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(Hintergrund - Kurzporträt - Zum 15. Oktober - Aktualisierung vom 5. Oktober) Kern, Kurz, Strache: Drei Männer kämpfen um die Spitze

Österreich
13.10.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Wien (dpa) - FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist das Auftreten als Spitzenkandidat gewöhnt. Für Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern ist diese Rolle genauso neu wie für den ÖVP-Vorsitzenden und Außenminister Sebastian Kurz. Die Protagonisten im Überblick:

CHRISTIAN KERN (SPÖ)

Vom Bahn-Chef zum Kanzler: Start als Machertyp

Seine ersten politischen Auftritte im Mai 2016 versprachen Aufbruch und Bewegung. Nach dem Reform-Stillstand der Kanzlerschaft von Werner Faymann wurde Christian Kern, der smarte Quereinsteiger aus der Wirtschaft, von vielen Österreichern als Hoffnungsträger begrüßt. Kern kritisierte die eigene Partei, die Politikerkaste als solche und warnte vor dem Untergang der inzwischen volksfernen Volksparteien.

Der vierfache Vater, der jahrelang Alleinerziehender war und in der Jugend als Babysitter Geld verdiente, ist bekennender «Kopf-Mensch». Er lässt sich auch privat eher vom Verstand als von Emotionen leiten. Anfangs galt Kern - nach seinem Studium zunächst Wirtschaftsredakteur - als umsetzungsstark und visionär. Der harte Wahlkampf, die vielen Pannen der eigenen Partei und die Angriffe von außen ließen ihn zuletzt aber immer wieder emotional und zu aggressiv wirken.

Kern ist im Wiener Arbeiterbezirk Simmering aufgewachsen. Auf Facebook läuft unter dem Motto «Es gab wenig Geld, aber viel Liebe» ein Video zum Aufstieg aus einfachen Verhältnissen.

Rund 15 Jahre lang hatte der heute 51-Jährige in staatsnahen Betrieben wie dem Energiekonzern Verbund und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gearbeitet. Von 2010 bis 2016 war er als ÖBB-Chef Vorgesetzter von 40 000 Mitarbeitern.

Der passionierte Läufer und Mountainbiker identifizierte sich nicht völlig mit der neuen Rolle. «Für mich ist die Aufgabe hier ein Projekt für zehn Jahre», sagte er in einem seiner ersten Interviews.

Seine Markenzeichen: geschliffene Rhetorik und eng sitzende Anzüge. Als «Slim-Fit-Kanzler» machte er international eine gute Figur. 2017 litt sein Image als Macher unter den Querelen in der Koalition.

SEBASTIAN KURZ (ÖVP)

Gipfelstürmer und Wächter der Balkanroute

In einem seiner Wahlkampfvideos klettert der 31-jährige ÖVP-Chef auf den knapp 3000 Meter hohen Dachstein. Die Botschaft: Einer, der den Weg findet, die richtigen Entscheidungen trifft und das Land wieder an die Spitze führt. Und eine vielsagende Frage: «Glaubst du, du weißt selber alles besser? Oder vertraust du auch auf die Erfahrung anderer?» Kurz, der in seiner Freizeit tatsächlich auf Berge klettert und wandert, umgibt sich jedenfalls gern mit kundigen Beratern. Sein engster Kreis ist seit Jahren unverändert, seine Kampagne läuft perfekt wie aus einem Guss.

Kontrolliert und konzentriert geht Kurz ans Werk. Seinen Kritikern wirkt er dabei oft zu glatt, seine Sprüche seien zu schablonenhaft, seine Reaktionen zu erwartbar.

Politische Erfahrung in hohen Ämtern hat Kurz schon mit 24 Jahren als Integrations-Staatssekretär gesammelt. Der damalige Spott wegen seines Alters hat ihn geprägt. «Durchhalten auch bei Gegenwind» - ist seine Devise. Mit 27 Jahren wurde er Außenminister.

National und international hat er sich seinen Ruf vor allem durch seine strikte Anti-Migrationspolitik erarbeitet. Er sonnt sich darin, dass andere Länder seine Ansichten mittlerweile teilen. Seine politische Sternstunde war die von ihm mitinitiierte Schließung der Balkanroute zur Eindämmung der illegalen Zuwanderung.

Kurz ist im Wiener Arbeiterbezirk Meidling aufgewachsen. Seine Mutter ist Lehrerin, sein Vater Techniker. Sein Privatleben schirmt Kurz weitgehend von der Öffentlichkeit ab. Selten sind die gemeinsamen Auftritte mit Partnerin Susanne.

HEINZ-CHRISTIAN STRACHE (FPÖ)

Der Retter der FPÖ will endlich in die Regierung

Sein ganzer Stolz gilt dem Wiederaufstieg der FPÖ. Als Heinz-Christian Strache die Partei 2005 übernahm, lag sie bei wenigen Prozent, inzwischen sind die Rechtspopulisten als dritte Kraft in Österreich fester denn je etabliert. Bei den Wahlen 2013 erreichten sie 20,5 Prozent. Der 48-Jährige selbst hat im Ringen um die Wähler der Mitte seinen polternden Ton weitgehend abgelegt und gibt sich staatstragend. Die sozialen Medien nützt er geschickt für die Kommunikation mit seinen Fans. In den Wahlkampfvideos buhlt er mit viel Witz und Charme, ganz ohne aggressive Zwischentöne, um Stimmen.

Antisemitische Töne sind inzwischen offiziell verpönt. Der zweifache Vater selbst war mehrfach auf Polit-Reisen in Israel. Die Migration und die angebliche Bedrohung durch den politischen Islam sind Hauptthemen der FPÖ. Im Wahlkampf warnt die FPÖ vor allem vor einer möglichen Fortsetzung der Koalition der Volksparteien SPÖ und ÖVP.

Straches Lieblingsgestalt in der Geschichte ist der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck; sein liebster Romanheld der sagenhafte Robin Hood.

Strache hat Erfahrung in der Auseinandersetzung von Mann zu Mann. Als er sich einst von einem Salzburger Arzt beleidigt fühlte, focht der FPÖ-Politiker ein Duell mit stumpfen Waffen gegen den Mediziner aus. Zu seinem Kreis gehören bis jetzt Mitglieder national-konservativer schlagender Burschenschaften.

Straches politischer Ziehvater war der Rechtspopulist Jörg Haider (1950-2008), mit dem er sich bei Weitem nicht immer einig war. Als Haider 2005 die FPÖ verließ und das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) gründete, war der Weg für Strache frei. Seit Längerem ist er dabei, die FPÖ zumindest dem Anschein nach mehr in die Mitte zu rücken.

 

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