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Ex-Bundesbankpräsident Ernst Welteke wird 75

Deutschland
20.08.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Wirtschaftsminister, Finanzminister und Bundesbank-Präsident: Die Karriere war steil, das Ende abrupt. Am Ende stolperte Ernst Welteke über die «Adlon-Affäre».

Frankfurt/Main (dpa) - Ernst Welteke begleitete als oberster Notenbanker die Einführung des Eurobargeldes in Deutschland und stieß die Reform der Bundesbank an. Doch für viele ist sein Name vor allem mit der «Adlon-Affäre» verbunden. An diesem Montag (21.8.) wird der frühere Bundesbank-Präsident 75 Jahre alt.

Welteke war der angesehene «Mister Euro» und geschätzt für die reibungslose Umstellung der D-Mark auf die neue Gemeinschaftswährung zum Jahreswechsel 2001/2002. Doch ausgerechnet die Silvesternacht ließ ihn über die «Adlon-Affäre» stolpern. Deutschlands oberster Notenbanker hatte samt Familie auf Kosten der Dresdner Bank gratis im Luxushotel Adlon übernachtet. Der Aufenthalt kostete 7661,20 Euro.

Zwei Jahre später wurde die «Adlon-Sause» publik. Auf dem Höhepunkt der Affäre 2004 drängte die Bundesregierung Welteke, sein Amt aufzugeben. Der damalige Notenbank-Chef sprach von einer «inszenierten Intrige» und erklärte seinen Rücktritt im April damit, «die Bundesbank vor weiteren Beschädigungen schützen» zu wollen. Die Staatsanwaltschaft stellte ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsnahme im Amt gegen Zahlung einer Geldbuße von 25 000 Euro ein.

Über die Ereignisse von damals möchte Welteke nicht mehr reden. Nur so viel: «Wenn sich der damalige Finanzminister Hans Eichel solidarisch verhalten hätte, wäre es nicht so geendet», sagte der frühere Notenbank-Chef der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 1999 stand Welteke als Präsident an der Spitze der Deutschen Bundesbank. Trotz seines SPD-Parteibuchs scherte er sich wenig um politischen Druck. Von der Politik verlangte er mehr Reformen und eine sparsame Haushaltsführung. Dabei forderte er immer wieder seinen früheren Weggefährten, Finanzminister Eichel (SPD), heraus. «Die Aufrufe von Notenbankern zu Reformen und solider Haushaltsführung haben allerdings meist wenig Erfolg», sagt Welteke.

Als Bundesbank-Präsident saß er auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Der überzeugte Europäer befürchtet, dass in dem obersten Entscheidungsgremium der Notenbank inzwischen «nationale Interessen zunehmend mit europäischen konkurrieren. Das war am Anfang im EZB-Rat nicht der Fall».

Bis zu seinem Rücktritt hatte Welteke eine rasante Karriere hingelegt: Vom SPD-Kreisvorsitzenden stieg er bis zum hessischen Finanzminister auf. Der im nordhessischen Korbach geborene Welteke lernte zunächst Landmaschinenmechaniker und holte auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach. Danach studierte er Volkswirtschaft. 16 Jahre lang war der Sozialdemokrat Landtagsabgeordneter, wurde 1991 vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten Eichel zum Wirtschaftsminister des Bundeslandes berufen, später Finanzminister und Präsident der Landeszentralbank in Frankfurt.

Nach seinem Rücktritt zog sich der ehemalige Spitzenbeamte weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Heute ist er als Berater tätig - er sitzt im Aufsichtsrat einer Bank in Montenegro und im Verwaltungsrat einer IT-Firma in der Schweiz. Ans Aufhören denkt der Vater von vier Kindern vorerst nicht: «Man ist immer so alt, wie man sich fühlt.»

 

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