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Daugavpils

Lettland, Daugavpils
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"Daugavpils" (deutsch "Dünaburg", litauisch "Daugpilis", polnisch ursprünglich "Dźwinów", später "Dźwińsk", daneben historisch auch "Dyneburg", russisch Двинск/"Dwinsk", weißrussisch Дзвінск/"Dswinsk", estnisch "Väinalinn", finnisch "Väinenlinna", jiddisch "דענענבורג" ("Denenburg")) ist mit 109.482 Einwohnern (Stand 1. Januar 2006) die zweitgrößte Stadt in Lettland.

Geografie

Daugavpils liegt an der Düna (lettisch "Daugava"), nach der die Stadt auch benannt ist. Die Entfernung der Stadt zur lettischen Hauptstadt Riga beträgt 232 km, zur Grenze mit Litauen 25 km und zur weißrussischen Grenze 35 km.

Geschichte

Daugavpils nach der Zerstörung durch die deutsche Wehrmacht im Juli 1941
Die erste Erwähnung des Ortes geht auf das Jahr 1275 zurück. Im Jahre 1278 wurde die "Dünaburg" als Burg des Deutschen Ordens gegründet. Im Jahre 1561 kam die Stadt unter polnisch-litauische Herrschaft. Ab 1620 war sie die Hauptstadt der Woiwodschaft Livland, des nach den Kriegen gegen Schweden bei Polen verbliebenen Restgebietes Livlands. Zwischen 1656 und 1667 war sie unter dem Namen "Borisoglebsk" (Борисоглебск) russisch besetzt. Die Stadt kam im Jahr 1772 durch die Erste Polnische Teilung an Russland. 1893 wurde sie im Zuge der Russifizierungspolitik offiziell in "Dwinsk" (Двинск) umbenannt.

Die Stadt hatte einen ausgeprägten multiethnischen Charakter und eine große jüdische Gemeinde. Im späten 18. Jahrhundert waren über 60 % der Einwohner der Stadt Juden. Nach der Volkszählung von 1897 lebten 72231 Menschen in der Stadt, davon 32369 Juden (knapp 45 % der Bevölkerung und die größte Bevölkerungsgruppe der Stadt). Einst gab es etwa 40 Synagogen und jüdische Bethäuser, nur eine hat den Krieg überstanden.

Im Jahre 1920 kam Daugavpils aufgrund des Friedens von Riga zur unabhängigen Republik Lettland und spielte in der Folgezeit eine wichtige Rolle als Verkehrsknotenpunkt zwischen Westeuropa und der Sowjetunion, so auch für den Nord-Express.

Während des Zweiten Weltkrieges war die Stadt zweimal Frontstadt. Im Juni 1941 wurde sie vom LVI. Armeekorps der deutschen Wehrmacht unter Erich von Manstein erobert und danach größtenteils zerstört. Dabei wurde praktisch die gesamte jüdische Bevölkerung der Stadt ermordet. In der Stadt bestand das sowjetische Kriegsgefangenenlager "292" für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges." Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977. Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital "5859" versorgt.

In der Zeit der Inkorporation Lettlands in die Sowjetunion zwischen 1940 bzw. 1944/45 und 1991 wurde die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten in Daugavpils wie im gesamten Land durch die gezielte Ansiedlung von Zuwanderern aus anderen Teilen der UdSSR zu Ungunsten der einheimischen Bevölkerung verändert. Als Ergebnis dieses Prozesses ist die Mehrheit der Einwohner der Stadt heute russischer Nationalität.

Die Bevölkerung Daugavpils" setzte sich 2005 nach Nationalitäten wie folgt zusammen:

Russen 55 %,
Letten 16 %,
Polen 15 %,
Weißrussen 9 %,
Ukrainer u.a. 2 %.:

Partnerstädte
Partnerstädte von Daugavpils sind seit:
* 1993: Hadersleben (Haderslev, Dänemark)
* 1993: Radom (Polen)
* 1997: Naro-Fominsk (Russland)
* 1998: Ferrara (Italien)
* 1998: Motala (Schweden)
* 1998: Wizebsk (Weißrussland)
* 2003: Zentraler Verwaltungsbezirk, Moskau (Russland)
* 2003: Ramla (Israel)
* 2003: Harbin (Volksrepublik China)
* 2004: Panevėžys (Litauen)
* 2004: Sankt Petersburg (Russland)
* 2008: Charkiw (Ukraine)

Söhne und Töchter der Stadt
*Grzegorz Fitelberg, Komponist und Dirigent
*Alexander Ginsburg, deutscher Jurist, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland
*Abraham Isaak Kook, erster aschkenasischer Großrabbiner Palästinas (geb. 1865 in Grīva, heute ein Teil von Daugavpils)
*Vilhelms Lapelis, OP, Bischof von Liepāja
*Isidor Levin, lettischer Volkskundler, Erzählforscher und Theologe
*Solomon Michoels, russisch-jüdischer Schauspieler und Regisseur
*Jewgeni Miller, russischer General
*Paul Mintz, Professor für Kriminologie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Lettlands in Riga
*Mark Rothko, russisch-amerikanischer Maler
*Jakow Sacharowitsch Suriz, sowjetischer Botschafter in Berlin 1934-1937
*Vitas (Witali Wladassowitsch Gratschow, russisch: Виталий Владасович Грачёв), russischer Popsänger, Komponist, Schauspieler (geb. 1979)


Daugavpils in anderen Sprachen
Die früheren russischen Namen lauteten Невгин/"Newgin", Борисоглебck/"Borisoglebsk" und Двинcк/"Dwinsk", weißrussisch Дзвінск/"Dswinsk", lettgallisch "Daugpiļs", litauisch "Daugpilis", polnisch früher "Dyneburg" bzw. "Dynaburg" und "Dźwińsk", jiddisch דענענבורג/"Denenburg".

Siehe auch
* Verwaltungsgliederung Lettlands
* Liste deutscher Bezeichnungen lettischer Orte

Bibliographie

* Genovefa Barkovska / Josifs Šteimans, Daugavpils vestures lappuses, Rezekne 2005.
* Evrei v Daugavpilse. Istoričeskie očerki, T. 1-3, Daugavpils 1993–2006.
* Boris Volkovič, Ravviny v Daugavpilse (1920–1940), Daugavpils 1996.
* Boris Volkovič, Evrejskie organizacii v Daugavpilse. 1920-1940, Daugavpils 1998 (mit einer kurzen englischen Zusammenfassung).
* Henrichs Soms, Latvieši Daugavpili 20 gs. pirmaja puse, in: Kurzeme, Vidzeme, Latgale. Rȩgions un identitate vesture. Konferences materiali, hrsg. von Ilgvars Misans u.a., Riga 1999, S. 75-82.
* Konrad Bobiatyński, Dyneburg i Inflanty Polskie podczas wojny Rzeczypospolitej z Moskwą w latach 1654-1655, in: Zapiski Historyczne Bd. 70 H. 2/3 (2005), 107-123 (mit einer kurzen deutschen und englischen Zusammenfassung).
* Irena Saleniece, Teachers as the Object and Subject of Sovietization in Latvia: Daugavpils (1944-1953), in: The Sovietization of the Baltic States, 1940-1956, hrsg. von Olaf Mertelsmann, Tartu 2003, S. 197-206.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.01.2020 03:18 von den Wikipedia-Autoren.
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