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Saratow

Russland, Saratow
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"Saratow" (, ) ist eine Stadt in der gleichnamigen russischen Oblast. Die Stadt hat etwa 841.400 Einwohner (Stand 2007) und liegt am Bergufer der mittleren Wolga.

Geographie
Geographische Lage
Saratow befindet sich im europäischen Teil Russlands. Die Stadt liegt an den Rändern des Hügellandes der Wolgaplatte und erstreckt sich bis an das Ufer der Wolga. Das Stadtzentrum befindet sich unweit des Wolgaufers. Die Wolga ist hier etwa drei Kilometer breit und wird nahe dem Stadtzentrum von der Brücke von Saratow überquert.

Stadtgliederung
Saratow ist Verwaltungssitz der Oblast Saratow, welche den Großraum Saratow umfasst. Während die Oblast Saratow in 38 Rajons (Kreise) unterteilt ist, gliedert sich die Stadt selbst in sechs Stadtteile (ebenfalls "Rajon" genannt).


Geschichte
Saratow wurde 1590 als Zarenfestung gegründet. Vorher war die Stadt „Hauptstadt“ der Goldenen Horde, des mongolischen Teilreichs in Osteuropa und Westsibirien. Einige Historiker vermuten, dass der Name der Stadt aus dem Tatarischen stammt und bedeutet so viel wie „Gelber Berg“. Seit dem 18. Jahrhundert und bis zu den Deportationen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg lebten in Saratow zahlreiche Russlanddeutsche, die auch in der Architektur der Stadt ihre Spuren hinterlassen haben. Im 19. Jahrhundert, während ihrer Blütezeit, war die Stadt die viertgrößte im Russischen Reich. Der erste Mensch im Weltall Juri Gagarin studierte an der Technischen Universität in Saratow und landete nach seinem legendären Flug auch im Saratower Gebiet.

Im 1. Weltkrieg war Saratow im Zeitraum zwischen dem 10. Januar 1915 und dem 21. Januar 1915 Zielort für Deportationskonvois von Deutschen, Juden, Ungarn, Österreichern und Slawen, welche in den westlichen russischen Gebieten an der Front als mögliche Gefahr eingestuft wurden. Sergej G.: "Die Politik Russlands gegenüber den Deutschen 1914 - 1918." In: Eisfeld, Alfred et al. Deutsche in Rußland und in der Sowjetunion 1914 - 1941. Lit Verlag, Berlin 2007.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager "238" für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs, das im Herbst 1947 als Lager "368" nach Engels verlegt wurde.Maschke, Erich (): "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges." Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977. Schwer Erkrankte wurden in den beiden Kriegsgefangenenhospitälern "3631" und "5138" versorgt. Südlich der Stadt befand sich ein Friedhof, auf dem 70.000 Kriegsgefangene bestattet wurden, ein weiterer Friedhof mit 2.000 Toten war auf einem der umliegenden Hügel angelegt.

Sehenswürdigkeiten
Saratow ist ein bedeutendes Kulturzentrum an der Wolga. Die gesamte Altstadt ist sehr malerisch und hier gibt es zahlreiche prächtige Gebäudeensembles aus vielen Jahrhunderten, so etwa in der ehemaligen „Deutschen Straße“ (Uliza Nemezkaja). Auf dem Kirow-Prospekt oder auf der Promenade am Wolgaufer flanieren Touristen und Einheimische. Prächtige Beispiele des Jugendstils sind in Saratow allerorts zu finden wie etwa die „Villa Reinike“ von Fjodor Schechtel, die er 1912 errichtete. Lohnend ist eine Autofahrt über die drei Kilometer lange alte Wolgabrücke, die das Zentrum von Saratow mit der am gegenüberliegenden Wolgaufer liegenden Stadt Engels verbindet. Engels war bis 1941 Hauptstadt der Wolgadeutschen Autonomen Republik.

Brücke von Saratow über die Wolga

Radischtschew-Kunstmuseum
Radischtschew-Kunstmuseum
→ "Hauptartikel: Radischtschew-Kunstmuseum"

Eine der größten Touristenattraktionen der Stadt ist das am 29. Juli 1885 eröffnete Radischtschew-Kunstmuseum mit über 16.000 Exponaten. Es wurde von Alexei Petrowitsch Bogoljubow (1824–1896), dem Enkel von Alexander Nikolajewitsch Radischtschew, gegründet. Es ist eines der größten Museen der Welt für russische Kunst.

Saratower Völkerkundemuseum
Das 1886 gegründete Museum mit einer großen archäologischen Sammlung befindet sich in einem prächtigen klassizistischen Gebäude.

Saratower Oper
Die Saratower Oper wurde 1803 gegründet, nicht nur wegen der prächtigen Architektur ist sie einzigartig und genießt schon lange internationalen Ruhm.

Wirtschaft und Verkehr
Karte des Oblast Saratow
Im Raum Saratow wird vor allem im Wolgatal umfangreich Landwirtschaft betrieben. Im Industriebereich befinden sich in Saratow vor allem Maschinenbau-, chemische und erdölverarbeitende Unternehmen. Auch aufgrund der deutschen Traditionen der Stadt sind zahlreiche deutsch-russische Joint Ventures im Raum Saratow tätig.

Saratow besitzt mit dem Flughafen Saratow einen internationalen Flughafen mit vereinzelten Direktverbindungen ins Ausland sowie regelmäßigen Flügen in andere russische Metropolen. Autobahnen und für russische Verhältnisse gut ausgebaute Fernstraßen führen von der Stadt aus direkt nach Wolgograd, Samara und Woronesch. Daneben spielen verkehrstechnisch Eisenbahn-Fernverkehrsstrecken sowie nicht zuletzt auch die Wolga als stark befahrene Binnenschifffahrtsstraße eine große Rolle. Der öffentliche Personennahverkehr wird von Buslinien, Trolleybussen und Straßenbahnen getragen.

Kultur und Bildung
Kultur
Saratower Oper
Saratow gilt im Wolgaraum als Stadt der Kultur, zum einen wegen der langen und bedeutenden Tradition der Stadt, zum anderen natürlich wegen der umfangreichen Kunstsammlung, die mit 16.000 Exponaten und mit Werken alter Meister von globaler Bedeutung ist. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Theater, Kinos und weitere große Kultur- und Vergnügungsstätten. Zum Kulturaustausch gibt es in der Stadt eine Vertretung des Goethe-Instituts und ein Deutsches Haus. In Saratow gibt es eine Oper, die schon längst über die russischen Grenzen hinaus von sich reden macht. Das Saratower Dramatische Theater kann auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken.

Bildung
Weiterführende Bildungseinrichtungen in Saratow sind:

*Stolypin Wolga-Akademie für den Staatsdienst
*Baukolleg Saratow
*Fakultät der Russischen Staatlichen Öffentlichen Technischen Universität für Verkehrsverbindung
*Filiale der Militärischen Artillerieuniversität
*Filiale der Staatlichen Handelsuniversität Moskau
*Filiale der Russischen Akademie für Recht des Wolgagebiets
*Pädagogisches Institut der Saratower Tschernyschewski-Universität
*Saratower Hochschule des Innenministeriums Russlands
*Saratower Militärinstitut für biologischen, chemischen und Strahlenschutz
*Saratower Militärisches Medizininstitut
*Saratower Staatliche Agrotechnische Universität
*Saratower Staatliche Akademie für Veterinärmedizin und Biotechnologie
*Saratower Staatliche Medizinuniversität
*Staatliche Universität Saratow bzw. Tschernyschewski-Universität
*Saratower Staatliche Wawilow-Agraruniversität
*Saratower Staatliche Rechtsakademie
*Saratower Staatliche Sozialökonomische Universität
*Saratower Staatliche Technische Universität
*Saratower Staatliches Konservatorium
*Saratower Staatliches Pädagogisches Fedin-Institut

Die Saratower Theaterschule ist weit über die Grenzen Russlands hinaus bekannt. Hier wurden viele bekannte Schauspieler ausgebildet.

Sport
Die Stadt wird durch den Fußballverein FC Sokol-Saratow in der dritthöchsten russischen Liga vertreten.

Der Eishockeyverein Kristall Saratow spielt in der Wysschaja Liga.

Söhne und Töchter der Stadt
*Roman Abramowitsch, Ölunternehmer und Gouverneur
*Jan Białostocki, polnischer Kunsthistoriker
*Wiktor Bolchowitinow, Flugzeugkonstrukteur
*Natalja Estemirowa, Menschenrechtlerin
*Konstantin Fedin, Schriftsteller
*Boris Gromow, Generaloberst, Gouverneur und Minister
*Alexei Jegorow, Eishockeytorhüter
*Andrei Kuteikin, Eishockeyspieler
*Wladimir Lanzberg, Liedermacher
*Nikolai Lewinowski, Jazz-Pianist, Komponist, Arrangeur, Bandleader und Autor
*Aleh Ljawonzjeu, weißrussischer Eishockeyspieler
*Sergei Nikolajew, Eishockeytorwart
*Alexander Norden, Mathematiker
*Denis Platonow, Eishockeyspieler
*Igor Pomeranzew, Schriftsteller
*Alexander Pypin, Literaturhistoriker und Ethnograf
*Alexei Rykow, sowjetischer Politiker
*Nikolai Tschernyschewski, Schriftsteller und Kritiker
*Wiktor Wagner, Mathematiker

inzelnachweis



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 10.07.2020 08:44 von den Wikipedia-Autoren.
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