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Pogradec

Albanien, Pogradec
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Seepromenade
Orthodoxe Kirche
"Pogradec" (albanisch auch "Pogradeci") ist eine Stadt im Südosten Albaniens unweit der Grenze zu Mazedonien. Sie liegt am Ohridsee und ist eine der wichtigsten Tourismusdestinationen des Landes.
Pogradec ist Hauptort des gleichnamigen Kreises und ist von ca. 23.700 Einwohnern bevölkert (Schätzung 2004).

Geschichte
Auf einem Hügel liegt die illyrische Festung, die unter dem Namen "Encheleana" bekannt war. Im Mittelalter wurde diese Burg wieder aufgebaut. Der Ort erhielt damals von den Bulgaren seinen heutigen Namen, der so viel wie "der Platz unter der Festung" bedeutet.

Während des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt unter der osmanischen Herrschaft zu einem administrativen Zentrum der Region. Wegen der vielen Kriege - darunter die beiden Balkankriege, der Erste Weltkrieg und der Zweite Weltkrieg - wurden die alten Bauten der Stadt größtenteils zerstört. Trotzdem konnten einige charakteristische Bauten der Region überdauern und wurden zu Kulturdenkmälern benannt.

Wirtschaft
Pogradec ist ein Zentrum der Nahrungsmittelindustrie. Die Region ist für ihre Vielfalt an Früchten und Gemüsen bekannt, die in einem rund 400 Meter breiten Streifen entlang des Seeufers zwischen Lin und Tushemisht auf 1500 Hektar bewässerter Fläche angebaut werden. Für den lokalen Markt werden Raki und Wein produziert.

In der Stadt gibt es einige Möbelfabriken, kleinere metallverarbeitende Fabriken und eine Textilfabrik. In den Ruinen der 1994 stillgelegten Eisennickelerz-Aufbereitungsanlage "Gur i kuq" drei Kilometer nördlich der Stadt hat sich ein Betrieb zur Herstellung von Eisenformteilen eingerichtet.

Als wichtiger Wirtschaftsfaktor galten einst die ausgedehnten Kastanienwälder "(Castanea sativa)", die auf 800-1200 Meter Höhe in den Hügeln nahe der Stadt eine Fläche von über 1000 Hektar bedecken. Vernachlässigung und Ziegenfrass führten zu Strauchformen. Nachdem die Bäume deswegen Anfang der 1990er Jahre auf den Stock zurück geschnitten und 150 Hektar neu angepflanzt worden waren, können seit wenigen Jahren wieder Kastanien geerntet werden. Kastanienholz wird als Parkett, allgemein zum Hausbau und als Brennholz verwendet. An der Forstverwaltung in der Praxis zum Schutz der Wälder mangelt es noch. (PDF)

Ein Entsorgungsproblem sind die 30 bis 35 Tonnen Müll, die in Pogradec pro Tag anfallen. Abgelagert werden sie bisher in einem Tal beim Dorf "Gurras" beidseits der Straße zum früheren Kohlebergwerk von Alarup. Alternativstandorte, die von Ökologen ebenso kritisch beurteilt werden, sind seit Jahren in der Diskussion. der mazedonischen Regierung. – Kastanienwald S.35, Industrieabwässer S.38, Müllabfuhr S.40

Fortschritte ergaben sich bei der Abwasserbehandlung. Ein Drittel der Abwässer aus der Stadt wurden bisher über einen Kanal nach "Drilon" und dort ungeklärt in den See geleitet. Die restlichen zwei Drittel und die Abwässer der umliegenden Dörfer wurden direkt in Bäche oder den Boden abgelassen. Seit 2007 ist eine mit Unterstützung der Kreditanstalt für Wiederaufbau gebaute Kanalisation in Betrieb. Ein neues Klärsystem soll 60 Prozent der Abwässer der Gegend behandeln. Projektbericht 2006

Eine bessere Wasserqualität des Ohridsees in der Umgebung von Pogradec ist auch für den Tourismus von Vorteil. Dieser gilt seit dem Zusammenbruch des Kommunismus als wichtiger Wirtschaftszweig. Viele Albaner entfliehen im Sommer der Hitze der Küstengegend und machen Urlaub am kühleren See, der auf fast 700 m Höhe liegt. In den letzten Jahren sind zahlreiche private Hotels entstanden. Hierfür bemüht sich die Verwaltung auch um optische Aufwertung der Innenstadt: 2007 war eine gepflasterte Fußgängerzone mit Pflanzkübeln fast fertig gestellt, es gibt eine von den Vereinten Nationen unterstützte Bürgerinitiative, die Grünflächen anlegt. Die Uferpromenade wird regelmäßig von Müll gesäubert und die Aufstellung von Abfallbehältern in den Grünanlagen ist geplant.

Sehenswürdigkeiten
Von touristischem Interesse ist insbesondere der Ohridsee mit seinen Badestränden. In der Umgebung sind als Sehenswürdigkeiten zu erwähnen:
* "Tushemisht", ein beliebtes Reiseziel König Zogus I. und des ehemaligen Diktators Enver Hoxha
* "Drilon", ein kleiner Park mit Quellen in der Nähe des Dorfes Tushemisht mit einer chinesischen Brücke, welche von den Chinesen während der Zeit des Sozialismus erbaut wurde.
* Lin, ein kleines, schmuckes Dorf ca. 20 Kilometer nördlich am Ohridsee.
* "Selca" mit illyrischen Gräbern aus dem 4. Jahrhundert vor Christus.
* "Golik-Brücke", eine von den Osmanen im 17. Jahrhundert erbaute Brücke über den Fluss Shkumbin.
* "Guri Kamjes" "(Stein von Kamja)", ein freistehender und von Weitem sichtbarer Felsen in den Bergen südwestlich der Stadt, der vom Wind und der Erosion geformt wurde.

Verkehr
Die Stadt ist durch eine neu ausgebaute Fernstraße mit Ohrid (Mazedonien), Elbasan und Korça (weiter nach Kapshtica an der Grenze nach Griechenland) gut verbunden.

Bis zum Bergwerk "Gur i kuq" wurde in kommunistischer Zeit eine Eisenbahnlinie errichtet, die von Elbasan durchs Shkumbintal nach Pogradec führt. Die albanischen Eisenbahnen HSH bedienen die Strecke heute noch ein Mal täglich. Bis "Gur i kuq" (deutsch: "Roter Stein") wenige Kilometer außerhalb verkehren städtische Busse.

Söhne und Töchter der Stadt
* Lasgush Poradeci (1899-1987), Schriftsteller
* Luan Starova, Schriftsteller


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 17.09.2019 09:26 von den Wikipedia-Autoren.
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