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Nitra

Slowakei, Nitra
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"Nitra" (deutsch "Neutra", ungarisch "Nyitra") ist eine Stadt in der westlichen Slowakei.

Überblick
Nitra ist neben Bratislava die wohl älteste slowakische Stadt. Diese am gleichnamigen Fluss im Westen der Slowakei gelegene viertgrößte Stadt des Landes hat 90.000 Einwohner (1991) und ist Hauptstadt und das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landschaftsverbandes „Nitriansky kraj“ sowie des gleichnamigen Bezirkes.
Blick auf die Innenstadt aus der Luft

Die Stadt liegt am Fuße des Bergs Zobor (600 m), von dem aus sich das Tribetzgebirge (slow. "Tribeč") etwa 45 km nach Nordosten erstreckt. Der Zobor ist durch Wanderwege und eine Seilbahn erschlossen und bietet von seinen Kalkklippen einen beeindruckenden Blick auf Nitra und die Mäander des gleichnamigen Flusses.

In Nitra ist wirtschaftlich vor allem die Herstellung von Leitungssätzen für die Automobilindustrie und von Kreditkarten slowakischer wie auch europäischer Kreditinstitute – unter anderem der Deutschen Bank – bedeutend.

Nitra ist Sitz der Slowakischen Landwirtschaftlichen Universität Nitra und der Konstantin der Philosoph-Universität Nitra.

In Nitra befindet sich der Sitz der Altkatholischen Kirche der Slowakei.

Geschichte
Die Stadt wurde 826 zum ersten Mal erwähnt und war seit dem Ende des 8. Jahrhunderts Sitz des Neutraer Fürstentums, das 833 zur Zeit des Fürsten Pribina Bestandteil von Groß-Mähren wurde. Hier gab es die erste bekannte christliche Kirche der Slowakei (828), und das Bistum Nitra war der erste Bischofssitz der Slowakei (880). Seit etwa 925 stand die Stadt unter ungarischer Oberherrschaft.

Die Stadt wurde bis 1877 öfters in "Ober-" und "Unterneutra" unterteilt.

Einwohner
Die Stadt beherbergte ungarische und deutsche Minderheiten, sowie eine große deutschsprachige Judengemeinde. 1891, bereits unter starkem staatlichen madjarischen Einfluss, zählte man unter 13.538 Einwohnern: 5205 Slowakisch-, 5002 Ungarisch- und 3234 Deutschsprachige, bzw. nach Konfession 9538 römisch-katholische, 166 evangelisch-lutherische und 67 evangelisch-reformierte Christen sowie 3757 Einwohner jüdischen Glaubens.

2001 gab es laut einer offiziellen Volkszählung 87.285 Einwohner, von denen 95,4 % Slowaken, 1,7 % Ungarn und 0,05 % Deutsche waren.

Blick vom 588 m hohen Zobor auf die Stadt
Luftaufnahme: Burg Nitra

Sehenswürdigkeiten
Die "Neutraer Burg" (Nitriansky hrad) mit ihren ineinander verschachtelten Kirchen, dem Bischofssitz und den umgebenden Festungswerken, zählt zu den interessantesten Gebäudekomplexen der Slowakei.

Name
Die ersten Quellenbelege stammen bereits von 826 ("Nitraua") und 880 ("Nitra"). Der deutsche sowie ungarische Name sind vom slawischen/slowakischen Namen abgeleitet. Über den Ursprung des sehr alten Stadt- und Flussnamens gibt es mehrere Theorien. Die wohl häufigste besagt, dass der Flussname zuerst da war, und zwar in der Form *"Nitrahwa" (slow. Nitrava), die sich aus dem indoeuropäischen *"neid-" (fließen) und dem germanischen *"ahwa" (Wasser, Fluss, analog beim Fluss Morava) entwickelte. Nach einer anderen häufigen Ansicht war der Siedlungsname zuerst da und dieser stammt vom slawischen *"neit-" (zünden / hauen, hacken) ab. Im zweiten Fall würde der Name Nitra so viel wie „ausgehauter Ort“ oder „Ort, an dem Feuer angezündet werden“ bedeuten.

Stadtteile
Die Stadt ist in 13 Stadtteile aufgeteilt:
*Dolné Krškany
*Horné Krškany
*Staré mesto
*Čermáň
*Klokočina
*Diely
*Párovské Háje (Párovce)
*Kynek
*Mlynárce
*Zobor
*Dražovce
*Chrenová
*Janíkovce

Söhne und Töchter der Stadt
*Henrich Benčík (* 1978), Fußballspieler
*Igor Demo (* 1975), Fußballspieler
*Vilmos Fraknói (* 1843 in Ürményben; † 1924), Historiker
*Tomáš Kóňa (* 1984), Fußballspieler
*Wilhelm Viktor Krausz (1878–1959), Maler
*Anton Lehmden ( 1929), Maler und Grafiker
*Jan Ivan Lelley (*1936), Mykologe
*František Mikloško (* 1947), Politiker
*Dušan Milo (* 1973), Eishockeyspieler
*Ľubomír Moravčík (* 1965), Fußballspieler und -trainer
* Štefan Ružička (* 1985), slowakischer Eishockeyspieler
*Josef Stümpel (* 1972), Eishockeyspieler
*Leopold Szondi (1893–1986), Psychiater
*Augustín Bačinský, Erzbischof der Altkatholischen Kirche der Slowakei
* Jan Mojto (*1948), Medienmanager und Filmproduzent

Städtepartnerschaft
* Zoetermeer, Niederlande
* Osijek, Kroatien
* Naperville, Illinois
* České Budějovice, Tschechien

Siehe auch
* Liste der Städte in der Slowakei
* Bistum Nitra
* Liste der Bischöfe von Nitra


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 29.10.2020 23:24 von den Wikipedia-Autoren.
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