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Pljevlja

Montenegro, Pljevlja
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"Pljevlja" (kyrill. Пљевља) ist eine Stadt, die Verwaltungssitz der gleichnamige Gemeinde (Opština) im Norden Montenegros ist. Sie liegt in der historischen Region Sandschak von Novi Pazar. Mit einer Fläche von 1.346 Quadratkilometern ist sie die flächenmäßig drittgrößte Gemeinde Montenegros und umfasst damit etwa 10 Prozent des Territoriums des Landes.

Pljevlja ist auf Grund des Rohstoffreichtums der Region eines der wichtigsten industriellen Zentren des Landes. Daneben gibt es wichtige touristische Ziele wie beispielsweise die Tara-Schlucht. 5 km nordöstlich der Stadt verläuft die serbische Grenze.

Geografie
Landschaft bei Pljevlja
Pljevlja liegt im äußersten Norden Montenegros. Die Gemeinde grenzt im Norden an Serbien und im Westen an Bosnien und Herzegowina.

Die Gemeinde liegt im südlichen Teil der Dinariden, die hier durch die Gebirgszüge Kovač, Lisac und Ljubišnja gebildet werden. Hier befindet sich auch der höchste Punkt der Gemeinde mit einer Höhe von 2238 Metern über den Meer. Die Berge sind teilweise bewaldet, teilweise weisen sie aber auch deutliche Karstmerkmale auf.

Durch die Gemeinde wie auch die Stadt Pljevlja, die in einem kesselartigen Tal auf einer Höhe von etwa 770 Metern liegt, fließt von Südost nach Nordwest der Fluss Ćeotina (auch "Ćehotina" geschrieben), ein Nebenfluss der Drina. Die Tara, ein weiterer Drina-Nebenfluss bildet mit einer bis zu 1300 Meter tiefen Schlucht die Südwestgrenze der Gemeinde. Der Ort des Auftreffens der Tara auf die bosnische Grenze markiert mit einer Höhe von 520 Metern auch den tiefsten Punkt der Gemeinde.

Mitten durch das Stadtzentrum fließt das Flüsschen "Breznica".

Bevölkerung

In der Gemeinde leben 35.806 Einwohner (Stand: Volkszählung 2003), die Stadt Pljevlja selbst hat 21.337 Einwohner und ist die drittgrößte Stadt des Landes. Zur Gemeinde gehören 159 Siedlungen, von denen außer der Stadt Pljevlja keine mehr als 1.000 Einwohner hat.

Gemäß der Volkszählung von 1991 stellten die Bevölkerung in Pljevlja:
*55,35 % Montenegriner
*24,23 % Serben
*17,59 % Moslems im Sinne der Nationalität.
Die Volkszählung 2003 ergab:
*60,11 % Serben
*21,52 % Montenegriner
*8,14 % Slawische Moslems
*5,21 % Bosniaken.

Geschichte
Kloster der Heiligen Dreieinigkeit
Die "Husein-paša-Moschee" mit dem höchsten Minarett des Balkans (42 m) sowie der Uhrturm in Zentrum von Pljevlja
Erste Besiedlungen auf dem Gemeindegebiet gab es bereits zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren. Davon zeugen unter anderem die Funde in der Mališina-Höhle nahe der Stadt Pljevlja. Weitere Funde früher Besiedlung aus der Steinzeit gibt es Medena Stijena. Im letzten vorchristlichen Jahrtausend lebten hier illyrische Stämme, bevor die Gegend zu Zeiten des Kaisers Augustus von den Römern erobert wurde. Diese bauten auf den Ruinen einer illyrischen Siedlung im heutigen Vorort von Pljevlja Komini eine Siedlung unbekannten Namens. Sie wurde von den Archäologen "Municipium S" genannt, weil auf einem Inschriftenfragment nur der Anfangsbuchstabe des Ortsnamens lesbar war. Diese Stadt war nach Doclea (dem heutigen Bar, die zweitgrößte auf den Gebiet des heutigen Montenegro mit einer hochentwickelten Kultur. In den Ruinen der Siedlung wurden Schmuck, Terrakotta-Gegenstände sowie Glasvasen gefunden, unter ihnen die als besonders wertvoll erachtete Glasvase "Diatreta".

Im 6. Jahrhundert erfolgte die Besiedlung des Gebiets durch Slawen, die einen Ort mit dem Namen "Breznik" (oder auch "Breznica") errichteten, der 822 erstmals erwähnt wurde. Durch seine Lage an den Handelsrouten von Dubrovnik, Triest und Kotor nach Konstantinopel, Belgrad und Sarajevo blühte der Ort rasch auf und wurde zu einem wichtigen Handelszentrum im frühen serbischen Fürstentum Raška. Im 14. Jahrhundert taucht erstmals neben Breznik auch die Bezeichnung Pljevlja für den Ort auf. Der Ort wurde von verschiedenen serbischen, bosnischen und herzegowinischen Königen und Fürsten beherrscht, bevor er 1462 zum Osmanischen Reich kam. Die Osmanen benannten den Ort in "Taslidža" um und bauten ihn zu einer so genannten Kasaba aus, einer Stadt ohne Festung. Im Jahr 1465 begann der Bau des "Kloster der Heiligen Dreieinigkeit" im Norden sowie 1569 der der "Husein-paša-Moschee" im Zentrum der Stadt. 1572 wurde der Sitz des herzegowinischen Sandschaks nach Taslidža verlegt. Zu dieser Zeit erhielt die Stadt auch ihre erstes Abwassersystem. Die Zahl der Häuser stieg von 72 im Jahr 1468 auf rund 300 im Jahr 1570. Im 17. Jahrhundert wurde die erste islamische Schule, Medresa, errichtet. Anfang des 19. Jahrhunderts war Taslidža mit 800 Häusern und etwa 7000 Einwohnern nach Mostar die zweitgrößte Stadt des herzegowinschen Sandschaks. Allerdings führte zwei große Feuer in dieser Zeit zu großen Zerstörungen, so dass 1833 der Sitz des Sandschaks nach Mostar verlegt wurde. Dies führte zu einer Stagnation in der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Stadt.

1878 kam Pljevlja mit dem Sandschak von Novipazar unter österreichische Verwaltung, während das Gebiet formell noch zum Osmanischen Reich gehörte. Pljevlja wurde 1880 Sitz eines neu gebildeten gleichnamigen Sandschaks. Als Grenzstadt wurde Pljevlja Garnisons mit über 5000 Soldaten und deren Familien. Dies führte zu einer Transformation von einer orientalisch geprägten in eine westliche Stadt. 1880 erhielt die Stadt ihr erstes Krankenhaus und 1889 die erste Brauerei. 1908 zogen die Österreicher wieder ab.

Im Ersten Balkankrieg zogen 1912 am gleichen Tag serbische und montenegrinische Truppen in die Stadt ein und beendeten damit endgültig die osmanische Herrschaft. Die Stadt wurde Teil des Königreichs Montenegro, das nach Ende des Ersten Weltkriegs im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen aufging. Hier wurde es Teil der neu gebildeten Banschaft Zeta. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Stadt dann zur Teilrepublik Montenegro, innerhalb des sozialistischen Jugoslawien. Insbesondere in den 1960er- und 1970er-Jahren erfolgte auf Grund der Braunkohlenfunde in der Umgebung eine schnelle Entwicklung zu einer modernen Industriestadt.

Wirtschaft
Kraftwerk Pljevlja
Pljevlja ist eines der wenigen industriellen Zentren Montenegros. Etwa fünf Kilometer südwestlich der Stadt befindet sich das einzige Wärmekraftwerk des Landes, das von einem nahe gelegenen Tagebau mit Braunkohle versorgt wird. Mit einer Leistung von 210 Megawatt liefert es etwa 45 Prozent der im Land benötigten elektrischen Energie. Daneben gibt es das Bergwerk "Šuplja stijena", in dem Zink und Blei gefördert wird. Außerdem gibt es auf Grund des Waldreichtums der Gemeinde eine vielfältige Holz verarbeitende Industrie.

Verkehr
In Pljevlja kreuzen sich die Straßen von Mojkovac, Prijepolje (Serbien) sowie Goražde und Višegrad (beide in Bosnien und Herzegowina). Der nächste Bahnhof befindet sich im etwa 40 Kilometer entfernten serbischen Prijepolje an der Bahnstrecke Belgrad–Bar.

Quellen



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 03.12.2020 09:01 von den Wikipedia-Autoren.
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