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Das kalte Blut der Erde

Europa
Von obx-news   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Spannendes Granitzentrum im Bayerischen Wald
Ein einzigartiges Museum im Bayerischen Wald entführt die Besucher in eine tief beeindruckende Welt aus Stein: Der Granit hat über viele Jahrhunderte das Leben der Menschen in der mystisch anmutenden Waldregion im Osten Bayerns geprägt. Trotz Billigimporten ist der hoch qualitative Bayerwald-Granit noch immer gefragt.

Hauzenberg (obx). Völlig emotionslos beschreiben Geologen den Granit: Das aus Magma entstandene Tiefengestein setzt sich im wesentlichen aus Feldspat, Quartz und Glimmer zusammen. Für die Steinhauer im Bayerischen Wald jedoch ist das harte Urgestein das „kalte Blut der Erde“. Seit gut 1000 Jahren wird in Europas dichtestem Waldgebiet, dem Bayerischen Wald und dem angrenzenden Böhmerwald, der harte, grobkristalline Stein abgebaut und bearbeitet. Dieser bis in die Gegenwart reichenden Geschichte widmet sich im Luftkurort Hauzenberg nördlich von Passau ein Museum, das in seiner Art einzigartig ist: Im Granitzentrum werden die Besucher in „Stein-Welten“ entführt und schon beim Eintreten von einer faszinierenden Architektur aus Granit, Stahl und Glas umfangen.

Generationen von hart arbeitenden Menschen hat der Granit im Bayerischen Wald ein Auskommen beschert. Zu der Zeit, als es noch keine hilfreichen Maschinen und Bagger gab, war der Granitabbau eine unsägliche Schinderei, die schwer an die Gesundheit ging. Den Steinhauern aber blieb nichts anderes übrig. Der Bayerwald-Tourismus war damals noch kaum erfunden. Und wer nicht in den vielen Glashütten der Region unterkam, der sprengte, schnitt und meißelte den Granit. Schließlich verlangten die Städte massenhaft nach Pflastersteinen und großen Quadern für die Errichtung von Gebäuden, für den Straßen- und Eisenbahnbau wurde Schotter gebraucht.

Etwa 12 000 Menschen waren um das Jahr 1900 in den vielen Steinbrüchen und in Steinmetzbetrieben beschäftigt. Danach brach diese traditionsreiche Industrie zusammen: Erst bei der großen Weltwirtschaftskrise um das Jahr 1920, und ein zweites Mal in unseren Tagen. Etwa 20 Granitbetriebe mit einigen hundert Beschäftigten sind heute noch übrig geblieben im Bayerischen Wald. Mit Können und Einfallsreichtum wollen sie sich gegen Billigimporte aus Portugal, Brasilien, China und Südafrika durchsetzen. Nicht mehr Massenaufträge sollen das Überleben sichern helfen, sondern Spezialisierung und hochwertige Produkte, für die bestens ausgebildetes Personal nötig ist, das teure, computergesteuerte Maschinen bedienen kann. Ein Unternehmen, das es mit seinen Granitarbeiten zu internationaler Berühmtheit gebracht hat, ist der Steinmetzbetrieb Josef Kusser in Aicha vorm Wald: Dort wurde eine Technik entwickelt, mithilfe derer Granitblöcke zu vollendet runden, gigantischen Kugeln geschliffen werden, die sich, getragen von einem hauchdünnen Wasserfilm, in einer passgenauen Gegenform drehen.

In diesem Jahr rechnet das Granitzentrum mit etwa 35 000 Besuchern.
Eine dieser phänomenalen Granitkugeln beeindruckt auch die Besucher des Granitzentrums, das nicht nur über die geologische Entstehung und die handwerkliche Geschichte des Granitabbaus im Bayerischen Wald informiert, sondern sich auch der Zukunft widmet: Bei Messen, Seminaren und Tagungen werden neue Verarbeitungstechniken vorgestellt und Marketingideen entwickelt. Und zudem soll privaten und öffentlichen Bauherren die Bedeutung des heimischen Baustoffs Granit in Erinnerung gerufen werden. 3,5 Millionen Euro haben sich der Landkreis Passau, die Stadt Hauzenberg, der Freistaat Bayern, die Europäische Union und die Bayerische Sparkassenstiftung das „Granitzentrum“ in Hauzenberg kosten lassen – eine Investition, die der Tourismusregion eine weitere Attraktion beschert hat. In diesem Jahr rechnet das Granitzentrum mit etwa 35 000 Besuchern, die anhand von informativen Schautafeln, Filmen und alten Gerätschaften einen tief reichenden Eindruck davon bekommen, dass für die Menschen im Bayerwald der Granit nicht einfach nur ein Werkstoff ist sondern eben das „kalte Blut der Erde“.
Weitere Informationen unter www.stein-welten.de

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