Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Bundesliga-Tickets mit Garantie!




Hotelsuche in 
 

Fipronil in Eiern und Hühnern

Deutschland
08.08.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Zahlreiche Details im Eier-Skandal sind noch ungeklärt
Seit gut anderthalb Wochen beschäftigt sich die Öffentlichkeit in Deutschland mit dem Skandal um Fipronil-Eier. Vieles ist noch unklar.
Galerie
Der Skandal um Fipronil-Eier verunsichert nach wie vor die Menschen. Millionen Eier wurden aus den Supermarkt-Regalen genommen. Labore in ganz Deutschland arbeiten an Analysen.
Eier werden am 08.08.2017 auf dem Förderband einer Hühnerfarm in Merksplas (Belgien) transportiert. Millionen Eier wurden in Belgien, den Niederlanden und Deutschland aus dem Handel genommen, nachdem eine Belastung mit dem Pflanzenschutzmittel Fipronil festgestellt wurde.

Hannover (dpa) - Was ist mit dem für den Verzehr gedachten Geflügelfleisch?

Nach Expertenangaben ist das Fleisch von Mastgeflügel höchstwahrscheinlich nicht mit Fipronil belastet. Legehennen sind keine Masttiere und in der Regel nicht für den Menschen bestimmt. Das in den Legeställen verwendete Mittel, das Fipronil enthielt, wurde wegen der Roten Vogelmilbe eingesetzt, die die Legehennen befällt. Das Problem hängt vor allem mit der langen Zeitspanne zusammen, die Legehennen in den Ställen verbringen - bis zu anderthalb Jahre. Die Mastdurchgänge sind deutlich kürzer: Masthähnchen stehen zwischen 28 und 42 Tage im Stall. Das Milbenproblem stellt sich nach Angaben der Geflügelwirtschaft damit nicht - das Anti-Milben-Mittel Dega-16 werde daher nicht in den Mastbetrieben eingesetzt. Auch die belgische Lebensmittelsicherheitsbehörde richtet ihr Augenmerk vor allem auf Legehennenbetriebe. Bislang sind nur in einem einzigen Mast - oder Zuchtbetrieb in Belgien nach ihren Angaben Fipronil-Tests positiv ausgefallen.

In wie vielen Betrieben wurde Fipronil nachgewiesen?

In den Niederlanden sind bislang 138 Betriebe bekannt geworden, die das mit Fipronil kontaminierte Mittel Dega-16 benutzt haben. In Deutschland sind es fünf Betriebe in Niedersachsen: Vier Hühnerfarmen in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Leer, eine Junghennenaufzucht im Emsland. Alle Betriebe liegen in der Nähe der niederländischen Grenze. Dazu kommt eine Postfachadresse, die letztlich wieder in die Niederlande führt. Die Hintergründe dazu sind noch nicht aufgeklärt.

Wie ist der Stand in Belgien?

Die Staatsanwaltschaft Antwerpen ermittelt wegen Betrugs - schließlich wurde einem erlaubten Insektengift mutmaßlich der dafür verbotene Zusatzstoff Fipronil beigemischt. Zu Details will sich die Behörde bis Mitte August nicht äußern. Ein erster Verdachtsfall wurde der Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK am 2. Juni bekannt. Die Meldung an das europäische Schnellwarnsystem erfolgte aber erst am 20. Juli. In einem von Agrarminister Denis Ducarme angeforderten Bericht soll die FASNK nun unter anderem erläutern, warum es so lange dauerte bis zur Warnmeldung. Aktuell sind 51 Geflügelhöfe in Belgien gesperrt. Aufrufe an Verbraucher, Eier bestimmter Chargen wegzuwerfen, gab es nicht, weil die gemessenen Fipronil-Werte unterhalb der Schwelle liegen, die die EU für Gesundheitsgefahren ansetzt.
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer ((l) und Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (beide Bündnis 90/Die Grünen) sprechen am 08.08.2017 bei einer Pressekonferenz im Umweltministerium in Hannover (Niedersachsen) zum aktuellen Stand im Fipronil-Eierskandal.

Wie funktioniert der Informationsaustausch unter den EU-Staaten?

Wenn ein Land ernste Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Lebens- oder Futtermitteln feststellt, gibt es diese Informationen weiter an das so genannte Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel. Mit dabei sind alle 28 EU-Staaten sowie Norwegen, Liechtenstein, Island und teilweise auch die Schweiz. Die nationalen Behörden entscheiden dann, ob sie Produkte zurückhalten, vom Markt nehmen oder Verbraucher warnen. Die Brüsseler EU-Kommission betreibt diese elektronische Plattform.

Was passiert mit den Hennen in den Ställen?

Was mit den gut 125 000 Hennen in den betroffenen und gesperrten deutschen Betrieben passieren soll, weiß noch keiner. Die Landwirte hoffen, dass die Tiere das Fipronil wieder abbauen und wieder unbelastete Eier legen. Diese könnten unter Umständen wieder vermarktet werden. Nach Angaben des niederländischen Bauernverbandes LTO müssen in den kommenden Tagen mindestens eine Million Hühner in etwa 150 Geflügelbetrieben getötet werden. Bis jetzt seien bereits «mehrere Hunderttausend» Hühner getötet worden. Wie viele Tiere tatsächlich getötet werden müssten, sei noch unklar. Ob auch in Deutschland am Ende Hennen wegen des Fipronil-Skandals getötet werden sollen, steht noch nicht fest.

Was macht die Justiz in Deutschland?

In Niedersachsen führt die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ermittlungsverfahren gegen die Landwirte, die das Mittel verwendet haben sollen. Auch wenn sie möglicherweise nicht gewusst hätten, dass das eigentlich harmlose Mittel Dega-16 mit Fipronil kontaminiert war, hätten sie dennoch unerlaubterweise mit dem Insektizid belastete Eier verkauft, so die Staatsanwaltschaft. Damit könne der Straftatbestand des § 58 Lebensmitte- und Futtergesetzbuches (LFGB) erfüllt sein. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Vorsatz oder Fahrlässigkeit im Spiel war.

Sinken wegen des Skandals die Eier-Preise in den Geschäften?

Nein, sagt Margit Beck von der Marktinfo Eier und Geflügel in Bonn. «Der Handel hat sich in festen Lieferbedingungen mit Eiern versorgt und feste Verträge für ein Jahr geschlossen.» Wegen des Sommers sei die Nachfrage nach Eiern momentan ohnehin etwas geringer. Weil derzeit niederländische Eier in Deutschland nicht mehr verkauft werden, seien die Preise im Großhandel jüngst gestiegen. Aber Prognosen seien schwer: «Der Markt ist so unübersichtlich, wie ich es in zwanzig Jahren noch nicht erlebt habe.»

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Zum 200. Geburtstag: Die Urfassung von «Frankenstein» München (dpa) - 2018 feiert ein Klassiker der Weltliteratur seinen 200. Geburtstag: «Frankenstein» von Mary Shelley. Aus diesem Anlass hat der Manesse Verlag den berühmtesten Schauerroman
Berlin (dpa) - Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, will beim Parteitag Ende Januar erneut für das Amt kandidieren. «Ich trete wieder als Politischer Bundesgeschäftsführer an», sagte Kellner der «Frankfurter Rundschau»
Los Angeles (dpa) - Die deutsche Regisseurin und Schauspielerin Katja Benrath kann sich Hoffnungen auf einen Oscar in der Kategorie «Live-Action-Kurzfilm» machen. Die in Lübeck aufgewachsene Filmemacherin hat es mit ihrem Kurzspielfilm
New York (dpa) - Die Anleger an der Wall Street haben sich zu Wochenbeginn ihren Optimismus bewahrt. Ein versuchter Terroranschlag nahe dem New Yorker Times Square verunsicherte die Investoren nur kurz: Die wichtigsten Aktienindizes knüpften
Leipzig (dpa) - Titelverteidiger Norwegen, Vize-Weltmeister Niederlande, Olympiasieger Russland und Außenseiter Tschechien komplettieren das Viertelfinale der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen. Die Norwegerinnen setzten sich am Montagabend in
Düsseldorf (dpa) - Fortuna Düsseldorf hat die inoffizielle Herbstmeisterschaft in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst und steckt nach sieben sieglosen Pflichtspielen in einer Krise. Die Rheinländer unterlagen am Montag dem neuen Tabellenzweiten 1.
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Berlin (dpa) - Wer andere beim Kennenlernen nachahmt, macht sich beliebt - zumindest innerhalb des eigenen Geschlechts. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin und der Uni Leipzig. Demnach gibt
Göteborg (dpa) - Ein Mann ist in der Domkirche im schwedischen Göteborg in Brand geraten. Er sei dabei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob er sich absichtlich anzündete oder es sich um einen Unfall handelte, war
Birmingham (dpa) - Ein 46-Jähriger hat am Sonntag auf einen Mann in einer britischen Kirche eingestochen und ist festgenommen worden. Täter und Opfer kennen sich, wie die Polizei in Birmingham mitteilte. Es habe sich um eine gezielte Tat
Repression, Exil oder eine Festnahme schüchtern die russische Aktivistin Ljudmila Alexejewa nicht ein. Als Grande Dame der Menschenrechte scheut sie auch nicht die Kritik an der Staatsführung. Und sie ist sicher: Die Jugend-Proteste werden ihre
Berlin (dpa) - Baustellen bei der Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger durcheinander bringen. Dazu hat im Konzern ein neues «Lagezentrum Bau» die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte. «Es hat die
Gütersloh (dpa) - Patienten mit Rückenschmerzen kommen immer häufiger auf den OP-Tisch. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und eigenen Berechnungen beruht. 2015
Wetter

Berlin


(12.12.2017 03:40)

1 / 6 °C


13.12.2017
1 / 6 °C
14.12.2017
0 / 2 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Agenda - The Week Ahea ...
Schwerpunkte der Plena ...

No HIV Test? No Weddin ...
Already Reeling From L ...

Neuerscheinungen ...
Zeitung: Kellner will ...

Wer nachahmt, macht si ...
Schweiz des Balkans ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum