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Elbasan

Albanien, Elbasan
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Im Stadtzentrum
Stahlwerk "Stahl der Partei"
Alte Stadtmauer
Das Wappen der Stadt

"Elbasan" (albanisch auch "Elbasani") ist eine Stadt in Mittelalbanien. Sie ist der Hauptort des gleichnamigen Qarks und des Kreises Elbasan. Die Stadt liegt am Fluss Shkumbin. Mit 126.081 Einwohnern gehört sie zu den großen Städten in Albanien.

Lage und Verkehr
Als Verlängerung des Küstenvorlandes ins Landesinnere liegt Elbasan in einer breiten Talebene auf rund 150 m.ü.A. Die Entfernung zum Adriatischen Meer beträgt rund 60 Kilometer. Wenige Kilometer östlich tritt der Shkumbin aus seinem Felstal und ermöglichte hier in der Geschichte ertragreichen Ackerbau. Im Norden und Süden der Stadt erheben sich bis zu 1000 Meter bzw. 1800 Meter hohe Berge.

Von Tirana gibt es eine 53 Kilometer lange Bergstraße über den "Krraba-Pass", die während des Zweiten Weltkriegs von den Italienern angelegt wurde. Die von der Küstenroute abzweigende Hauptverbindung über Elbasan in Richtung Südostalbanien und Mazedonien folgt dem Verlauf der antiken Via Egnatia. Über Elbasan führt auch die Bahnstrecke von Durres nach Pogradec.

Geschichte
Seit Mitte des 4. Jahrhunderts v.Chr. siedelten vermutlich die illyrischen Taulantier in der Gegend. Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. kamen sie unter römische Herrschaft. Die Lage eines Ortes Scampa wird erstmals um 160 n.Chr. in einer römischen Grabinschrift erwähnt. Darin ist von einer Stelle mit fruchtbarem Ackerland, der Lage am Fluss "Genusus" (Shkumbin) und von einer Wegkreuzung an der Via Egnatia die Rede. Letzteres ist ein von den Römern am Ende des 2. Jahrhunderts v.Chr. angelegter Handelsweg, der an den beiden Hafenstädten "Dyrrachium" (Durres) und "Apollonia" begann, sich westlich von Elbasan am Shkumbin vereinigte und weiter nach Osten quer durch den Balkan bis nach "Byzantium" führte.Polybios, Historien 34.12 , Beschreibung des Streckenverlaufs

Später wurden entlang dieser Strecke in regelmäßigen Abständen Rastplätze angelegt, lateinisch "Mutatio ad Quintum" – Station für das Wechseln der Zugtiere bei der fünften Meile. Erhalten geblieben ist die Station beim heutigen Dorf "Bradashesh", sieben Kilometer (fünf Meilen) westlich Elbasan und unmittelbar nördlich der heutigen Straße nach Durres. Etwas versteckt am Bergfuß liegen die Reste einer kleinen aber technisch ausgereiften Badeanlage mit Sammelbecken für Quellwasser aus der Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr.Das römische Bad liegt vom Kreisverkehr der Abzweigung Elbasan-Durres-Tirana zwei Kilometer entfernt am Ende einer kleinen Straße parallel der Schnellstraße nach Durres. Beschreibung und Grundplan in Guntram Koch: Albanien. Du Mont Buchverlag, Köln 1989.

Der Ort Scampa wurde von den Römern Anfang des 4. Jahrhunderts zu einer Festung ausgebaut, die Lage des Mauerrechtecks von 348 Meter auf 308 Meter bildet bis heute die Grenze der Altstadt. Die Via Egnatia verlief durch die beiden in der Mitte der West- und Ostseite gelegenen Stadttore. Ein Nebentor zum Fluss befand sich im Süden.

Ab dem 5. Jahrhundert war Scampa Bischofssitz. Es gibt den Bericht einer Delegation des Papstes Hormisdas, die 519 in dem in einer oströmischen Provinz gelegenen Scampa wohlwollend aufgenommen wurde. Die Lage der einstigen Bischofskirche ist unbekannt, Grabungen vom heutigen höheren Bodenniveau in der Altstadt haben Funde von weiteren christlichen Bauten erbracht. Außerhalb der Stadtmauern wurden auf einem Hügel ("Tepe") im Westen die Reste einer Basilika freigelegt, deren Bauphasen mit dem 4. bis 6. Jahrhundert angegeben werden. Ebenfalls außerhalb der Stadtmauer in der Nähe des südlichen Nebentors wird seit 2007 der Mosaikfußboden einer weiteren Basilika freigelegt,Das sehr gut erhaltene Mosaik liegt in zwei Meter Tiefe im Park beim Hotel Scampa vermutlich stammt er aus dem 6. Jahrhundert. Ab dem 7. Jahrhundert hat es mehrmals Einfälle von Slawen gegeben, in Scampa wurden schwere Zerstörungen durch Brände angerichtet. Der Ort wurde wohl verlassen.

Sultan Mehmet II s (1430–1481) Beiname "der Eroberer" bezieht sich auf seine Einnahme Konstantinopels und weiter Teile des Balkans für das Osmanische Reich. Während mehrerer Feldzüge gegen die albanische Festung Kruja ließ er 1466 die Stadtmauer wieder aufbauen. Die Stadt erhielt ihren heutigen Namen Elbasan (türkisch "starke Festung"). Der im Dienst des osmanischen Sultans reisende Evliya Efendi hat 1670 mit seinem "Seyahatname" (türkisch "Reisebuch") überschriebenen Werk eine genaue Beschreibung der damaligen Stadt angefertigt. Er erwähnt drei Eingänge der Stadt mit jeweils doppelten Eisentoren, hinter dem südlichen lag der Bazar mit einem Kaffeehaus. Innerhalb der Stadtmauern gab es 460 ein- und zweistockige Häuser mit Ziegeldächern. Die Stadt insgesamt reichte weit über diesen Bereich hinaus und besaß 1150 Häuser, die als gepflegt inmitten von Weingärten und Parks gelegen beschrieben werden.Evliya Chelebi in Albania and adjactent regions. The relevant sections of the Seyahatname edited with translations, commentary and introduction by Robert Dankoff and Robert Elsie. Hg. Klaus Kreiser, Vol 5. Leiden - New York - Köln 2000, S. 307ff. Ausschnitte in Robert Elsie: Early Albania. A Reader of Historical Texts 11th - 17th Centuries. Balkanologische Veröffentlichungen Bd 39. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2003

Ende des 17. Jahrhunderts hatte Elbasan etwa 2000 Einwohner. Nach der Niederschlagung mehrerer Aufstände auf dem Balkan ließ der türkische Großwesir Reschid Pascha 1832 einen Großteil der Mauern niederreissen. Dennoch werden in der Mittes des 19. Jahrhunderts drei Moscheen und eine Kirche erwähnt.

Aufgrund ihrer günstige Lage entwickelte sich die Stadt im osmanischen Reich zu einem Zentrum für Handel und Handwerk. Neben albanischen und türkischen Kaufleuten siedelten sich auch griechische und slawische Händler an. Handelsgüter im 16. und 17. Jahrhundert waren vor allem Leder, Holz und Silber.

Ab 1870 gab es in Albanien Bestrebungen zu Einführung einer einheitlichen Schriftsprache. Das in Elbasan entwickelte Alphabet konnte sich aber nicht durchsetzen. Die muslimische Mehrheit in der Stadt weigerte sich 1914 die Herrschaft des deutschstämmigen (christlichen) Fürsten Wilhelm von Wied über Albanien anzuerkennen.

Stadtbild
Die einstige Stadtmauer von 11 m Höhe wurde durch 26 regelmäßig angeordnete und aus der Wand hervorspringende Türme verstärkt. Die osmanische Altstadt mit ihren gewundenen Gassen im Zentrum des modernen Straßenplans ist erkennbar und konnte etwas orientalischen Charakter bewahren. Von der Stadtmauer ist praktisch nur noch der südliche Teil mit dem einstigen Nebentor erhalten.

* 100 Meter nördlich im Zentrum der Altstadt liegt die "Xhamija Mbret" ("Königsmoschee") aus dem Jahr 1492, die älteste in Albanien erhaltene Moschee. Es ist ein unauffälliger, nahezu quadratischer Bau mit flachem Holzdach. Unter einem weißen Farbanstrich ist ein sorgfältiges Schachtelmauerwerk erkennbar. Diese Technik wurde dem früheren Kirchenbau entlehnt. Der bereits erwähnte Evliya Efendi fand 1670 die Moschee außen vollständig bemalt mit religiösen Gedichten in feinster Kalligraphie, noch bis in die 1960er Jahre waren die Wände bedeckt mit roter arabischer Schrift. Es gab weitere Moscheen aus dem 17. Jahrhundert, die bei der Atheismuskampagne Ende der 1960er Jahre zerstört wurden. Die "Xhamija Mbret" hat diese Zeit unter anderem als politischer Versammlungsraum überlebt.

* Nicht weit entfernt liegt die "Katedralja e Shën Merisë" ("Kathedrale der Heiligen Maria"), eine dreischiffige Basilika von 1833 mit sehenswerter Ikonostase aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der an Nord- und Südseite angebaute Portikus lassen das Gebäude noch breiter erscheinen.

* Das "Ethnographische Museum" ("Muzeu etnografik"), in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, zeigt traditionelles Handwerk aus osmanischer Zeit.

* Das "Hamam" ("türkisches Bad") außerhalb der Stadtmauer neben dem "Hotel Scampi" bestand schon Ende des 17. Jahrhunderts, damals von engen Ladenstraßen umgeben lag das Bad innerhalb des Wochenmarktes. Im 19. Jahrhundert wurde es renoviert und war bis in die 1940er Jahre in Gebrauch. Außen in gutem Zustand, erübrigt sich eine Beschreibung der Innenräume. Es wurde nach 1990 zu einem Restaurant umgebaut.

* Das "Archäologische Museum" ("Muzeu arkeologjik") befindet sich in der Südwestecke der Altstadt.

Wirtschaft
Abbau und Verwertung von Chrom und Nickel zur Stahlerzeugung wurde von italienischen Firmen in den 1930er Jahren begonnen. Während der kommunistischen Zeit lag bei Elbasan der größte metallurgische Betrieb des Landes ("Stahl der Partei"). Mit einem maximalen Ausstoß von 750.000 Tonnen Stahl pro Jahr (erreicht wurden 600.000 Tonnen) beschäftigte der Betrieb bis zum Niedergang 1990 etwa 12.000 Arbeiter. Danach war die Anlage geschlossen, die Arbeiter waren entlassen und die enorme Luftverschmutzung beendet. Bei den allgemeinen Unruhen im Land 1997 wurden bandenmäßig in größerem Umfang Anlagenteile demontiert und ins Ausland verkauft.

1999 nahm die türkische Firma "Kurum Steel Co" mit einem 20-Jahresvertrag die Produktion wieder auf. Kurum ging dabei die Verpflichtung ein, innerhalb von vier Jahren sechs Mio US$ zu investieren und langfristig den kompletten Bedarf des Landes an Stahl zu decken. Seither gab es mehrfach Probleme mit der Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen. schildern im Kapitel über Elbasan und Bradashesh die Umweltverschmutzung durch das Stahlwerk im Jahr 2004 2005 waren die 240 Arbeiter wegen nicht rechtzeitig eingebauter Filter eine Zeit lang von Werksschließung betroffen.

Die jährliche Stahlproduktion stieg dabei ständig. 2005 wurden 123.000 Tonnen produziert. Gerüchten über eine Stilllegung des Betriebs im Jahr 2006 stehen solche über die Neueinstellung von 150 Beschäftigten im selben Jahr gegenüber.

Nach wie vor wird in den nahen Bergen Kalkstein gebrochen. Tradition hat auch die Holzverarbeitung und Seifenherstellung.

Sport
Der lokale Fußballklub KS Elbasani spielt in der Saison 2009/10 in der zweithöchsten Liga.

Söhne und Töchter der Stadt

* Fatos Kongoli, Schriftsteller
* Rexhep Meidani, Präsident der Republik Albanien von 1997 bis 2002
* Miriam Cani, Ex-Sängerin der Preluders

Literatur

* Babinger, Franz: Die Gründung von Elbasan. In: Mitteilungen d. Seminars f. Oriental. Sprachen zu Berlin. 34(1931).


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 03.04.2020 19:18 von den Wikipedia-Autoren.
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