Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Center Parcs - der Familienkurzurlaub im Internet!


Espresso der Extra-Klasse


Hotelsuche in 
 

Gerst über Europas Raumfahrt: «Wir sind Partner auf Augenhöhe» Interview: Anja Garms, dpa

Europa
14.01.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Mehr Vielfalt. Das ist auch für Europas Raumfahrtagentur ESA ein großes Thema, nicht nur beim Frauenanteil. «Alte Vorurteile: weg damit», sagt ESA-Astronaut Alexander Gerst. Von Robotern als Kollegen hält er viel - als Konkurrenz sieht er sie nicht.

Berlin/Köln (dpa) - «Big Toy for Big Boys» - ein großes Spielzeug für große Jungs sehen Kritiker in der Internationalen Raumstation (ISS). Im dpa-Interview betonen der Chef der Europäischen Weltraumagentur (ESA), Jan Wörner, und der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst die Bedeutung der ISS für die internationale Zusammenarbeit und die Wichtigkeit bemannter Raumfahrt generell.

Frage: Inwiefern unterscheiden sich die Ansichten einzelner Nationen zur Raumfahrt?

Antwort Jan Wörner: «Wir haben weltweit ganz unterschiedliche Ansichten über die bemannte Raumfahrt. Die Amerikaner sagen: Pioneering (Pionierarbeit). Das ist für sie Motiv genug. Das ist für uns in Europa nicht Motivation genug. Für uns ist wesentlich, dass sehr viel Wissenschaft gemacht wird. Bei den Chinesen wiederum ist der Grund, sich zu engagieren, das Prestige.

Frage: Im weltweiten Gefüge verändert sich derzeit viel, weil US-Präsident Donald Trump auf «America first» und die Durchsetzung nationaler Interessen pocht. Wie stark werden gemeinsame Raumfahrtprojekte wie die ISS beeinflusst?

Antwort von Alexander Gerst: Die Kooperation auf der Arbeitsebene läuft weiter hervorragend. Die beteiligten Leute kennen sich seit Jahren, die sind durch dick und dünn gegangen mit dieser Kooperation. Die Stimmung ist so, dass man merkt, ok, da oben knistert‘s im Gebälk. Aber umso mehr versuchen wir jetzt hier zu zeigen, dass wir zusammenarbeiten können.

Frage: Was bedeutet Ihre Ernennung zum Kommandanten bei Ihrer zweiten Mission in diesem Zusammenhang?

Antwort Alexander Gerst: Es ist wirklich ein großes Kompliment, dass die beteiligten Raumfahrtnationen mir das Vertrauen schenken, diese Raumstation zu kommandieren. Das ist etwas, was früher so nicht möglich gewesen wäre, als die ESA angefangen hat als Partner der großen Raumfahrtagenturen. Da waren wir ein Juniorpartner. Die Astronauten durften im Space Shuttle mitfliegen, aber bitte nicht so viel anfassen. Und jetzt sind wir wirklich ein Partner auf Augenhöhe.

Frage: Wo lässt sich noch nachbessern bei der ESA?

Antwort Jan Wörner: Bei der Vielfalt. Dabei geht es nicht nur um höhere Frauenquoten, sondern mehr Diversität insgesamt - auch bei Alter und geografischer Herkunft.

Antwort Alexander Gerst: Es ist entspannter, in gemischten Teams zu arbeiten. Das ist meine Erfahrung in allen Bereichen der Exploration, das war in der Antarktis so, das war auf Vulkanen so. Je mehr man den Querschnitt aus der Bevölkerung widerspiegelt, desto besser. Man profitiert auch sehr davon, ältere und jüngere dabeizuhaben, jeder bringt eine unterschiedliche Perspektive mit, gerade wenn man in einem Bereich ist, wo es oft um Problemlösung geht. Als Commander sammle ich für eine Entscheidung die Perspektiven meiner Crew ein und profitiere sehr davon, wenn es unterschiedliche Sichtweisen gibt.

Wir müssen jungen Mädels klarmachen: Mathe, Ingenieurwissenschaften, Astronautentechnik, das ist alles genauso für euch etwas wie für die Jungs. Alte Vorurteile: weg damit.

Frage: Einige Menschen sind überzeugt, dass wir dank immer klügerer Roboter ohnehin keine Astronautinnen und Astronauten mehr brauchen, sondern ganz auf die wesentlich billigere unbemannte Raumfahrt setzen können. Was meinen Sie?

Antwort Alexander Gerst: Robotik und astronautische Weltraumfahrt stehen nicht in Konkurrenz. Wenn Roboter ein Stück mehr können, heißt das nicht, dass die uns unsere Arbeit wegnehmen, sondern im Gegenteil: Wir sind froh, wir können ihnen mehr von unserer Arbeit abgeben und haben dann Kapazitäten frei, das zu tun, was für uns Menschen gut ist. Diese Synergie wird umso größer, je mehr einer von beiden Fortschritte macht.

Antwort Jan Wörner: Der Mensch wird es sich nicht nehmen lassen, den Fuß auf dem Mars oder andere Himmelskörper zu setzen. Es ist einfach was anderes, wenn der Mensch selbst vor Ort ist. Wenn Alex berichtet von oben und Bilder schickt, dann sind Menschen begeistert und fasziniert - das wäre bei einem Bilder schickenden Roboter nicht so.

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
Weitere Artikel zu diesem Thema
 
Europa
03.01.2018
Berlin (dpa) - Regulierungsvorhaben aus Brüssel und die Konkurrenz durch Google und Co. sieht der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) als wichtige Herausforderungen für 2018. Faire Wettbewerbsbedingungen für die Verlage in Deutschland zu
weiter
Russland
19.12.2017
Moskau (dpa) - Pünktlich vor Weihnachten sind drei Raumfahrer auf der Internationalen Raumstation (ISS) angekommen. Nach zwei Tagen Flugzeit dockte das Raumschiff «Sojus MS-07» am Dienstag planmäßig am Außenposten der Menschheit rund 400
weiter
Deutschland
08.01.2018
Los Angeles (dpa) - Um ein Zeichen gegen Sexismus und Missbrauch zu setzen, kamen die meisten Stars schwarz gekleidet zur 75. Golden-Globe-Gala - das deutsche Model Barabara Meier (31) entschied sich dagegen für ein pastellfarbenes Blümchenkleid.
weiter
Russland
17.12.2017
Baikonur (dpa) - Ein Russe, ein US-Amerikaner und ein Japaner sind zu einem etwa halbjährigen Forschungsaufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die Sojus-Rakete startete am Sonntag planmäßig vom russischen Weltraumbahnhof
weiter
Russland
20.12.2017
Moskau (dpa) - Die Internationale Raumstation (ISS) ist für die Festtage zum Jahresende gerüstet. «Auf der Station gibt es einen Tannenbaum», sagte der russische Kosmonaut Anton Schkaplerow, bevor er am Wochenende zu einer gut sechsmonatigen
weiter
Russland
01.01.2018
Moskau (dpa) - Die Serie anonymer Bombendrohungen in zahlreichen russischen Städten hält weiter an. In den vergangenen Tagen seien 56 Drohungen in rund 50 Städten bei den Behörden eingegangen, berichtete die Agentur Ria Novosti unter Berufung auf
weiter
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Straßburg (dpa) - Im EU-Parlament soll sich ein Sonderausschuss mit der Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat beschäftigen. Der Ausschuss soll daneben generell prüfen, wie Pestizide in der EU zugelassen werden und wo
Damaskus (dpa) - Syrien will türkische Jets abschießen, sollten diese die von Kurden kontrollierte Enklave Afrin im Nordwesten des Landes bombardieren. Die syrische Luftabwehr habe ihre volle Stärke zurückerlangt, erklärte der syrische
London (dpa) - Die Zahl der Opfer bei Terroranschlägen und anderen politisch motivierten Angriffen ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr weltweit deutlich zurückgegangen. Vor allem in den beiden Krisenländern Syrien und Irak seien 2017
Brüssel (dpa) - Nach monatelanger diplomatischer Eiszeit erwägt die Europäische Union ein neues Spitzentreffen mit der Türkei. Details seien aber noch offen, erklärten EU-Diplomaten am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Die
Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten sollen nach dem Willen der Kommission bei ihren Mehrwertsteuersätzen mehr Gestaltungsspielraum bekommen. Einen entsprechenden Vorschlag legte die Brüsseler Behörde am Donnerstag vor. Verbraucher könnten demnach
Istanbul (dpa)- Angesichts eines angekündigten Militäreinsatzes der Türkei gegen kurdische Milizen in Nordsyrien sind zusätzliche Panzer in die Grenzprovinz Hatay verlegt worden. Sie sollen die dort stationierten Einheiten verstärken, meldete
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Gelsenkirchen (dpa) - Nach nur eineinhalb Jahren kehrt Fußball-Profi Junior Caicara dem FC Schalke 04 wieder den Rücken und schließt sich dem türkischen Erstligisten Medipol Basaksehir FK an. Der Revierclub teilte am Montag mit, dass er sich mit
Allende no se rinde mierda - Allende ergibt sich nicht, Scheiße." Das waren Salvador Allendes letzte Worte, ehe er im Gefecht mit den von der CIA unterstützten Putschisten den Freitod wählte. Der Moment, als der Amberger Siegfried
Die schönsten, größten und besten Casinos in Europa bieten für jeden Geschmack etwas. Ein edles Ambiente, ausgefallene Slotspiele und aufregende Tischspiele gepaart mit ausgefallenen Bars und Restaurants, Konzerten und Multimedia-Shows. Die
Sie lieben Orgeln? Dann sollten Sie diese Orgeln Europas kennen - wenn schon nicht live, dann zumindest die folgenden Videos. Die Silbermann-Orgel in Freiberg, Deutschland Die Clicquot-Orgel in Poitiers, Frankreich Die Ladegast-Orgel in
Das UNESCO-Komitee für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes reihte vor kurzem auf seiner auf der indonesischen Insel Bali abgehaltenen Sitzung den stummen Reigen aus dem Dalmatinischen Hinterland - „Nijemo Kolo“ und den witzigen
Das einzige, was Obelix zur Schweiz einfiel: "Flach und nass". Asterix-Fans wissen, warum das so ist. Der große Dicke mit der Streifenhose hat die Schweiz einfach verschlafen. Auch wenn wir heute wissen, dass die Schweiz alles andere als
Wetter

Malmö


(18.01.2018 14:27)

0 / 2 °C


19.01.2018
0 / 1 °C
20.01.2018
-3 / 2 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Agenda - The Week Ahea ...
Schwerpunkte der Plena ...

Custody Prolonged For ...
The Daily Vertical: Ta ...

Berichte: Lidl-Expansi ...
Sander bester Deutsche ...

Wer nachahmt, macht si ...
Schweiz des Balkans ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum