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«Babycaust» in der Auswahl für «Unwort des Jahres»

Deutschland
14.01.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
«Jamaika-Aus» ist das Wort des Jahres 2017. Nun wird das «Unwort» gekürt. Damit wird eine Formulierung gebrandmarkt, die gegen die Menschenwürde oder demokratische Prinzipien verstößt.

Darmstadt (dpa) - Begriffe wie «Babycaust» und «Bio-Deutsche» könnten das «Unwort des Jahres 2017» werden. Zur Wahl stehen aber auch «Fake News» für vorgetäuschte oder falsche Nachrichten sowie «Atmender Deckel» aus der Diskussion über die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Die sprachkritische Jury um Linguistik-Professorin Nina Janich verkündet am Dienstag (16. Januar) in Darmstadt ihre Entscheidung.

«Alternative Fakten», «Softwareupdate» und «Sprachpolizei» für solche sprachkritischen Aktionen stehen auch auf der Liste. «Baumstilllegung» für das Fällen von Bäumen sei auch ein treffendes Unwort, sagt Janich. Da es aber nicht Menschen betreffe, habe es keine Chance.

Denn zum «Unwort des Jahres» werden seit 1991 jedes Jahr Begriffe gekürt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde oder gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen, weil sie «einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren» oder «euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend» sind. «Volksverräter» war es 2016, «Gutmensch» 2015.

Ziel der sprachkritischen Aktion ist es, auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam zu machen und dadurch das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache in der Bevölkerung zu fördern. Die Jury wählt Formulierungen aus der öffentlichen Kommunikation, die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen. Die Wörter sollen zudem eine «gewisse Aktualität» haben, und der Kontext, in denen sie gefallen sind, muss belegt sein.

Ganz anders das Wort des Jahres: Dazu macht die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden am Ende eines jedes Jahres einen Begriff, der nach Ansicht der Experten die öffentliche Diskussion in den vergangenen zwölf Monaten am meisten geprägt hat. «Jamaika-Aus» war es 2017.

Die Bundestagswahl und die anschließenden Beratungen zur Bildung einer Regierung sowie der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hätten bei den Vorschlägen für das Unwort diesmal das Thema Migration etwas abgedrängt, sagt Janich. Insgesamt seien 1316 Vorschläge per Mail oder Brief eingegangen. Das waren 252 mehr als im Vorjahr. Darunter waren 684 verschiedene Vorschläge (Vorjahr: 594). «Aber nur 80 bis 90 entsprechen unseren Kriterien.»

Die anderen seien Namen wie Merkel oder Trump, hässliche Wörter oder Missverständnisse. Dazu zählen Formulierungen, die vor allem den Ärger des Einsenders über eine bestimmte Politik ausdrücken. Als Beispiele dafür nennt Janich «Sondierungsgespräche», die sogar 27 Mal vorgeschlagen wurden, oder «Jamaika-Koalition». Unwörter aus den USA, die in Deutschland nicht als solche verwendet würden, hätten auch keine Chance.

«Babycaust» wurde am häufigsten vorgeschlagen (122 Mal). Die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die vom Amtsgericht Ende November wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden war, hatte den Begriff vorgeschlagen. Sie werde auf einer Webseite desselben Namens «diffamiert, verleumdet und angeprangert», teilte sie über ihr Unterstützungskomitee mit. Der Begriff «Babycaust» sei wegen seiner Ähnlichkeit zum Begriff «Holocaust», der für den Massenmord der Nazis an den Juden steht, «verschleiernd und irreführend».

Der zweithäufigste Vorschlag lautet «Alternative Fakten» (65 Mal), ein Begriff aus der US-Politik. Alle anderen Unwörter, die zur Wahl stehen, seien weniger als 20 Mal vorgeschlagen worden. Die Häufigkeit spielt bei der Entscheidung der Juroren aber keine Rolle. Unterstützer-Aktionen sollen so verhindert werden.

Die Street-Art-Künstlerin Barbara, die in diesem Jahr zu der sprachkritischen Jury gehört, habe die Aktion auf Facebook und Instagram bekannt gemacht und um die 3000 Reaktionen erhalten, erzählt Janich. Ein Mitglied der Jury wechselt jedes Jahr. Die anderen fünf sind fest. Dazu gehören der Journalist Stephan Hebel und vier Sprachwissenschaftler: Jury-Sprecherin Janich, Jürgen Schiewe (Greifswald), Martin Wengeler (Trier) und Kersten Sven Roth (Zürich).

 

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