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Ausflug in die Vergangenheit

Italien, Bergamo
Von Birgit Kohl   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Città Alta von Bergamo
Die Provinzstadt Bergamo mit ihren zirca 113.000 Einwohnern ist malerisch am Südrand der Bergamaskischen Alpen gelegen. Città Alta, die geschichtsträchtige Oberstadt sitzt mit ihren venezianischen Befestigungsanlagen auf 380 m ü. M. auf einem Hügel, während uns die Città Bassa genannte "Unterstadt" das pulsierende Leben eines norditalienischen Stadtzentrums vorführt.
Galerie
Bergamos Altstadt

Schon im Altertum begehrt…
Der Besuch in Città Alta führt uns in eine andere Welt. Bereits Etrusker und Gallier schätzten die besondere Lage dieser Stadt inmitten der grünen Hügel der letzten Alpenausläufer. 196 v. Chr. eroberten dann die Römer „Bergomum“, wie sie es nannten. Mit dem Niedergang des Weströmischen Reiches begann für Bergamo eine wechselhafte Geschichte. Die Stadt wurde von verschiedenen Herrschern dominiert.

...und wild umkämpft
1156 begannen die Feindseligkeiten Bergamos mit der nahe gelegenen Stadt Brescia, die heute noch zum Teil auf dem Fußballfeld und in der Bemühung um kulturelle, wirtschaftliche und politische „Vorherrschaft“ ausgetragen werden.
Kämpfe gab es im 12. Jahrhundert dann auch zwischen den verschiedenen an der Regierung beteiligten Familien des damaligen Stadtstaates. 1206 trat die Familie Suardi, die den Ghibellinen zuneigte gegen die Sippe der Rivola an, die zu den Guelfen zählten.

Unter dem Schutz Venedigs
Erst 1428 beruhigten sich die Gemüter und, nach verschiedenen Übernahmen Bergamos durch Franzosen und Spanier, sowie durch Mailand und Venedig, ging die Stadt bis zum Jahr 1797 nun an die Republik Venedig über.
Danach gehörte Bergamo unter Napoleon zur Cisalpinischen Republik, ab 1815 sogar zu Österreich. Als Teil des Königreichs Sardinien wurde „Berghem“ 1859 Provinzhauptstadt des Königreichs Italien und später gar des neugeschaffenen italienischen Staates.

Hermann Hesse schwärmt
„…das war ein Stück bestes Italien, eine von den vielen Überraschungen und Reisefreuden, um derentwillen das Reisen sich lohnt.“ (Hermann Hesse, Italien, 1913)

Auch heute können wir ihm nur beipflichten, wenn wir über Via Roma und Via Vittorio Emanuelle II mit der „funicolare“, der Standseilbahn aus dem Jahr 1887, die lebhafte Città Bassa verlassen und über den Piazza delle Scarpe in das Gassengewirr der Oberstadt eindringen. Über die Via Gombito gelangt man zur Piazza Vecchia.

Eintauchen in eine andere Zeit
Der „fascino di Venezia“, die Faszination Venedigs, ist in Bergamos Altstadt nicht zu verleugnen. Beim Betreten der Piazza Vecchia begegnet uns der Löwe Venedigs am Brunnen, auf dem Palazzo della Ragione aus dem 12. Jahrhundert mit seinem eleganten Portikus und den gotischen Triforien… und am Eingang der romanischen Kirche Santa Maria Maggiore.

Santa Maria Maggiore
Neben dem Dom und der Cappella Colleoni verdient Santa Maria Maggiore auf der Piazza Vecchia sicher einen Besuch. Der Reichtum der Stadt drückt sich auch in dieser Kirche aus: Wertvolle Teppiche schmücken die Wände, Stuckengel, Gold und Gemälde bedecken die Gewölbe. Bemerkenswert sind auch die Wandmalereien der Kirche aus dem 14. Jahrhundert beim Eingang. Und Lorenzo Lotto’s „Tarsie“, Holzintarsien, die zum Großteil von diesem venezianischen Künstler gezeichnet wurden und nach 150-jähriger Bearbeitungszeit das Chorgestühl mit Szenen aus dem Alten Testament zieren.
Palazzo della Ragione lädt mit einer ständig wechselnden Sonderausstellung der Accademia Carrara ein.

Der Campanone, ein 54 m hoher Turm (mit lauter Glocke, Vorsicht beim Besuch!) und die Säulenhalle mit einer Art Sonnenuhr, die zum Domvorplatz führt, bilden den Abschluß dieses monumentalen Platzes.

Auf zur „Flaniermeile“
Nach diesen kulturellen Leckerbissen rufen uns auf der Via Colleoni nicht nur die verschiedenen Palazzi aus dem Mittelalter. Hier finden wir verschiedene nette Bars, Cafés, Restaurants und Geschäfte mit allerlei kulinarischen und modischen Verlockungen.

So kann man die süße Spezialität Bergamos „Polenta e Osei“ erwerben, die eine zumindest offiziell verbotene Hauptspeise, bestehend aus Polenta (Maismehl) und Vögelchen imitiert. „Da Mimmo“ bietet inzwischen neben einem gut geführten Restaurant in einem Laden gegenüber Speisen und Getränke der Gegend nach dem Konzept „km 0“ an. Weine, Feuerwässer mit Namen wie „Sangue di Giuda“ und „Buttafuoco“ und andere Spezialitäten der Provinz sind wärmstens zu empfehlen.

Museumsbesuch gefällig?
Auf die Piazza Mascheroni, die im 16. und 17. Jahrhundert einen wichtigen Markt beherbergte und auch heute noch mitunter Kulisse für einen Antiquitätenmarkt ist, finden wir neben Palazzo già Roncalli mit seinen Renaissance-Fresken auch den wohl umfassendsten Museumskomplex Bergamos. Hier befindet sich das „Museo civico di scienze naturali Enrico Caffi“, sowie das „Museo archeologico“, das derzeit eine Ausstellung über „Den Mann im Eis“ beherbergt.

Hier schließt sich die Cittadella an, die unter Barnabò Visconti im der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zur Verteidigung des westlichen Teils der Stadt dienen sollte. Bei Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1958-60 entdeckte man darunter eine Straße aus der Römerzeit.

Platz mit Ausblick
Auf dem danach folgenden Piazzale Colle Aperto genießen wir einen herrlichen Blick auf die Hügellandschaften rund um Bergamo. Von hier kann man nun entlang der Viale delle Mura, der venezianischen Stadtmauern der Befestigungsanlage von 1561, zum Beispiel durch die Porta San Giacomo wieder zur „Unterstadt“ zurücklaufen. Vorher sollte man aber das hervorragende Speiseeis von „Marianna“ versuchen, das weithin bekannt ist.

Ausblick vom Castello von San Vigilio
Wer sich jetzt noch „frisch“ fühlt, sollte sich San Vigilio auf keinen Fall entgehen lassen. Schließlich steht eine weitere funicolare zur Verfügung, die den Besucher auf die stolzen 495 m über dem Meer bringt, von wo aus man einen herrlichen Rundblick auf die umliegenden Täler, Hügel und Villen genießen kann. Zu sehen gibt es außerdem diverse Villen im Jugendstil und das sogenannte Castello, eine Befestigungsanlage aus alter Zeit, die mit ihren vier Türmen erhalten ist und inzwischen von einem öffentlichen Park umgeben ist.

Kulinarische Ambitionen?
Sollte sich inzwischen ein leichter Hunger eingestellt haben, so bietet San Vigilio gute Möglichkeiten zur „Einkehr“. Das Restaurant „San Vigilio“ ist nicht nur an lauen Sommerabenden, wenn es sich dank der entfernbaren, riesigen Fensterfronten fast zu einer Terrasse verwandelt, wärmstens zu empfehlen. Auch das Restaurant „Baretto S. Vigilio“ lädt mit Tischen auf dem Platz vor der Standseilbahn und im Restaurant zum Verweilen ein.
Standseilbahn von San Vigilio


Generell gibt es in Bergamo sowohl die typische Bergküche der Gegend mit "Casoncelli", Fleischravioli mit Butter und Salbei, Polenta und diversen Fleischgerichten, als auch eine hervorragende mediterrane Küche zu genießen.

Die Rückkehr nach Bergamo Alta kann sowohl per Seilbahn, als auch per pedes angetreten werden. Ein herrlicher Ausblick ist in beiden Fällen garantiert. Einen Abstecher verdient auch die Bar „Caffè della Funicolare“ im Inneren der Station der Standseilbahn in Richtung Unterstadt. Neben einer reichen Auswahl an Weinen, Tees und anderen Getränken kann man dort auch nett präsentierte kleinere Gerichte verspeisen und auf der Terrasse einen wunderbaren Blick auf das Treiben der Unterstadt werfen.

Noch nicht müde?
In den Monaten zwischen April und Juli sollte man sich sonntags zwischen 10 – 13 und 14 – 19 Uhr den Besuch der Palazzi Moroni (Via Porta Dipinta, 12) und Terzi (Piazza Terzi) in der Altstadt nicht entgehen lassen. Diese „dimore storiche“ zeigen die Lebensart angesehener Familien Bergamos recht anschaulich.

Erwähnenswert ist auch die Rocca, eine Befestigungsanlage aus dem Hochmittelalter, die in späterer Zeit als Kaserne für das italienische Heer und als Gefängnis diente. Heute finden wir hier ein Museum und einen Park, der einen herrlichen Rundblick auf die Umgebung freigibt.

Zu erzählen gäbe es noch viel über Bergamos Klöster, die Accademia Carrara, eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Italiens mit Gemälden unschätzbaren Wertes. Zu diesem Zwecke werden wir uns aber zu einem Treffen in Città Bassa verabreden.

Übrigens:
Bergamo wird zum Beispiel von Ryanair zu günstigen Tarifen angeflogen. Sie fliegen ab Hamburg-Lübeck, Berlin, Düsseldorf (Weeze) und Frankfurt-Hahn.   
Des weiteren gibt es internationale Verbindungen mit Bergamo von Barcelona, Glasgow, Bristol, Brüssel (Charleroi), Dublin, Krakau, East Midlands und Eindhoven.
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