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Prijedor

Bosnien-Herzegowina, Prijedor
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"Prijedor" (kyrillisch Приједор) ist eine Stadt und eine Gemeinde im nordwestlichen Teil Bosnien und Herzegowinas in der Entität Republika Srpska.

Geografie
Die Grenzen der Gemeinde in BiH

Der nördliche Teil der Gemeinde beinhaltet zum größten Teil das Kozara-Gebirge mit dem gleichnamigen Nationalpark, während sich südlich der Stadt eine landwirtschaftlich genutzte Ebene, das so genannte Prijedorfeld ("Prijedorsko polje"), befindet.

Die Stadt Prijedor liegt am nördlichen Rand des Prijedorfeldes. Sie liegt ca. 136 Meter über NN am Fluss Sana, rund 48 Kilometer nordwestlich von Banja Luka und rund 110 Kilometer südöstlich von Zagreb.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 834 km².

Gemeindegliederung
In der Gemeinde Prijedor gibt es insgesamt 71 Ansiedlungen, die in 48 so genannten "Mjesne zajednice" (örtliche Gemeinschaften), zusammengefasst sind. Die Ansiedlungen sind:

Ališići, Babići, Bistrica, Bišćani, Božići, Brđani, Brezičani, Briševo, Busnovi, Cikote, Crna Dolina, Čarakovo, Čejreci, Čirkin Polje, Ćela, Dera, Donja Dragotinja, Donja Ravska, Donji Garevci, Donji Orlovci, Donji Volar, Gaćani, Gomjenica, Gornja Dragotinja, Gornja Jutrogošta, Gornja Puharska, Gornja Ravska, Gornji Garevci, Gornji Jelovac, Gornji Orlovci, Gornji Volar, Gradina, Hambarine, Hrnići, Jaruge, Jelićka, Jugovci, Kalajevo, Kamičani, Kevljani, Kozarac, Kozaruša, Krivaja, Lamovita, Ljeskare, Ljubija, Malo Palančište, Marićka, Marini, Miljakovci, Miska Glava, Niševići, Ništavci, Omarska, Orlovača, Pejići, Petrov Gaj, Prijedor, Rakelići, Rakovčani, Raljaš, Rasavci, Rizvanovići, Saničani, Šurkovac, Tisova, Tomašica, Trnopolje, Veliko Palančište, Zecovi und Žune.

Geschichte
Die Stadt vor 100 Jahren

Zeugnisse aus der Frühgeschichte deuten darauf hin, dass es auf dem Gebiet der Stadt schon zu Zeiten des Römischen Reiches Siedlungen gab. In Ljubija gibt es Funde aus römischer Zeit, als Beleg für eine damals existierende Eisenproduktion in der Region. Auch in Zecovi wurde ein illyrischer Begräbnisplatz gefunden. Erstmals erwähnt wurde Prijedor als Grundfestung in Briefen des Grafs Adam Bacani aus der Zeit des so genannten Wiener Krieges in den Jahren 1683 bis 1699.

Während des Bosnienkrieges nahmen ab Mai 1992 serbische Truppen sogenannte ethnische Säuberungen an der muslimischen und kroatischen Zivilbevölkerung vor und verübten Massaker. In der Nähe befanden sich die Lager Omarska, Keraterm und Trnopolje. In der Umgebung von Prijedor wurden ca. 3.300 Kroaten und Bosniaken ermordet.http://www.hrw.org/reports/1997/bosnia/Bosnia-03.htm

Bevölkerungsentwicklung
In der Gemeinde leben 121.000 Einwohner, in der eigentlichen Stadt Prijedor 65.000 Menschen. Auf dem Gebiet der Gemeinde wohnen etwa 17.000 Menschen, die während des Bosnienkrieges geflohen sind.http://www.visitprijedor.com/strane/oprijedoru/prijedor-danas.html

In Prijedor lebten vor dem Ausbruch des Krieges Bosniaken, Kroaten und Serben. Der größte Teil der bosniakischen und kroatischen Bevölkerung musste während des Krieges fliehen oder wurde vertrieben. Nach dem Krieg sind ungefähr 24.000 Bosniaken und Kroaten wieder zurückgekehrt. Die bosnischen Serben bilden heute die Mehrheit der Bevölkerung, Minderheiten sind neben Bosniaken und bosnischen Kroaten sowie bosnischen Roma auch Tschechen, Ukrainer, Rumänen und Slowenen.http://www.visitprijedor.com/strane/oprijedoru/prijedor-danas.html

Dorf Palančište in der Gemeinde



Wirtschaft
Das Hotel Prijedor
Gebäude in der Nähe des Marktes im Stadtteil Pećani

Die Industrialisierung auf dem Gebiet der Gemeinde Prijedor begann mit einer Sägemühle, die 1883 in der Nähe von Kozarac gegründet wurde. Daneben gab es hier den im austroungarischen Bosnien einzigen landwirtschaftlicher Verband und Geflügelbauernhof.

Zu den ersten Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Industriebetrieben gehört die „"Prva krajiška tvornica cigle i crijepa"“ (Erste krainische Ziegelstein- und Dachziegel-Fabrik) sowie eine vom Händler Zarija Gašić gegründete Nahrungsmittel- und Geflügel-Exportfirma, die die erste dieser Art in Europa war. Auch entstand in Prijedor mit der Firma „Ćetić“ die erste Plätzchenbäckerei in Bosnien. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie den Namen „Mira Cikota“. Diese Firma ist auch heute eine der größten Fabriken für Süßigkeiten im Land.

Verkehr
Bahnhof und Busbahnhof (links)

Prijedor liegt an der von Novi Grad nach Banja Luka führenden bosnischen Magistralstraße 4, die entlang des Flusses Sana führt.

Die Stadt wurde bereits 1873 mit der ersten Bahnlinie Bosniens und Herzegowinas an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Infolge der Kriegseinwirkungen wurde der Eisenbahnverkehr 1992 unterbrochen. Seit 2001 gibt es wieder eine Bahnverbindung
der "Željeznice Bosne i Hercegovine" von Zagreb über Prijedor-Omarska nach Banja Luka und über Doboj weiter nach Sarajevo.

Darüber hinaus gibt es ein gut ausgebautes Busnetz, das auch einige internationale Verbindungen, so beispielsweise nach Deutschland, umfasst.

Kultur
Die wichtigste kulturellen Einrichtungen in der Stadt und der Gemeinde sind das Kozaragebirgsmuseum, die Stadtbibliothek „Kyrill und Method“, das Stadttheater sowie der kulturell-künstlerische Mladen-Stojanović-Verein, der vor einem Jahrhundert als serbisches Gesangsensemble „Vila“ gegründet wurde.

Sehenswürdigkeiten
Kozarački Kamen (659 m)

Die Stadt verfügt über eine Vielzahl alter Kirchen. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde im Bosnienkrieg mehrere katholische Kirchen und das Gros der Moscheen zerstört. Nach dem Krieg wurden viele von ihnen wieder aufgebaut bzw. renoviert.

In der Umgebung ist besonders das Kozara-Gebirge mit einem Nationalpark als Ausflugsgebiet erwähnenswert. Auf dessen Gipfeln "Mrakovica" (804 m) und "Patrija", befinden sich Denkmäler für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Daneben sind noch die Klöster Moštanica aus dem 12. Jahrhundert sowie Klisina von Bedeutung.

Sport
Erste Aufzeichnungen über sportliche Aktivitäten in Prijedor gibt es aus dem 19. Jahrhundert. Die Gesellschaft der Leibeserziehung wurde im Jahre 1907 unter der Bezeichnung „Serbischer Falke“ (Sokol) gegründet.

Prijedors älteste Sportvereine sind der Tennisverein, gegründet im Jahre 1914 und der Fußballverein „Prijedor“, gegründet im Jahre 1919.

Der lokale Fußballverein FK Rudar Prijedor spielt in der Premijer Liga, der höchsten Spielklasse in Bosnien und Herzegowina.

Persönlichkeiten
* Zlatan Arnautović, Handballspieler
* Vehid Gunić, Schriftsteller und Moderator
* Eldin Jakupović, Fußballnationalspieler
* Fikret Hodžić, jugoslawischer Bodybuilder
* Živko Radišić, ehemaliges Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina
* Mladen Stojanović, Hero der Partisanen
* Sreten Stojanović, Künstler und Aktivist in der Organisation Mlada Bosna ("Junges Bosnien")
* Duško Tadić, Politiker und Kriegsverbrecher

Siehe auch
* Liste der Gemeinden der Republika Srpska


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.01.2021 23:30 von den Wikipedia-Autoren.
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