Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

St-Malo: Das Korsaren-Nest

Frankreich, Saint-Malo
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
St-Malo ist stolz auf seine anarchistische Tradition: Trutzburgen vor den Stadtmauern
„Ni Francais, ni Breton – Malouin suis!“ („Weder Franzose, noch Bretone – Malouin bin ich!“) Das Motto der Stadt sagt viel über den Unabhängigkeitsgeist ihrer Bürger aus. Das patriotische Gebimmel rings um die Stadtmauer ging den Malouins schon seit dem 13. Jahrhundert am Allerwertesten vorbei. Hier verschanzten sich Freibeuter der Meere, von hier gingen die Entdecker der neuen Welt auf Reisen.
Galerie

Am Strand in Saint-Malo.
Erst sorgte der Fischfang im Mittelalter für bescheidenen Wohlstand, dann erlebte die Stadt durch den blühenden Handel in der frühen Neuzeit einen Boom, der die selbstbewussten Malouins 1590 ihre eigene Republik ausrufen ließ. Bei holländischen und englischen Handelsschiffen war die Smaragdküste vor Saint-Malo gefürchtet, da die Stadt als Trutzburg genialer Korsaren wie Robert Surcouf galt, der mit seinen wendigen Schiffen auf Beutezug ging. Der Kaperkapitän, den schon Karl May in „Halbblut“ ein Denkmal setzte, betrieb sein seeräuberisches Handwerk allerdings nicht nur aus Geldgier.

Napoléons Hassliebe

Die französische Gartenkunst.
Der begabte Marinesoldat durchbrach etwa 1792 die Belagerung der französischen Kolonie Île-de-France durch die Briten und linderte mit seiner Beute die dortige Hungersnot. Im (nach-)revolutionären Frankreich verband Surcouf und Napoléon eine Art lebenslange Hassliebe – der prominente Pirat, der sich schon mit Mitte 30 zur Ruhe setzen konnte, schlug mehrfach Angebote des Kaisers aus – ein Affront, den sich wenige ungeschoren leisten konnten. Mit Napoléons unrühmlichem Ende gehörte dann auch die Zeit der großen Seeräuber der Vergangenheit an.

Dass die Malouins keine Waisenknaben gewesen sein dürften, geht schon aus der Tatsache hervor, dass die Stadt zur Verteidigung ihres erbeuteten Wohlstands gleich fünf Verteidigungsanlagen errichten ließ: La Varde, Le Petit-Bé, La Conchée, Harbourg und das Fort National, 1689 vom berühmten Festungsbaumeister Ludwigs XIV, Vauban (1633–1707), entworfen und von Siméon de Garangeau (1647-1741) auf dem Rocher de l‘Islet realisiert – die Anlage nordöstlich des Châteaus ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Weht die französische Trikolore über dem Fort, leisten die Besatzer keinen Widerstand und Besucher können sich auf dem Gelände umschauen.

Im Haifischbecken

Südlich der Altstadt auf der anderen Seite des Port de Plaisance an der Seeseite des hübschen Wohnviertels St-Servan, befinden sich einige Ruinen des einst befestigten Bischofssitzes Aleth. Der schon 80 vor unserer Zeitrechnung von Kelten bewohnte Ort verfügte in seiner Blütezeit über eine Kathedrale und eine Burg. Mit dem Aufstieg St-Malos versank der Corniche d’Aleth in der Bedeutungslosigkeit. Etwas südlich davon am Quai Sebastopol beherbergt der auf Befehl Herzog Jeans IV. (1339-1399) im 14 Jahrhundert erbaute Turm Solidor das Musée du Long Cours Cap-Hornier alles, was das Seemannsherz erfreut: Navigationsinstrumente, Schiffsmodelle oder Überbleibsel von Pottwalen.

Wessen Sinn mehr nach lebendem Meeresgetier steht, der sollte einen Abstecher zur Avenue du Général-Patton östlich des Bassins Bouvet in Erwägung ziehen, wo man im Grand Aquarium täglich 500 Tiefseekreaturen auf Augenhöhe begegnen kann – zu den Mystères de la Mer gehören ein rundes Haifischbecken und eine Art Streichelzoo, natürlich ein Herzschlag-Highlight für Kinder. Nordöstlich der Altstadt auf der Chaussée du Sillon Richtung Rothéneuf gelangt zum Chemin des Rochers-Sculptés, Telefon +33 (0)2 99 56 23 95, mit etwa 300 in den Granitfelsen gemeißelten fantastischen Skulpturen. Die grotesken Bestien, Tier- und Menschendarstellungen des Abbé Fourré, eines partiell gelähmten Pfarrers, sind täglich frei zu besichtigen.

Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour de Bretagne"
Touren
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Sie war schon Hauptstadt des Herzogtums Normandie. Heute ist die antike römische Siedlung eine Industrie- und Hafenmetropole mit sorgsam versorgten Wunden aus dem Krieg, die man der bezaubernden Fachwerk-Metropole (170.000 Einwohner) nicht mehr ansieht.
Raus mit den Rädern in die hohle Gasse vor unserem Dorfferienhaus in Ganzeville, wo ein Renault schon zu breit ist, um ein Zweirad passieren zu lassen: Nach 100 Metern haben wir einen idyllischen Weg entlang der Kuhweiden, auf denen die Kälber vor
Man sieht dem Städtchen (20.000) Einwohner) den verblichenen Glanz des frühen Mittelalters nicht auf den ersten Blick an. Eine hübsche Hafenpromenade am Ärmelkanal ist auch für ahistorische Besucher attraktiv. Man kann sich Jean Lorrain, den
Wenn die These der britisch-normannischen Ähnlichkeiten noch eines Beweises bedürft hätte: Ganzeville, Standort unsere ersten Ferienhauses dieser Normandie-Tour, ist die Stein gewordene Indizienkette. Hier könnte der bedächtige Barnaby genauso
„Faire le trou normand“ heißt das natürlich eigentlich, wenn man zwischen den Mahlzeiten einen Calvados hebt, oder auch ein paar mehr. Aber längst haben auch in der Normandie Bio, Rauchen verboten und Wellness Einzug gehalten. Alors, erst
Lille (dpa) - Gastgeber Frankreich steht im Halbfinale der Handball-Weltmeisterschaft. Der Titelverteidiger besiegte am Dienstag im Viertelfinale Schweden mit 33:30 (15:16). In der Vorschlussrunden-Begegnung am Donnerstag treffen die Franzosen auf
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will ein Gesetz gegen gezielt gestreute Falschmeldungen («Fake News») in Wahlkampfzeiten. «Ich habe entschieden, dass wir unser juristisches Arsenal weiterentwickeln werden, um das demokratische Leben vor
Airbus-Chef Tom Enders und andere Verantwortliche des Konzerns sind laut übereinstimmenden Medienberichten im Oktober von Ermittlern als Zeugen angehört worden. Es gehe bei den schon länger laufenden Ermittlungen der französischen Justiz um
Nach einem Fernsehbericht über Menschenhandel mit afrikanischen Flüchtlingen in Libyen fordert Frankreich ein Treffen des UN-Sicherheitsrats. Das sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Mittwoch in der Pariser Nationalversammlung. Der TV-Sender
Nachdem eine rechtsextremen Gruppe in Frankreich mutmaßlich plante, Anschläge auf Politiker zu verüben, hat ein Richter Terror-Ermittlungen gegen acht Verdächtige eröffnet. Sieben von ihnen bleiben in Untersuchungshaft, ein 17-Jähriger wurde
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Frankreich aus Protest gegen die Regierungspolitik gestreikt und damit auch den Flugverkehr beeinträchtigt. Die Gewerkschaft CGT sprach am Dienstag von 400 000 Teilnehmern an Demonstrationen im
Die scheidende Unesco-Chefin Irina Bokowa hat eine klare Vorstellung, welche Fähigkeiten ihr Nachfolger mitbringen sollte: Geld auftreiben können und eine einigende Persönlichkeit sein. So hat es die Generaldirektorin der UN-Organisation für
Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Bitcoin nimmt wieder F ...
...

Auferstanden aus Rouen ...
Unsere kleine Tour de ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum