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Die geteilte Republik

Tschechien
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Aus Eins mach Zwei: Die demokratische Festung Mitteleuropas schied sich friedlich
Von der einstigen Tschechoslowakei, nach 1918 als demokratische Festung in Mitteleuropa gegründet, bleiben zwei kleine Republiken, der große Bruder Tschechien und die etwas kleinere Schwester Slowakei – sie schieden in Frieden, nicht dahin, aber doch voneinander, auch wenn Dichterpräsident a.D. Václav Havel zu Recht bemängelte, dass das Volk nie gefragt worden sei. Umfragen kurz vor der Trennung 1993 signalisierten eine Mehrheit für den Verbleib in der Föderation. Heute ist die Tschechische Republik ein vitales Land mit etwa der Größe und Bevölkerungszahl Bayerns.
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Die politische Wende hatte 1989 das Občanské Forum (OF), übersetzt Bürgerforum, herbeigeführt. So hieß die oppositionelle Sammelbewegung, zu der sich Ende 1989 Studenten, Schauspieler, Intellektuelle und Arbeiter zusammenschlossen, um das kommunistische Regime zu stürzen. Václav Havel, ihr charismatischer Führer, war im Gegensatz zur Bevölkerungsmehrheit keine Kompromisse mit der »Normalisierungspolitik« Gustav Husáks nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Paktes 1968 eingegangen. Havel bezahlte seine offenen Briefe an den Präsidenten der damaligen ČSSR und seine sarkastischen Theaterstücke mit Berufsverbot und Gefängnis. Belohnt wurde seine Tapferkeit mit dem Aufstieg zum Präsidenten.

Das heterogene OF zerfiel nach der Ablösung des KP-Regimes, es bildete sich ein Parteiensystem westlichen Musters heraus – im Vergleich mit anderen Transformationsstaaten erstaunlich robust mit einem ähnlichen Parteienspektrum wie in Deutschland. Die beiden größten Parteien, die sozialdemokratische ČSSD und die liberalkonservative ODS wechseln sich als Regierungsparteien ab. Die letztgenannte Bürgerlich-Demokratische Partei stellte bis 1998 mit Václav Klaus den Ministerpräsidenten, der 2003 als Nachfolger Václav Havels in den Präsidentenpalast am Hradschin einzog. Zuletzt regierte eine knappe bürgerliche Mehrheit mit Beteiligung einer Grünen Partei – auch auf diesem Gebiet spielt Tschechien eine postsozialistische Vorreiterrolle.

Geschichtstabelle


9. Jahrhundert: In seiner Blütezeit erreicht das Großmährische Reich eine Ausdehnung von Breslau bis Budapest.

11. Jahrhundert: Vratislav II. aus dem tschechischen Adelsgeschlecht der Přemysliden wird 1086 von Kaiser Heinrich IV. zum ersten böhmischen König erhoben.

14. Jahrhundert: Mit der Erlangung der Kaiserwürde durch Karl IV. steigt Prag zur Hauptstadt des alten Europa auf.

16. Jahrhundert: Die Krönung des ersten Habsburger Kaisers Ferdinand I. zum böhmischen König 1527 leitet die schleichende Rekatholisierung und Germanisierung Böhmens und Mährens ein.

17. Jahrhundert: Der Widerstand der protestantischen Stände gegen die Habsburger löst den Dreißigjährigen Krieg aus, nachdem kaiserliche Statthalter aus einem Fenster des Hradschin geworden werden.

19. Jahrhundert: Die Wiederentdeckung der tschechischen Sprache und Kultur mündet in eine tschechische Nationalbewegung.

1918: Ein Philosoph wird Präsident der ersten Tschechoslowakischen Republik – Tomáš G. Masaryk hatte sich im amerikanischen Exil, wo er seine Frau kennenlernte, für die Gründung des gemeinsamen Staates von Tschechen, Slowaken und Deutschböhmen eingesetzt.

1938-45: Nach dem Münchner Abkommen von 1938 besetzt die deutsche Wehrmacht das so genannte Sudetenland, ein politischer Kampfbegriff, der alle Gebiete bezeichnen soll, in denen mehrheitlich Deutschböhmen siedeln. Im März

1939 besetzt Hitler die so genannte Rest-Tschechei (weshalb der Begriff Tschechei bis heute negativ besetzt ist), proklamiert das Protektorat Böhmen und Mähren und gewährt der Slowakei die Gründung eines faschistischen Marionettenstaats.

1945: Exilpräsident Edvard Beneš kehrt aus London zurück, wo er die Alliierten davon überzeugt hatte, dass auf Grund der jüngsten historischen Erfahrung mit den Deutschen kein gemeinsamer Staat zu machen sei. In einigen der berüchtigten Dekrete, die eine erste Verfassung darstellen, wird die Vertreibung der deutschen und ungarischen Bevölkerung geregelt.

1948-68: Nach einer stalinistischen Gründerphase der kommunistischen Tschechoslowakei setzt Anfang der 1960er Jahre eine Tauperiode ein, die Alexander Dubček zum Symbol des Prager Frühlings avancieren lässt. 1968 zerstören die Panzer des Warschauer Paktes den Traum vom „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“.

1989-92: studentenproteste lösen einen allgemeinen, friedlichen Volksaufstand aus. Nach Verhandlungen am Runden Tisch kapituliert die kommunistische Führung. Bei den ersten freien Wahlen zieht Václav Havel als Präsident in die Burg ein.

1993-98: Die Regierung der ČSFR scheitert an der Erstellung einer gemeinsamen tschechoslowakischen Verfassung. Separatistische Kräfte auf beiden Seiten erreichen die friedliche Teilung des Landes ohne Volksabstimmung. Václav Klaus wird Premier einer liberalkonservativen Koalition.

2004: Die Tschechische Republik wird Mitglied der Europäischen Union.



Fakten
 

 

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