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La Mannschaft besiegt Ungarn

Deutschland
04.06.2016
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Deutschland gewinnt letzten EM-Test gegen Ungarn mit 2:0
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihren letzten Test vor der Europameisterschaft gewonnen. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw setzte sich am Samstagabend gegen Ungarn mit 2:0 (1:0) durch. Adam Lang (39. Minute) per Eigentor und Thomas Müller (64. Minute) erzielten vor 52 104 Zuschauern in der Arena auf Schalke die Tore für die DFB-Auswahl.
Galerie
Gelsenkirchen (dpa) - Sechs Tage nach dem 1:3 gegen die Slowakei agierte die Weltmeister deutlich verbessert. Kapitän Bastian Schweinsteiger feierte nach seiner Knieverletzung für gut zwanzig Minuten sein Comeback. Am Dienstag reist das Team ins EM-Quartier nach Evians. Das erste EM-Spiel findet am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine statt.
Posieren fürs Mannschaftsfoto: Die deutsche Elf vor dem Spiel gegen Ungarn.


Schweinsteiger meldet sich zurück
Es war 19.26 Uhr, als auf der Anzeigetafel des Vierten Offiziellen endlich die Nummer sieben aufleuchtete. Unter riesigem Beifall der 52 104 Zuschauer betrat Bastian Schweinsteiger am Samstagabend den Rasen der Schalker Arena. Rund elf Wochen nach seinem letzten Einsatz im Trikot von Manchester United meldete sich der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurück. Wie von Schweinsteiger im Vorfeld angekündigt, bekam der 31-Jährige die von ihm gewünschten etwas mehr als 20 Minuten Einsatzzeit und machte damit deutlich, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn zurecht im Kader für die Europameisterschaft in Frankreich gelassen hatte.

Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung hatte Schweinsteiger die erste Schrecksekunde zu überstehen. Der Ungar Laszlo Kleinheisler ging mit gestrecktem Bein in den Zweikampf, verfehlte das Knie des Weltmeisters aber zum Glück knapp. Fortan begab sich Schweinsteiger ins Zentrum, agierte mit Mesut Özil im defensiven Mittelfeld.

Die fehlende Spielpraxis war ihm dabei deutlich anzumerken, der frühere Münchner tastete sich erst einmal langsam ins Spiel hinein. Kein Wunder, stand Schweinsteiger für Manchester United in diesem Jahr doch wegen zweier Knieverletzungen gerade einmal 141 Minuten auf dem Spielfeld.
Manuel Neuer.

"LaMannschaft" in der Einzelkritik
Neuer: Deutschlands Nummer 1 zeigte eine ungewohnte Unsicherheit beim Schuss von Dzsudszák (14.). Anonsten als Torwart nicht gefordert.

Höwedes: Bei der WM half er hinten links aus, jetzt plant Löw mit dem Schalker rechts. Defensiv solide, vorne limitiert. Noch nicht topfit.

Boateng: Musste frühzeitig behandelt werden, spielte aber durch. Souveräner Abwehrchef, begeisterte mit langen Bällen wie vorm 2:0.

Rüdiger: Der Römer soll Hummels zum EM-Start ersetzen. Vergab große Kopfballchance (11.). Klärte gegen Szalai (27.). Gute Spieleröffnung.

Hector: Probleme mit dem agilen Dzsudszák. Gute Offensivorstöße, bereitete das 1:0 vor. Der Kölner ist als Linksverteidiger gesetzt.

Khedira: Zurückhaltender 45-Minuten-Auftritt. Beim Schuss schmerzhaft am Fuß getroffen (31.). Blieb zur Pause in der Kabine.

Kroos: Der Champions-League-Sieger hielt sich zurück - vor allem bei den Defensivaufgaben. Als Ballverteiler aber gewohnt passsicher.

Müller: Nicht alles gelang. Zwang Kiraly beim Weitschuss zur Glanztat (11.). Und bewies seinen Riecher beim Abstaubertreffer zum 2:0 (64.).

Özil: Benötigte auf der «Zehn» einige Anlaufzeit. Leitete das 1:0 ein. Nach der Pause testete Löw ihn wieder als spielstarken Sechser.

Draxler: Ein Aktivposten. Der Ex-Schalker bei seinem Tor nicht im Abseits (1.). Spektakulärer Fallrückzieher (9.), beteiligt am 1:0.

Götze: Spielfreudig, laufstark, an vielen Kombinationen beteiligt. Beim 1:0 bedrängte er Eigentorschütze Lang. In der Spitze und nach der Pause als Spielmacher ein Aktivposten.

Can: 45 gute Testminuten als Linksverteidiger. Der Mann aus Liverpool setzte seine Robustheit im Zweikampf gut ein. Brauchbare Alternative.
Özil im Zweikampf.

Gomez: Bewies, was ein echter Mittelstürmer wert ist. Setzte sich im Kopfballduell vor dem 2:0 robust durch. Drängte sich weiter auf.

Schürrle: Kam nach einer Stunde für Draxler. Großer Tatendrang, brachte sein Tempo ein. Geht wieder als Edeljoker in ein Turnier.

Schweinsteiger: Der Kapitän wurde beim Kurz-Comeback mit viel Beifall begrüßt. Weinige Aktionen, aber wertvolle Minuten auf dem Weg zurück.

Sané: Löste Torschütze Müller ab (68.). In seinem Heimstadion durfte er als einziger der Youngster ran. Die große Aktion hatte er nicht.

Podolski: Zum 31. Geburtstag schenkte Löw dem ewigen Poldi zwölf Spielminuten. Zum 49. Länderspieltor reichte es nicht.
Schweii, Polid, Joghi.

Reaktionen zum Spiel
Bundestrainer Joachim Löw: «Der Sieg gibt Stabilität und ein gutes Gefühl. Es war auch wichtig, zu Null zu spielen. Die Mannschaft hat sich ein Stück weit gefunden und sehr konzentriert gearbeitet. Ein paar Dinge müssen wir aber noch nachjustieren. Es gibt keine Wunschelf. Wir brauchen alle Spieler während des Turniers. Einige müssen noch etwas nachholen.»

Toni Kroos: «Es war ein vernünftiger Test. Wir haben den Ball gut laufen gelassen und hinten wenig zugelassen. Das war absolut in Ordnung.»

Jérôme Boateng: «Wir haben sehr gut angefangen, den Ball gut laufen gelassen und uns Torchancen erarbeitet. Wir haben besser gespielt als zuletzt. Wir können zufrieden sein. Ich bin behandelt worden, weil mein Nerv auf den Muskel gedrückt hat. Es ging aber zum Glück.»

Bastian Schweinsteiger: «Für 30 oder vielleicht auch 45 Minuten reicht es, für 90 Minuten eher nicht. 2014 konnte ich in der WM-Vorbereitung nichts machen, jetzt ging schon mehr.»


 

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