Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Burgdorf BE

Schweiz, Burgdorf
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  


"Burgdorf" (franz. "Berthoud"; berndeutsch "Burtlef") ist eine politische Gemeinde, die grösste Stadt im Emmental und der Hauptort des gleichnamigen Amtsbezirks im Kanton Bern, Schweiz.

Zitat von der Webseite der Stadt: "Burgdorf ist kein Dorf, sondern eine Stadt. Die Burg jedoch steht da, bloss nennt man sie Schloss".

Geschichte
1175 wurde "Burtorf" = Burg Bertolfs (Berchtolds) im Zusammenhang mit einer Schenkungsurkunde Herzog Berchtolds IV. von Zähringen erstmals erwähnt, was sich aber nur auf die Burg bezog, da die Stadt erst im Entstehen begriffen war. Dass der Name der Stadt in obiger Weise vom Namen des Zähringerherzogs herkommt, ist nicht ganz unumstritten, jedoch die mehrheitlich vertretene Meinung der Historiker. Jedenfalls wurde in späterer Zeit der Zusammenhang nicht mehr verstanden, so dass der erste Teil des Namens als "Burg" gedeutet wurde. Der zweite Namensbestandteil "-dorf" ergibt jedenfalls wenig Sinn, da Burgdorf seit sehr alter Zeit über ein Stadtrecht verfügt. Das Haus Zähringen starb 1218 aus. Damit war der Traum dieses Adelsgeschlechts von der Errichtung eines territorial geschlossenen Fürstenstaats im Raum Süddeutschland-Deutschschweiz geplatzt. Ein Grossteil des Erbes, so auch Burgdorf, kam ans Haus Neu-Kyburg, das in komplizierter Weise mit dem Hause Habsburg verwandt war. Von den Kyburgern hat die Stadt das Wappen (schwarz-weiss mit gelber Einfassung).

1273 trat die so genannte "Goldene Handfeste"Ernst Theodor Gaupp: "Deutsche Stadtrechte im Mittelalter, mit rechtgeschichtlichen Erläuterungen". Zweiter Band, Breslau 1852, S. 117-142, in Kraft, die älteste erhaltene Fassung des Burgdorfer Stadtrechts. Manche Bestimmungen blieben über 500 Jahre, bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft, in Kraft. Vermutlich haben die Kyburger vorbestehende Rechte aus der zähringischen Zeit übernommen und erweitert. Insgesamt erhielt die Stadt eine weitgehende Autonomie vom Adelsgeschlecht der Kyburger.

1384 kam die Stadt in den Besitz der Stadt Bern. Hintergrund ist der rasante wirtschaftliche Niedergang des Hauses (Neu-)Kyburg. In ihrer Finanznot wandten sich die Kyburger zuerst an ihre mächtigen Verwandten, die Habsburger. Dies löste Abwehrhaltungen in der bürgerlichen Burgdorfer Führungsschicht aus, da (wohl nicht ganz zu Unrecht) eine Beschneidung der weit gehenden Autonomie vom Fürstenhaus befürchtet wurde. Die aufstrebende Stadt Bern packte die Gelegenheit beim Schopf und belagerte die Stadt. Kyburg leistete im Burgdorferkrieg von 1383/84 anfänglich militärischen Widerstand, musste sich aber schliesslich fügen. Formell wechselte Burgdorf durch "Kauf" die Hand; Bern wollte den Anschein einer unrechtmässigen Aneignung vermeiden, und die verarmten Kyburger brauchten das Geld.

Bei einem Grossbrand in der Oberstadt brannten 1706 rund 60 Häuser ab. 1729 wurde erstmals eine erste "Solennität" (noch heute durchgeführtes Schulfest, die "Solätte") auf Anregung vom Dekan Johann Rudolf Gruner, der auch Gründer der Stadtbibliothek ist, durchgeführt.

Johann Heinrich Pestalozzi entwickelte von 1800 bis 1804 seine Unterrichts- und Erziehungsmethode in Burgdorf und begründet diese theoretisch in seinem Hauptwerk "Wie Gertrud ihre Kinder lehrt".

1875 wurde die Bahnlinie nach Solothurn, Langnau und Thun als erste elektrische Vollbahn Europas eröffnet. Die Motorisierung im 20. Jahrhundert hatte schließlich zur Folge, dass 1989 die gesamte Oberstadt für verkehrsfrei erklärt wurde.

Im Herbst 2002 wurde das aus privaten Mitteln finanzierte Museum Franz Gertsch eröffnet.

Wirtschaft und Bildung
Die Stadt hat mehrere Maschinenfabriken und Medizintechnikfirmen, es gibt eine "Hochschule für Architektur, Bau und Holz", und ausserdem beherbergt Burgdorf Teile der Berner Fachhochschule für Technik und Informatik.

Burgdorf wird auch die Stadt der Schulen genannt. Den Grundstein für die Schulstadt legte 1798 Johann Heinrich Pestalozzi, der während 5 Jahren in Burgdorf tätig war. Er errichtete in Burgdorf eine Volksschule und ein Lehrerseminar im Schloss. Im Laufe der Jahrzehnte wurden in Burgdorf nebst den Grundschulen auch das grösste Gymnasium des Kantons Bern, das Technikum (heutige Hochschule) sowie eine grosse Berufsschule aufgebaut.

Bis heute setzt sich Burgdorf für ein flächendeckendes und hochwertiges Bildungssystem ein und stärkt den Bildungsstandort Burgdorf mit Schulen und Ausbildungsstätten von regionaler Bedeutung. Die Stadt investiert deshalb auch in den Bau neuer Schulanlagen und in den Aufbau eines regionalen Bildungszentrums am Standort.

Politik
Vollamtliche Stadtpräsidentin ist seit 2009 Elisabeth Zäch (SP). Die übrigen sechs Mitglieder der Exekutive, die Gemeinderat heisst, sind nebenamtlich. Momentan lautet die parteipolitische Zusammensetzung der Exekutive: 2 SP, 2 FDP, 1 SVP, 1 BDP, 1 GFL. Die Legislatur dauert vier Jahre. Die nächsten Wahlen finden im Herbst 2012 statt. Der Gemeinderat wird nach Majorzwahlrecht gewählt, wobei die Wahl des Stadtpräsidenten am selben Tag wie die übrigen städtischen Wahlen erfolgt, aber als separate Wahl. Eine schweizweite Besonderheit des Wahlverfahrens der Burgdorfer Exekutive seit 2004 ist darin zu sehen, dass nur ein Wahlgang stattfindet, d. h. es genügt für die Wahl das "relative Mehr".

Seit 1921 hat Burgdorf als Legislative ein Parlament, das Stadtrat heisst und 40 Mitglieder zählt. Vorher war eine "Gemeindeversammlung" das legislative Organ, die seither nicht mehr besteht. Der Stadtrat wird seit seiner Gründung nach dem Proporzwahlrecht gewählt. Die momentane parteipolitische Zusammensetzung lautet: 11 SP, 7 BDP, 6 SVP 5 FDP, 5 GFL, 3 EVP, 1 JF, 1 EDU, 1 CVP. Das Präsidium des Stadtrats wechselt jedes Jahr (Neuwahl jeweils an der letzten Sitzung des vorangehenden Jahres) und wird nach ungeschriebenen Regeln abwechselnd unter den Parteien vergeben; 2009 ist Remo Leibundgut von der SVP Stadratspräsident.

Bevölkerung


Städtepartnerschaften
Burgdorf pflegt offizielle Partnerschaften mit
* Burgdorf (Region Hannover) in Deutschland
* Epesses im Kanton Waadt
* San Pellegrino Terme in der italienischen Provinz Bergamo
Mit den anderen Zähringerstädten werden freundschaftliche Verbindungen gepflegt.

Kunst, Kultur
Veranstaltungen
* Die Solätte (Solennität) ist ein Volksfest, welches in Burgdorf jeweils am letzten Montag des Monats Juni gefeiert wird. Die erste Solätte fand 1729 mit einem Schulumzug statt. Der Schulumzug ist noch heute Teil davon. Am 26. Juni 2005 wurde die 275. Solätte gefeiert.
* 1993 und 1994 fanden die ersten Burgdorfer Krimitage statt. Seitdem wird dieses Krimifestival alle zwei Jahre durchgeführt, das sich um fiktive, literarische, theatralische und reale Krimis dreht.

Sehenswürdigkeiten
* Spätgotische Stadtkirche 1471–90
* Altstadt, mit Gassen, Plätzen und zahlreichen historischen Gebäuden
* Schloss Burgdorf
* Museum Franz Gertsch
* Luginbühl-Museum im alten Schlachthaus
* Schützenmatte mit Sandstein- Flühen
* ehemaliges Kornhaus (beherbergte von 1991 bis 2005 ein Museum für schweizerische Volkskultur)

Burgdorfer Schriftsteller
Der jenische Schriftsteller Albert Minder lebte in Burgdorf. 1926 bis 1928 war er Stadtrat als Abgeordneter der SPS. Seine wichtigsten Werke: "Der Sohn der Heimatlosen" (1925) und "Die Korberchronik – Aus dem Wanderbuch eines Heimatlosen" (1948). Im Steinhofquartier ist ein Weg nach ihm benannt.

Persönlichkeiten
* Samuel Huber, (1547–1624), Theologe, geboren in Burgdorf
* Johann Heinrich Pestalozzi, (1746–1827), Pädagoge und Schulreformer, wirkte 1800 bis 1804 in Burgdorf
* Max Buri (1868–1915), Maler, geboren in Burgdorf
* Lisa della Casa (* 1919 in Burgdorf), Opernsängerin
* Hermann Haller (Komponist) (1914–2002), Komponist und Lehrer
* Kurt Blum (1922–2005), Fotograf und Dokumentarfilmer
* Heinz Egger (* 1937), Maler und Grafiker, lebt und arbeitet in Burgdorf
* Willy Michel (* 1947 in Burgdorf), Unternehmer und Kunstmäzen
* Paul Wiedmer (* 1947 in Burgdorf), zeitgenössischer Künstler und Bildhauer
* Endo Anaconda (* 1955 in Burgdorf), Sänger und Schriftsteller
* Martin Gerber (* 1974 in Burgdorf), Eishockey-Torhüter
* Res Ingold (* 1974 in Burgdorf), Konzeptkünstler
* Johann Ulrich Aebi, Unternehmer, Gründer Landmaschinenhersteller Aebi
* Martina Moser (*1986 in Burgdorf), Fußballspielerin

Galerie

Datei:Burgdorf_8712.jpg|Die historische Altstadt
Datei:Kornhaus Burgdorf.jpg|Kornhaus Burgdorf
Datei:Burgdorf-01.jpg|Schloss Burgdorf
Datei:Burgdorf-02.jpg|Stadtkirche





Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 09.04.2020 06:17 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Das einzige, was Obelix zur Schweiz einfiel: "Flach und nass". Asterix-Fans wissen, warum das so ist. Der große Dicke mit der Streifenhose hat die Schweiz einfach verschlafen. Auch wenn wir heute wissen, dass die Schweiz alles andere als
"Genf" (frz. "Genève" ) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Kantons Genf in der Schweiz. Genf ist nach Zürich die zweitgrösste Stadt der Schweiz. Sie liegt am südwestlichen Rand der französischsprachigen Schweiz am Ausfluss der
"Basel" (französisch "Bâle", italienisch "Basilea") ist nach Zürich und Genf die drittgrösste Stadt der Schweiz. Die politische Gemeinde Basel liegt am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich und bildet zusammen mit den Landgemeinden Riehen
| AUSLÄNDER = 21,8 % (Juni 2009)| STADTPRÄSIDENT = Alexander Tschäppät (SP)| WEBSITE = www.bern.ch}}"Bern" (französisch "Berne", italienisch "Berna", rätoromanisch "Berna", berndeutsch "Bärn" ) ist Bundesstadt und somit de facto Hauptstadt der
Blick auf Lausanne"Lausanne" ist der Hauptort des Schweizer Kantons Waadt, die Hauptstadt des Distrikts Lausanne und eine politische Gemeinde. Der frühere deutsche Name "Losanen" wird heute nicht mehr verwendet. Der italienische und der
Blick auf WinterthurStrassenkarte von Winterthur"Winterthur" (lat.: "Vitudurum"; frz.: "Winterthour"; im Volksmund auch "Winti" genannt) ist eine Stadt und politische Gemeinde im Kanton Zürich in der Schweiz sowie Hauptort des gleichnamigen Bezirks.
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) kann bei der Wahl der neuen eidgenössischen Regierung an diesem Mittwoch mit einer stärkeren Machtbeteiligung rechnen. Statt wie in den vergangenen Jahren nur einen der sieben Minister zu
Die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft hat bei der Fußball-Europameisterschaft beste Chancen auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde. Lens (dpa) - Die Eidgenossen gewannen am Samstag ihr Auftaktspiel gegen Albanien in Lens 1:0 (1:0)
Die Schweiz hat den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Fußball-EM verpasst. Stürmer Admir Mehmedi von Bayer Leverkusen rettete seiner Mannschaft am Mittwoch in Paris mit seinem Ausgleichstreffer aber immerhin ein 1:1 (0:1) im zweiten
Es konnte nur einen geben: Nach einem triumphalen Jahr wird Cristiano Ronaldo zum vierten Mal zum FIFA-Weltfußballer gekürt. Sein größter Rivale schwänzt die Gala. Zwei Trophäen gehen nach Deutschland. Zürich (dpa) - Cristiano Ronaldo
Der brasilianische Fußballsuperstar Neymar hat sich gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport ausgesprochen. «Wir sind alle Kinder Gottes, egal was unsere Hautfarbe ist», sagte der 25-Jährige am Dienstag in Genf. Dort wurde er zum ersten
Tennisprofi Yannick Hanfmann hat erstmals in seiner Karriere ein Endspiel auf der ATP-Tour erreicht. Der 25 Jahre alte Karlsruher setzte sich am Samstag bei den Swiss Open in Gstaad im Halbfinale gegen den Niederländer Robin Haase in einer hart
Wetter

Bern


(09.04.2020 06:17)

-2 / 1 °C


10.04.2020
-3 / 0 °C
11.04.2020
-4 / 0 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Online-Casinos und ihr ...
...

...
Die langen Winter in S ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum