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(Hintergrund - Stichwort - zum Gedenken an die Massenverhaftung von Juden 1942/Netanjahu-Besuch) Holocaust in Frankreich: Rafle du Vélodrome d'Hiver

Israel
16.07.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Paris (dpa) - Als «Rafle du Vélodrome d‘Hiver», auf Deutsch «Razzia der Winter-Radrennbahn», wird die größte Massenverhaftung von Juden während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich bezeichnet.

Am 16. Juli 1942 begannen französische Polizisten auf Veranlassung der deutschen Besatzer, ausländische Juden in Paris festzunehmen. Bis zum 17. Juli wurden rund 13 000 Menschen verhaftet, darunter 4000 Kinder. Ein Großteil von ihnen wurde unter dem Glasdach der Radsporthalle eingepfercht, andere kamen gleich ins Sammellager Drancy bei Paris. Im Vélodrome d‘Hiver gab es kaum Nahrung, Wasser und Toiletten.

Die nationalsozialistische SS verschleppte die Gefangenen in Sammel- und Konzentrationslager in Frankreich, später in Vernichtungslager im damals von Deutschen besetzten Polen. Insgesamt wurden rund 76 000 Juden aus Frankreich in den Osten gebracht, die meisten nach Auschwitz. 2500 von ihnen überlebten den Holocaust.

Verwaltung und Polizei in Frankreich kollaborierten bei den Deportationen mit den deutschen Besatzern. Allerdings blieb ihre Beteiligung an der «Rafle du Vél d‘Hiv», wie die Razzia auch genannt wird, jahrzehntelang ein Tabu-Thema. Erst 1995 entschuldigte sich der damalige Staatspräsident Jacques Chirac öffentlich - seither hat der 16. Juli 1942 eine wichtige symbolische Rolle in der französischen Gedenkkultur. Das Velodrom nahe dem Eiffelturm wurde 1959 abgerissen.

 

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