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Russland erinnert an Mitbegründer der «Weißen Rose»

Russland
14.09.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Mitten im Zweiten Weltkrieg riefen Münchener Studenten die Deutschen zum Widerstand gegen Adolf Hitler auf. Sie bezahlten ihren Mut mit dem Leben. Ein Mitglied der «Weißen Rose» war ein junger Deutscher aus Russland. Alexander Schmorell wurde vor 100 Jahren geboren.

Orenburg (dpa) - In Russland wird zum 100. Geburtstag an Alexander Schmorell erinnert, einen Mitverschwörer der «Weißen Rose» im Widerstand gegen die Nazis. In seiner Heimatstadt Orenburg, wo er am 16. September 1917 geboren wurde, finden dazu Ausstellungen, Film- und Theatervorführungen statt.

Wie die Geschwister Hans und Sophie Scholl und andere Mitglieder des studentischen Widerstands wurde der Sohn einer deutsch-russischen Kaufmannsfamilie 1943 in München hingerichtet. Die russische Kirche hat den orthodoxen Christen 2012 als Märtyrer heiliggesprochen. Er wird als Heiliger Alexander von München verehrt.

Das Interesse russischer Jugendlicher an Schmorell sei groß, sagte Igor Chramow, einer der Organisatoren in Orenburg, der Deutschen Presse-Agentur. «Er war ein mutiger Widerstandskämpfer.» Ausgehend von Orenburg werde das Andenken an Schmorell seit 1999 in Russland gepflegt. Die Stadt liegt 1200 Kilometer von Moskau entfernt südlich des Urals.

Schmorell und sein Freund Hans Scholl gelten als Begründer der «Weißen Rose», einer Studentengruppe, die 1942/43 auf Flugblättern die deutsche Bevölkerung zur Abkehr vom Nationalsozialismus aufrief. Schmorell habe sich als Russe gefühlt und immer von einer Rückkehr in das Land seiner früh verstorbenen Mutter geträumt, sagte Chramow. «Er hat die Freunde fasziniert mit seiner Neigung zu russischer Musik, zu Literatur, zu Dostojewski.» Im Krieg war der Medizinstudent 1942 kurze Zeit als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt.

Weitere Veranstaltungen zu Schmorells 100. Geburtstag wird es Ende September in Berlin, Nürnberg und München geben. Russland will auch bei der Frankfurter Buchmesse an den Widerstandskämpfer erinnern.

 

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