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Europa
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Das Wunder von Berlin: Deutschland kann über sich und mit anderen lachen
Wenn wir von Deutschland schreiben, können wir gar nicht anders, als es zu zerlegen: Es passt in keine Schatulle, es ist zu sperrig, es zerfällt uns schon in den Händen, wenn wir nur versuchen, es in eine Schablone zu pressen.
Galerie
Die Hauptstadt Deutschlands Berlin.

"Es besteht kein Grund vor jedem Fleck Deutschlands in die Knie zu sinken und zu lügen: wie schön! Aber es ist da etwas allen Gegenden Gemeinsames - und für jeden von uns ist es anders. Dem einen geht das Herz auf in den Bergen, wo Feld und Wiese in die kleinen Straßen sehen, am Rand der Gebirgsseen, wo es nach Wasser und Holz und Felsen riecht, und wo man einsam sein kann; wenn da einer seine Heimat hat, dann hört er dort ihr Herz klopfen. Manchmal ist diese Schönheit aristokratisch und nicht minder deutsch: Ich vergesse nicht, dass um so ein Schloss hundert Bauern im Notstand gelebt haben, damit dieses hier gebaut werden konnte, aber es ist dennoch, dennoch schön. Es gibt immer noch einen Fleck Deutschland, immer noch eine Ecke, noch eine Landschaft, die der Fotograf nicht mitgenommen hat, außerdem hat jeder sein Privat-Deutschland. Meines liegt im Norden. Es fängt in Mitteldeutschland an, wo die Luft so klar über den Dächern steht, und je weiter nordwärts man kommt, desto lauter schlägt das Herz, bis man die See wittert. Die See! Wie schon Kilometer vorher jeder Pfahl, jedes Strohdach plötzlich eine tiefere Bedeutung haben."

Kurt Tucholsky, Heimat 1929
Zu heterogen ist das unförmige Land in der Mitte Europas, zu verschieden sind die Landschaften, die Menschen, die Baustile, als dass man alles unter einen Konzept zusammenfassen könnte. Natürlich lassen sich einige Rahmendaten nennen, die Statistik ist hier ja recht hilfreich, so dass wir eine grobe Vorstellung von dem amorphen Gebilde bekommen, das Deutschland heißt. Um so besser, wenn wir diesem „süddeutschen Länderporträt“, Tucholskys norddeutsches Zitat voranstellen – um die regionale Balance zu wahren. Denn Hand aufs Herz: Was haben wir Bayern hier im tiefsten Wald – Achtung, Klischeefalle! – mit den ostfriesischen Fischern gemein? Oder die saarländisch-frankophilen Feinschmecker mit den Ruhrpott-Kumpels? Gutes Stichwort: Auch Grenzen prägen, denn so wie Saarländer und Badenser am französischen Savoir-Vivre partizipierten, verbindet Bayern und Böhmen nicht nur der Böhmerwald, sondern die Vorliebe für Schweinebraten, Knödel, Kraut und Bier – und danach bestellen sich beide ein Štamperle …

Das Sommermärchen 2006
Wir schreiben das Jahr 2006, das Land freut sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Nachdenklichere Zeitgenossen blicken aber auch mit Sorge auf einige ausländerfeindliche Ausschreitungen, die den bösen Begriff von der „no-go-area“ provozieren. Die deutsche Marketingmaschinerie läuft auf Hochtouren. Groß angelegte Werbekampagnen sollen eine Multi-Kulti-wir-Gefühl erzeugen, Nationalspieler wie Patrick Owomoyela, Gerald Asamoah, aber auch Miroslav Klose und Lukas Podolski leihen der Kampagne ihr Gesicht – NPD-Funktionäre dagegen zeigen wieder einmal ihre hässliche Fratze, indem sie Spieler mit Migrationshintergrund diffamieren.

Als dann das gute Gewissen Deutschlands, Herbert Grönemeyer, bei der Eröffnungsfeier sein „Zeit, dass sich was dreht“ anstimmt, überrascht Deutschland die Weltöffentlichkeit mit unverkrampfter Fröhlichkeit – die „Klinsmänner“ auf dem grünen Rasen spielen es mit unbekümmertem Sturm und Drang vor, die Millionen in den Stadien und beim „Public Viewing“ feiern zusammen mit den Gästen eine rauschende Party. „Dieser Weg wird kein leichter sein“, Xavier Naidoos Kulthit des Sommers, führt die Deutschen zwar „nur“ ins kleine Finale gegen Portugal – aber sogar Platz drei wird für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich frenetisch gefeiert. Das Sommermärchen ist geboren und mit ihm ein Imagewandel der Deutschen: „Die sind ja gar nicht so ernst, korrekt und langweilig – und sie haben sogar schönes Wetter!“ Kein Märchen und deshalb umso schöner ist die Erkenntnis: Die Deutschen können über sich und mit anderen lachen – und wer lacht, schießt nicht.

Was der Krieg nicht zerstört hat
La petite France - die gepflegte Altstadt in Straßburg.
Es muss kein Defizit sein, wenn wir, bevor wir uns dem europäischen Koloss nähern, erst ein wenig distanzieren. Selbstlob stinkt und das gilt für Nationen, für deren kollektive Leistungen bzw. Schandtaten wir nur begrenzt was können – doppelt. Wir haben viele Länder bereist, kennen manche Regionen Tschechiens, Frankreichs, Italiens besser als das Saarland, als Niedersachsen, als Hessen. Wir können jetzt eine doppelte Perspektive einnehmen – die von außen und die von innen. Was gefällt uns an diesem Land und was stört uns? Mich hatten die intakten Altstadtkerne französischer und italienischer Städtchen immer begeistert, auch dass dort die Tante-Emma- und Feinkost-Läden unter Denkmalschutz zu stehen schienen. Zeitlose Bruchstein-Häuser prägen den Charakter toskanischer oder provençalischer Hügellandschaften – welcher Kontrast zu den oft zersiedelten Scheußlichkeiten der deutschen Nachkriegsepoche. Was der Krieg nicht zerstört hat, den die Deutschen erst in die Welt und den die Welt dann nach Deutschland getragen hat, das besorgten gedankenlose Stadtverwaltungen: Eine der schönsten mittelalterlichen Residenzen, die alte Kaiserstadt Frankfurt – wo sich einst der „Franke“ Karl der Große von einem Hirschen geleitet über eine Furt gerettet haben soll – ging zunächst im alliierten Bombenhagel unter. Die Reste der tausend Gassen beseitigten dann die Stadtplaner, bis der kärgliche Rest mit dem gotischen Giebel des „Römer“ hinter den protzigen Glastürmen Mainhattens verschwand.

Aber auch auf dem Land finden wir nur selten eine heile Welt: „Unser Dorf soll schöner werden“, darunter verstanden manche Bürgermeister die Zerstörung des „alten Graffels“. Charakteristische Bauernhäuser fielen noch in den 1970ern uniformen Neubauten zum Opfer. Konnte man früher den Wechsel der Landschaften auch an den Baustilen erkennen, findet man vielerorts nur noch eine Aneinanderreihung gesichtsloser weißer Wohnbunker mit sprossenlosen Großfenstern, die wie schwarze Wunden klaffen. Um die städtischen Ballungszentren wuchern grauenvolle Gewerbegebiete wie bösartige Metastasen. Wo bleibt da das Positive? Die gute Nachricht ist: Auch hirnlose Planer, mittelmäßige Architekten, unterirdische Politiker und gierige Konzerne konnten Deutschland nicht in ihrem Kern zerstören – hunderte von Altstadtkernen trotzten dem Wahn der „autogerechten Stadt“, dem in Regensburg um ein Haar das Alte Rathaus zum Opfer gefallen wäre. Verhindert haben das, wie an vielen Orten, couragierte Bürger, die gegen den Zeitgeist aufbegehrten. Gut, dass heute eine Münchner Architekten-Gruppe der überraschten Fachwelt endlich entgegenhält: Einkaufszentren, Autohäuser und Industriehallen MÜSSEN NICHT hässlich sein – es besteht noch Hoffnung, dass das Land, das einst fast vollständig von Eichen- und Buchenwäldern bedeckt war, nicht gänzlich einbetoniert wird. Der Vergleich mit anderen gibt uns einen Bezugsrahmen, er lehrt uns, was einzigartig und was gewöhnlich ist. Beginnen wir mit seiner Größe.

Wie groß ist Deutschland?
...desto lauter schlägt das Herz, bis man die See wittert: Im Norden.
Deutschland ist im europäischen Rahmen natürlich ein großes Land, aber beileibe nicht das größte – Russland spielt mit knapp vier Millionen europäischen Quadratkilometern in einer anderen Liga, das ist kein Maßstab für mitteleuropäische Verhältnisse. Auch die Ukraine ist mit gut 600 000 Quadratkilometern noch fast doppelt so groß wie die Bundesrepublik. Dem EU-Primus Frankreich mit knapp 544 000 folgt Spanien mit 504 000 und Schweden mit runden 450 000 Quadratkilometern. Erst jetzt kommen die Deutschen ins Spiel: Mit 357 000 Quadratkilometern führen sie das vordere Mittelfeld an, zu dem auf Augenhöhe Länder wie Finnland mit 338 000, Norwegen mit annähernd 324 000, Polen mit fast 313 000 und Italien mit 301 000 Quadratkilometern gehören. Wir dürfen deshalb davon ausgehen, dass auch in anderen Staaten dieser Größenordnung erhebliche regionale Unterschiede bestehen: Zwischen der Côte d’Azur und der Bretagne liegen französische Welten. Die melancholische Landschaft der Masuren in Polen hat wenig gemein mit den städtischen Zentren Schlesiens um Breslau. Und Südtirol und Sizilien verbindet wenig mehr als die Zugehörigkeit zum gleichen Staatsstiefel.
München: Altstadt Richtung Frauenkirche vom Alten Peter.
Wie groß Deutschland wirklich ist, hängt von unserer Perspektive ab. Wer sich ins Flugzeug setzt und in einer guten Stunde von München nach Hamburg fliegt, wird die Entfernung überschaubar finden. Wer wie wir schon mal das Land von Südost nach Südwest und von Südost nach Nordost mit dem Fahrrad durchquert hat, der bekommt ein anderes Gefühl für die Distanz – in den Knochen stecken Tausende Höhenmeter des Bayerischen, Thüringer und Schwarzwaldes. Vor allem aber: Wir können uns Tucholskys Heimat (siehe oben) nähern und mit ihm mitfühlen: „Es fängt in Mitteldeutschland an, wo die Luft so klar über den Dächern steht, und je weiter nordwärts man kommt, desto lauter schlägt das Herz, bis man die See wittert.“ Wir registrieren, während uns der Schweiß oder das Regenwasser den Rücken runter rinnt, viel intensiver die Veränderungen der Landschaften, den Übergang vom fränkischen Fichtelgebirge hinab ins Tal der Saale, wo uns Fachwerk und Kopfsteinpflaster in eine Dorfidylle des 19. Jahrhunderts versetzen.

Wo die Seen das Land verschlucken
Vorbei an der trutzigen Wartburg bei Eisenach, wo Luther inkognito als Junker Martin die erste deutsche Bibelübersetzung anfertigte, immer weiter nach Norden, bis sich uns die Landschaft zu Füßen legt. Erde und Himmel verschmelzen in diesem flachen Land mit einem Himmel so grau, dass man ihn trösten muss. Wenn nachts wie beschwipst die Türme und Giebel des Schlosses im ultramarinblauen Schweriner See schunkeln, dann hat die Mecklenburgische Seenplatte endgültig das Land verschluckt und wir können sie riechen, die See im Osten, wo sich weiße Bäderpaläste anstelle krebsroter Touristenbäuche an den Stränden räkeln, und wir hören das Kreischen der Möwen, die uns den Fisch vor der Nase wegschnappen. Ganz oben, dort wo die Fähren nach Schweden in See stechen und uns Tuchos Schloss Gripsholm schon erwartet, an der Nordspitze der Insel Rügen ist Deutschland so friedlich, dass man die nazistische Kraft-durch-Freude-Ruine in Prora für eine reine Fata Morgana halten möchte.

Der Einfluss Deutschlands auf die Politik im europäischen Rahmen und im internationalen Kontext speist sich aus anderen Quellen: Als bevölkerungsreichster Staat der Europäischen Union haben die 80 Millionen Deutschen ein Wörtchen mitzureden. Die wirtschaftliche Potenz des führenden europäischen Industriestaates, der Autorepublik Deutschland, und des Exportweltmeisters tut ein Übriges. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von etwa 2,4 Billionen Euro ist Deutschland die viertgrößte Volkswirtschaft und Industrienation der Welt. Glücklicherweise lernten die Deutschen, nachdem sie sich in der nationalsozialistischen Ära selbst zum politischen Paria gestempelt hatten, dass sie sich nur mit Understatement in die Staatengemeinschaft reintegrieren konnten. Der Begriff Scheckbuchdiplomatie bezeichnete die Kompensationszahlungen, die das Land aufgrund seiner noch nicht wiedererlangten Souveränität an Stelle militärischen Engagements leistete, das die USA und die NATO im kalten Krieg einforderten.

Abschied von der Scheckbuchdiplomatie

Dass es ausgerechnet die Exponenten der 68er Bewegung in der Rot-Grünen-Bundesregierung waren, die die Beteiligung der Bundeswehr an präventiven NATO-Militärschlägen gegen Serbien beschlossen, ist historisch nicht ohne Beispiel – schon 1914 spaltete die Zustimmung zu den Kriegsplänen des Kaisers – „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche“ – die Sozialdemokratie, die seit ihrer Gründung gegen das Etikett der „Vaterlandsverräter“ anrannte. Die Entscheidung des Duos Schröder/Fischer hatte freilich andere Gründe. Zum einen sahen der rote Kanzler und sein grüner Außenminister eine Chance, den letzten kleinen Schritt zur vollen Souveränität zu beschreiten, indem sich Deutschland von der Scheckbuchdiplomatie verabschiedete und selbst zum Akteur wurde. Zum anderen waren die inhaltlichen Argumente gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte durchaus plausibel: Gerade Deutsche dürften nicht einfach nur die Hände in den Schoß legen, wenn wie im Kosovo ein Völkermord drohe. Joschka Fischer bezahlte für dies Haltung mit einem verletzten Ohr, nachdem an jenem beim Parteitag höchst symbolträchtig ein roter Farbbeutel zerplatzt war wie die pazifistischen Illusionen der Ökopaxe. Ein ähnliches Dilemma hatte 60 Jahre zuvor Albert Einstein durchlitten: Der überzeugte Pazifist und emigrierte Jude half mit beim Bau der Atombombe, weil er meinte, dass ansonsten die faschistischen Kriegsverbrecher früher in den Besitz dieser höllischen Massenvernichtungswaffe gelangen könnten – der sensible Geiger wurde Zeit seines Lebens nicht mehr froh, nachdem die US-Regierung den verheerenden Atompilz aus wesentlich weniger ehrenvollen Gewissensgründen über den japanischen Großstädten Hiroshima und Nagasaki steigen ließen.

Trotz der für moderne Mediengesellschaften typischen Krisendebatten um Politikmüdigkeit und Parteienverdrossenheit ist die Bundesrepublik heute eine bemerkenswert stabile parlamentarische Demokratie. Dem politischen System ist es in den letzten 60 Jahren wiederholt gelungen, außerparlamentarische Bewegungen zu integrieren: Die Millionenschar an Kriegsflüchtlingen hatte sich parteipolitisch zunächst im Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten organisiert, der allerdings aufgrund der raschen Akklimatisierung der Neubürger im bestehenden Parteiensystem aufging. Große Teile der so genannten 68er-Bewegung versuchten in den 1970er Jahren innerhalb der SPD den „Marsch durch die Institutionen“ – und sind heute Bestandteil des Bildungsbürgertums. Die ökologische Bewegung der 1980er Jahre ging in der Grünen Partei auf, die mit der Regierungsbeteiligung 1998 bis 2005 ihre politische Reife unter Beweis stellen konnte. Und die gewerkschaftsnahen Kritiker der Sozialreformen der Rot-Grünen Bundesregierung fanden in der Partei „Die Linke“ schnell eine parlamentarische Heimat. Insgesamt kann man den beiden Volksparteien CDU/CSU auf konservativer Seite und der linksliberalen SPD eine nachlassende Bindungskraft attestieren, die in den letzten Jahren freilich die Sozialdemokraten härter getroffen hat.

Das Süd-Nord-Gefälle
Eine topographische Karte Deutschlands vermittelt einen ersten Eindruck von seiner Oberflächengestalt: Die obere Hälfte ist annähernd grün eingefärbt und kennzeichnet das Norddeutsche Tiefland. Der breite hellbraune Streifen in der Mitte Deutschlands markiert die von West nach Ost verlaufende Mittelgebirgszone vom Schwarzwald bis zum Bayerischen Wald. Im Süden zeigen dunkelbraune Schattierungen die höchsten Punkte des Landes in den Alpen und im Voralpenland an. Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Übergangsbereich zwischen maritimem Klima in Westeuropa und kontinentalem Klima in Osteuropa. Der Einfluss des Golfstroms ist für das – gemessen an der Breitenlage – relativ milde Klima verantwortlich.

Donau: Der zweitlängste Strom in Europa.
Die sechs größten, ins Meer mündenden Flüsse sind der Rhein, der auf 865 Kilometer meist als Grenzfluss den Südwesten und Westen dominiert, die Donau, die auf 647 Kilometer fast das gesamte Alpenvorland entwässert und ins Schwarze Meer fließt, die Elbe und die Oder im Osten Deutschlands sowie Weser und Ems im Norden. Die meisten großen Seen befinden sich im Alpenvorland und in Mecklenburg – wo sich mit der Müritz der größte, ganz zum deutschen Staatsgebiet gehörende See als Teil der mecklenburgischen Seenplatte befindet. Der Bodensee bedeckt zwar eine noch größere Fläche, allerdings muss ihn sich Deutschland mit Österreich und der Schweiz teilen. Die Nordfriesischen und die Ostfriesischen Inseln sind die größten Inselgruppen in der Nordsee. In der Ostsee sind Fehmarn, Poel, Hiddensee, Rügen und Usedom die größten Inseln.

Ruhrgebiet des Mittelalters
Mit dieser schematischen Vorstellung im Kopf wissen wir noch immer herzlich wenig über das Land, das in Hunderte von Mikroregionen und touristische Straßen zerfällt. Um die Verwirrung zu komplettieren, trägt auch der Strukturwandel das Seine dazu bei. Der Ruhrpott, bekannt für seine Kohlebergwerke und Kumpel mit schwarzverschmierten Gesichtern, hat sich zur grünen Modellregion gewandelt – kräftig angeschoben von den Tourismusmanagern und Regionalmarketing-Experten. Den Imagewandel vom Ruhrgebiet des Mittelalters zum Urlauberparadies hat die Oberpfalz, ein bayerischer Bezirk im Südosten des Landes, schon ein paar Jahrhunderte früher vollzogen – immerhin konnte Reiseschriftsteller Johann Wolfgang von Goethe über die Weltkulturerbe-Stadt Regensburg bereits als Tourist die Phrase dreschen: „An dieser Stelle musste eine Stadt entstehen.“

Nabburg: Oberer Markt mit Stadtpfarrkirche.
Etwas nördlich davon, zwischen Nürnberg und Prag, verläuft die Goldene Straße, ein Handelsweg, den der deutsch-tschechische Kaiser Karl IV. befestigen, beschützen und bezollen ließ. Das pulsierende Leben im „Ruhrgebiet des Mittelalters“ mit seinen zahllosen Bergwerken und Hammerschlössern, seinen gefragten Handwerkern und Künstlern, seinen jüdischen Gelehrten und Kaufleuten brach sich in einem verzweigten Wegedelta Bahn, das alle wichtigen Städte und Orte miteinander verband. Die Handeltreibenden versuchten ihr Glück nicht nur in den „Rastplätzen“ entlang der Fernstraße, sondern machten auf den alten Hohlwegen gewinnbringende Abstecher zu nahe gelegenen „Points of Interest“ wie Amberg, Nabburg oder Eger, um sich dort neben schönen Aussichten auch mit warmem Essen und freundlicher Gastlichkeit zu versorgen. So entstand über viele Jahrhunderte ein europäischer Wirtschafts- und Kulturraum, der in der Sprache wie auf der Speisekarte, in den Kirchen wie den Schlössern, in den Familien wie der Politik Spuren hinterließ.

Entdecken Sie ein facettenreiches Land!
Entdecken Sie mit uns unter den Rubriken „Tipps“ und „Typisch“ Eigenheiten und Einzigartigkeiten Deutschlands, dem Land der Großstädte wie den fünf einwohnerreichsten Metropolen des Landes, Berlin (3,43 Millionen EW), Hamburg (1,78 Millionen EW), München (1,33 Millionen EW), Köln (995 420 EW) und Frankfurt am Main (664 838 EW) oder die mit 5,75 Millionen Einwohnern am dichtest besiedelte Region, den Ballungsraum im westdeutschen Ruhrgebiet. Begleiten Sie uns zum höchsten Berg des Landes, der knapp 3000 Meter aufragenden Zugspitze, oder wandern Sie gemütlich durch die flache Lüneburger Heide.

Besuchen Sie die deutschen Klassiker in Weimar oder das mittelalterliche Wunder Regensburg. Lassen Sie sich an der Nordsee eine steife Brise um die Nase wehen oder folgen Sie im Bayerischen Wald den Spuren von Luchs und Wolf, die hier schon bald wieder heimisch werden könnten. Lachen Sie in Münchens Karl-Valentin-Museum über den anarchistischten Humor Europas oder amüsieren Sie sich über innovatives Theater in Essen, der Europäischen Kulturhauptstadt 2010. Entdecken Sie ein facettenreiches Land, das keine heile Welt, aber viel Selbsterkenntnis und Selbstironie zu bieten hat. Deutschland ist zu einer erfolgreichen Demokratie gereift – und selbstbewusste Teutonen bellen manchmal, aber beißen nicht.

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