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Ab durch die Mitte Berlins

Deutschland
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Es muss nicht immer das Zentrum sein: Ein Gewaltmarsch durchs Kiezleben
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Berlin hat geschafft, wovon die alte Hertha noch träumt: Touristisch gesehen spielt die Bundeshauptstadt in der Championsleague: Mit 17,7 Millionen Übernachtungen in 2008 ist die Stadt nach London, Paris und Rom auf Platz Vier in Europa. Und jetzt kommen auch noch Sie!
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Das Wahrzeichen Berlins: Brandenburger Tor.

Irgendwo muss man ja beginnen, warum also nicht beim milliardenfach abgebildeten Wahrzeichen Berlins, dem Brandenburger Tor (1788-1791)? Wenn Sie etwas ratlos vor diesem frühklassizistischen Prunkstück stehen, das den Propyläen auf der Athener Akropolis nachempfunden ist, dann glänzen Sie gegenüber Ihrer Begleitung jetzt am besten mit folgender Anekdote: „Weißt du eigentlich, warum die Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria da oben von den Berlinern Retourkutsche genannt wird? Das ist nämlich so, Napoleon hat das fünf Meter hohe Bronzetrumm nach Paris verschleppt. Weil er aber bald danach nach St. Helena musste, brachten Blüchers Truppen die Dame samt Gespann zurück – Retour-Kutsche, verstehste, höhö?“. Nun gut, immerhin können Sie, wenn das Ding in die Hose ging, eine Schweigeminute anstimmen zum Gedächtnis an die Zeit, als dieses Tor niemanden rein und niemanden raus ließ – bis zum 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. Das Tor verriegelte das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom im Osten führt.

Den Verlust der namensgebenden Linden verdankt die Straße den größenwahnsinnigen Germania-Plänen Hitlers. „Berlin wird als Welthauptstadt nur mit dem alten Ägypten, Babylon oder Rom vergleichbar sein! Was ist London, was ist Paris dagegen!“, fantasierte der Diktator im März 1942 auf der Wolfschanze. Die Planungen Albert Speers (1935 bis 1943), des „Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt“, sahen ein Kreuz von zwei breiten Verkehrsachsen vor, die vom Autobahnring durch die Innenstadt und zurück führen sollten. Anfänglich zwei, später vier Ringe sollten den Verkehr verteilen. Am Schnittpunkt der Monumentalachsen sollte die „Große Halle“ als zentrale Versammlungsstätte die „germanischen Völker Kontinentaleuropas ganz planmäßig auf den germanischen Gedanken hinlenken“ („Tischgespräche mit Hitler“, Henry Picker, Juni 1942).
Der Palast der Republik der DDR, ca. 1980.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Boulevard, dessen Linden unter Hitler zwecks Verbreiterung der Fahrbahn und Integration in die Ost-West-Achse abgeholzt wurden, eine Trümmerwüste. Mit Ausnahme des Stadtschlosses, das 1950 als „Symbol des Militarismus“ von den Sowjets gesprengt wurde, baute man die noch halbwegs stehenden Gebäude mit der sich verbessernden Finanzsituation ab 1958 in Gestalt gesichtsloser 60er-Jahre-Bauten wieder auf. Der Palast der Republik als Imagebau der DDR ersetzte das Stadtschloss – trotz Protesten wurde auch dieser nach der Wende zwischen 2006 und 2008 schrittweise abgetragen. Umgekehrt wurden seit dem Fall der Mauer viele Gebäude restauriert oder neu gebaut. Der Lustgarten, zuvor als Paradeplatz entfremdet, wurde nach den Plänen Lennés zu einem Gartenareal zurückgebaut.

Unter den Linden ist die zentrale Prachtstraße durch Berlin Mitte und verläuft durch die Stadtteile Dorotheenstadt und Friedrichswerder – vom Pariser Platz an der Ostseite des Brandenburger Tors mit dem Neubau der Akademie der Künste und dem Hotel Adlon über eineinhalb Kilometer Richtung Osten bis zur Schlossbrücke, der Verbindung zur Museumsinsel und dem östlichen Zentrum mit dem Wahrzeichen Berlins, dem Fernsehturm. Und wenn sie lange genug auf und ab marschiert sind und Geld längst keine Rolle mehr spielt, wenn es nach den Strapazen der Entdeckungen darum geht, eine Voyage de Cuisine anzutreten, dann lassen Sie sich von Sternekoch Michael Hoffman Im Restaurant Margaux (Unter den Linden 78, 030/2265 26 11, www.margaux-berlin.de) bekochen: Wetterfester bretonischer Hummer an Blumenkohl und Steinpilzen gefällig? Oder die Seezunge gleich von kleinen Booten & Blanche No 2? Mesdames et Messieurs, lassen sie es sich nicht einfallen nach dem 12-gängigen Menü für 240 Euro mit Jean Gabin festzustellen: „Garçon, es war exzellent, Sie können jetzt die Polizei rufen.“

Wie immer Sie sich aus der Affäre ziehen, denken Sie daran, auch Krisen beinhalten immer Chancen: Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs etwa waren es die beiden Preußenkönige Friedrich I. und II., die den alten Reitweg zu einer Repräsentationsmeile ausbauen ließen. Geistiges Zentrum des preußischen Staates war das Forum Fridericianum, eine künstlerisch-wissenschaftliche Kompetenzdemonstration mit der Staatsoper (1743 noch im Rokokostil), der Akademiebibliothek, der St.-Hedwigs-Kathedrale, Mittelpunkt des katholischen Bistums, und dem als Universitätsgebäude genutzten Prinz-Heinrich-Palais gegenüber – die 1809 eröffnete Berliner Universität brachte 27 Nobelpreisträger hervor. Das klassizistische stadtplanerische Konzept Karl Friedrich Schinkels vereinte die unterschiedlichen Bauten und Stilrichtungen zu einer ästhetischen Einheit, die auch die Neue Wache, die Schlossbrücke und den neu gestalteten Lustgarten integrierte.
Berliner Dom aus der Blickrichtung vom Lustgarten.

Dazu gesellte sich Ende des 19. Jahrhunderts der Berliner Dom im eklektizistischen Stil des Wilhelminismus. Als ehemalige Hof- und Domkirche der Hohenzollern wurde der Dom unter Kaiser Wilhelm II. – der sich für den Abriss des ursprünglich barocken und unter Schinkel klassizistisch veränderten Vorgängerbaus entschied – 1894-1905 neu gebaut. Der Zentralbau im Stil der italienischen Hochrenaissance bestand ursprünglich aus der Predigtkirche, der Tauf- und Traukirche und der heute nicht mehr vorhandenen Denkmalkirche. Die Domkuppel war von vier Ecktürmen flankiert und erhob sich gut 114 Meter über dem Straßenniveau. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom durch eine Brandbombe schwer beschädigt. Erst 1983 waren die Außenarbeiten am Dom abgeschlossen. Die Innenarbeiten wurden 2002 mit der feierlichen Enthüllung des achten und letzten Kuppelmosaiks beendet. Wer einen Tag lang dem untergegangenen DDR-Alltag möglichst nahe kommen möchte, hat dazu im DDR-Museum direkt an der Spree gegenüber dem Berliner Dom, Karl-Liebknecht-Straße 1, www.ddr-museum.de, Gelegenheit.

Apropos DDR: Nicht vorbei kommt der politisch korrekte Besucher an der Schnittstelle des Kalten Krieges in der Friedrichsstraße 43-5: Am Checkpoint Charlie standen sich im Oktober 1961 sowjetische und alliierte Panzer mit scharfer Munition gegenüber. Heute erinnert nur noch die Kopie eines Wachhäuschens an diese frostige Ära. Kernpunkt der Ausstellung im nahe gelegenen Mauermuseum sind Dokumente über Fluchtversuche mit teils hochkreativen Fluchtobjekten.
Der Deutsche Dom auf dem Gendarmenmarkt.

Drei monumentale Bauten beherrschen den Gendarmenmarkt, der Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Arnold Nering entstand: der Deutsche Dom, der Französische Dom und das Schauspielhaus. Damals siedelten sich geflohene französische Protestanten (Hugenotten) hier an. Seine heutige Bezeichnung erhielt er 1799, da von 1736 bis 1782 die Wache und die Ställe des Garderegiment „Gens d’armes“ dort angesiedelt waren. Der Deutsche und der Französische Dom (der Begriff ist irreführend, da er sich nur auf die architektonische Form der Kuppelbauten bezieht) gingen beide aus schlichten Kirchen hervor, neben denen 1780 bis 1785 zwei identische repräsentative Turmbauten nach Plänen von Carl von Gontard angebaut worden waren. Auf den Grundmauern des abgebrannten Nationaltheaters wurde 1817 bis 1821 das Schauspielhaus nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel als Mittelpunkt dieses dreiteiligen Ensembles errichtet. Der im Krieg stark beschädigte Gendarmenmarkt wurde weitgehend rekonstruiert – sogar Reinhold Begas Schillerdenkmal kehrte pünktlich zur 750-Jahr-Feier an seinen ursprünglichen Platz zurück.
Blick auf den Potsdamer Platz in Berlin.

Der Potsdamer Platz, 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I. angelegt, ist die zentrale Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins. Das starke Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg legte ihn in Trümmern, die Berliner Mauer, deren früherer Verlauf durch in Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet ist, teilte ihn 1961 in zwei Hälften. Die Neubebauung nach der Wende transformierte ihn zu einem neuen Stadtzentrum zwischen den ehemals getrennten Stadthälften. Unter Prestigebauten wie dem Sony Center (103 Meter) mit dem schwebenden, Fußballplatz großen Dach und dem ovalen, spitz zulaufenden Zelt von Stararchitekt Helmut Jahn, versammeln sich in den zahllosen neuen Restaurants stolze Berliner und staunende Touristen. Etwa im – aus Bruchstücken des im Krieg fast vollkommen zerstörten Art-Deco-Hotels Esplanade – Café Josty, das ins Sony-Center samt Kaisersaal, Frühstückssaal, Treppenhaus und Waschräume des ehemaligen Prachthotels integriert wurde. Deren 20er-Jahre-Atmosphäre war auch Schauplatz für Filme wie „Cabaret“ oder Wim Wenders „Himmel über Berlin“.

Apropos Film: Die einstige Strahlkraft des deutschen Kinos, als im Vor-Hitler-Deutschland noch jüdische Regisseure Filme von Weltformat drehten, ist im Filmmuseum an der Potsdamer Straße (www.deutsche-kinemathek.de) zu besichtigen. In der Daimler-City ist Unterhaltung auf metropolitischem Niveau konzentriert: ein Musicaltheater, ein Casino, ein Imax-Kino, Discos, eine dreistöckige Einkaufspassage (Arcaden), ein Nobelhotel von Hyatt, Luxusapartments, Bars, Restaurants, Fastfood-Läden. Am nördlichen Rand des Platzes ragt Berlins neuestes Nobelhotel, das Ritz-Carlton, im Chicagoer Art-deco-Stil hoch, das der Investor Beisheim realisierte. Wer sich das Ritz mit einem Art- & Culture-Paket (enthält u. a. die Berlin Welcome-Card mit freier Nutzung des ÖPNV und verbilligten Eintritt in viele Museen) etwa an Silvester geben möchte, sollte 250 Euro pro Nacht einplanen. Die französische Brasserie à la French Kiss ist da freilich noch nicht included…

In der Nähe des Brandenburger Tores erfreut sich das zwischen 1884 und 1894 im Stil der Neorenaissance erbaute und von Sir Norman Foster funktional umgestaltete und mit der charakteristischen Glaskuppel gekrönte Reichstagsgebäude größter Beliebtheit – seit der ersten Sitzung des Bundestages im neuen Reichstagsgebäude am 19. April 1999 bestaunten 15 Millionen Besucher das generalüberholte Zentrum des deutschen Parlamentarismus. Die Geschichte des „Reichsaffenhauses“, wie Kaiser Wilhelm II. das ungeliebte Gebäude verunglimpfte, spiegelt wichtige Etappen der deutschen Geschichte wider. Entstanden in der Phase der Deutschen Reichsgründung von 1871 schwankten die Bauherren zwischen nationaler Überheblichkeit nach dem Sieg über die Franzosen und (vor-) demokratischer Zurückhaltung. Wallots Entwurf erging es nicht viel anders als Fosters Überarbeitung gut hundert Jahre später: Viele Beobachter meinten im Ergebnis, den ursprünglichen Plan kaum mehr erkennen zu können – in beiden Fällen erwies sich besonders die Kuppel als Zankapfel.
Reichstagsgebäude von Westen.

War es Wallot es mit Mühe gelungen, das verkleinerte gläserne Halbrund durchzusetzen, so musste Foster gegen seinen Willen einen überarbeiteten Entwurf mit dem transparenten, spiralförmig begehbaren Halbei vorlegen. 1918 rief Philipp Scheidemann (SPD) vom zweiten Westbalkon die Republik aus. Einer Hitler-Rede nach der Auflösung des Reichstags kam der nie gänzlich geklärte Reichtagsbrand von 1933 in die Quere. Das berühmte Foto des Militärfotografen Jewgeni Chaldej vom russischen Soldaten, der nach der Einnahme Berlins die rote Fahne auf dem Reichstagsdach hisste, musste wegen anhaltender Kämpfe später nachgestellt werden. Nach dem Krieg wurde die Kuppel – angeblich aus statischen Gründen – gesprengt, das Gebäude selbst aber vom Architekten Paul Baumgarten im ernüchternden Stil der 60er Jahre saniert – die Berliner Mauer verlief unmittelbar an der Ostseite des Reichstagsgebäudes. Den endgültigen Durchbruch als Publikumsliebling schaffte das generalüberholte Parlament durch die Kunstaktion „Verhüllter Reichstag“ des Künstlerehepaars Christo und Jean-Claude vom 24. Juni bis zum 7. Juli 1995.
Außenansicht Schloss Bellevue.

Seit 1959 diente das Schloss Bellevue am Spreeweg (nördlich der Siegessäule) als Berliner Dependance des Bundespräsidenten, seit 1993 ist es dessen erster Amtssitz mit einem viergeschossigen Bürogebäude in Ellipsenform (1996-98 Martin Gruber, Helmut Kleine-Kraneburg) im für die Öffentlichkeit gesperrten Park. Der 1785 unter der Leitung von Philipp Daniel Boumann errichtete Sommersitz von Prinz August Ferdinand, dem Bruders Friedrichs des Großen, gilt als erster klassizistischer Schlossbau in Preußen. 300 Meter entfernt lädt ein gastronomisches Kuriosum zum „Sieben Schwaben Menü“ ins „Weitzmann“ (Restauranteingang Ecke Paulstraße / Joachim-Karnatz-Allee, 030/3 94 20 57, www.weitzmannberlin.de). Benannt ist das urgemütliche Schnabulieretablissement nach einem preußischen Offizierssohn, den’s im Siebenjährigen Krieg ins Alemannische verschlagen hat. Warum denn nit, fragt der geneigte Gast und wundert sich bei so viel Findigkeit auch nicht mehr darüber, dass neben Spätzle, Maultaschen und Schäufle auch Theater- und Musikdelikatessen auf der Karte stehen.
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg.

Zwei Großprojekte haben das Gesicht des Kurfürstendamm umgeprägt: Helmut Jahns gläserne Hochhausscheibe, das Kranzler-Eck hinter dem Café Kranzler, und das zehngeschossige, halbrunde Hotel von Gerkan, Marg & Partner (Kudamm-Eck).

Reichskanzler Otto von Bismarck hatte den 3,5 Kilometer langen Reitweg zum Grunewald ab 1873 zu einem 53 Meter breiten Boulevard ausbauen lassen. Zwischen Breitscheidplatz und Halensee waren anschließend vornehme Wohnadressen entstanden, um die herum sich allmählich teure Geschäfte, Kinos, Theater und Cafés gruppierten. Die Turmruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (1891 bis 1895) markiert als Mahnmal das östliche Ende des Boulevards. Daneben entstand Egon Eiermanns neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm. Wenn sie heute Abend noch nichts weiter vor haben, gönnen Sie sich mal ein albernes Arrangement im Hotel Lindner am Ku’Damm (Kurfürstendamm 24, Telefon 030/ 81 82 50, www.lindner.de): Für einen knappen Hunderter pro Person geht’s ins Theater des Westens – zurzeit läuft die Bully-Klamotte „Schuh des Manitu“ in der Musical-Version – anschließend Feuerwasser in der Outlook-Bar und rauf ins gemachte Bett.

Das symbolträchtige KaDeWe (Kaufhaus des Westens), größtes Kaufhaus des europäischen Kontinents, und das Europa-Center (1963-65) befinden sich in der Tauentzienstraße, der östlichen Verlängerung des Kurfürstendammes. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros und eine Aussichtsplattform. Dieser Bereich der Stadt, zu dem auch die mit drei Kilometern Länge größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten, in nordöstlicher Richtung gehört, wird als auch gerne als Neuer Westen bezeichnet.
Am Alexanderplatz.

Keine Angst, es war nicht Peter Alexander der Namenspate für den Alexanderplatz stand – die Buchtitel schwere Bezeichnung gilt seit dem Besuch Zar Alexanders I. 1805. Mit dem Bau der S-Bahn (1882), der Zentralen Markthalle (1886), dem Kaufhaus Tietz (1904-11) und der U-Bahn (1913) avancierte der vormals eher ländliche „Alex“ mit seinem Wahrzeichen, der bronzenen „Berolina“, zum wichtigsten Verkehrs- und Einkaufszentrum für die östlichen Stadtteile. Seine heutige, ausgedehnte, amorphe Gestaltung geht nach massiven Kriegszerstörungen auf die 1960er Jahre zurück. Immerhin, sein Kerngebiet wurde Fußgängerzone, der Verkehr wird über mehrspurige Straßen um den Platz herumgeführt. Erich Johns „Urania Weltzeituhr“(1969) mit dem Vierundzwanzigeck für alle Zeitzonen und der Nachbildung unseres Sonnensystems darüber war besonders zu DDR-Zeiten ein beliebter innerdeutscher Treffpunkt. Städtebaulich herrscht unter den Architekten dennoch Einigkeit: Außer seiner unbestrittenen Größe hat der Alex wenig zu bieten. Hans Kollhoffs Siegerentwurf eines Wettbewerbs sieht den Abriss großer Teile der heutigen Bebauung und die Errichtung von 13 Hochhäusern vor. Die Realisierung gilt in der verschuldeten Hauptstadt jedoch alles andere als gesichert. Den chicksten Blick auf den Alex bei Nacht offeriert die carambar (Rathausstraße 1, Telefon 0178/79 76 657, www.carambar-online.de), wo der hungrige Gast – nomen ist hier nicht omen – nicht nur staunen und schlürfen, sondern auch speisen kann.

Unbeeindruckt davon ragt ganz in der Nähe der 368 Meter hohe Fernsehturm in die Höhe – das höchste Bauwerk Deutschlands überragt natürlich auch die gotische Marienkirche in der Karl-Liebknecht-Straße mit dem Turm aus dem 15. Jahrhundert und einem kupfernen Aufsatz von Carl Gotthard Langhans, dem Baumeisters des Brandenburger Tors. Politisch korrekt erinnern eine männliche und eine weibliche Statue vorm Eingang des Roten Rathauses (Rathausstraße) an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der zwischen 1861 und 1869 nach Entwürfen von Hermann Waesemann im Stil der Neorenaissance erbaute Sitz des Regierenden Bürgermeisters und des Senats von Berlin verdankt seinen Namen natürlich nicht der rot-roten Koalition im Senat, sondern der Fassadengestaltung mit roten Ziegelsteinen.
Die Schwimmhalle des Stadtbades Oderberger Straße.

Lange Zeit Favorit aller alternativen Berliner im östlichen Zentrum Berlins war der Stadtteil Prenzlauer Berg mit seiner inzwischen weitgehend sanierten Jahrhundertwendebebauung. Gut 300 Gebäude, wie das Stadtbad Oderberger Straße oder die Brauerei in der Milastraße stehen unter Denkmalschutz. Alternative Ost-West-Kultur toben sich auf dem 8000 Quadratmeter großen Teilareal der insgesamt 40.000 Quadratmeter umfassenden früheren Schultheiß-Brauerei (1853-1967) zwischen Schönhauser Allee und Knaackstraße aus: Die Kulturbrauerei (1991 gegründet) ist ein höchstlebendiges Begegnungszentrum der gemeinnützigen GmbH, Stiftung Industrie- und Alltagskultur und der Vereine Sonnenuhr, Musik-Szene und Kulturbrauerei. Etwa 60 Veranstaltungen im Monat mit Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerten, Instrumentalkursen, Workshops, Lesungen, Parties und Ferienspiele für Kinder erweisen sich als beständige Publikumsmagneten. Der Melting Pot der Brauerei verschmilzt nicht nur Ost und West und die sonstigen 100 Kulturen in Berlin, sondern auch gastronomische Weltregionen: In die Fußstapfen des legendären „Franzklub mit angeschlossenem Club“ tritt ein französisches Restaurant. Das Queso y Jamon, man ahnt es bereits, hat mehr als nur spanischen Käse und Schinken zu bieten. Geschlürft, gerührt und geschüttelt wird im Sodaclub, im Pool & Cigars und im Café Krull. (Schönhauser Allee 36; U2, U Eberswalder Straße, www.kulturbrauerei-berlin.de).

Sie werden hier nur wenige Wiener finden und statt der Heurigen gibt’s Prater Pils: Die Berliner Schnauze taufte dieses Ausflugsgasthaus mit seinen kabarettistischen Unterhaltungsprogrammen Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild an der Donau „Prater“. Nach dem Krieg diente das unzerstörte Areal der Berliner Volksbühne als Ausweichspielstätte. Im herrlichen Biergarten unter Kastanien schmecken deftige Brotzeiten (Kastanienallee 7-9, Telefon 030/ 4 48 56 88, www.pratergarten.de). Inzwischen rümpfen Insider über den neuen Schick in den Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee bereits die Nase und halten nach neuen Schmuddelecken Ausschau. Definitiv keine Wohn-Alternative stellt der von 2006 bis Dezember 2008 abgerissene Palast der Republik dar. Zwar soll an Stelle des ehemaligen DDR-Symbols bis 2015 hinter rekonstruierten Fassaden des Berliner Stadtschlosses das Humboldt-Forum neu entstehen – doch weder die Finanzen noch die Architektenszene sprechen dafür, dass dies in absehbarer Zeit Wirklichkeit wird.
Die Berliner Karl-Marx-Allee vom Fernsehturm aus gesehen.

Zu den ambitioniertesten Bauprojekten-Ost nach dem Krieg zählt die heutige Karl-Marx-Allee (ehemals Stalinallee) in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg vom Alexanderplatz über den Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor mit ihren Zuckerbäcker-Fassaden im repräsentativen Stil des sozialistischen Klassizismus. Architekt Hermann Henselmann hat hier zwei Zwillingstürme in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarktes realisiert. Die Wohnblöcke aus den 1950er-Jahren im Zuckerbäckerstil sollten die Ingenieurskunst der DDR repräsentativ darstellen. Im als „angesagt“ verschrienen Bezirk Friedrichshain lässt sich das Basislager günstig in einem ehemaligen Fabrikgebäude der „A&O Hostel“-Gruppe errichten – umgeben von kleinen Galerien, Trendläden, Bars und Biergärten (Boxhagener Straße 73, Telefon 030/2 97 78 10, www.aohostels.com/de/berlin).

Pünktlich zur 750-Jahrfeier 1987 wurde das zerstörte Nikolaiviertel mit der Nikolaikirche historisch rekonstruiert. Die bedeutendste Pfarrkirche des mittelalterlichen Berlin entstand um 1230 als Pfeilerbasilika aus Feldsteinen. Der heutige symmetrische Aufbau mit den zwei Helmen von Hermann Blankenstein (1876-78) wurde in ursprünglicher Farbigkeit wiederhergestellt. Rund um die älteste Kirche der Stadt, St. Nikolai mit den beiden hoch aufragenden Türmen, war einst Berlins Keimzelle. Das liebevoll sanierte Viertel mit beschaulichen Fußgängerzonen ist heute die Bummelmeile der Großstadt mit vielen Cafés, Restaurants, Boutiquen, Antiquariaten, Souvenirshops und Museen. Im prachtvollen Ephraim-Rokokopalais, 1762-1766 nach Plänen von Friedrich Wilhelm Diterichs für den jüdischen Bankier Veitel Heine Ephraim errichtet, sind auf drei Stockwerken wechselnde Ausstellungen zur Berliner Kunst- und Kulturgeschichte untergebracht (Poststraße 16). Das Zille-Museum zeigt die Zeichnungen, Skizzen, Lithografien und Fotografien des originellsten Kiez-Künstlers der Jahrhundertwende: Heinrich Zille (1858-1929) bannte das ordinäre Leben in den Berliner Hinterhöfen der Kaiserzeit bis in die 1920er Jahre auf Papier (Propststraße 11, www.zillemuseum-berlin.de). Appetit auf Pökeleisbein mit Kartoffeln, Erbspüree, Speckstippe und Sauerkraut? Der Paddenwirt am Nikolaiplatz 6 (Telefon 030-2 42 63 82) macht’s Ihnen Berlinerisch.
Neue Synagoge.

Etwa auf mittlerer Höhe der Oranienburger Straße lässt die zwischen 1988 und 1993 teilweise rekonstruierte Neue Synagoge (errichtet nach Entwürfen von Eduard Knoblauch und 1866 durch Friedrich August Stüler vollendet) erahnen, dass sich hier vor der Machtergreifung Hitlers einmal das Zentrum des jüdischen Lebens befunden hat, das hier in einer ständigen Ausstellung nachgezeichnet wird (www.cjudaicum.de). Etwas weiter nördlich befindet sich der älteste jüdische Friedhof der Stadt – weitaus bekannter freilich ist der größte Jüdische Friedhof Europas in Berlin-Weißensee. Heute zählt die Oranienburger Straße zu den beliebtesten Flaniermeilen Berlins mit zahllosen Bars und Restaurants. Abends ist die „O-burger“ ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische. Anstelle des Schlosses Monbijou, das wegen Kriegsschäden 1959 abgerissen wurde, findet man – vom S-Bahnhof Hackescher Markt kommend – linker Hand den Monbijoupark, ein Freizeit- und Erholungspark mit Kinderfreibad, Spielplatz und großer Liegewiese. Der imposante achteckige Klinkerbau mit Kuppel an der Kreuzung mit der Tucholskystraße wurde zwischen 1875 und 1881 nach den Plänen von Carl Schwatlo als Postfuhramt errichtet. Das latent räumungsgefährdete Kunsthaus Tacheles (Oranienburgstraße 54-56a) mit Theaterräumen, Ateliers, Werkstätten, Studios und einem Café kurz vor der Einmündung in die Friedrichstraße sollte nach der Wende abgerissen werden. Rund 50 tapfere Künstler aus Ost und West hatten sich erfolgreich dagegen zur Wehr gesetzt. Heute verteidigt ein Verein die denkmalgeschützte Kreativruine gegen angebliche Pläne, hier ein Geschäfts- und Wohnviertel im Stil des New Urbanism hochzuziehen. Na, wir wissen ja, Totgesagte leben länger und deshalb veröffentlicht das revolutionäre Musik-Café Zapata trotz aller Versteigerungs-Unkenrufe weiter sein alternatives Programm.

Das Olympiastadion in Charlottenburgs Olympischer Allee spiegelt die Janusköpfigkeit Berliner Architekturgeschichte wider – die monumentale Architektur geht zurück auf die Neubaupläne der Nazis, die der Welt bei den Olympischen Sommerspielen 1936 eine Beton gewordene Machtdemonstration vor Augen führen wollten: eine streng symmetrische Anlage mit dem Olympischen Platz, dem zwölf Meter unter Bodenniveau versenkten Olympiastadion für 110 000 Zuschauer, dem Maifeld, einem Aufmarschgelände für 500 000 Menschen, dessen Tribüne mit der Langemarck-Halle vom 78 Meter hohen Olympischen Turm überragt wird. In die Moderne transponierte die Gesamtsanierung von 2000 bis 2004 Werner Marchs sportpolitischen Komplex, die auch einen zentralen Infopoint zur Geschichte des Stadions und des Areals beinhaltete, an dem die Stadiongeschichte an einer 18 Meter hohen Leuchtstele in Form von stilisierten Bildern und Videobeiträgen dargestellt wird (www.olympiastadion-berlin.de).
Schloss Charlottenburg.

Als Lustschlösschen 1695 nach Entwürfen des Architekten J. Arnold Nering für die Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III., Sophie Charlotte, geplant, wurde Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 10-22, nach der Krönung Friedrichs I. als preußischer König zum barocken Repräsentationsbau der Hohenzollern nach Versailler Vorbild ausgebaut. Ein neuerer Ostflügel nach Entwürfen von Knobelsdorff (1740-46) und ein Schlosstheater nach Plänen von Carl Gotthard Langhans (1795) komplettierten die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Anlage, die heute eine bedeutende Gemäldesammlung beherbergt (www.spsg.de). Der Schlosspark, 1697 im Zusammenhang mit dem Bau des Lustschlosses angelegt, war der erste Barockgarten nach französischem Muster in Deutschland. Die besten Torten Berlins, das wissen die alten Tanten, von denen das Café Richter seinen Spitznamen hat, gibt’s in der Giesebrechtstraße 22 – aber nur tagsüber.

In ihren Verliesen mühte sich Joachim Fuchsbergers bucklige Verwandtschaft in den legendären Edgar-Wallace-Filmen das Publikum erschauern zu lassen: Die Zitadelle Spandau des italienischen Architekten Francesco Chiaramella de Gandino ist eine der besterhaltenen Renaissance-Festungen Europas. Die von vier Bastionen geschützte Anlage konnte der kleine Franzose mit dem großen Ehrgeiz 1806 erobern. Die Geschichte der Burg von einer slawischen Befestigungsanlage des 11. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ist in verschiedenen Ausstellungsräumen dokumentiert – unter den Exponaten befinden sich auch 75 mittelalterliche jüdische Grabsteine (www.zitadelle-spandau.de). Besichtigt werden können auch die Werkstätten von Kunsthandwerkern: Einen Neubau im Zitadellenhof haben Maler, Bildhauer, Fotokünstler, Keramiker, Musikinstrumentenbauer, Glasgraveure, Restauratoren, Schmiede, Steinmetze und Textilgestalter als Atelier in Beschlag genommen. Die Zitadellen Schänke lässt die rustikale Küche des Mittelalters aufleben. Sieben-gängige Menüs mit so verheißungsvollen Bezeichnungen wie „Nacht der Ritter“, „Klosterküche“, „Liebesmahl“ oder „Märchenküche“ werden von Gauklern musikalisch umrahmt. Der Biergarten mit einer Kastanie neben dem Denkmal von Albrecht dem Bären lässt bajuwarische Gemütlichkeit aufkommen (Telefon 030/ 334 21 06, www.zitadellenschaenke.de, Anfahrt: U-Bahn U7, Station „Zitadelle“, S-Bahn S75+9, Station „Spandau“, Bus X33, Fahrtzeit: ca. 30 min. von Berlin Mitte).
Südseite des Schlosses Glienicke mit der Löwenfontäne.

In den UNESCO-Weltkulturerbe-Status wurde 1990 das Ensemble von architektur-, kunst- und kulturgeschichtlich bedeutender Bauten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts des Schlosses Glienicke, Königsstraße 36, erhoben. Karl Friedrich Schinkel gestaltete das Gebäude 1825 klassizistisch um. Nach einer Nutzung als Offizierskasino der Roten Armee, als Sporthotel und als Heimvolkshochschule zeigt seit Ende der 1980er Jahre ein Museum Schinkel-Möbel und Kunstgegenstände aus dem Besitz des Prinzen Carl. Im Westflügel befindet sich seit 2006 das erste Hofgärtnermuseum Europas, das die Geschichte der preußischen Hofgärtner zeigt (Anreise mit dem Bus 316 bis Schloss Glienicke). Auch das ursprüngliche Renaissance-Herrenhaus am Tegeler See verwandelte der preußische Schinkel in ein Vorzeigeprojekt des Klassizismus. Schloss Tegel , Adelheidallee 17-21, im Berliner Bezirk Reinickendorf kann außerdem für sich verbuchen, dass die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt hier aufgewachsen sind. Die Familiengrabstätte der berühmten Forschersippe befindet sich im von Wilhelm maßgeblich mitgestalteten Schlosspark.

Ob angesagt oder schon wieder am absteigenden Ast, es ist eine Frage der Perspektive: Jedenfalls gehören die Hackeschen Höfe seit der gelungenen Sanierung nach der Wende zu einem der meistbesuchten Points of Interest Berlins. Ihren Namen verdanken sie dem ehemaligen Stadtkommandanten Graf von Hacke, der anstelle der alten Befestigungen vor dem Spandauer Tor Mitte des 18. Jahrhunderts einen Markt errichten ließ. Das neue Stadtviertel entwickelte sich prächtig und an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert kam ein findiger Mann namens Quilitz auf die geschäftstüchtige Idee, auf den Grundstücken der Rosenthaler Straße 40 und 41 sowie der Sophienstraße 6 einen Komplex mit acht Hinterhöfen zu errichten, den größten seiner Art in Europa mit Restaurants, Geschäften und Wohnungen. Stararchitekt August Endell verwandelte einen von ihnen sowie zwei Festsäle (nur einer im Chamäleon Varieté erhalten) für das Weinlokal Neumann in Juwelen des Jugendstils. Gemütliches Film-Sammelsurium bietet das Café Cinema, Rosenthalerstraße 39, mit vielen gemütlichen Ecken, Bar, Biergarten im Hof, Keller für Partys und zum Kickern.
Kongresshalle in der Nacht.

Im Westteil der Stadt nutzten renommierte Architekten wie Walter Gropius, Le Corbusier und Oscar Niemeyer die Schneisen, die der Krieg im Stadtgebiet geschlagen hatte und realisierten zum Teil ihre Vorstellungen von der Stadt der Zukunft. Im Hansaviertel ersetzten sie das zerstörte Gründerzeitviertel durch sachliche Wohnblöcke und Hochhäuser. Die USA ließen 1957 als Beitrag zur Internationalen Fachmesse Interbau die Kongresshalle mit freitragender Dachkonstruktion errichten und als Geschenk an Berlin übergeben. In der Nähe des Tiergartens huldigt ein Gaslaternen-Freilichtmuseum einem Berliner Kuriosum: Noch heute leuchten nachts 44 000 Gaslaternen in Berlin, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt.

Wenn Sie in Begleitung eines oder mehrer Naturfreaks anreisen (müssen), empfehlen wir dringend, diese possierlichen Artgenossen in einem der ausgedehnten Waldgebiete im Westen und Südosten des Stadtgebietes oder auch im Zentrum der Stadt artgerecht im Großen Tiergarten auszusetzen – sie würden Ihren Parforceritt durch die Stadt ohnehin nur mit unqualifizierten Zwischenrufen stören. Der Tiergarten ist die älteste und mit 210 Hektar größte Parkanlage Berlins, die sich vom Bahnhof Zoo bis zum Brandenburger Tor in unmittelbarer Nachbarschaft zum Parlaments- und Regierungsviertel erstreckt. Die großen Boulevards, die wie die Straße des 17. Juni den Park durchschneiden, kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte seit 1939 die Siegessäule steht – Siegesgöttin Viktoria verliert schon allein dadurch an Wucht, dass sie von den Berlinern schlicht Goldelse genannt wird. Das preußische Ungetüm, das an die gewonnenen Schlachten gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870/71) erinnert und von Germaniens Hauptsturmarchitekten hierher verlagert wurde, wird von Januar 2010 bis Ende Mai 2011 saniert und verschwindet daher unter einer Plane. Von kleinen Wasserläufen durchzogene Rasenflächen mit Baumgruppen, Seen mit kleinen Inseln, Brücken und Alleen machen den Reiz der Anlagen wie dem Englischen Garten, die Luiseninsel oder dem Rosengarten aus.
Elefantentor: Haupteingang in den Berliner Zoo.

Der älteste Zoo Deutschlands, der traditionsreiche Berliner Zoo (Hardenbergplatz 8, Telefon 030/25 40 12 79, www.zoo-berlin.de) neben dem gleichnamigen Bahnhof und der Gedächtniskirche – Ost-Berlin zog nach der Teilung der Stadt mit einem eigenen Tierpark nach – ist mit 1400 Arten und rund 14000 Tieren auf einer Fläche von 34 Hektar der artenreichste Zoo der Welt. Das erste Kapitel dieses städtischen Dschungelbuchs hatten der Zoologe Alexander von Humboldt und Martin Lichtenstein geschrieben, der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné und namhafte Baumeister entwarfen eine nicht nur für die damalige Zeit atemberaubende Kulisse: der Zoo mitten in der Stadt. Schuler’s GastZoonomie mitten im Zoo, stillt den Bärenhunger, so verliert man keine Zeit auf langen Wegen. Mit Vorbestellung lassen sich hier sogar Feste im Aquarium, Flusspferdhaus oder im Lichtensteinsalon arrangieren (Budapester Straße 34, 030/25 40 12 79).

Unser Tipp: Berlin umsonst erleben

Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour Metropolis"
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