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Serbien beansprucht Eigentum an Klöstern und Kirchen im Kosovo

Kosovo
10.10.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Belgrad (dpa) - Im Konflikt mit dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo beansprucht Serbien das Eigentum an 44 Klöstern, Kirchen und historischen Denkmälern. Ein entsprechendes Dokument sei an die EU-Vermittler geschickt worden, berichtete die Regierungszeitung «Novosti» am Mittwoch in Belgrad.

Zu den Kirchen gehören zum Beispiel das alte Patriarchat in der Stadt Pec im äußersten Westen des Landes und die Klöster im nahe gelegenen Decani und in Gracanica vor den Toren von Pristina. Alle drei mittelalterlichen Bauwerke stehen auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Schon früher hatte Belgrad verlangt, um die jetzt benannten 44 Heiligtümer jeweils ein exterritoriales Gebiet zu errichten. Ganz nach dem Vorbild des Vatikans - ohne dass die Kosovo-Behörden etwas zu sagen hätten. Das Ausland sollte diesen Rechtsstatus für die serbisch-orthodoxe Kirche garantieren. Die von der Nato geführte internationale Schutztruppe KFOR hatte jahrelang die wichtigsten serbischen Kulturstätten vor möglichen Übergriffen geschützt. Inzwischen hat die Kosovo-Polizei an den meisten Objekten diese Aufgabe übernommen.

Das Kosovo war vor zehn Jahren von Serbien abgefallen und ist heute von über 110 Ländern völkerrechtlich anerkannt. Serbien erkennt das nicht an und will seine frühere Provinz mit Verweis auf seine mittelalterlichen Klöster und Schlachtfelder wieder zurückhaben. Die EU bemüht sich seit Jahren weitgehend vergeblich, zwischen den beiden zerstrittenen Nachbarn zu vermitteln.

 

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