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Endlich Urlaub: Dahlmeier und Schempp mit Kräften am Ende

Norwegen
19.03.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Auch die unschlagbar scheinende Laura Dahlmeier ist mit ihren Kräften mal am Ende. Im letzten Saisonrennen vergab die Überfliegerin den Gewinn der Massenstart-Kristallkugel wie auch Simon Schempp. Dennoch war es eine herausragende Saison für Dahlmeier.

Oslo (dpa) - Nach dem letzten Kraftakt einer langen Saison war auch bei Überfliegerin Laura Dahlmeier der Akku leer. Völlig ausgepumpt lag die Biathlon-Königin des Winters nach Rang neun im Massenstart von Oslo im Ziel. Mit ihrer drittschlechtesten Saisonplatzierung verlor die Partenkirchnerin wie schon im Sprint die kleine Kristallkugel für die Disziplinwertung in letzter Sekunde noch an ihre tschechische Rivalin Gabriela Koukalova wie auch Simon Schempp als 20. des Massenstarts an den Franzosen Martin Fourcade.

Das ist aber nur eine Randnotiz ihres herausragenden Winters. «Diese Saison war wirklich der Wahnsinn, einfach phänomenal. Aber ich bin richtig k.o. und heilfroh, dass morgen kein Rennen ist», sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin, die mit der Großen Kristallkugel für die beste Skijägerin in der Hand auf dem Siegerpodium dann wieder strahlte. Nach ihrer Wahnsinns-Saison mit vielen Rekorden freut sich die Partenkirchnerin nun aber vor allem auf eines: Ruhe. «Jetzt werde ich einfach mal nichts machen und den Kopf ein bisschen frei kriegen», sagte Dahlmeier der ARD. Vor ihrem Urlaub muss sie in der kommenden Woche aber noch die Zollmeisterschaften absolvieren.

Für Dahlmeier war es eine Saison der Superlative. Neben dem Gesamtweltcup gewann sie noch die Disziplinwertungen im Einzel und der Verfolgung. Sie kürte sich in Hochfilzen zur ersten Fünffach-Weltmeisterin der Historie und holte als Erste im Biathlon-Sport elf WM-Medaillen in Serie. Sie stand in 17 ihrer 24 Saisonrennen auf dem Podest, holte dabei zehn Siege. Damit zog sie mit Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner gleich, die in ihrem letzten Weltcup-Winter 2011/2012 auch zehnmal gewann. Allein vom Weltverband IBU gab es 298 000 Euro an Preisgeldern.

Insgesamt holten die Deutschen im Weltcup und bei der WM in dieser Saison 39 Podestplätze, davon 22 Siege (16 Damen/5 Herren/1 Mixed). Im Weltcup waren es 31 Podestplätze, davon 15 Siege (12 Damen/3 Männer). Herausragend waren neben Dahlmeier auch die WM-Titel von Benedikt Doll im Sprint und Simon Schempp im Massenstart.

Bei den Männern schrieb Dominator Martin Fourcade Geschichte und sorgte bei seinem historischen 14. Saisonsieg für ein Finale kurioso: Denn er war ohne Munition losgelaufen. Doch obwohl ihm beim ersten Schießen sein Coach verbotenerweise ein Magazin zuwarf, disqualifizierte die Jury den fehlerfreien Fourcade nicht.

Damit holte Fourcade, der als erster Skijäger zum sechsten Mal in Serie die Große Kristallkugel gewann, zum dritten Mal in seiner Karriere neben dem Gesamtweltcup auch alle Disziplinwertungen. Mit 14 Saisonsiegen stellte er zudem den Rekord der Schwedin Magdalena Forsberg ein. Er stand in den 26 Saisonrennen 22 Mal auf dem Podium, holte mit 14 Saisonsiegen so viele wie noch kein Skijäger.

Während Fourcade nun nach Hause eilt, um die Geburt seines zweiten Kindes nicht zu verpassen, sucht Dahlmeier wieder in den Bergen nach Entspannung. Im Vorjahr war sie vier Wochen in Nepal, eine größere Reise hat sie diesmal aber noch nicht geplant oder gebucht.

Bereits Anfang Mai geht die Saisonvorbereitung schon wieder los, mit dem ganz großen Highlight Olympia in Pyeongchang. Doch soweit denkt Dahlmeier noch nicht. «Das ist noch sehr weit weg», sagte die siebenmalige Weltmeisterin.

 

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