Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Hrodna

Weißrussland, Hrodna
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Hrodna (weißruss - "Hrodna"; russ - "Grodno", lt - "Gardinas", de - "Garten"; älter weißruss. Горадня/"Horadnja" oder Гародня/"Harodnja"; jiddisch "Grodne") ist eine Stadt in Weißrussland an der Memel, nahe der Grenze zu Polen und Litauen. Hrodna hat 317.366 Einwohner (2005), darunter eine große polnische Minderheit (vor dem Zweiten Weltkrieg polnische und jüdische Bevölkerungsmehrheit). Früher führte durch Hrodna eine der wichtigsten Eisenbahnverbindungen der Sowjetunion von Vilnius nach Warschau. Bedingt durch die politische Situation in Weißrussland umgeht man aber inzwischen weißrussisches Gebiet. Hrodna ist Partnerstadt von Minden in Westfalen, von Breslau in Polen.

Geschichte
Hrodna wurde 1128 zum ersten Mal erwähnt. Die Stadtrechte erhielt es 1391 vom litauischen Fürsten Vytautas. Der Fürst stiftete der Stadt die Pfarrkirche und ließ sich zwei von drei hier befindlichen Schlösser ausbauen.
Nach der Schlacht bei Tannenberg (1410) erlebte die Stadt schnell eine Blütezeit, in der sie sich auch territorial erweiterte. Hrodna wurde von zwei Bürgermeistern regiert, einem katholischen und einem orthodoxen. Ihre goldene Zeit erlebte die Stadt während der Herrschaft der Jagiellonen- und Vasa-Dynastie. Während der Zeit von Stefan Batory wurde Hrodna de facto zu Hauptstadt des polnisch-litauischen Reiches. Das alte Schloss wurde damals ausgebaut, es entstand auch eine bekannte Jesuiten-Schule. Auch war Hrodna Sitz des "Litauischen Tribunals", des höchsten Gerichts für die Gebiete des Großfürstentums Litauen.
Schlechte Zeiten für Hrodna brachen mit der sog. „Schwedenflut“ an. 1705 wurden die Russen bei Grodno von den schwedischen Truppen geschlagen. Unter König August III. entstand 1737–1742 das Neue Schloss als Tagungsort für den Polnisch-Litauischen Sejm. Unter der Herrschaft von Stanisław August Poniatowski entstand das erste Schauspielhaus Litauens, der letzte polnische König gründete auch mehrere Schulen.
Seit 1776 erschien die Wochenzeitung „Gazeta Grodzieńska“ (Grodnoer Zeitung) und „Rocznik Gospodarczy“ (Ökonomisches Jahrbuch).

Im Jahre 1793 fand in Hrodna der letzte polnische Sejm statt, auf dem die die zweite Teilung Polens ratifiziert wurde. Zwei Jahre später kam die Stadt unter russische Herrschaft und wurde 1802 zum Sitz eines russischen Gouverneurs. 1812 von napoleonischen Truppen besetzt, fiel sie einige Monate später wieder unter russische Kontrolle.
Größeren Repressionen wurden die Bewohner der Stadt (mehrheitlich Polen und Juden) erst nach 1831 ausgesetzt. Der Zar ließ den griechisch-katholischen Ritus verbieten, römisch-katholische Klöster wurden Schritt für Schritt liquidiert. Die öffentliche Verwendung der polnischen Sprache wurde verboten.

1862 wurde die Warschau-Petersburger Eisenbahn gebaut, die auch Hrodna berührte. 1863 nahm die Mehrheit der Bewohner am Januaraufstand gegen Zar Alexander II. teil.

Von 1915 bis 1919 war die Stadt von deutschen Truppen besetzt, im Frühling wurde sie dem neu entstandenen Polen angeschlossen und zur Kreisstadt in der Woiwodschaft Białystok. Die Mehrheit der Stadtbevölkerung bildeten Polen und Juden, in der Umgebung wohnten Polen, Weißrussen und Litauer.

In der Zwischenkriegszeit wurde die Stadt zum kulturellen Mittelpunkt der Region: das Schauspielhaus, benannt nach Eliza Orzeszkowa, wurde eröffnet, es entstanden auch historische und geologische Museen und ein Zoo. Hrodna war Sitz einer großen Militärgarnison. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus jener Zeit wurden mittlerweile restauriert bzw. wiederaufgebaut.

Am 21. September 1939 fiel die Stadt dem sowjetischen Einmarsch in Polen zum Opfer. Hrodna war die einzige Ortschaft im damaligen Ostpolen, die Widerstand gegen die Rote Armee leistete. Am 2. November wurde die Stadt an Weißrussland angeschlossen und wurde zur Rajonstadt in Oblast Białystok. Im Februar, April, Juni 1940 und Februar 1941 wurden viele Bewohner Hrodnas, die als Klassenfeinde eingestuft wurden, von der sowjetischen Besatzung nach Sibirien und Kasachstan verschleppt.

Seit Juni 1941 war die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt, ca. 50 % der Stadtgebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Juden der Stadt wurden ab November 1941 in zwei Ghettos eingesperrt, von wo die meisten deportiert und ermordet wurden.

Im Vertrag von 16. August 1945 akzeptierte die polnische Regierung die neue Grenze entlang der Curzon-Linie (im Dezember 1943 in Teheran vorgeschlagen. Curzon war von 1919–1925 brit. Außenminister, auf seinen Vorschlag hin wurde Polens Ostgrenze bereits 1919 an dieser Linie festgelegt. Nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg 1920 konnte Polen Gebietsgewinne östlich dieser Linie in sein Staatsgebiet eingliedern). Ein Teil der polnischen Bevölkerung von Hrodna wurde nach Westpolen ausgesiedelt, viele sind aber in Hrodna geblieben (heute bilden sie ca. 40 % der Stadtbewohner). Nach 1945 siedelten sich viele Weißrussen aus der Umgebung in Hrodna an.

Nach der Auflösung der Sowjetunion gehört die Stadt seit 1991 zum unabhängigen Weißrussland und ist Verwaltungssitz der Woblast Hrodna. Hrodna gilt als Bollwerk der weißrussischen Opposition gegen den autoritären Präsidenten Lukaschenka. Die nationalen und konservativen Parteien genießen hier große Unterstützung.

Am 19. Dezember 2008 teilte Vizeregierungschef Wladimir Semaschko in Minsk mit, dass Hrodna der Standort des ersten Weißrussischen Kernkraftwerks wird. Der Bau soll 2009 beginnen. Es soll im Jahr 2014 ans Netz gehen und 2016 endgültig vollendet sein.

Bauwerke
* Altes Schloss
* Neues Schloss
* 254 Meter hoher Sendeturm
* St.Francis Xavier Kathedrale
* St. Boris u. Gleb (Kalozha) Kirche
Die Altstadt von Grodno sowie die St. Boris u. Gleb Kirche aus dem 12. Jahrhundert werden wahrscheinlich in die UNESCO-Welterbe Liste aufgenommen.

Söhne und Töchter der Stadt
*Chasia Bornstein-Bielicka, beteiligte sich während der Besetzung Polens in der Zeit des Nationalsozialismus am jüdischen Widerstand in den Ghettos Grodno und Białystok als Partisanin.
*Wolha Korbut, weißrussische Kunstturnerin und Olympiasiegerin
*Meyer Lansky, amerikanischer Mafioso
*Andrei Loginow, Fotokünstler
*Aljaksandr Milinkewitsch, Präsidentschafts-Kandidat der Opposition für die Wahlen 2006
*Eliza Orzeszkowa, polnische Schriftstellerin aus dem 19. Jahrhundert
*Antoni Tyzenhaus, Gouverneur in der Zeit von Stanisław Poniatowski in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
*Wilfrid Michael Voynich, amerikanischer Büchersammler und Antiquar polnischer Abstammung
*Robert Wartenberg, deutscher Professor für Neurologie in den USA
*Lejb Najdus, jiddischer Dichter
*Benjamin Boromovich, jüdisch-polnischer Dichter (* 23. Dezember 1883 in Hrodna, † (ermordet) 1941 in Kuropaty)

Sport
* Neman Grodno, mehrfacher Weißrussischer Meister im Eishockey

Literatur
*"Documents concerning the destruction of the Jews of Grodno 1941–1944" Hg: The Beate Klarsfeld Foundation. New York, 6 Bände & 1 Erg.-Band (Band 6 erschien 1991)


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 30.11.2020 21:49 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Kathedrale der Heiligen Jungfrau MariaKlimadiagramm von MinskGeoklima 2.1"Minsk" () ist die Hauptstadt der Republik Weißrussland (Belarus) und mit 1,83 Millionen Einwohnern die größte Stadt dieses Landes. Sie liegt an der Swislatsch, einem
"Homel" (weißrussisch /"Homel", russisch /"Gomel") ist mit ca. 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Weißrussland. Sie ist der administrive Sitz des Woblast Homel und des Rajon Homel.GeografieHomel liegt im Südosten der Republik
Mogilew 1941Die Wehrmacht bewacht Menschen mit Judensternen beim Einsatz zur Zwangsarbeit, Aufnahme der Propagandakompanie vom Juli 1941"Mahiljou" (weißrussisch /"Mahilëŭ"; russisch /"Mogiljow", ältere deutsche Transkription "Mogilew") ist eine
Wizebsk (poln. "Witebsk") ist eine Stadt im Norden Weißrusslands nahe den Grenzen zu Russland und Lettland mit 353.300 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004). Wizebsk hat einen Flusshafen an der Dwina, ist Industriestadt (Maschinenbau,
Hrodna (weißruss - "Hrodna"; russ - "Grodno", lt - "Gardinas", de - "Garten"; älter weißruss. Горадня/"Horadnja" oder Гародня/"Harodnja"; jiddisch
"Babrujsk" (weißrussisch , russisch /"Bobruisk") ist eine Stadt in Weißrussland an der Bjaresina mit 220.823 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2004) im Woblast Mahiljou.Wirtschaft und VerkehrDie Stadt ist heute ein wichtiger Industriestandort
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Streit und Probleme bieten viele Erbfälle - chaotisch aber kann es werden, wenn der Erblasser im Ausland lebte oder Vermögen in anderen Ländern besaß. Eine neue EU-Verordnung, die das Europäische Parlament gerade verabschiedet hat, soll das
Besonders wohl scheint sich Fredrik Reinfeldt beim bevorstehenden Rendezvous mit dem Volk nicht zu fühlen. Während die Parteijugend der Moderaten auf der Bühne einen merkwürdig unkoordinierten Freudentanz aufführt, seine Begleiter zu rockigen
Annamari Thorell sieht abgekämpft aus. Dennoch strahlt die Organisatorin von Almedalen. Um 7 Uhr in der Früh geht’s bei der Almedalsvickan jeden Tag los und dann rund bis 22 Uhr. Sie nimmt sich dennoch die Zeit, um auch die deutsche Presse mit
Gesperrter Bewerber klagt vor Oberstem Verwaltungsgericht Prag - Die Wahlkommission des Prager Innenministeriums hat drei prominenten Bewerbern die Zulassung zur Präsidentschaftswahl entzogen. Betroffen sind die EU-Gegnerin Jana
Auf dem Balkan wird wieder gezündelt. Ulrike Lunacek, Europaparlamentarierin aus Österreich, äußert sich im eol-Interview zu den aktuellen Konflikten in Kosovo. Das heutige Bosnien ist ein Produkt verschiedener internationaler Akteure wie UN
Eineinhalb Jahre nach Auffliegen der Terrorgruppe NSU hat am Montag der Prozess um die beispiellose Verbrechensserie der Neonazis begonnen. Hauptangeklagte in dem mit Spannung erwarteten Verfahren vor dem Münchner Oberlandesgericht ist die
Wetter

Minsk


(30.11.2020 21:49)

-9 / -4 °C


01.12.2020
-7 / -4 °C
02.12.2020
-14 / -6 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Bestätigung: Deutsche ...
EDEKA-Verbund setzt ei ...

Luxusuhren im Urlaub ...
Kretschmann: Urlaub im ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum