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Ein kleines großes Land

Europa
Von Daniel Kroha   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Die Slowakei - Immer noch ein bisschen Grün hinter den Ohren
Das Herz von Europa schlägt in der Slowakei. Nirgends auf dem Kontinent wird man auf solch kleiner Fläche mit so vielen unterschiedlichen Eindrücken belohnt, als in diesem kleinen großen Land.
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Nach der so genannten Samtenen Revolution 1989 gingen aus der ehemaligen Tschechoslowakei die tschechische und die slowakische Republik hervor. Die Slowakei wurde schon immer als der kleine Bruder der Tschechen behandelt, konnte sich aber nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wacker behaupten. Am 1. Mai 2004 trat die Slowakische Republik in die Europäischen Union ein, seit dem 21. Dezember 2007 gehört sie zum Schengener Raum und seit dem 1. Januar 2009 ist sie Mitglied der Europäischen Währungsunion und bezahlen seit dem mit dem EURO.
Das Tor zur Slowakei: Die Hauptstadt Bratislava.

Das Tor der Slowakei ist gleichzeitig auch die Hauptstadt: Bratislava, mit seinem herrlich restauriertem historischen Zentrum, lädt uns ein in seine tausendjährige Geschichte einzutauchen. Die Fülle an prunkvollen Barockpalästen, romantischen Gässchen und ausladenden Plätzen zeugen von einer pulsierenden Metropole, die seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 907 im Tal der Donau die Kultur des gesamten Landes geprägt hat. Die Blütezeit erlebte Bratislava als Krönungsstadt der ungarischen Könige in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Adelige und Händler ließen sich an der Donau nieder und lassen uns immer noch an ihrem damaligen Reichtum teilhaben.

Schon seit ältester Zeit ließen sich die Menschen auf dem heutigen Gebiet der Slowakei nieder. Die malerischen Tiefebenen mit ihren glitzernden Bächen und Seen, die schroffen Berge, deren Spitzen bis in die Wolken ragen und die schier unendlichen Menge an Naturschönheiten haben die Bewohner und die Besucher in ihren Bann gezogen und lassen sie nie wieder los.

Die berühmteste Gegend der Slowakei ist wohl die Hohe Tatra. Wegen ihrer überwältigenden Schönheit ist das Gebirge zum Symbol der Slowakei geworden. Bergsteiger und Skifahrer werden sich inmitten dieses Naturwunders kaum von den Schönheiten, die diese Region zu bieten hat, satt sehen können. Mit ihre hohen Bergspitzen und kristallklaren Hochgebirgsseen locken sie jährlich tausende Besucher. Nicht verpassen sollte man die Zahnradbahn, die von den Einheimischen „zubacka“ genannt wird. Einen einmaligen Ausblick über die Schönheit der Hohen Tatra erhält man von der Lomnitzer Spitze (slow. Lomnicky Stít). Aber keine Angst, man muss nicht unbedingt ein versierter Bergsteiger sein, um die 2.634 Meter hohe Gebirgswand zu überwinden. Eine Seilbahn wurde bis zum Gipfelkreuz gebaut, damit man den herrlichen Ausblick auch ohne größere Anstrengungen geniessen kann.

Die Ruine der Burg Devin in der Nähe von Bratislava.
Ein weiteres Markenzeichen der Slowakei sind die vielen Burgen und Schlösser, die ihre wehrhaften Türme noch immer in den blauen Himmel bohren. Auf keinen Fall sollten Sie einen Trip zu den Ruinen der Zipser Burg versäumen. Dieser atemberaubende Bau gehört zu den größten Burgen Europas. Gemeinsam mit umliegenden mittelalterlichen Denkmälern Zipser Kapitel, Zipser Unterburg (Spisské Podhradie) und die Kirche Zehra sind sie im Verzeichnis des Weltkultur- und Naturerbes der Unesco eingetragen. Übrigens: Der gruselige Horrorstreifen Nosferatu mit Max Schreck als blutsaugender Vampir in der Hauptrolle wurde im Jahr 1922 auf der gespenstischen Burg Orava im Norden gedreht.

Eine der größten Holzbauten in Europa: Die Holzkirche in Svätý Kríž.
Nach all der Aufregung sollte man sich auch den kulinarischen Genüssen der Slowakei widmen. Frei nach dem Motto "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" mögen die Slowaken, wie auch ihre tschechischen Nachbarn, deftige Speisen. Das traditionelle slowakische Essen sind "spishska pohutka" (Gulasch mit Kartoffelpuffer), braun gebackene Gans, gebratenes Schweinbein und "bryndzove halusky" (Kartoffelklößchen mit Schafskäse und Speckwürfel). Da darf ein selbstgebrannter "Slivovica" nach dem Essen auf keinen Fall fehlen. Nicht so bekannt wie der Gerstensaft ihrer Nachbarn, aber dennoch vorzüglich, ist das slowakische Bier. Unbedingt probieren: Das in Hurbanovo gebraute Bier Zlaty Bazant.

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