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Montenegro, junger Staat auf dem Balkan

Europa
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Montenegro (montenegrinisch/serbisch Crna Gora) ist ein Staat an der südöstlichen Adriaküste in Südosteuropa. Das Land grenzt an Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und Albanien. Nachdem Montenegro nahezu 90 Jahre zu Jugoslawien gehört hatte, ist es seit dem 3. Juni 2006 wieder unabhängig. Der Balkanstaat ist mit etwa 672.000 Einwohnern (Volkszählung 2003: 620.145) und einer Fläche von 13.812 km2 einer der kleineren Staaten Europas. Die Hauptstadt ist Podgorica. Hauptwirtschaftzweig ist der Tourismus an der montenegrinischen Küste. Montenegro ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OSZE und des Europarates. Zudem ist Montenegro Beitrittskandidat der NATO und potenzieller Beitrittskandidat der Europäischen Union.
Galerie

Land

Montenegro bedeutet wörtlich übersetzt „Schwarzer Berg", während der Landesname Crna Gora mit „schwarzes Gebirge", „schwarzes bewaldetes Gebirge" oder „schwarzer Wald" übersetzt werden kann. Die internationale Bezeichnung Montenegro stammt nicht aus dem Italienischen – der Name müsste sonst Montenero lauten - sondern aus dem Venetischen ("montagna negra") Im Österreich-Ungarn des 19. Jh. sagte man auch Schwarzenberg.

Amtssprache: Montenegrinisch; regional auch Serbisch, Bosnisch, Albanisch, Kroatisch
Hauptstadt: Podgorica
Staatsform: Republik
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie/ Protektorat der UNO/EU
De-facto-Regime: ja
Staatsoberhaupt: Staatspräsident Filip Vujanovic
Regierungschef: Premierminister Milo Dukanovic
Fläche: 13.812 km²
Einwohnerzahl: 672.180 (Juli 2009)
Bevölkerungsdichte: 48,7 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner: PPP: 11.092 Int.$
Währung: Euro (unilateral als Fremdwährung übernommen, nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt)
Unabhängigkeit: vom Osmanischen Reich 13. Juli 1878, von Serbien-Montenegro 3. Juni 2006
Nationalhymne: Oj svijetla majska zoro
Nationalfeiertag: 13. Juli (Unabhängigkeitsbestätigung durch den Berliner Kongress 1878)
Zeitzone: UTC+1
Kfz-Kennzeichen: MNE
Internet-TLD: .me
Telefonvorwahl: +382

Geographie
Montenegro ist ein im europäischen Vergleich relativ dünn besiedeltes waldreiches Gebirgsland im südöstlichen Teil des Dinarischen Gebirges. Die unzugänglichen Hochgebirge werden oftmals durch steile abweisende Canyons zerteilt. Darunter gilt die Tara- Schlucht als tiefste Schlucht Europas. Daher ist auch nur das durch zahlreiche Verbreiterungen geprägte Tal des Lims dichter besiedelt. Nur im Südosten wird Montenegro auch durch Niederungen geprägt In der Kryptodepression des Skutarisees und der Niederung der unteren Moraca und Cijevna liegen dann auch die fruchtbarsten Gebiete Montenegros. Hier wird unter anderem der landestypische Rotwein Vranac angebaut. Besondere Bedeutung haben die zahlreichen Poljen. Darunter ist das Polje von Niksic, dass durch die Möglichkeit aus Stauseen Hydroenergie zu gewinnen auch das größte und am dichtesten besiedelte ist.

Neben den typisch mitteleuropäisch geprägten Buchen-, Tannen- und Fichtenwäldern Zentralmontenegros sind auch mediterrane Hartlaubwälder mit Stein- und Mazedonischer Eiche vertreten. Am Skutarisee finden sich typische Auwälder mit Stieleichen und Weichholzauen.
Das Land lässt sich von Südwest nach Nordost in drei hauptsächliche Landschaftsräume gliedern:

die steil abfallende und durch Buchten (z.B. Bucht von Kotor) gegliederte Steil-Küste am Mittelmeer (Adria) mit den historischen mediterranen Küstenorten

das karge und wasserlose Karsthochplateau Altmontenegros (Rudine und die Katunska nahija mit dem höchsten Küstengebirge Dalmatiens, dem Orjen mit dem Zubacki kabao (1.894 m) sowie dem Lovcen). Hier bieten nur wenige Poljen etwas landwirtschaftlich nutzbaren Boden (Grahovo, Cetinje),
sowie das zentral- und nordmonteneginische Hochgebirgsland. Hier finden sich auch die höchsten Erhebungen Montenegros und des gesamten Dinarischen Gebirges das Prokletijemassiv mit der höchsten Erhebung des Landes, dem Zla Kolata (2.534 m) sowie das Durmitor-Massiv mit dem Bobotov Kuk (2.522 m).

Bevölkerung
Die Einwohner Montenegros bezeichnen sich zu 43 Prozent als Montenegriner, zu 32 Prozent als Serben, zu etwa acht Prozent als Bosniaken. zu fünf Prozent als Albaner und zu vier Prozent als slawische Muslime. Die Frage, ob die Montenegriner ein eigenes Volk oder ein Teil des serbischen Volkes sind, ist in der Bevölkerung selbst umstritten; insbesondere konservative Serben halten einen großen Teil der Montenegriner für einen Bestandteil des serbischen Volkes.
Ebenso gibt es bei der größten Minderheit, den vor allem im Norden des Landes (dem montenegrinischen Teil der Raschka beziehungsweise des Sandschak) lebenden Bosniaken und slawischen Muslimen, unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich der Bezeichnung ihrer Nationalität. Eine weitere Minderheit bilden die Albaner, die vor allem in den Gebieten längs der Grenze zu Albanien und zum Kosovo leben. In der Gemeinde Ulcinj (alb. Ulqiri) stellen sie die Bevölkerungsmehrheit mit 72 Prozent (Volkszählung 2003). Des Weiteren leben in Montenegro Heimatvertriebene, die in der Volkszählung nicht berücksichtigt sind, weil sie den Flüchtlingsstatus haben. Dabei handelt es sich um 6.926 meist serbische Flüchtlinge aus Bosnien und Herzegowina und 16.137 Flüchtlinge aus dem Kosovo (meist Roma und Serben)

Sprachen
Die Amtssprachen Montenegros sind laut der Verfassung vom 19. Oktober 2007 Montenegrinisch, Serbisch, Bosnisch, Albanisch und Kroatisch. Artikel 11 des am 11. Mai 2006 verabschiedeten Minderheitengesetzes erlaubt dagegen die Verwendung von Minderheitensprachen als Amtssprachen nur in Gemeinden, in denen die betreffende Minderheit die Bevölkerungsmehrheit oder einen bedeutenden Teil der Bevölkerung stellt, was den montenegrinischen Behörden einen gewissen Spielraum bietet. Das 2002 beschlossene Minderheitengesetz des Staatenbundes Serbien und Montenegro schrieb dagegen vor, dass der Anteil einer Minderheit an der Gesamtbevölkerung einer Gemeinde mindestens 15 % nach der letzten Volkszählung betragen müsse, um ihre Sprache als Amtssprache auf Gemeindeebene anzuerkennen. Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet sind im Gebrauch.
Hinsichtlich des Namens der Sprache gibt es ebenso wie hinsichtlich der Nationalitätenbezeichnung unterschiedliche Meinungen unter der Bevölkerung. In der Volkszählung von 2003 gaben 63,49 % der Bevölkerung Serbisch und 21,96 % Montenegrinisch als ihre Muttersprache an.

Religionen
Bis zu 75 % der Einwohner Montenegros gehören der Serbisch-Orthodoxen Kirche mit dem Metropoliten Amfilohije Radenic als Oberhaupt der Metropolie an. Daneben existiert noch die 1993 gegründete ökumenisch und kanonisch von der Orthodoxen Kirche nicht anerkannte autokephale Kirche Montenegros. Neben den orthodoxen Gläubigen gibt es eine rund 12 Prozent der Bevölkerung umfassende muslimische Minderheit und vor allem in den Küstenstädten einige Tausend Katholiken, vorwiegend Kroaten und Albaner. Die Angehörigen verschiedener protestantischer Gemeinschaften zählen jeweils weniger als 1.000 Mitglieder.

Geschichte

Als Fürstentum und Königreich
Vom Ende des 15. Jahrhunderts residierten in Cetinje die Fürsten aus der Familie Crnojevic und seit 1516 die Fürstbischöfe (Vladikas), welche bis Mitte des 19. Jahrhunderts jeweils geistliches und weltliches Oberhaupt der Montenegriner waren. Große Teile des Gebiets des heutigen Montenegro gehörten bis 1878 zumindest formal zum Osmanischen Reich. Mit den Beschlüssen des Berliner Kongresses wurde Montenegro ein international anerkanntes unabhängiges Fürstentum, welches 1910 in ein Königreich überfuhrt wurde. Der seit 1860 als Fürst regierende König Nikola I. war bei Beginn des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 auf Seiten Serbiens und damit der Entente. Es folgte die Besetzung Montenegros durch die österreichisch-ungarische Armee Anfang 1916.

Teil Jugoslawiens
Als die Mittelmächte im Herbst 1918 zusammenbrachen und der Weltkrieg endete, wurde der König durch Beschluss der "Nationalversammlung" im November 1918 gestürzt und Montenegro als Teil der Banschaft Zeta in das neu entstandene Königreich Jugoslawien eingegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wurde Montenegro nach der militärischen Zerschlagung
Jugoslawiens durch deutsche Truppen ab 1941 als italienischer Marionettenstaat Unabhängiger Staat Montenegro wiedererrichtet Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Montenegro (jetzt unter Einschluss des Gebietes um die Bucht von Kotor, aber ohne das ab 1913 kurzzeitig zu Montenegro gehörende Gebiet um die Stadt Pec im Kosovo) eine der sechs Teilrepubliken des Nachfolgestaats, der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien.

Weg zur Unabhängigkeit
Das im Jahr 1992 nach dem Austritt Kroatiens und Sloweniens aus dem Staatsverbund abgehaltene Referendum über den zukünftigen Status Montenegros entschied über den Verbleib Montenegros in der Bundesrepublik Jugoslawien. Dabei sprachen sich 95,65 % oder 266.273 Wähler für einen Verbleib in Jugoslawien und 3,14 % oder 8.755 Wähler für eine Loslösung aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,04 % oder 278.382 von insgesamt 421.529 Wahlberechtigten
Nach den Jugoslawienkriegen in den 1990er Jahren wuchsen die Differenzen zwischen Montenegro und Serbien, weil die Bevölkerung Montenegros die Isolation und die Last des Krieges nicht mehr mittragen wollte. Die Regierung des seit Anfang der 1990er Jahre regierenden Premiers Dukanovic strebte eine Ablösung von Serbien an. Nur auf Druck der Europäischen Union sah Montenegro 2002 noch einmal von der Sezession ab und einigte sich mit Serbien auf die Gründung eines losen Verbundes zweier eigenständiger Staaten namens Serbien und Montenegro. Mit Bezug auf die Jugoslawienkriege hat sich der damalige montenegrinische Präsident Milo Dukanovic mehrmals für die Teilnahme montenegrinischer Soldaten am Kroatienkrieg entschuldigt. Im Jahr 2005 wurden erste Zahlungen als Entschädigung für Plünderungen und Verwüstungen in Kroatien vereinbart (siehe auch: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens).
Am 21. Mai 2006 wurde schließlich eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Staates Montenegro abgehalten. Darauf hatten sich die Regierung und die Opposition nach längerem Streit geeinigt. Zuletzt nahmen beide den Vorschlag der EU an, der eine 55-Prozent-Mehrheit der Wahlbeteiligten bei einer Wahlbeteiligung von mindestens 50 Prozent für eine Unabhängigkeit erforderlich machte. Bei einer Wahlbeteiligung von 8639 % oder 419.240 von insgesamt 485.280 im Jahr 2006 eingetragenen Wahlberechtigten wurde die notwendige 55-Prozent-Mehrheit mit einem Ergebnis von 55,49 % (230.661) knapp überschritten. 44,51 % oder 185.002 votierten mit Nein und waren für den Verbleib Montenegros an der Seite von Serbien in der Staatenunion Serbien und Montenegro.Wahlbeobachter der OSZE bezeichneten die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ablauf des Referendums als „weitgehend übereinstimmend mit internationalen Standards für Wahlvorgänge. Die Opposition bemängelte jedoch, dass das Wahlrecht mit dem Hauptwohnsitz des potentiellen Wählers verknüpft war, wodurch etwa 250.000 Montenegriner mit ständigem Wohnsitz in Serbien vom Referendum ausgeschlossen waren, bei insgesamt lediglich 484.718 registrierten Wählern.
Kroatien und die UNO gratulierten bereits am Tag nach der entscheidenden Wahl Montenegro zur Unabhängigkeit Am 3. Juni 2006 wurde diese durch die Unabhängigkeitserklärung des montenegrinischen Parlaments vollzogen.



Weg zur euro-atlantischen Integration
Seit der Unabhängigkeit bemüht sich Montenegro um die Aufnahme in die Europäische Union. Als erster Schritt wurde dazu am 15. Oktober 2007 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU unterzeichnet Am 15. Dezember 2008 wurde offiziell die Bewerbung um eine EU-Mitgliedschaft durch den .-montenegrinischen Premierminister Milo Bukanovic in Brüssel eingereicht. Die montenegrinische Regierung hofft auf den Erhalt des Kandidatenstatus bis Ende 2010.
Außerdem bemüht sich Montenegro um Aufnahme in die NATO. Auf dem Gipfeltreffen der Staatsund Regierungschefs der NATO-Mitgliedstaaten im April 2008 in Bukarest wurde die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Montenegro beschlossen und am 3. Dezember 2009 erklärten die Außenminister der NATO-Mitgliedstaaten bei ihrem Treffen in Brüssel Montenegro offiziell zum Beitrittskandidaten, nannten jedoch noch kein mögliches Beitrittsdatum.. Das Land hat die Mitgliedschaft bis 2012 anvisiert.

Politik

Wahlen
Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im Oktober 2002 ging das Bündnis „Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro", welches von der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten Montenegros (DPS) angeführt wurde, als Sieger hervor. Es erhielt knapp 48 % der Stimmen und damit die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament Die Sozialistische Volkspartei (SNP), die sich für die Beibehaltung des Staatsbündnisses mit Serbien aussprach, kam mit ihrem Bündnis „Koalition für Veränderungen" auf gut 38 %.
Am 12. Juli 2004 beschloss die montenegrinische Regierung die bisherige Flagge Montenegros durch eine traditionelle auszutauschen, sowie die Einführung der neuen Nationalhymne Oj svijetla majska zoro. Der Text der neuen Hymne, der für Kontroversen sorgt stammt von Sekula Drljevic und wurde 1937 verfasst.
Spitzenpolitiker der regierenden Partei DPS plädierten seit langem für die Unabhängigkeit Montenegros, was von Serbien und der Europäischen Union abgelehnt wurde. Auf massiven Druck der EU kam im Jahre 2003 eine Einigung zustande, der zufolge Montenegro bis 2006 in einem gemeinsamen Staatenbund mit Serbien verbleiben sollte, dann aber eine Volksabstimmung über die Auflösung des Staatenbundes abhalten könne.
Am 10. September 2006 fanden die ersten Parlamentswahlen nach der Unabhängigkeitserklärung statt, die die Koalition von DPS (33 Sitze, Demokratische Partei der Sozialisten)/SDP (fünf Sitze, Sozialdemokratische Partei)/BP (drei Sitze, Bosniakische Partei)/LDP (drei Sitze, albanische Partei) mit 44 der insgesamt 80 Parlamentssitze für sich entscheiden konnte. Auf die Oppositionsparteien entfielen: Serbische Liste mit SNS (Serbische Volkspartei), SRS (Serbische Radikale Partei Dr. Vojislav Seselj), DSJ (Demokratische Einheitspartei) und NSS CG (Volkssozialistische Partei Montenegros) zwölf Parlamentssitze. SNP (Sozialistische Volkspartei) acht Sitze, Listenvereinigung NS (Volkspartei) und DSS (Demokratisch-Serbische Partei) drei Sitze, PZP (Bewegung für Veränderungen) - Nebojsa Medojevic elf Sitze, Demokratischer Bund der Montenegriner und Albanische Alternative verfugen über jeweils einen Sitz. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70
Am 19. Oktober 2007 wurde erstmals seit 1905 wieder eine Verfassung für einen unabhängigen montenegrinischen Staat beschlossen und drei Tage darauf feierlich verkündet Ihr Beschluss war einer der wichtigsten Punkte, die dem Balkanstaat von europäischer Seite für eine weiterführende Integration in die euro-atlantischen Strukturen auferlegt worden war. Sie regelt nicht nur den Gebrauch der Amtssprachen, sondern entflicht auch die Probleme um die doppelte Staatszugehörigkeit zu Montenegro und Serbien.
Am 6. April 2008 fanden die ersten Präsidentschaftswahlen seit der Unabhängigkeit statt Wahlsieger wurde der bisherige Amtsinhaber Filip Vujanovic.

Präsidenten
(Amtssitz in Cetinje)
Momir Bulatovic (1990 - Feb. 1998)
Milo Dukanovic (Feb. 1998 - Apr. 2002)
Filip Vujanovic (seit Apr. 2002)

Premierminister
Milo Dukanovic (1991 - Feb. 1998) Filip Vujanovic (Feb. 1998 - Apr. 2002) Milo Dukanovic (Apr. 2002 - Nov. 2006) Zeljko Sturanovic (Nov. 2006 - Feb. 2008) Milo Dukanovic (seit Feb. 2008)

Sicherheit Militär
Die Montenegrinische Armee ist im Mai 2006 aus dem in Podgorica stationierten Armeekorps der gemeinsamen Serbisch-Montenegrinischen Armee hervorgegangen. Die gemeinsame Marine wurde von Montenegro übernommen, soll aber zu einer kleinen Küstenwache reduziert werden. Die Montenegrinische Armee verfugt über 61 T-55 Panzer, die aus Kostengründen stillgelegt worden sind, und ca. 300 Artilleriegeschütze. Die Personalstärke liegt bei 6.500, weitere Kürzungen sind zu erwarten.

Polizei
Die Polizei Montenegros wurde mit dem Zerfall Jugoslawiens durch die montenegrinische Regierung zu einem paramilitärischen Ersatzheer ausgebaut. Die Zahl der Polizisten war noch im Frühjahr 1999 von 10.000 auf 15.000 Mann erhöht worden. Heute hat die von einer Polizeidirektion (Upravapolicije) in Podgorica geleitete Zivilpolizei in Montenegro ca. 5.200 Mitarbeiter.

Kriminalität
Montenegro galt seit den 1990er-Jahren u.a. als Zentrum des internationalen Zigarettenschmuggels. Die Opposition sieht in den Verwicklungen des Ministerpräsidenten Dukanovic in den Schmuggel einen Grund für dessen Unabhängigkeitskampagne. Diesbezüglich stellte sich der Premier Montenegros Milo Dukanovic nach seinem erneuten Amtsantritt als Premier Montenegros im Februar 2008 Ende März 2008 freiwillig den ermittelnden Beamten in Bari in Italien. Die Befragung umfasste etwa 80 Fragen. Eine Einigung mit dem Gericht in Bari, die der freiwilligen Beantwortung der Fragen durch Dukanovic vorausgegangen war, verhindert die Veröffentlichung des Inhalts der Befragung. Die Befragung hätte schon im Sommer zuvor im Jahr 2007 stattfinden sollen, wurde jedoch erst Ende März nach der Wiederernennung Milo Dukanovic zum Premier, nachdem sein Parteikollege wegen Krankheit nach nur einem Jahr ausscheiden musste, durchgeführt
Noch heute beschäftigen Montenegro zunehmend Schmuggel von Narkotika, Zigaretten, Waffen, Menschen, gestohlene Fahrzeuge aus der EU und unaufgeklärte Auftragsmorde der organisierten Kriminalität. Ein Beispiel hierfür ist der unaufgeklärte Mord an Dusko Jovanovic, Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung Dan, der in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2004 erschossen wurde. Die Verhandlung gegen einen Hauptverdächtigen wurde Ende 2006 aus Mangel an Beweisen ausgesetzt.
Im Zusammenhang mit der Ermordung von Dusko Jovanovic sowie der Ermordung der hohen Polizeifunktionäre Goran Zugic und Darko Beli Rapopovic wurde der leitende Untersuchungsbeamte Slavoljub Scekic am 30. August 2005 ermordet Ermittlungen führten bisher zu keiner Spur, eine Anklage gegen denselben Verdächtigen wie im Mordfall Dusko Jovanovic wurde mangels Beweisen fallengelassen.
Weiterhin bemängeln die EU und andere internationale Organisationen die erdrückende Korruption im zudem für das kleine Land unverhältnismäßig sehr großen seit den 90-er Jahren nicht restrukturierten Staatsapparat
Am 11. September 2006 meldeten die Medien die zwei Tage zuvor in der Polizeiaktion Adlerflug (Orlov let) erfolgte Verhaftung von Mitgliedern einer terroristischen und kriminellen Organisation, die ebenso in Albanien und dem Kosovo operierte, in der mehrheitlich von Albanern bewohnten Gemeinde Tuzi. Den 15 verhafteten, überwiegend albanischstämmigen mutmaßlichen Terroristen wird aktuell der Prozess wegen versuchter terroristischer Anschläge auf staatliche und zivile Ziele in der Region um Tuzi gemacht. Unter den Verhafteten waren ethnische Montenegriner und Kroaten ebenso wie albanischstämmige US-Staatsbürger. Neben den Verhaftungen wurde in mehreren Verstecken in Höhlen und Erdgruben in der Gemeinde Tuzi ein erhebliches Kontingent an Handfeuerwaffen, Handgranaten, Panzerfäuste, Antipanzerminen. ebenso wie ein sehr großer Munitionsvorrat verschiedenster Kaliber sichergestellt.

Administrative Gliederung

Montenegro ist in 21 (Groß-)Gemeinden (opstine, Sg. opstinä) gegliedert, wobei Niksic nach Fläche und Podgorica nach Bevölkerung die größten sind.

Größte Städte
Podgorica (Hauptstadt; 140.000 Einwohner)
Niksic (58.212 Einwohner)

Wirtschaft
Zu den wichtigsten Bodenschätzen zählen Bauxit, Eisenerz und Braunkohle; in der Industrie gehören die Tabak-, Aluminium- und Salzverarbeitung zu den bedeutenden Produktionszweigen. In der Agrarwirtschaft werden vor allem Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Tabak, Wein, Zitrusfrüchte, Oliven und Feigen angebaut Außerdem spielt in Montenegro der Tourismus eine entscheidende Rolle. 15 % des Bruttoinlandsproduktes werden durch ihn erwirtschaftet. Montenegro ist laut World Travel & Tourism Council (WTTC) weltweit seit Jahren unter den drei wachstumsstärksten Reiseländern.
Im Jahr 1999 wurde als Währung die Deutsche Mark eingeführt. Im Zuge der Umstellung der Deutschen Mark auf den Euro wird seit 2002 als Landeswährung der Euro verwendet. Da das Land nicht an der Europäischen Währungsunion teilnimmt, hat es nicht das Recht, eigene Euromünzen zu prägen.
Ende 2005 wurden erstmals seit 1913 wieder eigene Briefmarken herausgegeben.

Verkehr

Eisenbahn
Durch Montenegro verläuft von Norden über Podgorica bis zum wichtigsten montenegrinischen Hafen Bar die für den Balkan wichtige Bahnstrecke Belgrad-Bar. Es handelt sich um eine überwiegend eingleisige Strecke, welche durchgehend elektrifiziert ist. Sie wurde erst im Jahre 1976 durchgehend in Betrieb genommen und gilt als eine der spektakulärsten Gebirgsbahnen mit zahlreichen Tunneln und Brücken, darunter mit dem Mala-Rijeka-Viadukt die mit 198 Metern Höhe über Grund höchste Eisenbahnbrücke der Welt Außerdem fuhren zwei weitere Strecken von Podgorica aus nach Niksic beziehungsweise über Shkodra nach Tirana (Albanien). Betreiber der montenegrinischen Eisenbahnen ist die Zeljeznica Crne Gore (ZCG).

Flugverkehr
Im Land existieren zwei internationale Flughäfen, der Flughafen Podgorica und der Flughafen Tivat. Die einzige in Montenegro beheimatete Linienfluggesellschaft ist Montenegro Airlines.


Straßenverkehr
2005 wurde mit dem 5,4 Kilometer langen Straßentunnel „Sozina" (mautpflichtig) eine wichtige Verbindung zwischen Podgorica und Sutomore (südlichen Küstenregion zwischen Budva und Bar) geschaffen, womit die Fahrzeit um etwa eine halbe Stunde reduziert wurde (wobei die Anfahrt über die Küstenstraße durch Stauungen sehr zeitintensiv sein kann). Von einer ähnlichen Situation kann neuerdings auch Tivats Flughafen profitieren, zwei Projekte, die vor allem dem Tourismus zu Gute kommen dürften. Des Weiteren ist eine Querung der Bucht von Kotor geplant.
Das Land verfügt noch über keine Autobahnstrecken. Jedoch befinden sich zwei Trassen, die Autobahn Bar-Boljare (nach Serbien) und der montenegrinische Abschnitt der Adriatisch-Ionischen Autobahn (Kroatien/Bosnien-Herzegowina - Albanien), in der Planungsphase. Der Abschnitt zwischen Podgorica und Matesevo befindet sich seit Oktober 2009 in der Bauphase.
Seit dem 15. Juli 2008 wird an den Grenzen Montenegros für Straßenfahrzeuge die mautähnliche Umwelt-Jahresgebühr Eko Naknada erhoben.

Kultur

Als größter Dichter Montenegros wird immer wieder Fürst Petar II. Petrovic-Njegos genannt. Dieser wird mit einem Mausoleum auf dem Berg Lovcen bis heute hoch verehrt.

Sport
Am 25. Januar 2007 wurde Montenegro als 53. Mitglied in den europäischen Fußballverband UEFA und am 31. Mai 2007 auch in die FIFA aufgenommen. Die Aufnahme in die Europäische Handballföderation erfolgte am 7. August 2006. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Europameisterschaft gewinnt die Wasserballnationalmannschaft von Montenegro in Malaga/Spanien am 13. Juli 2008 nach Verlängerung mit 6:5 gegen Serbien.
Seit vielen Jahren findet die Montenegrorundfahrt mit Teilnehmern aus vielen Ländern und dem montenegrinischen Team Profiline statt Dieses Radrennen "Putevima Krajja Nikole" bzw. "Paths of King Nikola" ist das größte nationale Radsportereignis.
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