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Das Leben im Bronzezeitalter

Deutschland
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Augen auf bei Natur- oder Kulturdenkmälern am Wegesrand
Die Reisegeschwindigkeit in Gotland überschreitet selten das Tempo eines „Tour de France“-Radlers. Dafür braucht dann auch ein Opel Astra EM 1984 kein Doping. Und das ist auch gut so, denn alle Nase lang sind Schilder mit Hinweisen auf Natur- oder Kulturdenkmäler angebracht – meistens zu erreichen über einen Feld-, Wald- oder Wiesenweg.
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Das Sonnenrad-Grab bei Stenkyrka wird auf 400 bis 500 v.Chr. datiert und ist 17 Meter lang.

So lernen wir, wie etwa in Gnisvärd bei Töfta Strand auch die Sitten und Gebräuche der Menschen im frühen Bronzezeitalter (1800-1100 v.Chr.) kennen. Das Klima war damals noch milder als heute, die Bewohner lebten von Ackerbau, Tierzucht, Jagd und Fischfang. Im späten Bronzezeitalter (1100-400) begannen die Gotländer das Pferd als Zugtier einzusetzen. Sie statteten ihre Wagen mit Speichenrädern aus, die Boote wurden immer seetüchtiger.
Nachgebautes Grab im Wikingerdorf von Töfta.

Wollte man einen wichtigen Verstorbenen ehren, wurde seine Grabstätte in der Form großer Schiffe angelegt – begrenzt durch aufrechtstehende große Steine. 350 solche Gräber wurden auf Gotland gefunden. Die Verstorbenen wurden verbrannt, ihre Knochen zerkleinert und gesäubert, danach wurde die Asche in tönerne Urnen abgefüllt – manchmal zusammen mit einigen kleinen bronzenen Grabbeigaben. Die Urne konnte unter Steinplatten in Form eines Hauses in oder neben das bootförmige Grab platziert werden. Oft findet man mehrere anschließende Gräber. Ihre Länge variiert von sechs bis 45 Metern.

Eindrucksvolle Beispiele sieht man in Rannarve in Klinte, Domarlunden in Lärbro, Gålrum in Alskog und eben hier in Gnisvärd bei Tofta. Diese größten erhaltenen Häuptlingsgräber nehmen eine Grundfläche von 45 mal sieben Metern ein. Große Feldsteine sind in der Form eines Schiffes aufgereiht. In der Nähe befindet sich außerdem ein Steinhügel aus dem frühen Bronzezeitalter und ein Grab aus der Steinzeit aus großen Granitblöcken. Man vermutet, dies sei der einzige Dolmen auf Gotland.
„Tjelvars Grab“ bei Tjälder südlich von Boge.

Ein weiteres bedeutendes schiffförmiges Grab befindet sich bei Tjälder südlich von Boge. Das 18 mal fünf Meter große Arrangement wird „Tjelvars Grab“ genannt. Der Guta-Sage zufolge soll Tjelvar der erste Mann gewesen sein, der einen Fuß auf Gotland setzte. Der Weg führt an zwei Steinhügeln der Eisenzeit vorbei.

Das Hjulkosgraven in der Nähe von Stenkirken ist Teil des Lilla Bjärs Friedhofs etwa 600 Meter südöstlich der Kirche. Das Sonnenrad-Grab bei Stejnkyrka wird auf 400 bis 500 v.Chr. datiert und ist 17 Meter lang. Unter einem Steinhügel fanden Archäologen zwei Kalkgrabsteine mit eingeäscherten Knochen und Bronze-Fragmenten. Sorgfältig ausgewählte Steine wurden zwischen die Mitte und den Rand des Hügels gelegt, um die Speichen eines Rades zu formen.
Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour de Elch"
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