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Kosovska Mitrovica

Kosovo, Kosovska Mitrovica
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Ort und Großgemeinde innerhalb Kosovos

"Kosovska Mitrovica" (kyrill. "Косовска Митровица", albanisch "Mitrovica" oder "Mitrovicë") ist eine Stadt im nördlichen Kosovo. Bis 1989 hieß sie "Titova Mitrovica" (alb. "Mitrovica e Titos").

Geschichte
Mittelalter
Die Stadt war zunächst eine mittelalterliche Siedlung im Kerngebiet Rasziens, die sehr schnell zu einer Stadt heranwuchs.

Im 14. Jahrhundert wurde die serbisch-orthodoxe Kirche Sankt Dimitri gebaut.Das Dević-Kloster in der Umgebung der Stadt wurde von serbischen König Đurađ Branković (* 1377; † 1456) in Auftrag gegeben, aber erst 1576 erwähnt.

Mitte des 15. Jahrhunderts kam die Stadt unter osmanische Herrschaft und blieb dies bis zum Ersten Balkankrieg (1912–1913).

Neuzeit
Ibar-Brücke zwischen den beiden Stadthälften mit Blick auf den Nordteil
US-amerikanische KFOR-Soldaten und UN-Polizisten in Mitrovica (2000)
1873/74 erhielt Mitrovica seine erste Bahnverbindung. Ihren Ausgangspunkt hatte die von der von Baron Hirsch geleitete Compagnie des Chemins der Fer Orientaux gebaute und betriebene Strecke in der damals ebenfalls noch türkischen Hafenstadt Thessaloniki.

Einen weiteren Entwicklungsanstoß gab die Entdeckung von Bleierz, zu dessen Förderung mehrere Bergwerke geteuft wurden.

Als auf dem Berliner Kongress Serbien und Montenegro ihre Unabhängigkeit erlangten, verblieb Mitrivica im Sandschak von Novi Pazar, der weiterhin unter osmanischer Hoheit und Verwaltung stand, aber vertragsgemäß von österreichischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Ersten Balkankrieg kam es 1913 zum Königreich Serbien, das
am 29. Oktober 1918 im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen aufging, 1929 in Königreich Jugoslawien umbenannt.

1981 lebten in der Stadt 105.000 Menschen, davon bezeichneten sich 66.500 als Albaner und 20.000 als Serben und Montenegriner.

Nach dem Kosovokrieg 1999 wurde die Stadt in einen Südteil mit fast ausschließlich albanischer Bevölkerung (ca. 60.000 Einwohner) und einen Nordteil mit überwiegend serbischer (ca. 13.000 Einwohner) Bevölkerung aufgeteilt. Die beiden Stadtteile sind durch zwei Straßenbrücken und einen Fußgängersteg über den Fluss Ibar verbunden. Die Stadt wird wie alle Städte des Kosovo von KFOR-Truppen bewacht. Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass bei den Unruhen im März 2004 serbische Häuser in Brand gesteckt oder geplündert wurden.

Nach der Trennung lag die serbisch-orthodoxe Kirche Sankt Dimitri im albanischen Teil der Stadt und ist seit den Unruhen vom März 2004 unzugänglich. Als Ersatz wurde auf einem Hügel im serbischen Stadtteil eine neue Kirche gebaut und 2005 eingeweiht.

Auf den Trümmern von 2004 ebenfalls zerstörten Häusern am Westrand der Stadt wurde mit internationalen Hilfsgeldern eine Siedlung für Roma-Flüchtlinge angelegt. September 2007 waren hier ca. ein Dutzend Ziegelhäuser fertig gestellt.

Nach der Räumung des von Serben besetzten Gerichtsgebäudes im Nordteil von Mitrovica am 17. März 2008 wurden bei gewalttätigen Ausschreitungen etwa 140 Menschen verletzt. Ein ukrainischer UN-Polizist erlag seinen schweren Verletzungen. Die UN-Polizei war zuvor mit Feuerwaffen angegriffen wordenhttp://www.n-tv.de/935320.html?180320081520.

Seit Juni 2008 ist der Nordteil von Kosovska Mitrovica de facto Sitz des Parlaments der serbischen Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien, welches von der Regierung in Priština jedoch nicht anerkannt wird.

Wirtschaft

Die Stadt lebte in der Vergangenheit nahezu vollständig vom Industriekomplex "Trepça", in dem Gold, Silber, Kupfer, Blei und Bismut abgebaut wurden. Mitrovica liegt an der zur Eisenbahngesellschaft Hekurudhave të Kosovës gehörenden, zur Zeit stillgelegten Bahnverbindung von Kraljevo über Kosovo Polje nach Skopje.

Bildung
Im Nordteil der Stadt befindet sich die Technische Hochschule Mitrovica, die einzige höhere Lehranstalt im Kosovo mit überwiegend serbischsprachigen Kursangebot. Im Juli beherbergt sie eine englischsprachige "Summer School".

Sport

Der lokale Fußballverein ist KF Trepça und spielt zurzeit in der höchsten Liga, der Raiffeisen Superliga.

Söhne und Töchter der Stadt
* Isa Boletini, (* 1864) albanischer Freiheitskämpfer
* Riza Lushta, (* 1916) albanischer Fußballspieler
* Bajram Rexhepi, (* 1954) kosovarischer Politiker und Ministerpräsident
* Miloš Krasić, (* 1984) serbischer Fußballspieler
* Valon Behrami, (* 1985) schweizerischer Fußballspieler
* Valdet Rama (* 1987), deutscher Fußballspieler


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 20.04.2019 04:14 von den Wikipedia-Autoren.
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