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Klein aber erfolgreich

Slowenien
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Das mitteleuropäische Slowenien ist europäischer Primus Ex-Jugoslawiens
Der kleinste postjugoslawische Staat Slowenien (Slovenija), der an Italien, Österreich, Ungarn, Kroatien und die Adria grenzt, hat den Anschluss an die Europäische Union am schnellsten gefunden. Vom Krieg fast verschont und sich kulturell ohnehin eher Mitteleuropa als dem Balkan zugehörig fühlend, wird die Republik bereits am 1. Mai 2004 Vollmitglied und führt am 1. Januar 2007 auch den Euro ein. Vom 1. Januar bis 30. Juni 2008 meistert Slowenien die EU-Ratspräsidentschaft souverän. Das Pro-Kopf-Einkommen der Slowenen liegt bereits im europäischen Mittelfeld.
Galerie
Slowenien

• Amtliche Bezeichnung:
Republik Slowenien

• Hauptstadt: Ljubljana (Laibach), ca. 280 000 Einwohner

• Einwohner:
2 Millionen

• Fläche: 20.273 qkm

• Landessprache: Slowenisch (Slovenščina), daneben regional Italienisch und Ungarisch als geschützte Minderheitensprachen. Für Romani steht diese Umsetzung noch aus.

• Bevölkerung: 83 % Slowenen, 1,9 % Serben, 1,8 % Kroaten, 1,1 % Bosniaken, 0,32 % Ungarn, 0,1 % Italiener, 0,03 % Deutsche, 0,01 % Österreicher.

• Religionen:
57,8 % römisch-katholisch, 22,8 % keine Angabe, 10 % Atheisten, 3,5 % keine Konfession, 2,5 % muslimisch, 2,3 % orthodox, 0,9 % Protestanten.

• Währung:
Euro

Geschichtstabelle


6. Jahrhundert:
Etwa um diese Zeit lassen sich Slawen im Gebiet des heutigen Slowenien nieder.

7. Jahrhundert: Das slawische Fürstentum Karantanien (Karantanija) entsteht als eine erste Form slowenischer Staat.

10. bis 12. Jahrhundert:
Mitte des 10. Jahrhunderts ebnet der spätere Kaiser Otto I. in der Schlacht auf dem Lechfeld den Weg für die Ostkolonisation des Heiligen Römischen Reiches. Karantanien gerät unter bayerische, später unter fränkische Vorherrschaft. Die konkurrierenden Ungarn ziehen sich in die Pannonische Tiefebene zurück. Es erfolgt eine Trennung der Siedlungsgebiete der Tschechen, Slowaken und Slowenen. Das Herzogtum Karantanien( Kärnten!) wird in das Herzogtum Bayern eingegliedert: ab 976 ist es das Herzogtum Kärnten des Regnum Francorum.

13. Jahrhundert: Die Markgrafschaft Krain gelangt über die steirischen Herzöge zu den Habsburgern. Im Zuge deren Aufstiegs Mitte des 13. Jahrhunderts werden mit Ausnahme der Grafschaft der Sanegg in Celje große Gebiete des heutigen Sloweniens habsburgisch. Mit kurzer Unterbrechung während der Napoleonischen Kriege bleibt das slowenische Gebiet bis zum Ersten Weltkrieg unter habsburgischer Herrschaft.

1918: Im Zuge der Nationalbewegungen des 19. Jahrhundert bildet sich um die Jahrhundertwende eine starke separatistische slowenische Fraktion. Die Auflösung Österreich-Ungarns als Folge des verlorenen Ersten Weltkrieges führt am 6. Oktober 1918 zur Bildung eines Nationalrats der Slowenen, Kroaten und Serben. Der militärische Vorstoß Italiens in die slowenische Küstenregion und Kämpfe um Kärnten veranlassen den Nationalrat, das Königreich Serbien um Hilfe zu ersuchen. In der Folge entsteht am 1. Dezember 1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.

1919-1920:
Der Vertrag von Saint-Germain 1919 spricht dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen die Untersteiermark mit der Hauptstadt Marburg (Maribor) sowie mehrheitlich slowenischsprachige Teile des Kärntner Unterlandes mit dem Gebiet um Unterdrauburg (Dravograd), das Mießtal und Seeland (Jezersko) zu. Über andere gemischtsprachige Regionen Kärntens inklusive der Landeshauptstadt Klagenfurt flammen bis in die 1950er Jahre Konflikte auf. Der Vertrag von Trianon spricht 1920 dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen außerdem das ungarische Übermurgebiet (Prekmurje) zu. Der Grenzvertrag von Rapallo 1920 überlässt Italien die besetzte slowenische Küstenregion.

1929: Nach dem Staatsstreich König Alexanders und der Umbenennung des Landes in „Königreich Jugoslawien“ verstärkt sich die Dominanz der Serben.

1939-1945:
Trotz erheblicher innenpolitischer Spannungen bewahrt das Königreich zunächst die Neutralität. Die Achsenmächte zwingen am 25. März 1941 den für das minderjährige Staatsoberhaupt Peter II. regierenden Onkel Prinz Paul zum Pakt. Die Militärführung putscht zwei Tage später und setzt Kronprinz Peter II. als Machthaber ein, worauf die Achsenmächte im April 1941 das gesamte Jugoslawien besetzen. Slowenien wird unter Italien, Ungarn und Deutschland aufgeteilt. Die kommunistisch geführte Widerstandsorganisation „Befreiungsfront“ (Osvobodilna Fronta) formiert sich neben königstreuen Partisanenverbänden.
Bereits kurz nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges werden 80 000 Slowenen nach Deutschland, Rumänien und Bulgarien deportiert und zur Zwangsarbeit gezwungen. Kinder slowenischer Partisanen werden als Vergeltungsmaßnahme von ihren Familien getrennt und vor allem nach Franken verschickt. Gegen Kriegsende flieht fast die gesamte deutschsprachige Minderheit oder wird vertrieben. Slowenische und kroatische Verbände auf Seiten der Achsenmächte versuchen Racheaktionen der Partisanen zu entgehen, indem sie sich in den Schutz der englischen Besatzungstruppen begeben. Nach deren Auslieferung an die Tito-Partisanen kommen viele auf Todesmärschen und im Massaker von Bleiburg (Kärnten), im Gebiet um Maribor und in den Schluchten des Hornwaldes (Kočevski Rog) um.

1945-1990:
Am 29. November 1945 wird die Demokratische Föderative Volksrepublik Jugoslawien gegründet, die ab 1963 in Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ) umbenannt wird. Slowenien ist als Sozialistische Republik Slowenien Teilrepublik der SFRJ. Das seit 1947 unter UNO-Verwaltung stehende Freie Territorium Triest mit einem Großteil von Istrien wird 1954 im Londoner Memorandum provisorisch zwischen Italien und Jugoslawien aufgeteilt. Am 10. November 1975 wird diese Aufteilung im Vertrag von Osimo geregelt. Dadurch gelangt Slowenien in den Besitz von Capodistria/Koper und Portorose/Portorož mit knapp 50 km Adriaküste. Die Grenzziehung ist allerdings zwischen den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Kroatien und Slowenien noch immer nicht einvernehmlich geregelt.

1991: Der wirtschaftlich erfolgreiche Norden entfremdet sich bereits in den
1980er Jahren von der der Belgrader Politik. Logische Konsequenz ist die Unabhängigkeitserklärung Sloweniens am 25. Juni 1991. Die unentschlossene Intervention jugoslawischer Truppen wird im so genannten Zehn-Tage-Krieg erfolgreich abgewehrt. Der Verabschiedung einer demokratischen Verfassung nach europäischem Vorbild am 23. Dezember 1991 steht nichts mehr im Wege. Der neue Staat wird von allen Mitgliedern der EG umgehend anerkannt.

1998-2007: Eine relativ homogene Bevölkerung und die weitgehend intakte Infrastruktur ermöglichen eine schnelle wirtschaftliche und demokratische Entwicklung des Staates. Im November 1998 nimmt die EU Beitrittsverhandlungen mit Slowenien auf, das am 1. Mai 2004 offiziell der Europäischen Union und dem Schengener Abkommen beitritt. Am 21. Dezember 2007 fallen die Grenzkontrollen zu Österreich, Ungarn und Italien weg.


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