprochen. In der nordserbischen Provinz Vojvodina sind neben Serbisch auch Ungarisch, Kroatisch, Russinisch, Slowakisch und Rumänisch als Amtssprachen anerkannt. Nach der im November 2006 in Kraft getretenen Verfassung wird die serbische Sprache in Serbien offiziell in kyrillischer Schrift geschrieben, wobei im Alltag und in den Medien auch die lateinische Form vielfältig zur Anwendung kommt.

Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Serbiens sind Christen, davon bekennt sich mit etwa 6,3 Millionen (etwa 84%) die Mehrheit zur serbisch-orthodoxen Kirche, zudem gibt es noch Katholiken, Protestanten und einige wenige neuapostolische Christen. In Serbien sind auch Muslime und Atheisten zu finden. Im Sandschak von Novi Pazar bilden Muslime eine knappe Mehrheit.

Die Städte Serbiens entwickelten sich kulturhistorisch aus orientalisch oder westeuropäisch geprägten Orten, die im engeren Serbien großteils erst nach dem Zweiten Weltkrieg einer stärkeren Modernisierung unterlagen. Dabei behielten jedoch die Orte im serbischen Teil des Sandschak und Kosovo (mit Ausnahme Prištinas) zum Teil ihren orientalischen Charakter.
Die Urbanisierung nahm insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg schnell zu, was durch Landflucht der sogenannten Dinarischen Bauern sowie Kosovo-Serben und von Serben aus ärmeren Regionen des ehemaligen Jugoslawien sowie anderer Ethnien und der Migration von Kriegsflüchtlingen während mehrerer Wellen während der Jugoslawienkriege von 1991, 1995 und 1999 zu einem schnellen Bevölkerungsanstieg in den größeren Städten führte.
Unter den Großstädten nehmen die Verwaltungszentren des Staates, die Metropole Serbiens Belgrad, sowie der Regierungssitz der autonomen Provinz Vojvodina, Novi Sad, in funktionaler sowie administrativer Hinsicht eine zentrale Rolle ein. Hier konzentrieren sich daher auch Medien- und Dienstleistungsunternehmen sowie die Kulturinstitutionen des Landes. Aufgrund ihrer vergleichsweise entwickelten Infrastruktur haben sie auch die regional höchste Bedeutung für Verkehr und Handel und zeigen die dynamischste Wirtschaftsentwicklung. Durch die zentrale Lage von Novi Sad und Belgrad auf der Entwicklungsachse im Korridor X werden sie auch im prioritären Investitionsprojekt des Landes besonders bevorzugt.
Neben diesen primären Zentren kommt Niš, Belgrad nachfolgend, eine ergänzende zentrale Rolle im südlichen Serbien zu. Daneben ist die in der Region Šumadija gelegene „Autostadt“ Kragujevac durch eine zwar nicht vollständig ausgeprägte, jedoch überregionale Funktion ausgezeichnet.
Den weiteren serbischen Großstädten kommen in funktionaler Hinsicht sekundäre Rollen zu. Unter den Großstädten entwickelte sich Pančevo seit den 1970er Jahren zunehmend zu einer Satellitenstadt von Belgrad und wächst in die Metropolregion der demographisch auch weiterhin durch rasches Bevölkerungswachstum geprägten Hauptstadt hinein.
Im Kosovo übernimmt Priština die Funktion des zentralen Ortes und primären Wirtschaftsstandortes.

Die Großstädte Serbiens sind:
Belgrad 1.546.812 (2002)
Novi Sad 299.294 (2002)
Niš 236.722 (2004)
Kragujevac 147.473 (2002)
Zrenjanin 131.509 (2002)
Pančevo 126.069 (2002)
Čačak 117.072 (2002)

Serbien ist eine Parlamentarische Demokratie mit einem Einkammerparlament, der Narodna Skupština (wörtlich übersetzt: Volksversammlung) mit 250 Abgeordneten. Sie hat die Legislative inne. Die im Parlament vertretenen serbischen Parteien gruppieren sich als Fraktionen in eine Regierungskoalition und die Opposition. Die Exekutive wird von einem Ministerpräsidenten (serb. Predsednik Vlade, kurz Premier) und einem Ministerrat, der vom Staatspräsidenten ernannt wird und mit diesem gewisse Kompetenzen (Landesverteidigung, Außenpolitik) teilt, aber dem Parlament verantwortlich ist, geführt. Der Präsident wird alle vier Jahre vom Volk direkt gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich. Amtsinhaber seit 2004 ist Boris Tadić (DS), der am 3. Februar 2008 für eine zweite Amtszeit wieder gewählt wurde. In der Vojvodina gibt es weiterhin ein Regionalparlament. Die Bezirksregierungen der serbischen Okruzi werden dagegen von der Zentralregierung ernannt.

Zu den in der Skupština vertretenen Parteien gehören seit den Parlamentswahlen am 11. Mai 2008 die westlich-orientierte Koalition "Für ein europäisches Serbien" (DS in Koalition mit G17 Plus, SPO, LSV und der SDP), die nationalistische Serbische Radikale Partei, die mitte-rechts orientierte Demokratische Partei Serbiens in Koalition mit der rechtsgerichteten Nova Srbija. Die Sozialistische Partei Serbiens ist in einer Koalition mit der Partei der vereinigten Pensionäre Serbiens und mit Einiges Serbien im Parlament vertreten. Der strikt prowestlich ausgerichteten Liberaldemokratischen Partei gelang ebenfalls der Einzug ins Parlament, wie auch den Parteien der albanischen (KAP), ungarischen (SVM) und bosniakischen (BLES) Minderheit, welche von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen sind.

Mit der Verfassung von 2006 bekamen die autonomen Regionen Serbiens Vojvodina (Војводина) und Kosovo und Metochien (Косово и Метохија / Kosovo i Metohija, als Kurzform Космет / Kosmet) ihre von 1974 bis 1989 bestehende politische Selbständigkeit innerhalb Serbiens und Jugoslawiens als Provinzen Serbiens zurück. Der restliche Teil Serbiens (mehr als die Hälfte des Landes), der nicht zu diesen beiden Provinzen gehört, bildet keine eigene politische Einheit, weshalb es auch keine offizielle Bezeichnung für ihn gibt. Informell ist die Bezeichnungen Zentralserbien (Централна Србија / Centralna Srbija) oder „engeres Serbien“ gebräuchlich.
Unter Slobodan Milošević war der Autonomiestatus der beiden Provinzen Serbiens aufgehoben und die alte Verfassung von 1945 bis 1974 erneuert worden. Weiterhin wurde ihr Stimmenanteil innerhalb des Staates Jugoslawien auf die Republik Serbien übertragen, was Serbiens Einfluss in politischen und finanziellen Entscheidungen auf Staatsebene stärken sollte und damit den Zerfall Jugoslawiens beschleunigte.
Nach dem Sturz Miloševićs im Oktober 2000 beschloss 2002 das serbische Parlament das so genannte Omnibus-Gesetz, das unter anderem auch regelt, dass das Regionalparlament der Vojvodina von den Bürgern der Provinz direkt gewählt wird.
Kosovo steht seit Juni 1999 unter UN-Verwaltung (UNMIK), so dass die Bestimmungen dort nicht in Kraft treten konnten. Der völkerrechtliche Status ist nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo vom 17. Februar 2008 umstritten.

Die Parteienlandschaft in Serbien ist stark zersplittert. Neben den beiden großen Parteien Serbische Radikale Partei (SRS, offensiv nationalistisch, Vojislav Šešelj, 78 Parlamentssitze) und Demokratische Partei (DS, EU-orientiert, Boris Tadić, 66 Sitze) existieren zahlreiche kleinere Parteien und Splitterparteien. Zu ihnen zählen: Demokratische Partei Serbiens (DSS, nationalistisch, Vojislav Koštunica, 21 Sitze), G17 Plus (liberalkonservative, EU-orientiert, 21 Sitze), Sozialistische Partei Serbiens (SPS, „Milošević“-Sozialisten, Ivica Dačić, 12 Sitze), Liberal-Demokratische Partei (LDP, liberal, strikt EU-orientiert, für Unabhängigkeit Kosovos, Čedomir Jovanović, 11 Sitze), Serbische Erneuerungsbewegung (SPO, monarchistisch, Vuk Drašković, 4 Sitze), Neues Serbien (NS, nationalkonservativ). Bei den Wahlen am 21. Januar 2007 kandidierten insgesamt 20 Listen, manche davon aus mehreren Parteien bestehend. Im September 2008 trat der Fraktionsvorsitzende der SRS, Tomislav Nikolić, von seiner Funktion zurück und gründete mit 17 anderen SRS-Mitgliedern die neue Partei Srpska Napredna Stranka.

Das Parlament der Republik Serbien, die Skupština
Im Herbst 2003 brach die bisherige Regierungskoalition unter dem Namen DOS (Demokratische Opposition Serbiens) auseinander, so dass es am 28. Dezember 2003 zu Neuwahlen kam. Mit knapp 28% der Stimmen beziehungsweise etwa 35% der Parlamentssitze wurde die SRS, geleitet von Vojislav Šešelj, der seit 24. Februar 2003 als mutmaßlicher Kriegsverbrecher in Den Haag vor Gericht steht, stärkste Partei, blieb jedoch in der Opposition.

Nach etwa zweimonatigen Verhandlungen bildete der demokratische Block eine Minderheitsregierung bestehend aus DSS, G17 Plus, SPO-NS (unter Ausnahme der DS). Zunächst war diese Regierung partiell auf parlamentarische Unterstützung durch Miloševićs SPS angewiesen, was auch als Destabilisierungsfaktor gesehen wurde. Stabilisieren konnte sich die Regierungskoalition Ende September 2005, als die muslimische Sandžak-Partei dem Kabinett beitrat. Am 1. Oktober 2006 teilte die Partei G17 Plus mit, dass sie die Regierungskoalition verlässt, da die Regierung nicht in der Lage sei, den gesuchten Kriegsverbrecher Ratko Mladić zu verhaften. Dadurch wurden vorgezogene Parlamentswahlen nötig.

Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im Januar 2007 ging das demokratische Lager als Sieger hervor. Die für eine engere Bindung an die Europäische Union eintretenden Parteien erzielten zusammen mehr als 150 der insgesamt 250 Sitze. Stärkste Partei wurde jedoch, wie schon 2003, die Serbische Radikale Partei mit einem leicht gestiegenen Stimmenanteil. Sie bekam 28,7 % der Stimmen, was 81 Parlamentssitzen entspricht. Im Mai 2007 verständigten sich die demokratischen und pro-westlichen Parteien DS, DSS und G17 auf eine Koalitionsregierung unter Ausschluss der Nationalisten, nachdem kurz zuvor der amtierende Vorsitzende der SRS Tomislav Nikolić, auch mit den Stimmen der DSS, zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde. Er trat aber bereits am 13. Mai wieder zurück. Daraufhin wurde Oliver Dulić (DS) zum Parlamentspräsidenten und Vojislav Koštunica (DSS) zum Ministerpräsidenten gewählt.
Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Februar 2008 traten innerhalb der Regierung tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über den weiteren Weg zur Annäherung an die Europäische Union zutage. Während die DSS zusammen mit den Oppositionsparteien SRS und SPS einen Parlamentsbeschluss fasste, der faktisch den Abbruch der Beziehungen zur EU und denjenigen EU-Staaten, die den Kosovo anerkannt haben, forderte, bestanden die übrigen Regierungsparteien auf weiteren Verhandlungen über den Abschluss des bereits in wesentlichen Punkten vereinbarten Stabilisierungs- und Assoziationsabkommens (SAA) mit der EU. Angesichts dieser Situation kündigte Ministerpräsident Koštunica am 8. März 2008 seinen Rücktritt an und schlug für den 11. Mai 2008 vorgezogene Neuwahlen vor. Zur Unterstützung der proeuropäischen Kräfte kam es im Vorfeld dieser Wahlen am 29. April 2008 im Beisein von Präsident Boris Tadić in Luxemburg zur Unterzeichnung des SAA, das allerdings erst im Kraft tritt, wenn Serbien vollständig mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien kooperiert.

Da bei den Parlamentswahlen vom 11. Mai 2008 keines der beiden Lager eine eindeutige Mehrheit erzielen konnte, gab es langwierige Koalitionsverhandlungen. Schließlich einigten sich Ende Juni das von Präsident Boris Tadić angeführte Bündnis Für ein europäisches Serbien mit der früher von Slobodan Milošević geführten SPS und einigen Vertretern von Minderheiten auf die Bildung einer Koalitionsregierung. Erste Amtshandlung des Parlaments war die Wahl von Slavica Đukic-Dejanović (SPS) zur Parlamentspräsidentin. Am 7. Juli 2008 wurde die neue Regierung Serbiens im Parlament gewählt. 127 Parlamentarier stimmten für die neue Regierung, 27 dagegen. Anwesend waren nur 164 der 250 Abgeordneten. Premier ist der bis dato amtierende Finanzminister Mirko Cvetković. Die vereinbarte Regierungskoalition besteht aus der Wahlallianz Für ein europäisches Serbien (Demokratische Partei, G17 Plus, Serbische Erneuerungsbewegung, Liga der Sozialdemokraten der Vojvodina, Demokratischer Bund der Kroaten der Vojvodina und Demokratische Partei des Sandžak), der Wahlallianz aus Sozialistischer Partei Serbiens, Partei der Pensionäre Serbiens und der Partei Einheitliches Serbien, sowie der Bosniakischen Liste für einen europäischen Sandschak und der Magyarischen Koalition.

Militär
Die Streitkräfte Serbiens zählen etwa 27.000 Mann, wovon 6.500 auf die Luftwaffe entfallen. Die Wehrpflicht gilt für alle Männer zwischen 18 und 35 Jahren und dauert neun Monate. Frauen können seit 1983 freiwillig Wehrdienst leisten.
Seit 2003 ist in Serbien auch der Zivildienst möglich, dieser dauert jedoch 13 Monate. Nach der Auflösung des Staatenbundes zwischen Serbien und Montenegro erhielt Montenegro wieder seine eigene Armee (der Korps von Podgorica der gemeinsamen Armee wurde im Mai 2006 zur montenegrinischen Armee umfunktioniert). Die gemeinsame Marine wurde aufgelöst.
Mit einer Resolution des serbischen Parlaments im Jahr 2007 hat sich Serbien als „militärisch neutraler Staat“ deklariert. Seit 2009 wird der Umbau der Armee zu einer Berufsarmee betrieben. Ende 2010 soll dieser Umbau abgeschlossen sein und ca. 10.600 Berufssoldaten ihren Dienst tun. Somit wird auch die Wehrpflicht abgeschafft werden.

Kosovo-Frage
Die Vojvodina im Norden und der Kosovo im Süden bilden nach der Verfassung aus dem Jahr 2006 die zwei autonomen Provinzen Serbiens. Kosovo steht seit 1999 und dem Ende des Kosovokrieges unter UN-Verwaltung. Das Parlament in Priština erklärte im Februar 2008 die Unabhängigkeit der Republik Kosovo, deren völkerrechtlicher Status umstritten ist. Die serbische Regierung und viele andere Staaten sahen in dem Vorgehen Kosovos einen Verstoß gegen die UN-Resolution 1244 und den Grundsatz der territorialen Integrität. Am 8. Oktober 2008 stimmte die UN-Generalversammlung einem Antrag Serbiens zu, die völkerrechtliche Gültigkeit der Unabhängigkeitserklärung durch den Internationalen Gerichtshof prüfen zu lassen.
Aus Protest gegen die einseitige Unabhängigkeit gründeten die Serben im Nordkosovo die Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien, welche sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Priština entzieht. Entsprechend den Bemühungen der serbischen Regierung, ihre Territorialansprüche auf dem Gebiet geltend zu machen, wird in offiziellen Dokumenten stets vom Kosovo als einem besetzten Teil Serbiens gesprochen.
Jüngere Grenzkonflikte

Der genaue Grenzverlauf zwischen Serbien und Kroatien entlang der Donau ist bis heute umstritten. Aufgrund der Tatsache, dass die Donau in den letzten Jahrhunderten ihren Lauf ständig um einige Kilometer änderte, verlief die Grenze nicht immer in der Mitte des Flusses, sondern entlang von Altarmen der Donau. Zudem entstanden Flussinseln, welche zwar ins serbische Territorium hineinragten, aber zu Kroatien gehörten.
Mit dem Vertrag von Erdut, welcher von Serbien und Kroatien 1995 unterzeichnet wurde, kam Ostslawonien vorübergehend für zwei Jahre unter UN-Verwaltung, später zu Kroatien. Im Vertrag wurde der Grenzverlauf als der Mittellauf der Donau definiert. Danach übernahmen serbische Streitkräfte auch die Kontrolle über umstrittene Donauinseln (darunter die Šarengradska Ada und die Vukovarska Ada). Die Gesamtfläche der umstrittenen Gebiete, welche heute unter serbischer Verwaltung stehen, beträgt 115 km².

Bürokratie

Die Zahl der für den Staat tätigen Beamten hat sich seit dem Regimewechsel 2000 auf etwa 28.000 vervierfacht. Hierbei kann man eine drastische Anhebung der Beschäftigungszahl mit jeder Änderung in der Organisation des Staates besonders nach dem Regimewechsel von Slobodan Milošević auf Zoran Đinđić und nach der Auflösung des Staatenbundes Serbien und Montenegro beobachten, was neben dem Gerangel um Macht, Funktionen und Positionen, auch auf eine Kompensation im Zuge der Privatisierung staatlicher Unternehmen, die die Arbeitslosigkeit drastisch ansteigen lässt, schließen lässt.

Die Regierung um die linksliberale DS, die sozialistische SPS, die wirtschaftsliberale G17+ u.w. und der Präsident Boris Tadić kündigten bereits an, allerdings mit Blick auf die Weltwirtschaftskrise 2009, im Zuge der Annäherung an die EU und der drohenden Nichterfüllung wichtiger Wahl- und Koalitionsversprechen, hier gegenzusteuern, um die Geldmittel aus der Einsparung von Beamtenstellen in die versprochene kaum realisierbare Rentenerhöhung fließen zu lassen. In der Realität erhöhte sich jedoch mit Übernahme der Regierung die Anzahl der Ministerposten der multikulturellen und vom politischen Spektrum weit auseinander liegenden 11-Parteien-Regierung.

Der Beamte und das System insgesamt halten weiterhin, wie im früheren sozialistischen Jugoslawien, ihre Autorität und ihre Unantastbarkeit hoch, was immer mehr Bürgern als unbegründet erscheint und sich im CPI Score 2008 der nichtstaatlichen westlichen Organisation Transparency International mit der Platzierung 85 von 180 untersuchten Ländern weltweit bemerkbar macht.

Einige Wirtschaftswissenschaftler und Institutionen deren Arbeitsgebiet die Korruption umfasst sprechen von der systematischen und institutionalisierten Korruption, die schon mit den verabschiedeten weit auslegbaren Gesetzen der Parlamentarier beginnen soll, neben einer offenen üblichen Alltäglichen, die mit auftretender politischer Einstimmigkeit und Entschlossenheit leichter zurückgedrängt werden könnte.

Geschichte:

Erstmalige urkundliche Erwähnung findet ein Staat Serbien 822 bei Einhard, dem Biographen Karls des Großen. Zu dieser Zeit regierte der Župan Strojimir, der Enkel Višeslavs, über Serbien. Etwa seit 600 ist die Herrschaft von Županen im Gebiet Serbiens bekannt. Sie waren Stammesanführer, die bis ca. 1000 die Regierung Serbiens innehatten. Nachdem Serbien dann von den Ungarn verwüstet wurde, fiel es völlig unter die Herrschaft von Byzanz, die von 950 bis 1050 anhielt. Um 1040 wurde Stefan Vojislav byzantinischer Archont über die als Dioklitien bezeichnete Region und begründete die bis 1131 dauernde Herrschaft der Vojisavljević, die weiterhin unter der Regierung von Byzanz stand. In der Region Raszien übernahmen um 1080 die Urošević und in ihrer Nachfolge ab 1167 die Nemanjiden, ab 1371 die Lazarević die Herrschaft. Von 1427 bis 1459 war Raszien von Branković beherrscht.
1459 wurde Serbien von den Osmanen erobert und blieb bis 1804 Teil des osmanischen Reiches.

Trotz zahlreicher Versuche, wieder unabhängig zu werden, wurde Serbien erst 1804 im ersten serbischen Aufstand teilweise befreit. 1813 wurde das Gebiet aber wieder von den Osmanen erobert. Erst im zweiten serbischen Aufstand 1815-1817 wurde Serbien teilweise ein autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberhoheit. 1867 zwang Fürst Mihailo Obrenović die letzten osmanischen Regimenter mit ihrem Hab und Gut das Fürstentum zu verlassen, und Belgrad wurde feierlich zur freien serbischen Hauptstadt geweiht. 1878 wurde im Berliner Kongress die volle Souveränität Serbiens von den Großmächten offiziell anerkannt. 1882 wurde das Fürstentum Serbien zum Königreich erklärt.

Serbien nach den beiden Balkankriegen 1913
Am 9. Oktober 1912 erklärte Montenegro der Hohen Pforte den Krieg. Die verbündeten Serben, Bulgaren und Griechen traten am 18. Oktober dem Krieg gegen das Osmanische Reich bei. Dieses verlor durch den Londoner Vertrag 1913 fast alle seine europäischen Besitzungen. Bulgarien auf der einen und Serbien und Griechenland auf der anderen Seite gerieten jedoch in heftigen Streit um die Aufteilung des von ihnen eroberten Makedonien. Daraufhin unternahm am 29. Juni Bulgarien einen Angriff auf Serbien. So kam es zum Zweiten Balkankrieg, in dem Serbien gemeinsam mit Griechenland, Rumänien und dem Osmanischen Reich, Bulgarien in einer Gegenoffensive besiegte. Konfrontiert mit dieser Übermacht blieb Bulgarien nur die Kapitulation. Es musste im Frieden von Bukarest vom August 1913 seine im Ersten Balkankrieg gewonnenen Territorien teilweise wieder abtreten.
Infolge der Balkankriege wurde der nordwestliche Teil Makedoniens serbisch, der südliche Teil Makedoniens und der südwestliche Teil Thrakiens wieder griechisch.

Im Ersten Weltkrieg stand Serbien von Anfang an auf Seiten der Entente cordiale, seine Kriegsziele sahen eine Zerschlagung Österreich-Ungarns und die Vereinigung aller südslawischen Völker in einem gemeinsamen Staat vor. Auslöser des Krieges war das durch den großserbische Ideologien vertretenden und auch in der serbischen Regierung sehr einflussreichen Geheimbund „Schwarze Hand“ angezettelte Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este. Serbien sah sich daraufhin mit einem praktisch unannehmbaren Ultimatum Österreichs konfrontiert. Dieser Vorgang löste eine Kettenreaktion aus, die den Kriegsausbruch in ganz Europa zur Folge hatte.
Die ersten Offensiven der Österreicher 1914 konnte die serbische Armee noch abwehren, erlitt aber empfindliche Verluste. Ein schwerer Schlag war der Ausbruch einer Seuche im Winter 1914/15, Zehntausende Soldaten starben aufgrund der Kämpfe und der schlechten Versorgungslage. Im Juli 1915 besetzte Serbien das benachbarte Albanien. Im Zuge einer koordinierten Offensive der Mittelmächte gegen das Land im Oktober 1915 zur Bereinigung der Balkanfront griffen jedoch österreichische, bulgarische und deutsche Truppen Serbien von drei Seiten an. Die serbische Armee entging zwar der völligen Vernichtung, musste sich aber zum Meer zurückziehen und erlitt dabei Verluste von weit über 90 Prozent der ursprünglichen Stärke. Währenddessen führten die Mittelmächte im besetzten Land ein strenges Besatzungsregime, dem die Serben mit Partisanenaktionen hartnäckig Widerstand leisteten. Mit der Niederlage der Mittelmächte 1918 ging auch Serbien trotz hoher Verluste als Siegermacht hervor.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen unter der Führung des serbischen Königs Alexander I. Karađorđević gegründet, das sich 1929 in Jugoslawien (Südslawien) umbenannte. Es bestand aus Serbien, dem bis dahin unabhängigen Montenegro sowie den meisten von Südslawen besiedelten Ländern Österreich-Ungarns, wie Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien, Slawonien und Slowenien. Innere Konflikte in der jugoslawischen Monarchie führten zu einem Erstarken nationaler Bewegungen. In Folge fielen der serbische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou gemeinsam in Marseille am 9. Oktober 1934 einem Attentat kroatischer faschistischer Ustascha und mazedonischer VMRO-Anhänger zum Opfer. In der Folgezeit entwickelte sich ein autoritäres Regime, das Historiker heute als Königsdiktatur bezeichnen und das sich weitgehend auf den serbischen Teil der Bevölkerung stützte.

Die jugoslawischen Kommunisten Ranković, Tito und Đilas während des Zweiten Weltkrieges

Im Zweiten Weltkrieg blieb Jugoslawien zunächst neutral und weigerte sich, dem Dreimächtepakt unter deutscher Führung beizutreten. Das Abkommen wurde erst nach offenen Kriegsdrohungen am 25. März 1941 von der Regierung Cvetković-Maček und Prinzregent Paul unterzeichnet. In Folge kam es in Serbien zu Demonstrationen, die schließlich am 27. März 1941 in einem probritischen Staatsstreich in Belgrad gipfelten, der von dem nun für volljährig erklärten Petar II. Karađorđević unterstützt wurde. Die Regierung Paul-Cvetković-Maček wurde gestürzt, und Prinz Paul musste nach Griechenland fliehen. Kurz darauf wurde am 6. April Belgrad von der deutschen Luftwaffe bombardiert, was innerhalb weniger Tage rund 20.000 zivile Opfer forderte. Der Balkanfeldzug führte schnell zur vollständigen Besetzung Jugoslawiens. Bosnien, die Herzegowina und Syrmien wurden dem neuen Unabhängigen Staat Kroatien angeschlossen. Die Banovina Zeta (heute überwiegend Montenegro und Kosovo) wurde von den mit Deutschland verbündeten italienischen Truppen besetzt. Die Batschka fiel an Ungarn, während der Banat und ein „Rumpfserbien“ unter deutsche Besatzung gerieten. Süd- und Zentralserbien wurden im Laufe des Krieges schließlich zur bulgarischen Okkupationszone. Unter dem deutschen „Befehlshaber Serbien“ wurde eine Marionettenregierung unter General Milan Nedić eingesetzt, die nur geringe Befugnisse besaß. Nach der deutschen Besetzung kam es in Serbien Anfang Juli 1941 zu einem Volksaufstand, der sich später auf Montenegro, Bosnien und Kroatien ausweitete.

Der antifaschistische Widerstand in Serbien wurde von der Kommunistische Partei Jugoslawiens (KPJ) sowie der absolutistisch-monarchistischen Exilregierung Jugoslawiens unter dem König Peter II. (Jugoslawien) organisiert. Die von der KPJ kontrollierte Partisanenbewegung begann nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 22. Juni 1941 den Widerstand gegen die Wehrmacht aber auch den offenen Kampf gegen die jugoslawische Monarchie. Der Widerstand der Monarchisten gegen die aufgezwungene Politik Hitlers begann etwas früher mit dem Sturz des Prinzregenten Paul und dessen Marionette Ministerpräsident Cvetković durch General Dušan Simović am 25. März 1941. In Serbien konnten die Partisanen im Herbst 1941 in der Gebirgsregion um Užice die befreite Republik Užice ausrufen und 73 Tage gegen die Wehrmacht halten. Nach dem Zusammenbruch des Aufstands, der Vertreibung der Partisaneneinheiten und ihrer Verlegung nach Bosnien wurde der Widerstand gegen die faschistischen Besatzer in Serbien nur noch von den Tschetniks aufrechterhalten.
Die Jugoslawischen Partisanen warfen den Tschetniks jedoch vor, unter dem Regierungschef Nedić kritiklos die Verbrechen an Serben durch die deutschen und kroatischen Besatzer hinzunehmen und offen mit ihnen zu kollaborieren. Die Tschetniks wurden teilweise von Mussolinis faschistischem Italien, aber auch von den Westmächten unterstützt. Sie leisteten den Ustaschas, aber auch den Tito-Partisanen in Bosnien und Kroatien Widerstand und warfen ihrerseits den Partisanen vor, die rücksichtslosen Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Besatzer in Serbien zu provozieren und einen revolutionären Kampf auf dem Rücken der Zivilbevölkerung auszutragen. Oftmals wurde der Tod von Wehrmachtssoldaten mit der Erschießung von Hunderten serbischer Zivilisten vergolten. Einige Tschetnik-Führer, wie Kosta Pećanac und Dimitrije Ljotić, arbeiteten mit den Besatzern eng zusammen und beteiligten sich an Militäraktionen der Wehrmacht gegen die kommunistischen Partisanen.
Im Oktober 1944 konnte die Rote Armee unter Marschal Tolbuhin mit den Operationen der 3. Ukrainische Front in der Belgrader Operation die Heeresgruppe Südukraine schlagen und in Serbien einmarschieren. Mit dem Vormarsch der Roten Armee nach Südosteuropa und dem durch den Zusammenbruch der Heeresgruppe Südukraine erzwungenen Rückzug der Achsenmächte konnte der von den Kommunisten geführte Volksbefreiungskampf NOB (Narodna Oslobodilačka Borba) mit Einheiten der Jugoslawische Volksbefreiungsarmee koordiniert mit der sowjetischen Führung auf das Territorium Serbiens ausgeweitet werden.

Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die Partisanen Titos als Sieger hervor. Serbien wurde eine von sechs Teilrepubliken des kommunistischen Jugoslawien. Bis 1963 trug die Teilrepublik den Namen Volksrepublik Serbien (Narodna Republika Srbija), danach trug sie die Bezeichnung Sozialistische Republik Serbien (Socijalistička Republika Srbija).
Serbien erhielt Ost-Syrmien, aber Mazedonien wurde wie Montenegro eine eigenständige Teilrepublik. Im Jahr 1974 erfolgte auf Beschluss der Kommunistischen Partei unter Tito und Edvard Kardelj eine Verfassungsänderung und Neugliederung Serbiens in drei Teile: das „engere Serbien“ (Zentralserbien) und die weitgehend Autonomen Provinzen Vojvodina und Kosovo. Im jugoslawischen Staatspräsidium war Serbien seither mit drei (von insgesamt acht) Sitzen vertreten.

Der Zerfall Jugoslawiens 1991
Nach Titos Tod 1980 wandten sich Politiker aller Teilrepubliken, insbesondere Serbiens und Kroatiens, mehr und mehr nationalistischen Programmen zu. In Serbien agitierte die sozialistische Partei um Slobodan Milošević gegen die Autonomie des Kosovos und der Vojvodina, die daraufhin 1989 aufgehoben wurde. Politiker aus Kroatien und Slowenien, allen voran Franjo Tuđman und Milan Kučan, drängten ihrerseits, dann mit Berufung auf den durch die Entmündigung der Provinzen stark gewachsenen Einfluss Serbiens auf den Gesamtstaat, auf die Souveränität ihrer Teilrepubliken.

Ab 1991 begann Jugoslawien zu zerfallen; alle Teilrepubliken bis auf Serbien und Montenegro erklärten nach und nach die Unabhängigkeit. Daraufhin gründeten Serbien und Montenegro am 27. April 1992 die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese war zwar nicht als alleiniger Rechtsnachfolger der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien anerkannt, konnte aber Jugoslawiens Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen fortführen.
Mit der Loslösung Sloweniens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas brachen die Jugoslawienkriege aus. Erst intervenierte die Jugoslawische Volksarmee, die von Belgrad aus kommandiert wurde. Sie musste jedoch nach der internationalen Anerkennung Sloweniens, Kroatiens und Bosniens diese nun nicht mehr jugoslawischen Territorien verlassen. Serbien unterstützte militärisch und finanziell die serbischen Paramilitärs in den Kriegsgebieten Kroatiens und Bosniens, unterbrach diese Unterstützung jedoch, nachdem es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Belgrad und den bosnischen Serben gekommen war, sowie die UNO ein Handelsembargo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien beschloss.
Auslöser der Sanktionen waren die bekannt gewordenen ethnischen Säuberungen, die sich vor allem gegen die bosnischen Muslime, aber auch andere Nichtserben richteten. Mit Unterstützung Serbiens war es den kroatischen und bosnischen Serben gelungen, große Gebietsgewinne zu erringen. Die meisten dieser Gebiete gingen jedoch im Verlauf des Krieges wieder verloren. Im Zuge der kroatischen Militäroperation Oluja im August 1995 wurden etwa 200.000 kroatische Serben, darunter die geschlagene Armee der Republik Serbische Krajina, vertrieben. Als die kroatische Armee und die bosnischen Streitkräfte in Bosnien weiter vorrückten, flohen auch viele bosnische Serben in die Bundesrepublik Jugoslawien oder zogen in Drittländer und sind teilweise bis heute dort geblieben.

Der Krieg im Kosovo

Nach dem Abkommen von Dayton, das den Bosnienkrieg beendete und dem Ende der „Republik Serbische Krajina“, blieb nach 1995 der Status der mehrheitlich von Albanern besiedelten Provinz Kosovo die letzte politisch brisante Frage in den Zerfallskriegen Jugoslawiens. Für alle Führer der Albaner stellte die Unabhängigkeit von Serbien die zentrale politische Forderung dar. Auf die prekäre Menschenrechtssituation im Kosovo machte amnesty international im Jahresbericht 1996 aufmerksam. Bereits seit 1989 wurden die Rechte der albanischen Bevölkerungsmehrheit zum Teil stark eingeschränkt. Die zunehmend gewalttätigeren Unruhen im Kosovo versuchte die serbische Führung unter Slobodan Milošević mit restriktiven polizeilichen und schließlich auch militärischen Mitteln zu beenden.

Die mit terroristischen Mitteln operierende UÇK („Befreiungsarmee des Kosovo“) begann 1996 mit verstärkten Angriffen auf serbische Sicherheitskräfte. Zudem kam es zu Gewaltaktionen gegen die serbische Zivilbevölkerung in den Städten. Mit der Aufrüstung der UÇK aus Waffenbeständen Albaniens, wo nach dem Lotterieaufstand die öffentliche Ordnung völlig zusammenbrach und ganze Munitions-Bestände geplündert wurden, setzte diese den Konfrontationskurs gegen serbische Sicherheitskräfte verstärkt fort, dem sich aber die Partei Ibrahim Rugovas widersetzte.

Nach den serbischen Präsidentschaftswahlen 1997, die von den Kosovo-Albanern fast geschlossen boykottiert wurden, eskalierte die Situation weiter. Durch verstärkte Aktivität der UÇK, die im Verlauf des Jahres 1998 die Kontrolle in der Region Drenica gewinnen konnte, begannen serbische Sicherheitskräfte eine koordinierte polizeiliche Gegenoffensive, die von Einheiten der Armee unterstützt wurde und mit der Zerschlagung des Kerns der UÇK-Einheiten in der Region Drenica endete.
Durch schwere Menschenrechtsverletzungen während der Kämpfe sahen sich die westlichen Staaten unter Führung der USA jetzt, auch im Hinblick auf ihre Untätigkeit in Srebrenica vier Jahre zuvor, in der Pflicht. Die USA gaben der serbischen Führung die alleinige Schuld an der Eskalation und machten Milošević persönlich für die Situation verantwortlich. Ein Regimewechsel des als persona non grata geltenden und unhaltbaren autoritären Regimes von Milošević galt in westlichen Augen nunmehr als Vorbedingung eines dauerhaften Friedens. Mit der Drohung eines militärischen Eingreifens des NATO-Bündnisses gegen Serbien erzwang dieses die Kontrolle des Waffenstillstandes durch die KVM und eine Luftüberwachung seitens der USA, was den Konflikt eindämmen sollte, von den USA aber durch die Kontrolle der Mission durch die UNO nicht wirklich als befriedigend empfunden wurde.
Nach neuerlichem Aufflammen der Gefechte im Frühjahr 1999 versuchte die NATO unter Führung der USA, der serbischen Führung den Vertrag im französischen Rambouillet aufzuzwingen, der durch einen geheimen militärischen Anhang die Besetzung der Bundesrepublik Jugoslawien durch NATO-Truppen beinhaltete, was für die serbische Regierung unannehmbar war. Die Ablehnung des Ultimatums interpretierte die NATO als Casus Belli und begann am 24. März 1999 mit der 78-tägigen Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien.

Der ohne UNO-Mandat erfolgte Luftkrieg, als Humanitärer Krieg verteidigt, hatte die Besetzung des Kosovo durch die NATO zum Ziel. Durch die Aufhebung der territorialen Souveränität eines Landes sowie das ohne UNO-Mandat erfolgte militärische Eingreifen stellte der Krieg nach Ansicht eines Teils von Völkerrechtlern eine völkerrechtswidrige Handlung dar, ist hingegen nach Ansicht anderer Experten durch das Nothilferecht legitimiert.
Die Situation der Kosovo-Albaner verschärfte sich indes, weil die serbischen Streitkräfte sich nicht, wie erwartet, sofort aus dem Gebiet zurückzogen. Unter dem Druck der Bombardierungen stimmte die jugoslawische Regierung am 10. Juni 1999 der UN-Resolution 1244 zu und unterzeichnete das Abkommen von Kumanovo.
Diese Regelungen bestätigten die Zugehörigkeit der Provinz Kosovo zu Jugoslawien vorbehaltlich einer endgültigen Statusregelung. Ebenso wurde der vorläufige Rückzug der jugoslawischen Streitkräfte aus dem Kosovo vereinbart. Die Verwaltung der Provinz wurde vorläufig auf die UNMIK, die militärische Kontrolle auf die NATO übertragen. Mit dem Rückzug der jugoslawischen Armee und Polizei verließen über 200.000 Serben die Provinz. Ein Großteil der im Kosovo verbliebenen Serben wurde von den Albanern gewaltsam vertrieben, Hunderte wurden ermordet oder gelten als vermisst. Die Übergriffe der Albaner richteten sich auch gegen andere Minderheiten im Kosovo, überwiegend gegen die Roma.

Die Ära nach Milošević

Bei den Präsidentschaftswahlen am 24. September 2000 wurde Vojislav Koštunica zum serbischen Präsidenten gewählt, was das Ende der Ära Milošević einleitete. Milošević hatte sich zunächst zum Wahlsieger erklärt, musste aber nach mehrtägigen Streiks, Demonstrationen der Demokratischen Opposition Serbiens und der Besetzung des Parlaments am 5. Oktober, schließlich nachgeben. Bei den Parlamentswahlen im Dezember 2000 errang die DOS einen überwältigenden Sieg. Im Januar 2001 wurde Zoran Đinđić zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Dies führte u.a. dazu, dass Slobodan Milošević am 29. Juni 2001 an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ausgeliefert wurde. Am 12. März 2003 wurde Đinđić auf offener Straße von Attentätern aus den Reihen der ehemaligen „Roten Barette“ ermordet.
Mit der Annahme einer neuen Verfassung im Jahre 2003 wurde die 1992 gegründete Bundesrepublik Jugoslawien in einen losen Staatenbund umgewandelt und änderte ihren Namen in Serbien und Montenegro.
Mitte März 2004 kam es nach den Falschmeldungen, Serben hätten albanische Kinder in einem Fluss ertränkt, zu Pogromen gegen die im Kosovo lebende serbische Minderheit. Dabei wurden über 4.000 Menschen vertrieben, 19 getötet, 1.000 Häuser in Brand gesteckt, 27 serbisch-orthodoxe Kirchen und Klöster zerstört.
Am 30. März 2004 wurde ein kontroverses Gesetz erlassen, durch welches die Republik Serbien verpflichtet ist, Angeklagten vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag alle Spesen zu ersetzen. Allerdings wurde drei Tage darauf ein Erlass veröffentlicht, wonach sich dieses Gesetz nicht auf die Familie von Slobodan Milošević erstreckt.

Am 27. Juni 2004 wurde ein neuer Präsident gewählt, nachdem mehrere vorangegangene Versuche wegen zu geringer Wahlbeteiligung gescheitert waren. Die Beteiligung musste über 50% betragen; diese Quote wurde jedoch nie erreicht. Nach Abschaffung der 50%-Hürde gewann der liberale und Europa zugewandte Reformer Boris Tadić von der DS gegen Tomislav Nikolić von der nationalistischen Radikalen Partei mit 53,24 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl.
Am 17. August 2004 hat die serbische Nationalversammlung einstimmig das frühere königliche Wappen und die Hymne Bože Pravde des 19. Jahrhunderts als zu verwendende nationale Symbole vorgeschlagen, jedoch nur provisorisch, bis eine endgültige Lösung bestimmt wird. Die Hymne und das Wappen aus Zeiten der serbischen Monarchie sollen die letzten kommunistischen Symbole ersetzen. Das Wappen zeigt einen doppelköpfigen silbernen Adler, ein silbernes Kreuz und eine Krone.

Der serbische Präsident Boris Tadić
Serbien war einer der letzten aus Jugoslawien hervorgegangenen Staaten. Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) bildeten Serbien und Montenegro ab 1992 zunächst die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese wurde durch Parlamentsbeschluss des damaligen Bundesparlaments am 4. Februar 2003 aufgelöst und durch den Staatenbund Serbien und Montenegro (Srbija i Crna Gora) abgelöst.
Am 5. Juni 2006 erklärte das serbische Parlament in Belgrad die formale Unabhängigkeit des Landes, nachdem Montenegro diesen Schritt nach der Volksabstimmung am 21. Mai 2006, die zugunsten der Unabhängigkeit ausfiel, bereits am 3. Juni 2006 mit der Unabhängigkeitserklärung des montenegrinischen Parlaments in Podgorica vollzogen hatte. Am 8. Juni 2006 wurde die Flagge Serbiens als Nachfolger des Staatenbundes bei den Vereinten Nationen aufgezogen.
Am 30. September 2006 verabschiedete das Parlament in Belgrad einstimmig und nach sechsjähriger Auseinandersetzung eine Verfassungsnovelle für Serbien. Bei einer Volksabstimmung am 28. und 29. Oktober 2006, wurde die neue Verfassung von 53,04 Prozent der Wahlberechtigten (bei einer Wahlbeteiligung von 54,91 Prozent) angenommen.
Am 10. November wurde die neue Verfassung durch das Parlament angenommen.
Am 21. Januar 2007 wurden Neuwahlen des Parlaments durchgeführt. Erst am 11. Mai einigten sich Serbiens Demokraten auf die Regierungsbildung mit Vojislav Koštunica als Ministerpräsidenten.
Die am 8. November 2005 begonnenen Stabilisierungs- und Assoziierungsgespräche zwischen der EU und dem damals noch bestehenden Staatenbund Serbien und Montenegro, wurden zunächst im Frühjahr 2006 von Seiten der EU unterbrochen, da nach deren Ansicht die Regierung in Belgrad nicht genügend Aktivitäten zur Ergreifung der als Kriegsverbrecher gesuchten Radovan Karadžić und Ratko Mladić unternahm. Nach einer verbesserten Kooperation Serbiens mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) wurden die Gespräche fortgeführt und mündeten am 7. November 2007 in der Paraphierung eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens. Unterzeichnet werden soll das Abkommen aber erst nach der Überstellung von Karadžić und Mladić an das ICTY.
Am 17. Februar 2008 rief das kosovarische Parlament, die Unabhängigkeit der Provinz aus, was von der serbischen Regierung und vom serbischen Parlament nicht akzeptiert wird und völkerrechtlich umstritten ist. Nach der Unabhängigkeitserklärung kam es in verschiedenen Städten zu Unruhen, bei denen besonders Botschaften der unabhängigkeitsbefürwortenden Staaten angegriffen wurden. Dabei kam ein 22-jähriger Student in der US-amerikanischen Botschaft, in die er mit weiteren Jugendlichen eingedrungen war, ums Leben. Zugleich erklärten die Serben im Norden des Kosovo, parallele Polizei- und Verwaltungsstrukturen aufgebaut zu haben.

Nachdem es im Mai 2008 abermals zu vorgezogenen Neuwahlen kam, wurde im Juli 2008 eine Koalitionsregierung unter Führung der bisher bereits regierenden Demokratischen Partei unter anderem zusammen mit der bisher oppositionellen Sozialistischen Partei gebildet. Wenige Tage nach der Regierungsbildung gelang es, den lange gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadžić in Belgrad zu verhaften, was zu kurzzeitigen, teilweise gewalttätigen Protesten nationalistischer Bevölkerungsteile führte. Gleichzeitig wurde der Weg zur Ratifizierung des Stabilisierungs- und Assoziationsabkommens (SAA) frei gemacht, die am 9. September 2008 vom serbischen Parlament bestätigt wurde. Im Vorfeld der Abstimmung spaltete sich ein Teil der Fraktion der nationalistischen Serbischen Radikalen Partei unter Führung des bisherigen amtierenden Parteivorsitzenden Tomislav Nikolić ab und bildet nunmehr eine eigene Fraktion mit dem Namen „Napred Srbijo“ (Vorwärts Serbien). Die Abspaltung war das Ergebnis eines Machtkampfes zwischen pragmatischeren Kräften um Nikolić, die dem SAA zustimmen wollten, und Fraktionsmitgliedern, die einer Weisung des im Gefängnis des Internationalen Strafgerichtshofes in Scheveningen einsitzenden nominellen Parteivorsitzenden Vojislav Šešelj, der die Weisung ausgegeben hatte, gegen das Abkommen zu stimmen, folgen wollten.

Serbien hat mit Grenzen zu acht Nachbarstaaten, so viele wie kein anderer Staat der Region, eine geostrategisch wichtige Lage im Zentrum des Balkans. Der Standortvorteil führt dazu, dass besonders ausländische Firmen ihre Präsenz immer stärker ausbauen, wie zuletzt der russische Energiegigant Gasprom oder der Automobilhersteller Fiat. Serbien ist Mitglied der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation und der CEFTA. Zudem gibt es ein Abkommen der besonderen Beziehungen mit der Republika Srpska. Serbien ist das einzige europäische Land, welches ein Freihandelsabkommen mit Russland besitzt, das 2007 in Kraft trat. Am 7. Dezember 2009 wurde von der EU ein Wirtschaftabkommen mit Serbien freigegeben, welches bislang von den Niederlanden verhindert wurde. In einem Mitte September 2005 veröffentlichten Bericht der Weltbank wurde Serbien als führendes Reformland im Bereich der Entwicklungsförderung von Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen bezeichnet.
Ein Großteil der seit Jahrzehnten nach Serbien fließenden Devisen stammt von den im Ausland lebenden Serben, das sind u.a. Einnahmen durch die Tourismusbranche, Klein-, vereinzelt Großinvestitionen im eigenen Land in verschiedene Projekte oder als Unterstützung für ihre Familien. Diese betragen ca. 3,5 Mrd. Dollar jährlich

Etwa 40 % der gesamten Fläche Serbiens sind agrarisch nutzbar. Die Landwirtschaft macht ca. 16,6 % des serbischen Bruttoinlandsprodukts aus. Gemäß der Statistik aus dem Jahr 2002 arbeiteten rund 30 % der Gesamtbevölkerung in der Landwirtschaft. 2008 waren es bereits 12,3 %. Aufgrund des günstigen Klimas gibt es in Serbien gute bis sehr gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Die fruchtbarste Region ist die Pannonische Tiefebene im Norden des Landes in der Provinz Vojvodina. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln, Weizen und Obst (v.a. Pflaumen, Himbeeren und Äpfel). Serbien zählt weltweit zu den größten Exporteuren von Himbeeren. Daneben wird auch Tierhaltung betrieben (v.a. Schweine und Rinder, im Südwesten Schafe). Der Weinbau spielt auch eine große Rolle, hier insbesondere im Weinbaugebiet Fruška Gora.

Der industrielle Sektor des Landes befindet sich seit einigen Jahren in stetigem Wachstum. Die meisten Firmen in Serbien waren staatliche Unternehmen. Um den Standort Serbien für Investitionen attraktiver zu machen, begann 2002 die Privatisierung dieser Firmen. Der Anteil des Sekundärsektors an der Wirtschaftsleistung Serbiens betrug im Jahr 2007 25,5 %. Der Industriesektor in Serbien wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Mit der Übernahme von 67% des serbischen Auto-Herstellers Zastava durch Fiat verspricht sich der sich aus der Branche zurückziehende Staat eine Wiederbelebung der Automobilbranche und einen Dominoeffekt auf bestehende Hemmnisse, besonders bei Unternehmen mit Standort in der EU, für Investitionen in Serbien. Fiat plant nach eigenen Aussagen über eine Milliarde Euro in die neue Fiat Srbija investieren zu wollen.
Produziert werden schwerpunktmäßig Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Glas, Zement, Maschinen (Waffen) und vereinzelt auch Technologie- und Telekommunikationsprodukte.

South Stream durch Serbien
Energie wird in Serbien hauptsächlich durch Kohle- und Wasserkraftwerke erzeugt.
Mit der Unterzeichnung des Abkommens im Januar 2008 in Moskau über den Bau der South Stream Gaspipeline, die etwa 400 km durch Serbien verlaufen soll, der Übernahme von 51% des Stammkapitals der serbischen Ölgesellschaft NIS (Нафтна Индустрија Србије/Naftna industrija Srbije) durch Gazprom Neft, dessen Mehrheitseigner der russische Energiekonzern Gazprom ist, und der Inbetriebnahme eines Erdgasdepots mit mindestens 300 Millionen Kubikmetern Speichervermögen im ausgeschöpften Gasfeld Banatski Dvor etwa 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Novi Sad entsteht in Serbien in nächster Zukunft einer der wichtigsten Transitknoten für Gas in Südosteuropa. Es ist eines der mit Abstand größten Wirtschaftsprojekte in Serbien seit dem Bau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert.
Zudem, bedingt durch eine vorhersehbare Energieknappheit ab 2012, plant der serbische staatliche Stromerzeuger EPS (Електропривреда Србије/Elektroprivreda Srbije) mit den Stromerzeugern der betreffenden Nachbarländer ein drittes Wasserkraftwerk an der Donau namens Đerdap III (Ђердап III) mit etwa 2,4 Gigawatt Leistung.

Dienstleistungssektor
Der Dienstleistungssektor dominiert seit 2001 die Wirtschaft in Serbien und macht weit über die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts aus (2007 57,9 % der serbischen Wirtschaftsleistung). Er ist der sich am schnellsten entwickelnde Bereich der serbischen Wirtschaft. Die Verlagerung vom Primär- und dem niedergehenden Sekundärsektor, der zumeist aus Staatsbetrieben bestand, zum Dienstleistungssektor begann mit einer Reihe grundlegender Reformen, die schon in der postsozialistischen Ära des Milosević-Regimes eingeleitet wurden. Seitdem „boomte“ die Wirtschaft in diesem Bereich.
Das größte Dienstleistungszentrum ist die Finanzmetropole und Hauptstadt Belgrad, wo die meisten Unternehmen aus dem tertiären Sektor ihren Sitz haben. Auch die anderen großen Städte Novi Sad und Niš sind wichtige Dienstleistungsstandorte. An zentraler Stelle stehen hierbei die Banken, die Versicherungsbranche, der Handel und der Verkehr.

Tourismus
Serbiens größter See, der Đerdapsee, ist ein Stausee am Eisernen Tor
Nach dem Zerfall Jugoslawiens blieben Touristen wegen des Bürgerkrieges 1991 - 1995 weitgehend aus. Während 1987 noch 4,5 Millionen Touristen die jugoslawische Teilrepublik Serbien besuchten, waren es im Jahr 2005 nur noch etwas mehr als 400.000 ausländische Touristen. Durch verstärkte Investitionen in touristische Bereiche, in die Infrastruktur und mehr Werbung stiegen die ausländischen Besucherzahlen 2007 auf 700.000. Die Einnahmen durch Tourismus betrugen 2008 ca. 944 Mio. Dollar. Im Jahr 2009 wird mit 850 Mio. Dollar gerechnet.
Die touristischen Hauptziele in Serbien sind die Großstädte Belgrad und Novi Sad, zahlreiche Kurorte, die Gebirge Kopaonik, Zlatibor und die Donau. Des Weiteren bietet Serbien zahlreiche Festungen und Klosteranlagen sowie eine Vielzahl von Seen und Schluchten, von denen das Eiserne Tor die größte ist. Viele dieser geografischen Besonderheiten sind als Nationalpark bzw. Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt.
Straße
Alle wichtigen Verkehrswege Südosteuropas kreuzen sich in Serbien. Das Straßennetz ist insgesamt 45.290 km lang. Serbien besitzt 498 mautpflichtige Autobahnkilometer und 136 km mautpflichtige Halbautobahnen. Das Straßennetz beinhaltet 2.638 Brücken und 78 Tunnel, von denen jedoch nur sehr wenige beleuchtet sind. Die Infrastruktur wird sukzessive ausgebaut. Viele Autobahnen und Schnellstraßen befinden sich in Planung und Bau. In Zukunft sollen vier Autobahnen Belgrad mit dem serbischen Kernland verbinden. Dabei sollen zwei neue Autobahnen entstehen, welche Belgrad mit Montenegro (Süd-Westen) und Rumänien (Nord-Osten) verbinden. Geplant ist zunächst der Ausbau der Schnellstraße 1 zu einer Autobahn mit zwei Spuren von Horgoš bis Novi Sad in der Länge von 106 Kilometer. Dann folgen die Rekonstruktion der bestehenden 68 Kilometer langen Autobahn zwischen Novi Sad und Belgrad sowie die Projektierung und der Bau der Autobahn von Belgrad bis Požega in einer Länge von 148 Kilometern.
In absehbarer Zukunft soll auch die Trasse ab Požega Richtung Montenegro fortgesetzt werden. Davon erhoffen sich vor allem der Tourismus und die Wirtschaft generell einen Aufschwung für ganz Südosteuropa und auch für den Adriahafen Bar. Ziel ist, die geplante neue Autobahn von Belgrad an die Südadria als Teil des transeuropäischen Verkehrskorridors 10 anerkannt zu bekommen.

Der heutige Autoput Beograd–Šid ist die wichtigste Autobahnstrecke in Serbien. Sie knüpft an die kroatische Autobahn A3 am Grenzübergang Batrovci an und verläuft dann ca. 387 km süd-östlich Richtung Leskovac. Im Jahr 2006 wurde zusammen mit der griechischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, um den Bau der Autobahn bis zur mazedonischen Grenze abzuschließen. Die Kosten für die ungefähr 96 km lange Strecke sollen etwa 380 Mio. Euro betragen, wobei die griechische Regierung davon 100 Mio. Euro investiert. Der Baubeginn erfolgte im Sommer 2008. 2008 wurde ein Teilstück der Belgrader Ringautobahn fertig gestellt, welche jedoch nur eine Halbautobahn ist. Bis 2011 solle auch die zweite Spur fertig sein. Der Bau der gesamten Ringautobahn um Belgrad soll nach den Plänen der Stadt Belgrad bis 2013 abgeschlossen sein.
Weitere Investitionen sind an den Autobahnen Niš–Dimitrovgrad geplant, eine wichtige Strecke vor allem für den Transport aus Mitteleuropa in Richtung Türkei und den Nahen Osten. Zudem wird ab 2010 eine Vignettenpflicht auf serbischen Autobahnen eingeführt

Verkehrsbestimmungen
Tempolimits:
Für PKW, Motorräder und Wohnmobile bis 3,5 t innerorts 60 km/h, auf Landstraßen 80 km/h, auf Kraftfahrstraßen 100 km/h und auf Autobahnen 120 km/h (für Wohnmobile 100 km/h). PKWs mit Anhänger und Wohnmobile über 3,5 t dürfen innerorts ebenfalls 60 km/h fahren, außerorts überall nur 80 km/h.
Sonstiges:
Promillegrenze: 0,5

Eisenbahn
Die Eisenbahnen Serbiens betreiben Verbindungen von Belgrad nach Bar (Montenegro), Istanbul und in die EU-Länder (ua. Budapest, Sofia, Thessaloniki). Serbien besitzt 3.809 km Eisenbahnstrecken. 1.364 km davon sind elektrifiziert. Wichtigste Fernverkehrsbahnhöfe im paneuropäischen Eisenbahnkorridor X sind Belgrad (Hauptbahnhof, Prokop sowie Novi Beograd), Novi Sad, Niš und Subotica. In Teilstücken wird die Verbindung momentan zur Schnellfahrstrecke ausgebaut, ein durchgehender Ausbau für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ist in Planungsausführung.
Luftverkehr
Für den Flugverkehr spielt der internationale Flughafen „Nikola Tesla“ am westlichen Stadtrand von Belgrad die wichtigste Rolle. Daneben gibt es noch den internationalen Flughafen „Konstantin Veliki“ in Niš. Ein weiterer ziviler Flughafen entsteht seit Sommer 2006 durch den Umbau eines ehemaligen Militärflughafens bei Užice. JAT Airways ist die staatliche Fluggesellschaft. Eine Privatisierung steht dem europaweit operierenden Unternehmen bevor.
Schifffahrt
An der Donau, Save und Theiß gibt es viele Flusshäfen, die auch neuerdings eine touristische Route bedienen. Über die Donau gibt es eine Wasserverbindung zum Schwarzen Meer. Entlang der Donau befinden sich einige Schiffswerften.

Medien
In Serbien gibt es 18 Tageszeitungen, von denen Politika, Blic und Večernje novosti die höchsten Auflagen erreichen.[58] Unter den wöchentlich erscheinenden politischen Magazinen sind NIN und Vreme die bedeutendsten. Die tägliche Zeitungsauflage liegt bei 106 Zeitungen pro 1.000 Einwohner. Des Weiteren gibt es den staatlichen Fernsehsender RTS mit zwei Kanälen, der sich im Übergang in ein öffentlich-rechtliches System befindet, sowie mehrere private Fernsehkanäle, von denen RTV Pink die höchste Einschaltquote im Land erreicht. Neben drei staatlichen gibt es eine Vielzahl privater Hörfunksender. Hier wurde in den 1990er Jahren insbesondere der Sender B92 international bekannt, als dieser aktiv die serbische Opposition gegen die Milošević-Regierung unterstützte.
Das Internationales Radio Serbien sendet ein Programm in 12 Sprachen, darunter auch in Deutsch, und kann auf Kurzwelle, via Satellit und im Internet als Podcast gehört werden.

Kultur
Bereits in der Frühzeit war das Gebiet des heutigen Serbien besiedelt. Hierbei spielte insbesondere die Vinča-Kultur, die eines der ältesten bekannten Schriftsysteme hervorbrachte. Am archäologischen Fundort Lepenski Vir an der Donau wird die bislang älteste bekannte sesshafte Population von Ackerbauern und Viehzüchtern in Europa vermutet.
In der Vergangenheit war Serbien öfters Grenzland wichtiger Imperien. So verlief einst die Grenze zwischen Westrom und Ostrom an der Donau entlang durch Serbien; ebenfalls verlief dort die Grenze zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Dies hat seine Spuren hinterlassen. Der Norden Serbiens ist mitteleuropäischer als der Süden des Landes geprägt.
Den größten Einfluss auf die serbische Kultur hatte das Byzantinische Reich. Das lässt sich in der Religion der Serben wieder erkennen, der größte Teil der Bevölkerung bekennt sich zur orthodoxen Kirche. Einen besonderen Stellenwert in der serbischen Kultur haben daher auch die vielen Klöster Serbiens, von denen ein großer Teil bereits im Mittelalter erbaut wurde.
Neben Paris und München war Belgrad in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eines der europäischen Zentren des Impressionismus. Großen Wert haben die zahlreichen Fresken in serbischen Klöstern und Kirchen, von denen der „Weiße Engel“ im Kloster Mileševa das bedeutendste ist.

Musik
Die Gusle
In Serbien gibt es eine lange Folklore-Tradition, die besonders im Balkan Brass deutliche Einflüsse der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich zeigt. Diese Einflüsse sind auch im Turbo Folk hörbar, der in Serbien und anderen Gebieten des ehemaligen Jugoslawien die Populärmusik mitbestimmt.
In traditionalistischer serbischer Musik findet v. a. das Akkordeon Verwendung. Für die traditionelle Musik werden hauptsächlich Nationalinstrumente wie z. B. die Gusle verwendet. Das „Kolo“ (Reigen) ist ein Gruppentanz, der von Region zu Region unterschiedlich aufgeführt wird. Das bekannteste serbische Kolo ist das „Užičko kolo“ (Užicer Kolo).
Außerdem besteht in Serbien eine reichhaltige „Independent“-Musikszene, die an die Jugendszenen im ehemaligen Jugoslawien anknüpfen kann, die zur Zeit des Miliošević-Regimes zurückgedrängt worden waren. Darunter befinden sich Electronica-Acts wie Darkwood Dub oder Indierock-Combos wie die Partibrejkers.
Die größten jährlich stattfindenden Musikfestivals in Serbien sind das Trompeten-Festival „Dragačevski sabor trubača“ in Guča und das Pop-Festival Exit in Novi Sad.
2007 belegte Serbien den 1. Platz beim Eurovision Song Contest mit dem Lied Molitva von Marija Šerifović. Erfolgreich war Serbien und Montenegro auch im Jahr 2004 durch das Erreichen des zweiten Platzes in diesem Wettbewerb mit dem Lied Lane Moje von Željko Joksimović.
Bekannte serbische Sänger sind Đorđe Balašević, Lepa Brena, Neda Ukraden, Željko Joksimović, Mile Kitić, Aca Lukas und Ceca.

Architektur
Die Architektur in Serbien ist genauso vielfältig wie die Geschichte des Landes. Vorherrschend ist die byzantinische Baukunst, vor allem in den zahlreichen serbischen Klöstern, von denen einige in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurden, dessen Stil sich erfolgreich bis nach Russland weiterentwickelte. Weitere vorherrschende Baustile in Serbien sind der Barock im Norden des Landes und der orientalische Baustil in Südserbien (Sandschak und Kosovo). Vor allem in der Hauptstadt Belgrad finden sich auch zahlreiche Bauten der Zwischenkriegszeit im Stile der Moderne, insbesondere des Art Deco. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Novi Beograd mit seinen Riesenblocks nach städtebaulicher Ideologie Corbusiers gebaut. Nebst den sozialistischen Monumentalbauten im Stil der Moderne war für Prestigebauten auch ein Stil einer Konstruktionsarchitektur, welcher mit enormen Spannweiten die Kühnheit statischer Bautechnik aufzeigte, bemerkenswert. Die aktuelle Architektur entspricht der westlichen mit anonymen Glasfassaden, welche keine Eigenständigkeit aufzeigt.

UNESCO-Weltkulturerbe
1979- Stadt Stari Ras, Kloster Sopoćani, Petrova crkva (Peterskirche; älteste in ganz Serbien)
1986 - Kloster Studenica („Wiege des serbischen Königreiches“ im Mittelalter)
2007 - Gamzigrad-Romuliana, Palast des Galerius
Daneben zählen vier mittelalterliche Klöster bzw. Kirchen in Kosovo zu den Welterbestätten, die von Serbien als Teil des Landes angesehen werden.

Film
Der bekannteste serbische Regisseur ist Emir Kusturica. Weitere wichtige Regisseure sind Goran Paskaljević (Anđeo čuvar), Ljubiša Samardžić (Jesen stiže, Dunjo moja) und Zdravko Šotra (Zona Zamfirova, Pljačka trećeg Rajha...).


Sicherheitshinweise des
Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland

Stand 18.01.2010
(Unverändert gültig seit: 16.10.2009)
Aktueller Hinweis
Die Republik Serbien hat dem Auswärtigen Amt offiziell mitgeteilt, dass für die Einreise nach Serbien keine Bescheinigung vorgelegt werden muss, aus der hervorgeht, dass keine Erkrankung an der neuen Grippe Influenza A (H1N1) [sog. "Schweinegrippe"] vorliegt.
Das Verlangen eines solchen Dokumentes, hilfsweise Geldzahlungen für das Ausstellen solcher Atteste an der Grenze, entspricht nicht der geltenden Rechtslage. Falls ein solches Dokument an der Grenze verlangt wird, kann Beschwerde bei der serbischen Polizei eingereicht werden.
Landesspezifische Sicherheitshinweise

Innenpolitische Lage
Aus den Parlamentswahlen vom 11. Mai 2008 ist eine Regierung hervorgegangen, deren erklärtes Ziel ein schnellstmöglicher EU-Beitritt Serbiens ist. Die Lage in Serbien ist derzeit grundsätzlich ruhig. Reisenden wird empfohlen, sich durch die Medien über die aktuelle Lage unterrichtet zu halten. Informationen über aktuelle Ereignisse sind in englischer Sprache auf den Internetseiten des Fernsehsenders B92 unter www.b92.net oder der Tageszeitung Blic unter www.blic.co.yu verfügbar.
Die vormals serbische Provinz Kosovo hat sich am 17. Februar 2008 für unabhängig erklärt. Im Anschluss daran gab es Demonstrationen mit heftigen Ausschreitungen gegen in- und ausländische Ziele. Wenn auch derzeit nichts auf eine ähnliche Gefährdungslage hinweist, sind weitere Demonstrationen nicht ganz auszuschließen.
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden.
In Teilen Südserbiens (Region um Presevo, Bujanovac und Medvedja) ist von einer latent gespannten Sicherheitslage auszugehen. Auswirkungen der weiteren Entwicklungen im Kosovo auf die albanisch besiedelten Regionen Südserbiens sind nicht auszuschließen.

Reisen über Land / Kriminalität
Bei Nachtfahrten durch Serbien besteht ein erhöhtes Risiko: U.a. mindere Qualität des Straßenbelags sowie der Straßen- und Kfz-Beleuchtung erfordern höchste Aufmerksamkeit.
Fahrzeuge sollten wegen Diebstahlgefahr möglichst nur in verschlossenen Garagen oder auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Im geparkten Fahrzeug sollten keine Reisedokumente oder Wertsachen oder anderes Gepäck zurückgelassen werden.

Kfz-Unfälle
Bei Verwicklung von Ausländern in Kfz-Unfälle kommt es insbesondere bei Fällen von Personenschäden regelmäßig zur Inhaftierung ausländischer Fahrzeugführer und – insbesondere bei Todesfolgen auf serbischer Seite – nach gerichtlicher Feststellung der Schuld zu Verurteilungen mit mehrjährigen Haftstrafen, die – entgegen deutscher Rechtsprechung - nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Daher wird dringend empfohlen, sämtliche Verkehrsregeln – insbesondere die geltenden Höchstgeschwindigkeiten (Landstraßen 80 km/h, Autobahnen 120 km/h) - streng zu beachten und umsichtig und ausgeruht zu fahren. Bei jedem Unfall muss in Serbien die Polizei gerufen werden, die ein Schadensprotokoll anfertigt, das für Versicherungszwecke und ggf. Zollverfahren bei der Ausreise unerlässlich ist. Die Promillegrenze in Serbien beträgt 0,5. Wegen der Schuldzuweisung bei Unfällen und der damit verbundenen möglichen Inhaftierung in Serbien wird jedoch dringend empfohlen, im Straßenverkehr ganz auf Alkohol zu verzichten!

Visum
In Serbien sind touristische Reisen bis zu 3 Monaten Dauer visumsfrei (Achtung: Auf diese Dauer werden auch Aufenthalte in Kosovo angerechnet!). Bei längerem Verbleib oder Aufnahme einer Erwerbstätigkeit muss vor Reiseantritt ein Einreisevisum bei einer serbischen Auslandsvertretung eingeholt werden. Eine spätere Verlängerung der Aufenthaltsberechtigung durch die serbischen Inlandsbehörden ist nicht möglich.

Der Aufenthalt in bzw. Transit durch Serbien ohne regulären Einreisestempel stellt einen Verstoß gegen das serbische Ausländerrecht dar und kann zur Festnahme führen. Da an der Grenze zwischen Kosovo und Serbien von den serbischen Behörden weiterhin keine serbischen Einreisestempel erteilt werden, ist eine Ausreise aus Kosovo über Serbien nur dann möglich, wenn vorher auch die Einreise nach Kosovo auf dem Landweg über Serbien erfolgt ist und die Gesamtreisedauer 3 Monate nicht übersteigt. Das bedeutet, dass eine Einreise auf dem Landweg von Kosovo nach Serbien nur bei Vorliegen eines gültigen serbischen Einreisestempels im Reisepass möglich ist (der z.B. durch eine Fahrt über eine offizielle Grenzstelle an der mazedonisch-serbischen Grenze erworben werden kann).

Kosovarische Stempel werden von den serbischen Behörden nicht anerkannt und zumeist ungültig gestempelt. Da dies den kosovarischen Grenzbehörden bekannt ist, wird oftmals – auf Wunsch – kein kosovarischer Einreisestempel in den deutschen Reisepass gestempelt.
Es wird empfohlen, sich von allen Reisedokumenten Kopien anzufertigen und diese separat zu führen.

Hinweise für Transitreisende
Insbesondere Transitreisende durch Serbien, etwa mit Reiseziel Griechenland oder Türkei, werden dringend darauf hingewiesen, dass für deutsche Staatsangehörige in Serbien weiterhin Passpflicht besteht (Reisepass mit Gültigkeitsdauer von mindestens weiteren 90 Tagen). Die Durchreise mit dem Bundespersonalausweis ist seit Inkrafttreten des neuen serbischen Ausländergesetzes am 01.04.2009 nicht mehr möglich, da die serbischen Grenzbehörden keine Passierscheine ("turisticka propusnica") zur Ein- bzw. Durchreise mehr ausstellen.

Meldepflicht
Ausländer müssen sich in Serbien innerhalb von 24 Stunden am Ort des Aufenthaltes polizeilich anmelden. Dabei wird eine Bescheinigung für Nachweiszwecke ausgestellt. Reisende müssen diese Bescheinigung bei der Ausreise, aber auch bei Kontrollen im Lande, vorlegen können. Die serbischen Sicherheitskräfte fragen in jüngster Zeit verstärkt danach.
Verstöße gegen die Meldepflicht werden u.U. streng geahndet bzw. können zu Problemen bei der Ausreise führen. Bei Unterkunft in einem Hotel wird die Anmeldung von diesem übernommen, nicht jedoch bei Privataufenthalten.

Medizinische Hinweise

Impfschutz
Das Auswärtige Amt empfiehlt einen Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
In Teilen des Landes kommt es zu bestimmten Jahreszeiten zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Vor Einreise wird eine medizinische Beratung zwecks möglicher Impfung empfohlen.

Medizinische Versorgung
Eine medizinische Versorgung nach deutschem Standard ist in Serbien nicht gewährleistet. Auch Krankenhäuser verfügen nicht immer über adäquate Ausstattung und sind mitunter nicht in der Lage, Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern angemessen medizinisch zu versorgen. Die Hygiene ist im Allgemeinen unzureichend. Lediglich in der Hauptstadt Belgrad existiert eine Reihe öffentlicher und privater Kliniken und Praxen mit zufriedenstellender Ausstattung.

Serbische Einrichtungen erheben für die Behandlung von Ausländern oft im Vergleich zu Inländern erheblich höhere Gebühren. Eine kostenlose Behandlung auf Auslandskrankenschein / Patientenkarte ist nicht möglich.
Seit einigen Jahren tritt in Südserbien vereinzelt auch das hämorrhagische Kongo-Krim-Fieber auf.

Fakten
 

 

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