Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Bundesliga-Tickets mit Garantie!


Center Parcs - der Familienkurzurlaub im Internet!


Hotelsuche in 
 

Offene Fragen nach Bin-Hammam-Aussage in WM-Affäre: «Schwöre zu Gott»

Deutschland
14.01.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Ex-FIFA-Vize Mohamed Bin Hammam bricht in der Affäre um die WM 2006 sein Schweigen. Für entscheidende Aufklärung zur ominösen Millionen-Zahlung sorgt er jedoch nicht. Fragen zum Zweck der Zahlung bleiben. Weiter im Fokus: Die Rolle von Franz Beckenbauer.

Berlin (dpa) - Die Schlüsselfigur Mohamed Bin Hammam will die Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland auch nicht aufklären. Warum erhielt der frühere FIFA-Vizepräsident einst mehrere Millionen von einem Konto von Franz Beckenbauer? Und wozu genau benutzte er danach das Geld? Diese zentralen Fragen ließ Bin Hammam auch bei seinem ersten Interview zu diesem Skandal in der ZDF-«Sportreportage» offen. Der katarische Unternehmer betonte nur wie schon andere Protagonisten wie Beckenbauer oder Joseph Blatter vor ihm auch: Es seien keine WM-Stimmen gekauft worden. «Ich schwöre zu Gott, es war nicht für die WM», sagte Bin Hammam.

Wofür aber dann? «Ich weiß es nicht», behauptete der 68-Jährige zunächst lachend im ZDF-Interview und ergänzte dann: «Nein, natürlich weiß ich es. Aber entschuldigen Sie - das interessiert doch nur Sie, keine anderen.»

Die 6,7 Millionen Euro und ihre Verwendung sind eine der zentralen offenen Fragen in der Affäre um die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Deutschland im Jahr 2000. Das Geld floss im Jahr 2002 von einem Konto von Beckenbauer und seinem kurz darauf verstorbenen Manager Robert Schwan über die Schweiz auf ein Konto in Katar, das zu dem Firmengeflecht von Bin Hammam gehörte. Kurz darauf erhielt Beckenbauer diese Summe als Darlehen vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zurück, der wiederum sein Geld drei Jahre später vom DFB zurückforderte. 2005 überwies der Verband die 6,7 Millionen Euro über ein Konto des Weltverbandes FIFA an Louis-Dreyfus.

Dass mit der Zahlung Stimmen für die WM-Vergabe gekauft wurden, bestreitet Bin Hammam. Die Summe sei erst nach dem Zuschlag an Deutschland auf sein Konto geflossen, argumentiert der lebenslang im Fußball gesperrte Ex-Funktionär. «Ich würde gerne wissen, warum Deutschland mich hätte bestechen sollen, für etwas, was sie schon erhalten haben.»

Beckenbauer wies Korruption bei der Bewerbung ebenfalls stets zurück und behauptet, dass die WM-Organisatoren mit der Zahlung nur einen Organisationskosten-Zuschlag des Weltverbandes absichern wollten. Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter bezeichnet diese Theorie als «Quatsch». Zwei weitere Thesen: Wurde mit dem Geld heimlich der Wahlkampf des damaligen FIFA-Chefs unterstützt? Oder hat Bin Hammam Recht und die Zahlung hing nicht mit der WM oder einem Stimmenkauf zusammen, sondern wurde für einen verborgenen Deal mit TV-Rechten benutzt, wie Recherchen der «Süddeutschen Zeitung» nahelegen?

Auch die Aussage von Bin Hammam sorgt hier nicht für Klarheit. Immerhin führte das ZDF aber ein erstes Gespräch mit ihm, auf das der DFB noch wartet. Nach den Äußerungen des früheren Vizechefs des Weltverbands setzt der Deutsche Fußball-Bund weiter auf ein eigenes Treffen mit Bin Hammam. Dieser habe dem DFB über seinen Anwalt in der Schweiz seine grundsätzliche Bereitschaft zu diesem Gespräch signalisiert. Einen Termin dafür gebe es jedoch noch nicht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Verbandskreisen.

Auch für den DFB hat der Zweck der Zahlung eine entscheidende Bedeutung. Der Verband verschleierte das Geld nach Ansicht der Finanzbehörden in seiner Steuererklärung für 2006 als Kostenbeitrag zu einer WM-Gala, die am Ende nie stattfand.

Der Verband hat die falsche Deklarierung zwar eingeräumt, aber auch erklärt, Louis-Dreyfus habe Beckenbauer das Geld gegeben, um einen Organisationskosten-Zuschuss von der FIFA abzusichern. Die 6,7 Millionen stünden deshalb in einem direkten Zusammenhang mit der WM und seien daher steuerlich als Betriebsausgabe zu sehen. Das Finanzamt sieht darin indes einen schweren Fall von Steuerhinterziehung und fordert eine Nachzahlung von 19,2 Millionen Euro. Die DFB-Spitze will diese Entscheidung anfechten.

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
Weitere Artikel zu diesem Thema
 
Europa
13.01.2018
Frimley Green (dpa) - Der deutsche Darts-Spieler Michael Unterbuchner hat das Finale bei der BDO-Weltmeisterschaft im englischen Frimley Green verpasst. Der 29 Jahre alte Qualifikant aus München verlor am Samstagabend mit 4:6 gegen den an
weiter
Deutschland
11.01.2018
Hamburg (dpa) - Die erste Titelverteidigung von Boxweltmeister Manuel Charr verzögert sich. Der Schwergewichts-Champion des Verbandes WBA sollte sich ursprünglich bis zum 22. Dezember mit Pflichtherausforderer Fres Oquendo aus Puerto Rico auf die
weiter
Deutschland
09.01.2018
Düsseldorf (dpa) - Trainer Heiko Herrlich vom Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen muss für seinen theatralischen Sturz im DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach eine Geldstrafe von 12 000 Euro bezahlen. Dies bestätigte Bayer 04 am
weiter
Deutschland
13.01.2018
Bad Gastein (dpa) - Snowboarderin Ramona Hofmeister hat einen Tag nach dem ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere gemeinsam mit Stefan Baumeister im Mannschafts-Wettbewerb das nächste Podestergebnis eingefahren. Beim Weltcup in Bad Gastein musste sich
weiter
Schweiz
07.01.2018
Die Bayern sind schon wieder in Torlaune. Auch der BVB gewinnt sein erstes Testspiel. Rückkehrer wie Mario Gomez oder Anthony Ujah sind auf Anhieb erfolgreich. Der Bundesliga-Tabellenletzte Köln sammelt mit einem Erfolg beim Blitzturnier in
weiter
Russland
10.01.2018
Straßburg (dpa) - Der Fußball-Weltverband FIFA und der Europarat in Straßburg wollen in Menschenrechtsfragen enger zusammenarbeiten. FIFA-Chef Gianni Infantino und der Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, einigten sich am Mittwoch
weiter
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Innsbruck (dpa) - Wegen Lawinengefahr ist in Österreich eine wichtige Bahnstrecke gesperrt worden. Zwischen Landeck und St. Anton am Arlberg sei der Verkehr auf der Schiene am Vormittag vorsorglich eingestellt worden, sagte ein Sprecher der
Essen (dpa) - Ein weiterer Zeuge hat den Angeklagten im Prozess um gestreckte Krebsmedikamente am Donnerstag vor dem Essener Landgericht schwer belastet. Der ehemalige kaufmännische Leiter des angeklagten Bottroper Apothekers sprach von
Erfurt (dpa) - Claudia Pechstein geht ohne große Ambitionen in die Olympia-Generalprobe der Eisschnellläufer am Wochenende beim Weltcup in Erfurt. «Ich war vorige Woche etwas durch eine Erkältung gehandicapt und will vor allem einen
Hannover/Bremen (dpa) - Wegen des Sturmtiefs «Friederike» hat die Deutsche Bahn im Norden die Geschwindigkeit auf den Strecken zwischen Wolfsburg und Berlin sowie Hannover und Würzburg reduziert. ICE- und IC-Züge dürfen dort vorläufig maximal
Berlin (dpa) - Die SPD hat die Sondierungsergebnisse zu Klimaschutz und Energiepolitik verteidigt. «Es ist zu keinem Zeitpunkt so gewesen, dass wir uns von den Klimazielen 2020, 2030 und 2050 verabschiedet haben», sagte Fraktionsvize Matthias
Berlin (dpa) - Der Bauernverband fordert ein «eigenständiges und gestärktes» Ministerium für Landwirtschaft und den ländlichen Raum in der künftigen Bundesregierung. Es könnte weitere Aufgabenfelder wie den Ausbau der Digitalisierung auf dem
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Berlin (dpa) - Wer andere beim Kennenlernen nachahmt, macht sich beliebt - zumindest innerhalb des eigenen Geschlechts. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin und der Uni Leipzig. Demnach gibt
Göteborg (dpa) - Ein Mann ist in der Domkirche im schwedischen Göteborg in Brand geraten. Er sei dabei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob er sich absichtlich anzündete oder es sich um einen Unfall handelte, war
Birmingham (dpa) - Ein 46-Jähriger hat am Sonntag auf einen Mann in einer britischen Kirche eingestochen und ist festgenommen worden. Täter und Opfer kennen sich, wie die Polizei in Birmingham mitteilte. Es habe sich um eine gezielte Tat
Repression, Exil oder eine Festnahme schüchtern die russische Aktivistin Ljudmila Alexejewa nicht ein. Als Grande Dame der Menschenrechte scheut sie auch nicht die Kritik an der Staatsführung. Und sie ist sicher: Die Jugend-Proteste werden ihre
Berlin (dpa) - Baustellen bei der Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger durcheinander bringen. Dazu hat im Konzern ein neues «Lagezentrum Bau» die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte. «Es hat die
Gütersloh (dpa) - Patienten mit Rückenschmerzen kommen immer häufiger auf den OP-Tisch. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und eigenen Berechnungen beruht. 2015
Wetter

Berlin


(18.01.2018 12:59)

0 / 4 °C


19.01.2018
0 / 3 °C
20.01.2018
0 / 2 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Agenda - The Week Ahea ...
Schwerpunkte der Plena ...

Slain Kosovar Serb Lea ...
At Least 52 Uzbeks Kil ...

Ukrainisches Parlament ...
Mehr Teilnehmer und sc ...

Wer nachahmt, macht si ...
Schweiz des Balkans ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum