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A Carnevale ogni scherzo vale!

Italien
Von Birgit Kohl   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
An Fasching ist jeder Scherz erlaubt - und nicht nur am Rhein oder in Venedig!
Auch andere Regionen Italiens verfügen über vielfältige Faschingstraditionen. Farbe, Freude und Frittelle, das sind frittierte Fastnachtskrapfen, locken jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern aus aller Welt zum Carnevale des Belpaese.
Galerie
Venezianische Maske
Natürlich verbindet man das Wort Carnvevale zunächst mit Venedig, das für traumhafte Masken und Kostüme, unglaubliche Feste in den verschiedenen Palästen in der magischen Umgebung der Lagune und zahlreiche Veranstaltungen aller Art, von Kunstausstellungen, Modenschauen bis zu Theateraufführungen steht.

Prügel für Problem-Bärlusconi...
Es gibt da aber auch den Carnevale di Viareggio, der jedes Jahr Hunderttausende von Gästen aus aller Welt anlockt. Zu bewundern gibt es dabei die sogenannten “carri allegorici”, Maskenwägen, die enorme Karikaturen von Persönlichkeiten öffentlichen Interesses mit Ironie und Satire beschreiben. So bekommt nicht nur Berlusconi, sondern auch der amerikanische Präsident und der Papst eine übergebraten. Die Wägen folgen dabei einer sehr suggestiven über drei Kilometer langen Promenade am Meer, die von Liberty-Gebäuden flankiert ist, die auf das Thyrrenische Meer schauen.

Der Carnevale di Ivrea, benannt nach dem piemontesischen Städtchen Ivrea, wartet alle Jahre mit einer “Battaglia delle Arance”, einer Orangenschlacht auf, die ihresgleichen sucht. Ivrea beansprucht die weltweit längste Karneval-Tradition für sich, weil an diesem Ort alljährlich seit dem Mittelalter ein unverändertes Zeremoniell zu Leben erweckt wird.
Carnevale di Ivrea - Vertreter des Grosskanzlers


Mailand feiert noch in der Fastenzeit...
Eine weitere Besonderheit des italienischen Carnevale finden wir in Mailand. Dort zieht sich der “Carnevale ambrosiano” sogar in die Fastenzeit. Historisch kam dieser Brauch wohl so zustande: Als der Bischof Sant’Ambrogio eines Jahres seine Rückkehr von einer Pilgerreise zum Beginn der Fastenzeit ankündigte, feierte man in Mailand einfach bis zu seiner Ankunft weiter, so dass sich der Carnevale um 4 stolze Tage in die Fastenzeit hinein verschob. Somit findet in Mailand also ein “Aschersonntag” und kein Aschermittwoch statt.

Strenger nimmt man es mit der Fastenzeit dann zum Beispiel schon in den Abruzzen, wo der Fasching am Aschermittwoch in Montorio feierlich zu Grabe getragen wird. Hier wird eine Figur aus Pappmaché in Begleitung ihrer männlichen Witwe in Frauengewändern und einer Blaskapelle, die traurige Melodien spielt auf ihrem letzten Weg begleitet. Die Witwe ist verzweifelt und rückt sich neben Notar und Arzt ins rechte Licht. Der Leichnam des “Carnevale” wird dann auf dem zentralen Platz des Ortes feierlich den Flammen übergeben. Mit dieser Geste soll auch das Frühjahr heraufbeschworen werden.

Auch Feinschmecker kommen nicht zu kurz...
Während in vielen italienischen Regionen zur Fastnacht gerne herrlich duftende, frittierte Kräpfchen aller Art mit Creme, Äpfeln und Marmelade, sowie sogenannte Chiacchiere und Bugie, “Ratschen” und “Lügen”, also weitere schwerwiegende in Öl frittierte Köstlichkeiten serviert werden, gibt es in den Abruzzen eine “frittata rognosa”, eine Art deftigen Pfannkuchen mit Ei und Wurst.

Der Karneval hat in Italien eine lange Tradition. Tatsächlich wurde das Jahr 1094 als Geburtsstunde des venezianischen Carnevale nachgewiesen. Damals hatte der Doge Vitale Falier die Idee, ein “öffentliches Vergnügen” für das Volk zu erfinden, das den Namen “Carnevale” trug. In Venedig wurde dem einfachen Volk somit ermöglicht, dank einer Verkleidung, für wenige Tage in eine andere Rolle zu schlüpfen. Adel, Handlanger, Damen und Hausmädchen unterhielten sich auf rauschenden Festen.

Achtung, fliegende Orangen...
Carnevale di Ivrea - Stadtplatz
In Ivrea tragen alle Teilnehmer an den wilden Feierlichkeiten dieser Tage rote Hauben. Sie gehen auf die Freiheitsideale der französischen Revolution zurück, die diese Veranstaltung ebenso prägen, wie der “generale”, der in seiner Uniform dem General der napoleonischen Herrschaft nachempfunden ist. Zum Höhepunkt dieses Festes begegnen sich die von zwei oder vier Pferden gezogenen und pittoresk geschmückten Karren des Adels in einer Schlacht mit dem einfachen Fussvolk. Die jeweiligen “aranceri”, die sogenannten Orangenschützen, haben unterschiedliche Techniken, um sich gegenseitig mit Orangen zu bewerfen.

Eine speziell eingerichtete Kommission beobachtet den dreitägigen Verlauf des etwas ungleichen Kampfes zwischen Karren und Fussvolk und zeichnet die besten Teams aus.

Natürlich war die Orangenschlacht in Ivrea schon immer von starker Kritik begleitet. Beim Anblick der endlosen Orangen, die zwar keinen Marktwert haben und die zerschmettert ganze Plätze und Strassen säumen, wird oft von Verschwendung gesprochen. Auch die vielen Verletzten, die jedes Jahr bei der Notaufnahme des Krankenhauses landen und andere Übergriffe sind nicht gerne gesehen. Aber mit der Fastenzeit kehrt dann ja wieder Ruhe und Sitte ins Städtchen ein….

Auch der Süden im Carnevale-Fieber...
Zu erwähnen ist hier auch der Carnevale di Putignano, der auf das Jahr 1394 zurückgeht. In der apulischen Stadt Putignano in der Provinz Bari beginnt der Fasching bereits am 26. Dezember und endet mit einem abendlichen Umzug und der Bestattung des Karnevals, der als Schwein dargestellt wird, am sogenannten Martedì grasso, dem Faschingsdienstag.
Carnevale di Putignano


Im Vergleich zum historisch geprägten Karneval Venezias und Ivreas steht der Fasching in Viareggio in der Toskana und in Orten wie Francavilla al Mare, Montorio und Guardiagrele in den Abruzzen mehr im Zeichen der Neuzeit.

Kritik, Kunst und Karren...
Die bereits erwähnten Maskenwagen Viareggios mit enormen Figuren aus Pappmaché nehmen auch dieses Jahr wieder aktuelle Politk und sonstiges Spektakel auf die Schippe. Die erste Ausgabe dieses Carnevale fand im Jahr 1873 statt, als einige reiche Bürger beschlossen, sich zu verkleiden, um gegen zu hohe Steuern zu protestieren. Seitdem interpretieren Karren die Gedanken, aber auch die Unzufriedenheit der Menschen dieses Landstriches.

Der Karneval von Viareggio war schon immer eng mit der Kunst verbunden. Zunächst waren es Künstler der Stadt, die den Wägen ihren Stempel aufdrückten. Im neuen Jahrtausend entwarf sogar der Nobelpreisträger Dario Fo das Motiv eines “carro allegorico”, während der grosse belgische Künstler Jean Michel Folon das offizielle Manifest des Karnevals im Jahr 2000 schuf.

Viareggios Kunst aus Pappmaché fand auch Einzug in Filme von Federico Fellini, bei der Eröffnungsfeier der Fussballweltmeisterschaft von 1990 und beim Abschluss der XX.Olympischen Winterspiele.

Die Serenissima lädt ein...
Eine traditionellere Kunst entstand dank der “mascareri”, der Maskenbauer in Venedig. Dort verarbeiteten Handwerker Lehm, Pappmaché, Gips und Mull zu klassischen Karnevalsmasken, die
nichts mit den “Plastikbomben made in China” zu tun haben, die heute zum Teil in Venedig feil geboten werden.

Abgesehen von den vielfältigen Masken und Kostümen Venedigs, kann man in der Lagune dieses Jahr zwischen dem 6. und dem 16. Februar wieder zahlreiche Veranstaltungen “mitnehmen”.

So findet am 6. Februar 2010 um 15 Uhr der “Volo dell’Angelo”, der sogenannte “Engelsflug” über den Piazza San Marco statt. Das Thema des diesjährigen Carnevale di Venezia vom 6. bis zum 16. Februar 2010 lautet “Sensation 6 sensi x 6 sestieri”. Informationen hierzu auch auf www.carnevale.venezia.it

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich auch in diversen Palästen der Serenissima vergnügen. Von der heissen Schokolade bis zum Galadinner, vom “Gran Ballo” mit Mozarts Klängen bis zum Maskenball wird hier alles geboten.

Geniessen wir also all dieses “Ben di Dio”, Gottesgut der närrischen Zeit, denn am Aschermittwoch ist ja bekanntlich alles vorbei…ausser in Mailand…wo der Carnevale bekanntlich vier Tage länger dauert.
Carnevale di Venezia



Typisch
 

 

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