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Česko verzweifelt an Babacan

Europa
21.06.2016
Von Jürgen Herda und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Türken nach glücklichem 2:0 mit einem Bein im Achtelfinale
Pan Bůh, der Herr Gott war heute kein Tscheche! Da legen die Böhmen und Mähren im Vergleich zu den zwei Angsthasen-Auftritten zuvor, mutig los – und werden zweimal eiskalt erwischt. Die beste EM-Leistung reicht gegen aufopferungsvoll kämpfende Türken nicht, um das sieglose Ausscheiden zu verhindern – Fatih Terims Jungs ziehen an Albanien vorbei und stehen mit einem Bein im Achtelfinale.
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Auch Tomáš Necid verpasst die Chance, gegen Keeper Volkan Babacan vor der Pause wenigstens auszugleichen.
Tor-Vorarbeiter Emre Mor (links) hier mit Ladislav Krejčí ist oft nur auf Kosten Gelber Karten zu halten.

Lens (dpa) - Die roten Tschechen drängen das türkische Team in den weiß-blauen Trikots gleich zu Beginn in die Defensive. Nach Hereingabe von Tomáš Necid zielt Vladimír Darida aus zehn Metern knapp neben Babacans Kasten (5.).
Da machen die roten Böhmen ihr bisher bestes Spiel, und dann treffen die Türken: Mor krallt sich die Kugel in der eigenen Hälfte, schickt Gönül auf die Reise, wechselt mit ihm noch mal die Rolle, flankt flach auf Burak – keine Chance für Petr Čech, die Kugel im Winkel (10.).

Sivok an den Pfosten
Herthas Darida versucht es aus 20 Metern, Balta fälscht zur Ecke ab (15.) – Ladislav Krejčí segelt in den Strafraum, Tomáš Sivok steigt am Fünfer am höchsten – Pfosten. Pan Bůh heute kein Tscheche! Jaroslav Plašil schickt Pavel Kadeřábek in den 16er, Babacan lässt sich aus spitzem Winkel nicht überwinden.

Bořek Dočkal mit der Flanke ins Zentrum, ein türkischer Abwehrspieler ist vor dem einschussbereiten Necid am Ball (30.). Wenn die Türken Gefahr ausstrahlen, dann wenn Mor Tempo aufnimmt: Plašil bringt den Jungstar aus dem Tritt, der spielt erst weiter, wird aber von Pavelka fair gestoppt – nützt nichts, Plašil sieht dennoch Gelb in der Nachbearbeitung (35.).

Auch nach der Pause rennen die Tschechen an
Gerade noch verwarnt doppelpasst sich Plašil durchs Mittelfeld, versucht es dann aus der Distanz: Babacan ist unten und dreht die Kugel um den Pfosten. Tschechien versucht jetzt alles, selbst Außenverteidiger Pavel Kadeřábek mischt sich vorne mit ein, Flanke von rechts, Topal klärt (45.).
Tschechiens Fans mit bösem Clown und finsterem Gorilla: Sollen sie ihre bislang pomadige Mannschaft erschrecken?

Auch nach der Pause rennen die Tschechen weiter an. Hoher Ball auf Necid, Balta streckt den Stürmer zu Boden (49.). Daniel Pudil legt brillant für Krejčí auf – viel zu lässig schlenzt der daneben (52.).

Čech ohne Parade
Bisher musste der Welttorhüter im tschechischen Tor keinen Ball halten und dann das: Selcuk mit langem Freistoß in den Strafraum, Topal legt am Fünfer auf Tufan zurück. Dessen Granate aus zehn Metern halbrechts kracht ins rechte Kreuz (65.). Das war"s dann wohl mit der tschechischen Achtelfinal-Bewerbung! Immerhin, Balsam auf die Seele Tufans, der sich beim Gegentor gegen die Kroaten die Haare glatt gestrichen hatte – mit der Schusshärte kann er wohl das Weichei-Image abstreifen.

Weiter geht’s Richtung türkisches Tor: Darida zieht die Fäden und aus 20 Metern ab – leicht abgefälscht rutscht die Kugel dennoch in Babacans Arme (81.). Jedes Gegentor kann die Türkei jetzt das Happy End vermiesen – Albanien hält den Tschechen die Daumen!
Türkische Fans haben nach dem Machtwort des Präsidenten, der natürlich auch beim Fußball mitregiert, die Angriffe auf Kapitän Arda Turan eingestellt.
Nochmal Darida, aus spitzem Winkel lupft er das Ding Richtung Latte, aber Babacan ist heute auf alles gefasst (85.). Auch fünf Minuten Nachspielzeit reichen den Tschechen nicht, um die Türken nochmal ins Wanken zu bringen.

Türkische Raketen
Türkische Fans haben am Dienstag während des letzten EM-Vorrundenspiels gegen Tschechien Pyrotechnik aufs Spielfeld geschossen. Nach dem 2:0 durch Ozan Tufan in der 65. Minute schossen die türkischen Anhänger mehrere Leuchtraketen aufs Spielfeld. Zuvor war es bereits zu Tumulten in einem Teil des türkischen Blocks gekommen. Diesen hatten die Sicherheitskräfte aber schnell aufgelöst.

 

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