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Rheinfelden AG

Schweiz, Rheinfelden
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"Rheinfelden" (schweizerdeutsch: "Rhyfälde" ) ist eine Kleinstadt und Einwohnergemeinde in der Schweiz sowie Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Sie liegt am Hochrhein an der Grenze zu Deutschland, im Westen der Region Fricktal und befindet sich am östlichen Rand des Ballungsraum der Stadt Basel. Rheinfelden ist historisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit der Stadt Rheinfelden (Baden) auf der gegenüberliegenden deutschen Rheinseite verbunden. Mit ca. 11"000 Einwohnern ist Rheinfelden die sechstgrösste Stadt des Kanton Aargaus. Mit dem im Jahre 1225 verliehenen Stadtrecht ist Rheinfelden die älteste Zähringerstadt der Schweiz und die älteste Stadt des Kantons.

Geographie
Rheinfelden liegt ca. 17 km östlich von Basel entfernt im westlichen Zipfel des Kantons Aargaus. Die Stadt hat eine starke Ost-West-Ausdehnung und befindet sich zwischen dem Rhein mit der Grenze zu Deutschland auf der nördlichen und dem Jura auf der südlichen Seite. Das Zentrum bildet die historische Altstadt, im Westen liegt die leicht abgelegene Augartensiedlung.

Die Altstadt von Rheinfelden liegt am linken Ufer des Rheins, wo der Fluss durch das "Inseli", eine rund 150 Meter lange Insel, in zwei Arme geteilt wird. Diese befindet sich am Rande einer tektonischen Platte, der Oberrheinischen Tiefebene. Ein gewaltiger Strudel, das St. Anna-Loch, reisst an dieser Stelle das Wasser bis zu 28 Meter in die Tiefe. Etwa vierhundert Meter weiter östlich mündet der Magdenerbach in den Rhein. Von Rheinfelden aus ist der Rhein bis zur Nordsee schiffbar.

Um das Stadtzentrum herum erstreckt sich eine ausgedehnte Schotterebene. Während diese im Westen knapp einen Kilometer breit ist, weitet sie sich in Richtung Osten aus und erreicht bei der Endmoräne von Möhlin eine Breite von rund drei Kilometern. Im Süden wird die Ebene durch bewaldete, sanft ansteigende Ausläufer des Tafeljuras begrenzt. Dabei handelt es sich um den Steppberg () im Südosten und dem "Berg" () im Südosten. Zwischen diesen Hügeln liegt das stellenweise tief eingeschnittene Tal des Magdenerbachs.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 1612 Hektaren; davon sind 804 Hektaren bewaldet und 309 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt (419 m) befindet sich auf dem "Berg", die tiefste Stelle (270 m) liegt am Rhein.

Nachbargemeinden in der Schweiz sind Kaiseraugst im Westen, Olsberg im Südwesten, Magden im Süden und Möhlin im Osten. Im Norden grenzt Rheinfelden an die deutsche Schwesterstadt Rheinfelden (Baden).

Geschichte
Blick auf die Altstadt von der Alten Rheinbrücke aus
Die Gegend um Rheinfelden war bereits während der Mittelsteinzeit vor ca. 10"000 Jahren besiedelt. Damals lebten Menschen in der "Eremitage", einer kleinen natürlichen Höhle direkt an der heutigen Autobahn. Im Jahr 45 v. Chr. wurde wenige Kilometer weiter westlich die Siedlung Augusta Raurica gegründet, die erste römische Stadt auf Schweizer Boden. In der flachen Ebene bei Rheinfelden, im Gebiet "Görbelhof", entstand um das Jahr 260 ein grosser Gutshof. Es sind mindestens zwei Gebäude bekannt, ein Wohnhaus und eine Werkstatt. Um 350 wurde der Gutshof aufgegeben. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts existierte im Bereich der westlichen Altstadt ein Kastell zur Grenzsicherung.Martin Hartmann, Hans Weber: "Die Römer im Aargau" (S. 194–195). Verlag Sauerländer, Aarau 1985. ISBN 3-7941-2539-8.

In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, als das gesamte Fricktal auf dem Territorium des Königreichs Burgund lag, liess sich eine Adelsfamilie nieder, die sich später "Grafen von Rheinfelden" nannten. Sie errichteten auf der strategisch günstig gelegenen Insel die Burg Stein. Um die «Altenburg» am Flussufer entstand eine Siedlung. Der letzte der Linie war Rudolf von Rheinfelden, Herzog von Schwaben und von 1077 bis 1080 Gegenkönig des Heiligen Römischen Reiches.

Beladung eines Frachtkahns vor den Toren Rheinfeldens (1484)
Nach dessen gewaltsamen Tod ging der Besitz an den Schwiegersohn Berthold II. von Zähringen über. Sein Enkel Konrad I. verlieh der in der Zwischenzeit entstanden Marktsiedlung das Stadtrecht, womit Rheinfelden die älteste Zähringerstadt auf Schweizer Boden und die älteste Stadt des Aargaus ist. Um 1150 liess Konrad die erste Rheinbrücke zwischen Konstanz und Strasbourg bauen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Stadt zweimal erweitert. Berthold V. starb 1218 ohne männliche Nachkommen und 1225 erhielt Rheinfelden den Status einer Freien Reichsstadt.

1330 gelangte Rheinfelden durch Verpfändung in habsburgischen Besitz und wurde dadurch zu einer der vier Waldstädte im südlichen Breisgau, einem Teil von Vorderösterreich. Im Jahr 1445, als die Habsburger in den Alten Zürichkrieg verwickelt waren, zerstörten Aufständische die Burg auf dem "Inseli", worauf die Stadt sich mit Basel verbündete. Nach einer mehrmonatigen Belagerung musste sich Rheinfelden 1449 wieder der österreichischen Herrschaft unterwerfen. Nach dem Waldshuterkrieg von 1468 verpfändeten die Habsburger das gesamte Fricktal an Burgund. Nachdem die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, wurde Rheinfelden 1477 wieder österreichisch.

M. Merian)
Rheinfelden um 1900, Blick rheinaufwärts. Links das deutsche Ufer mit dem Haus Salmegg, in der Mitte die nach dem Brand der alten Holzbrücke errichtete Notbrücke und das "Inseli" (heute Grünanlage und Badestelle), dahinter die Altstadt ...
... und die entsprechende Ansichtskarte
Während des 17. Jahrhunderts gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Die Aufständischen belagerten erfolglos die Stadt, verwüsteten aber das Vorgelände. Zwischen 1633 und 1638 erfasste der Dreissigjährige Krieg auch das Fricktal, dabei spielte Rheinfelden eine wichtige Rolle. Am 15. Juli 1633 verwüsteten Schweden und Franzosen die Stadt. Am 5. Februar 1638 begann die Belagerung durch protestantische Truppen unter dem Oberbefehl von Bernhard von Sachsen-Weimar. Am 28. Februar kam es erstmals zur Schlacht bei Rheinfelden, als die zahlenmässig überlegenen kaiserlich-bayerischen Truppen unter dem Kommando von Johann von Werth und Federigo Savelli angriffen. Die Protestanten verloren diese Begegnung und zogen ab. Bernhard brachte ihnen jedoch im zweiten Waffengang am 3. März eine schwere Niederlage bei, als er mit seinen Leuten unerwartet wieder auf dem Kampfplatz erschien. Savelli und von Werth gerieten in Gefangenschaft.

Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges bauten die Österreicher auf der Insel eine Festung, um die südwestliche Grenze des Breisgaus zu sichern. 1678 beschossen französische Truppen unter dem Kommando von François de Créquy die Stadt. Im Jahr 1745, während des Österreichischen Erbfolgekriegs machten die Franzosen die Festung dem Erdboden gleich und sprengten auch einen Teil der Stadtmauer. Am 17. Juli 1796 wurde Rheinfelden erneut von den Franzosen besetzt und geplündert.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskriegs verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Rheinfelden Distriktshauptort im neu geschaffenen Kanton Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Damit war Rheinfelden schweizerisch geworden. Nach der Absetzung des Statthalters Sebastian Fahrländer Ende September 1802 wurde der Sitz der Kantonsregierung von Laufenburg hierhin verlegt. Mit der Mediationsakte löste Napoléon Bonaparte den Kanton Fricktal auf. Seit dem 19. März 1803 ist Rheinfelden Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Aargau. Durch den Reichsdeputationshauptschluss verlor die Stadt endgültig ihre rechtsrheinischen Gebiete an das Grossherzogtum Baden.

Mit der Entdeckung reicher Salzvorkommen im Jahr 1844 begann der wirtschaftliche Aufschwung. Es wurden zwei Salinen gegründet, die (mittlerweile geschlossene) Saline Rheinfelden und die Saline Riburg. Fast gleichzeitig mit der Salzausbeutung begann 1846 auch die Verwendung der Sole zu Heilzwecken. Rheinfelden entwickelte sich zu einem international bekannten Badekurort. Die Eröffnung der Bözbergbahn am 2. August 1875 brachte die Ansiedlung weiterer Industrien mit sich. So wurde beispielsweise 1876 die Feldschlösschen AG gegründet, die sich im Laufe der Zeit zur grössten Bierbrauerei der Schweiz entwickelte.

Der rechtsrheinische Teil der historischen Brücke wurde am 12. Juni 1897 ein Raub der Flammen. Ebenfalls 1897 ging das Wasserkraftwerk Rheinfelden in Betrieb, das älteste Flusskraftwerk Europas. In der Folge entstanden auf der deutschen Seite des Flusses ausgedehnte Industrieanlagen und die Stadt Rheinfelden (Baden). Nach einem Rückgang in der Zwischenkriegszeit und in den 1950ern erlebte der Kurort einen neuen Aufschwung durch die Errichtung eines Kurzentrums sowie dem Ausbau der Kliniken und Hotelanlagen. Mit dem Bau der Autobahn A3 wandelte sich Rheinfelden immer stärker zu einem Subzentrum innerhalb der Agglomeration der Stadt Basel. Es entstanden zahlreiche neue Wohnviertel. So errichtete die Ciba-Geigy AG (heute Novartis) zu Beginn der 1970er Jahre für ihre Angestellten eine Siedlung mit 1000 Wohneinheiten, den Augarten – im Volksmund R1000 (oder auch Klöpferviertel) genannt – am westlichen Stadtrand.

Sehenswürdigkeiten
Die historische Altstadt ist halbkreisförmig und liegt am Ufer des Rheins zwischen dem "Inseli" im Westen und der Mündung des Magdenerbachs im Osten; der Bach bildet einen natürlichen Stadtgraben. Während der westliche Teil der Stadtmauer heute nicht mehr existiert, sind der östliche und der südliche Teil noch vollständig erhalten, mitsamt Wehrgang und Türmen. Der grösste Teil der Altstadt ist heute autofrei.

Der "Messerturm" mit seiner charakteristischen Spitzhaube bildet den nordöstlichen Abschluss der Stadtmauer zum Rhein hin. Der Grundriss des aus dem 15. Jahrhundert stammenden Turms ist dreieckig, wobei eine Ecke in den Fluss hineinragt. Der Name stammt von den Messern, die einst in der Folterkammer zum Einsatz kamen. Der "Storchennestturm", früher „Kupferturm“ genannt, ist das östliche Stadttor. Es gibt zwei Durchgänge; einer war für Pferdefuhrwerke bestimmt, der andere für Fussgänger. Die Mauerschlitze für die Verriegelung sind heute noch sichtbar.

Unter dem "Obertorturm" befindet sich das südliche Stadttor. Während der Unterbau aus dem Mittelalter stammt, entstand der Oberbau mit dem Glockenturm im 17. Jahrhundert. Die Turmuhr geht seit Jahrhunderten sieben Minuten vor. Früher wurden die Tore abends um fünf Uhr geschlossen. Die Turmuhr schlug zu früh, damit die Bauern draussen auf den Feldern genügend Zeit hatten, in die Stadt zurückzukehren. Das Hermannstor im Südwesten und das Rheintor im Nordwesten wurden 1745 von französischen Truppen zerstört.

Die Hauptachse der Altstadt ist die von der Brücke zum Storchennestturm verlaufende Marktgasse. An deren Nordseite steht das Rathaus, das nach einem Brand im Jahr 1531 im Barockstil neu gebaut wurde. Der Rathausturm war vermutlich Teil der ersten Stadtbefestigung. Im Innenhof des Rathauses steht der "Zähringertisch", auf dem die Wappen aller Zähringerstädte zu sehen sind. Der Saal ist mit Porträts zahlreicher österreichischer Herrscher geschmückt.

Neben dem Rathaus befindet sich das "Fricktaler Museum", das auf die Geschichte des Fricktals spezialisiert ist und zahlreiche Exponate aus der Ur- und Frühgeschichte, dem Mittelalter und der Neuzeit besitzt. Am östlichen Ende der Marktgasse liegt der Albrechtsplatz mit dem "Albrechtsbrunnen" in der Mitte. Die Brunnenfigur, ein Bannerträger, soll Herzog Albrecht VI. darstellen. Die St.-Martins-Kirche im westlichen Teil der Altstadt wurde erstmals 1146 erwähnt. Von 1228 bis 1870 war sie Chorherrenstift, im Jahr 1876 wurde hier der erste christkatholische Bischof der Schweiz geweiht.

Die "Alte Rheinbrücke" verwendet die Insel als natürlichen Brückenkopf und besteht deshalb aus zwei Teilen, die in einem Winkel von ca. 35° zueinander angeordnet sind. Der nördliche Teil brannte 1897 vollständig nieder und wurde durch einen Neubau ersetzt. Auf der Insel befanden sich einst eine Burg und eine Artilleriefestung; von beiden Gebäuden ist nichts erhalten geblieben. In Friedrich Schillers Schauspiel Wilhelm Tell ist mit „… zu Rheinfeld an des Kaisers Pfalz“ die zerstörte Burg „Stein“ gemeint, die zeitweilig Wohnsitz der habsburgischen Herrscher gewesen war.

Das ehemalige Hotel Salines und die Altstadt Rheinfeldens werden über eine Promenade am Rhein verbunden. Diese säumt den heutigen Stadtpark, der früher als Kurpark angelegt wurde. Seit 1995 ist diese Gartenanlage in der ICOMOS-Liste der historischen Gärten der Schweiz enthalten.

Westlich ausserhalb des Ortes befindet sich auf einer Anhöhe das "Feldschlösschen", namensgebender Sitz der Feldschlösschen Getränke AG und bis heute eine Braustätte. Die Fabriksgebäude, die ab 1882 entstanden, sind im Stil einer mittelalterlichen Burg gehalten. Erweiterungsbauten bis ins Jahr 1965 verwendeten denselben Stil.


Datei:Rheinfelden_Marktgasse.jpg|Marktgasse mit Rathausturm
Datei:Rheinfelden_Storchennestturm.jpg|Storchennestturm
Datei:Rheinfelden_Obertorturm.jpg|Obertorturm
Datei:Rheinfelden_Messerturm.jpg|Messerturm
Datei:Rheinfelden_Alte_Rheinbruecke.jpg|Alte Rheinbrücke
Datei:Rheinfelden Johanniterkommende.jpg|Johanniterkommende
Datei:Rheinfelden_StMartin.jpg|Reformierte Kirche
Datei:St. Martinskirche (Rheinfelden).jpg|Christkatholische Kirche


Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Fünfmal geteilt von Gelb und Rot, die roten Plätze belegt mit je drei sechsstrahligen gelben Sternen.» Das Rheinfelder Stadtwappen basiert auf dem Wappen der Grafen von Rheinfelden aus dem 10. Jahrhundert und erschien erstmals 1236 auf dem Schultheissensiegel. Es bestand damals aus je drei gelben und roten Querbalken. Später kamen die Sterne auf den roten Balken dazu. Ab 1254 waren es sechs, ab 1533 sieben und ab 1599 neun Sterne. Jeder Stern symbolisiert eine Tugend der Stadtbewohner. Dabei handelt es sich um «Biederheit», Ehre, Glaube, Freiheit, Rechtschaffenheit, Regsamkeit, Todesverachtung, Treue und Uneigennützigkeit. Es existierten zahlreiche Varianten nebeneinander und jahrelang herrschte Unklarheit darüber, welche Farbe zuoberst sei. 1952 legte der Stadtrat Rot fest, änderte dann aber 1985 seine Meinung. Dieser Entscheid ist insofern nachteilig, als die Sterne im untersten Feld zusammengedrückt werden und daher unproportional wirken. Das Bezirkswappen hingegen blieb unverändert und beginnt zuoberst mit Rot.Joseph Galliker, Marcel Giger: "Gemeindewappen des Kantons Aargau." Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004. ISBN 3-906738-07-8

Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung: - Statistisches Amt des Kantons Aargau



Am 31. Dezember 2008 lebten 11"290 Menschen in Rheinfelden. Hiervon waren 3"053 Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Ausländeranteil von 27,0 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 36,1 % römisch-katholisch, 33,0 % reformiert, 7,1 % moslemisch, 2,7 % christkatholisch und 1,6 % christlich-orthodox; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 82,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,8 % Italienisch, 2,0 % Serbokroatisch, je 1,9 % Albanisch und Türkisch, 1,3 % Französisch, je 1,1 % Englisch und Portugiesisch, 0,8 % Spanisch. - Statistisches Amt des Kantons Aargau

Politik und Recht
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Stadtrat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Rheinfelden ist die grösste Gemeinde des Kantons, die keinen Einwohnerrat (Gemeindeparlament) besitzt.

Die fünf Stadträte der Amtsperiode 2009–2013 sind:
* Franco Mazzi (FDP), Stadtammann
* Brigitte Rüedin (SP), Vize-Stadtammann
* Bea Bieber (parteilos)
* Hans Gloor (parteilos)
* Oliver Tschudin (SP)

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Rheinfelden zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Kaiseraugst, Magden und Olsberg verantwortlich ist.

Wirtschaft
Brauerei Feldschlösschen
In Rheinfelden gibt es etwa 6000 Arbeitsplätze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 30 % in der Industrie und 69 % im Dienstleistungssektor. - Statistisches Amt des Kantons Aargau Bekannt ist Rheinfelden vor allem durch die grösste Bierbrauerei der Schweiz (Feldschlösschen Getränke AG), die im Jahr 2000 vom dänischen Bierkonzern Carlsberg übernommen wurde. An der Grenze zur Gemeinde Möhlin befinden die Waggongabrik Josef Meyer sowie die Saline der Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen. Diese produziert zusammen mit der nahegelegenen Saline in Pratteln jährlich rund 200"000 Tonnen Salz für den Schweizer Markt.

Das Kurzentrum mit Solebad, Rehabilitationsklinik und Hotels macht Rheinfelden zu einem bedeutenden Touristenort. Daneben gibt es eine weitere Klinik, die auf Psychosomatik spezialisiert ist. Lag der Schwerpunkt früher auf dem klassischen Kurbetrieb, so ist heute der Wellness-Bereich dominierend.

Verkehr
Rheinfelden im Dreiländereck
Rheinfelden ist verkehrsmässig ausgezeichnet erschlossen. Durch die Gemeinde verläuft die wichtige Hauptstrasse zwischen Basel und Zürich. Eine weitere Hauptstrasse führt nach Gelterkinden. Drei Brücken, darunter die Rheinfelder Brücke und die Alte Rheinbrücke, führen über den Rhein nach Rheinfelden (Baden), zwei davon sind nur für Fussgänger bzw. Velofahrer. Am südlichen Stadtrand befindet sich eine Anschlussstelle der Autobahn A3. Am 7. März 2006 wurde die 4,6 Kilometer lange A861 eröffnet. Sie beginnt an der Grenze zu Kaiseraugst, überquert den Rhein und führt zur A98 nach Deutschland.

Der Bahnhof von Rheinfelden liegt an der Bözberglinie zwischen Basel und Zürich und ist ein Schnellzugshalt. Ausserdem hält hier die Linie S1 der Regio S-Bahn Basel, die von Mulhouse über Basel nach Frick bzw. Laufenburg verkehrt. Seit dem Fahrplanwechsel 2008/09 bedienen die S-Bahnzüge im Augartenquartier einen weiteren Haltepunkt.

Das öffentliche Verkehrsnetz von Rheinfelden ist Teil des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW), welcher die gesamte Grossregion Basel umfasst. Am Bahnhof befindet sich der Endpunkt der Postautolinien nach Möhlin und Gelterkinden via Magden sowie einer Buslinie der AAGL nach Kaiseraugst. Die AAGL betreibt zwei Stadtbuslinien, die SBG eine grenzüberschreitende Buslinie nach Rheinfelden (Baden).
In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag wird Rheinfelden durch die Nacht-S-Bahn SN1 (Basel-Möhlin) und die Nachtbuslinie N65 (Rheinfelden-Gelterkinden) des TNW Nachtnetzes erschlossen.

Ab Rheinfelden ist der Rhein bis zur Nordsee schiffbar. Zwischen Basel und Rheinfelden verkehren Ausflugsschiffe der Basler Personenschiffgesellschaft (BPG).

Bildung und Kultur
Die Stadt verfügt über eine Kinderkrippe, neun Kindergärten und sieben Schulhäuser, in denen sämtliche Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet werden (Primarschule, Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule). Dank einer interkantonalen Vereinbarung mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft können die Jugendlichen aus dem Fricktal das Gymnasium in Muttenz, Liestal, Rheinfelden (Baden) oder eines der Gymnasien in Basel besuchen. Ausserdem befinden sich in Rheinfelden eine Musikschule, eine Berufsschule und eine Heilpädagogische Sonderschule.

In der Altstadt von Rheinfelden befindet sich die Stadtbibliothek. Zusammen mit der Mediothek in Rheinfelden (Baden) existiert ein Medienverbund, d.h. jeder Benutzer ist berechtigt in beiden Bibliotheken auszuleihen. Zur Altstadt von Rheinfelden gehört das Fricktaler Museum, welches gleich neben dem Rathaus untergebracht ist. Im Museum sind zahlreiche Exponate ausgestellt, die in direkter Beziehung zur Stadt Rheinfelden oder dem Fricktal stehen. Stadtmodelle und Aquarelle bieten einen Blick in die Vergangenheit von Rheinfelden.

Die Sebastianibruderschaft Rheinfelden begeht alljährlich zur Weihnachtszeit das Brauchtum des Brunnensingens, das zahlreiche Besucher aus dem Umland anzieht.

Persönlichkeiten
* Albrecht I., König des Heiligen Römischen Reiches
* Rudolf von Rheinfelden, Herzog von Schwaben und deutscher Gegenkönig
* Guta von Habsburg, Tochter von Rudolf I. von Habsburg und Königin von Böhmen
* Rudolf II., Sohn König Rudolfs I. von Habsburg und Herzog von Österreich und Steiermark.
* Jakob Sprenger, Inquisitor und angeblicher Coautor des Hexenhammers
* Hans Glinz, Sprachwissenschaftler und Germanist
* Ignatius Eggs, Kapuzinerpater und Forschungsreisender in Palästina
* Hans Blum, Sohn von Robert Blum und Reichstagsabgeordneter
* Fritz-René Müller, christkatholischer Bischof
* Johann Isaak Freitag, barocker Holzbildhauer
* Josef Enzler, Komponist und Dirigent
* Ivan Rakitić, Fussballspieler

Literatur
* Karl Schib: "Geschichte der Stadt Rheinfelden," 1961.
* Eva Desarzens-Wunderlin: "Das Chorherrenstift St. Martin in Rheinfelden 1228–1564," Diss. Universität Zürich, Rheinfelden 1989
* Charlotte Kunz und Daniel Schneller: "Die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden," Schweizerische Kunstführer GSK, Band 507; Bern 1992, ISBN 3-85782-507-3


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 17.08.2018 09:40 von den Wikipedia-Autoren.
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