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Moskau weist in Skripal-Affäre auch vier deutsche Diplomaten aus

Europa
30.03.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Als angemessen hat Russland seine Reaktion auf die Ausweisung zahlreicher Diplomaten angekündigt. Und so ist sie auch gekommen. Für Deutschland heißt das nun: Vier Botschaftsmitarbeiter müssen das Land verlassen.

Moskau/Berlin (dpa) - Russland hat im Konflikt mit dem Westen Dutzende Diplomaten ausgewiesen und den Streit um den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal damit weiter verschärft. Auch vier Angehörige der deutschen Botschaft müssen das Land verlassen, wie das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag mitteilte. Das russische Außenministerium hatte zahlreiche europäische Botschafter einbestellt und ihnen die Ausweisungen verkündet.

Moskau reagierte damit auf die Entscheidung von rund 25 Staaten sowie der Nato, mehr als 140 russische Diplomaten des Landes zu verweisen. Auch Deutschland hatte vier Russen zu unerwünschten Personen erklärt. Russland wies nun wie angekündigt genauso viele Diplomaten aus, wie zuvor westliche Staaten es getan hatten. Nur bei einzelnen Staaten, die sich der Ausweisung erst später angeschlossen hatten, behielt sich Russland die Entscheidung noch vor, darunter Belgien und Ungarn.

Der Schlagabtausch ist Teil des Konfliktes um den vergifteten Ex-Agenten Skripal und seiner Tochter Julia in Großbritannien. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass beide mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden. London bezichtigt daher den Kreml als Drahtzieher. Moskau weist die Anschuldigungen zurück.

Die Nachricht aus Moskau sei nicht überraschend gekommen, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. «Wir hatten die Entscheidung zur Ausweisung der russischen Diplomaten nicht leichtfertig getroffen. Unsere Reaktion im Fall Skripal war als politisches Signal notwendig und angemessen.» Dennoch betonte er: «Auch in der aktuellen Lage bleiben wir zu einem Dialog mit Russland bereit und werden für die europäische Sicherheit und eine konstruktive Zukunft der Beziehungen zwischen unseren Ländern arbeiten.»

Am stärksten traf Russlands Antwort die USA. Bereits am Donnerstag hatte Außenminister Sergej Lawrow gesagt, dass 60 US-Diplomaten das Land verlassen müssten. Auch die US-Generalkonsulat in St. Petersburg wird geschlossen. Am Freitag begann das Personal Berichten zufolge, das Gebäude zu räumen. Die USA hatten zuvor dieselbe Zahl an Russen zu unerwünschten Personen erklärt und angeordnet, das russische Konsult in Seattle zu schließen.

Überdies wurden weitere Maßnahmen gegen Großbritannien bekannt. Die britische Vertretung habe einen Monat Zeit, um die Zahl ihrer Mitarbeiter zu reduzieren, hieß es aus Moskau. Sie solle dann der Zahl der russischen Botschaftsmitarbeiter in London entsprechen. Seit dem Aufflammen des Streits hatten Großbritannien und Russland bereits gegenseitig Diplomaten ausgewiesen. Moskau untersagte auch die Arbeit des britischen Kulturinstituts British Council.

Russland sei zu der Reaktion gezwungen gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. «Wir haben den diplomatischen Krieg nicht begonnen.» Die Sanktionen seien lediglich die Antwort auf «unfreundliche Handlungen gegenüber Russland».

Das Vorgehen gegen Moskau ist in der EU umstritten. Russland verweist darauf, dass London keine konkreten Beweise gegen Moskau vorgelegt habe. Mehrere EU-Staaten, darunter Österreich, Luxemburg und Griechenland, haben sich nicht an der Aktion beteiligt und argumentieren ebenfalls mit der unklaren Beweislage.

Die britischen Ermittler suchen fast vier Wochen nach dem Anschlag nach weiteren Spuren. Britische Medien berichteten, Julia Skripal sei wieder bei Bewusstsein. Ihr gehe es nach Klinikangaben bereits deutlich besser. Die 33-jährige Russin könne bereits wieder essen und trinken. Die Ermittler hoffen, durch eine Aussage von ihr zu erfahren, ob sie und ihr Vater vor dem Attentat verfolgt wurden.

Beide kamen möglicherweise an der eigenen Haustür mit dem Gift in Kontakt, wie die Ermittler herausfanden. Nach Angaben der britischen Polizei wurde die höchste Konzentration des Nervengifts an der Tür des Wohnhauses von Sergej Skripal im englischen Salisbury gefunden. Das Nervengift soll an den Händen der Opfer nachgewiesen worden sein.

Julia Skripal ist russische Staatsbürgerin und lebt in Moskau. Sie hatte ihren Vater besucht. Er ist weiterhin in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Einige Nachbarn, Postboten und die ersten Ermittler am Tatort stehen ebenfalls unter Beobachtung, da auch sie mit dem Nervengift in Kontakt gekommen sein könnten, wie die Zeitung «The Telegraph» berichtete. Ein Spielplatz in der Nähe des Hauses wurde abgesperrt.

 

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